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Sie wollen nur deinen Kopf

Zettel Geschäftsmann Manager Stress Telefon [Quelle: freeimages.com, bizior]

Quelle: freeimages.com, bizior

Die einen sind schon ganz genervt von den Bagger-Anrufen der Headhunter. Die anderen wünschen sich nichts sehnlicher, als den Traumjob auf dem Silbertablett serviert zu bekommen.

Ob Fluch oder Segen: Inzwischen geht selbst bei mittelständischen Unternehmen nicht mehr viel ohne den Service von Personalberatern. Doch obwohl Headhunter ihre Dienstleistungen für die Unternehmen - und nicht für die Arbeitnehmer - erbringen, gibt es auch Wege, wie du die Kopfjäger gezielt auf dich aufmerksam machen kannst.

Nicht mehr nur Vorstandsposten

Bis vor wenigen Jahren ging es beim Headhunting vor allem darum, hochdotierte Stellen zu besetzen: Vorstandsposten, Mandate im Aufsichtsrat, aber auch Stellen, für die besondere Expertise erforderlich ist. Ein professioneller Headhunter wurde erst ab einer Gehaltsklasse von 70 bis 80.000 Euro beauftragt. Heute werden auch schon Posten, die nur 40 bis 45.000 Euro Jahresgehalt einbringen, über Personalberater besetzt. Die Recruiter vermittelten im vergangenen Jahr 67.000 geeignete Kandidaten an einen neuen Arbeitgeber. Für ihre Dienste strichen sie 10 bis 30 Prozent des Jahresbruttogehalts der vermittelten Stellen ein. Insgesamt stolze 1,37 Milliarden Euro Umsatz machte die Branche im Jahr 2007.

Headhunting auf dem Vormarsch

 Rund 4.700 Personalberater - Tendenz steigend - teilen sich heute das Revier in Deutschland. Viele von ihnen fahnden auch grenzübergreifend. Das Gros der Aufträge geht dabei an große Beratungsfirmen wie Kienbaum, Egon Zehnder oder Ray & Berndtson. Doch auf dem Markt tummeln sich auch kleinere, oft spezialisierte Firmen sowie Einzelkämpfer. Die Branche expandiert, vor allem, seit auch die mittelständischen Unternehmen im Kampf um die besten Köpfe Personalberater beauftragen. Das hat der Bundesverband Deutscher Unternehmensberater (BDU) in seiner Marktstudie "Personalberatung in Deutschland 2007/2008" herausgefunden.

Welche Köpfe werden gesucht?

Das Headhunting als reine "Executive Search", also zur Besetzung von gehobenen Management-Positionen, gehört der BDU-Studie zufolge der Vergangenheit an. Nur noch bei jedem fünften Suchauftrag wurde 2007 tatsächlich nach einem Kandidaten für eine Leitungsfunktion gefahndet. Stattdessen werden immer häufiger Jobs per Headhunter besetzt, die für viele Berufstätige weniger attraktiv sind. Dies sind vor allem Jobs im Vertrieb und im Marketing; sie machten im vergangenen Jahr im Headhunting 28,5 Prozent aus. Auch der Ingenieurmangel in Deutschland spiegelt sich in der Statistik der Berater wieder. Diplom-Ingenieure gehörten 2007 zu den begehrtesten Kandidaten überhaupt. Oft werden schon Absolventen, die frisch von der Uni kommen, von Headhuntern vom Markt geschnappt. Der Anteil der Suchaufträge, die auf Positionen in der Entwicklung und Produktion entfallen, ist deutlich gestiegen und liegt zurzeit bei 14,4 Prozent (alle Zahlen aus der oben genannten BDU-Studie).

Was ist erlaubt im Abwerbeprozess?

Arbeitgeber versuchen sich gegen die immer häufigeren Abwerbungsversuche der Headhunter am Arbeitsplatz rechtlich zu schützen. Der Bundesgerichtshof liefert dabei Schützenhilfe:

  • Nur ein erster Anruf zur Kontaktaufnahme ist erlaubt.
  • Dabei darf der Headhunter ausschließlich abklären, ob ein generelles Interesse an einer Zusammenarbeit besteht.
  • Jedes weitere Gespräch sowie jeder Versuch einer "Umwerbung" muss außerhalb des Büros stattfinden.
  • Übrigens gilt das Gleiche auch für den Arbeitsnehmer: Ein ausführlicher Plausch mit dem Headhunter am Arbeitplatz ist nicht nur illoyal, sondern verletzt auch die vertragliche Pflicht zur Erbringung der Arbeitsleistung.

