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Übung macht alles, aber nicht den Meister

Gewinner (Quelle: RGBStock.com, Zela)

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Wer sich genug anstrengt, kann alles lernen? Von wegen. Inzwischen sind Wissenschaftler überzeugt: Ohne angeborenes Talent geht es nicht.

So etwas hatten die Salzburger noch nie gesehen: ein Siebenjähriger, der virtuos Violine sowie mehrere Tasteninstrumente spielt und jeden Ton exakt bestimmen kann. Ein echtes Wunderkind, dieser Mozart, da waren sich alle einig.

Das gilt bis heute. Der Komponist aus dem 18. Jahrhundert ist das Paradebeispiel für Talent – also für das genetische Geschenk, das einigen wenigen Menschen mit auf den Lebensweg gegeben wurde und das scheinbar unglaubliche Leistungen ermöglicht.

Anders Ericsson ärgert sich über diese Sichtweise. Für den schwedischen Psychologen, der an der Florida-State-Universität lehrt, war Mozart kein Wunderkind. Für seine Fähigkeiten gebe es eine viel profanere Erklärung, behauptet der Forscher seit Jahren: stundenlanges Üben – und einen ehrgeizigen Vater.

Leopold Mozart war als Violinist und Komponist nur mäßig erfolgreich. Seine Kinder sollten es besser machen. Deswegen entwickelte er für seine Tochter Maria Anna und vor allem für seinen Sohn ein anspruchsvolles Programm. Wolfgang lernte bereits im Alter von vier Jahren Geige und Klavier. Als er sieben war, hatte er daher vermutlich bereits mehrere Tausend Übungsstunden hinter sich.

Seine Fähigkeiten an der Violine und sein absolutes Gehör waren zwar ein außergewöhnlicher Erfolg, aber nicht unbedingt ein Wunder. "Wäre Mozart in einer anderen, unmusikalischen Familie aufgewachsen", sagt Ericsson, "hätte er diese Fähigkeiten nie entwickelt." So schreibt er es in seinem neuen Buch "Peak", in dem er sich der Erforschung von Exzellenz widmet. Höchstleistungen wie bei Mozart haben seiner Ansicht nach wenig mit angeborenen Talenten zu tun – und viel mit diszipliniertem Training.

Doch ist es wirklich so einfach? Machen mehrere Jahre fokussiertes Training aus jedem passionierten Klavierspieler einen Weltklassepianisten, aus jedem ambitionierten Jogger einen Marathonläufer, aus jedem Praktikanten einen Topmanager? Leider nein. Denn es gibt immer mehr Psychologen, die an Ericssons Theorie zweifeln. Meister, so scheint es, brauchen demnach viel Übung – aber Übung macht noch lange keinen Meister.

Die 10.000-Stunden-Regel

Bereits 1994 veröffentlichte Ericsson eine Studie, für die er jahrelang untersucht hatte, wie Spitzensportler und Weltklassemusiker so gut werden konnten. "Der Einfluss von Training ist weitaus größer als angenommen", schlossen Ericsson und sein Co-Autor Neil Charness damals.

Die Arbeit war lange nur Psychologen und Pädagogen bekannt. Das änderte sich im Jahr 2008. Damals erwähnte der kanadische Journalist Malcolm Gladwell sie in seinem Beststeller "Outliers". Vor allem aber leitete er daraus eine griffige Formel ab: Wer es in einem Bereich zur Spitzenklasse bringen wolle, brauche dafür kein besonderes Talent – sondern nur die Bereitschaft, rund 10.000 Stunden zu trainieren.

Mit acht Stunden pro Tag und fünf Tagen in der Woche dauert das fünf Jahre, ohne Urlaub zumindest. Kein leichtes Programm, aber machbar. Die Frage, was Erfolg ausmacht, schien durch Ericssons Forschungsergebnisse also endlich beantwortet: harte Arbeit und Disziplin.

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