Spam vom Headhunter

Einfacher - und für den Arbeitgeber deutlich schwieriger zu kontrollieren - ist da die Kontaktaufnahme per E-Mail. Netzwerke wie Xing oder spezielle Job-Datenbanken wie placement24.com oder experteer.de, auf die tausende Headhunter Zugriff haben, machen es den Recruitern leicht. Zu leicht: Inzwischen klagen schon frischgebackene Akademiker darüber, dass sie mit unpassenden Angeboten oder Anfragen zur Aufnahme in Datenbanken regelrecht zugespamt werden.

08/15-Jobs für das Volk

"Ich bekomme regelmäßig Anfragen von Headhuntern. Allerdings ist das Niveau extrem niedrig: Inzwischen gibt es eine ganze Reihe von Personalberatungen, die für kleine und mittelständische Betriebe provisionsbasiert versuchen, 08/15-Jobs unters Volk zu bringen. Den Agenturmitarbeitern ist es dabei völlig piepe, ob das Jobprofil zum Lebenslauf des Bewerbes passt." So beklagt sich ein e-fellow über das unseriöse Vorgehen einiger Berater. Namentlich äußern möchte der sich Stipendiat zu dem Thema allerdings nicht - und ist damit nicht allein. Niemand will die Berater mit einer negativen Äußerung vergraulen. Schließlich weiß man ja nie, wann sie den eigenen Namen in die Suchmaschinen eintippen.

"Bitte keine Werbung"

Also am besten alle Online-Profile löschen oder nur noch ganz allgemeine Daten angeben? Davon raten Experten ab. Besonders bei Managern sei die "Online-Reputation" für den beruflichen Aufstieg wichtig. Für die obere bis mittlere Management-Ebene schätzen 64 Prozent der Personalberater Informationen im Internet als sehr wichtig bis wichtig ein. Erst auf der Fachkräfte-Ebene nimmt die Bedeutung merklich ab: Als sehr wichtig bis wichtig schätzen es hier nur noch 37 Prozent der Berater ein. Der Vizepräsident des BDU Joachim Staude rät: "Kandidaten sollten die positiven Möglichkeiten des Internets aktiv für ihre Karriereplanung nutzen und gleichzeitig darauf achten, keine unpassenden Meinungsäußerungen oder Fotos online zu stellen." Wer genervt ist, macht einfach eine Anmerkung im Online-Profil, dass die Kontaktaufnahme nicht erwünscht ist. Große Beratungsfirmen greifen übrigens wesentlich zögerlicher auf das Internet zu als kleinere Unternehmen und selbstständige Berater. Sie betreiben ihre Suche meist auf dem klassischen Wege - über persönliche Kontakte und per Direktansprache.

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Stipendiaten und Alumni von e-fellows.net können kostenlos oder ermäßigt zahlreiche Online-Kurse belegen oder an Seminaren teilnehmen.

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Kommentar (1)

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  1. Andreas

    Angebote oft mangelhaft

    Ich habe mich neulich bei Xing angemeldet und werde im Sommer mein BWL-Studium abschließen. Ich hatte mein Profil noch nicht ansatzweise ausgefüllt, schon kam die erste Anfrage eines Headhunters, ohne überhaupt etwas über meine Qualifikationen zu wissen. Ich denke es gibt viele schwarze Schafe in dieser Branche. Auf http://www.headhunter-light.de/headhunter-in-deutschland/ fand ich einen Artikel, in dem unter anderem auch steht, dass Akademiker über ihre Position und das Begehren der Unternehmen Bescheid wissen. Ich denke in der Regel, kommen qualifizierte Angebote von Headhuntern erst nach 2 Jahren Berufserfahrung, vorher sind die Jobangebote nicht wirklich gut...meiner Erfahrung nach!

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