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Ihr großer Auftritt im Jobinterview

Bewerbungsgespräch, Fragen, Auftritt, Präsentation, HB-Feed (Quelle: sxc.hu/cobrasoft)

Bewerbungsgespräch, Fragen, Auftritt, Präsentation, HB-Feed (Quelle: sxc.hu/cobrasoft)

Ein gelungenes Vorstellungsgespräch ist kein Verhör, sondern ein Dialog. Dazu gehört auch, dass Sie eigene Fragen stellen.

 Schon im Vorstellungsgespräch ist Ihre Mitarbeit gefragt - warten Sie damit nicht bis zum ersten Arbeitstag. Denn Bewerber, die sich im Interview zu passiv geben und darauf hoffen, dass die Profis aus der Personalabteilung von allein ihre Motivation, Fähigkeiten und Erfahrungen erkennen, setzen auf die falsche Strategie. Denn ein gelungenes Vorstellungsgespräch ist kein Verhör, sondern ein Dialog, in dem Sie eigene Fragen stellen. Zum einen, um an für Sie wichtige Informationen zu kommen, zum anderen aber auch, um den Gesprächsverlauf möglichst in Ihrem Sinn zu beeinflussen.
 
 Vielen Bewerbern fällt es allerdings schwer, tiefer gehende Informationen über die ausgeschriebene Stelle zu erfragen. Im aktuell schwierigen wirtschaftlichen Umfeld hat auch die Zahl der Jobinterviews abgenommen. Wer da die Chance auf ein persönliches Gespräch erhält, möchte die Firmenseite nicht durch vermeintlich aufdringliche Fragen verschrecken.
 
 Manche Kandidaten stolpern deshalb förmlich in den ersten Job hinein. Ernsthafte Probleme sind vorprogrammiert, wenn man erst in der Probezeit feststellt, dass die Aufgaben inhaltlich ganz anders sind als gedacht, dass eine verlässliche Unterstützung in der Anfangsphase fehlt oder dass die neu geschaffene Stelle überhaupt nicht in bestehende Arbeitsabläufe eingebunden ist. Zwar lassen sich nicht alle diese Fragen im Vorstellungsgespräch klären, aber viele.
 
 Als Vorbereitung auf das Jobinterview sollten Bewerber einen Fragenkatalog zusammenstellen. Dieser kann folgende Themen enthalten: In welchem zeitlichen Verhältnis stehen die einzelnen Arbeitsaufgaben zueinander? Mit welchen Aufgaben werde ich sofort beginnen? Wie ist die Position in die Firmenorganisation eingebunden? Wer ist der direkte Vorgesetzte? Wie viel werde ich reisen? Mit welchen Abteilungen werde ich zusammenarbeiten? Wer ist bei Fragen der richtige Ansprechpartner?
 
 Jeder Fragenkatalog wird unterschiedlich ausfallen: Manche Menschen legen mehr Wert auf Sachinformationen, für andere steht das Zwischenmenschliche im Vordergrund. Sie sollten nicht nur Ihre Fragen vorbereiten, sondern sich auch Gedanken über die Art und Weise machen, wie Sie fragen. Es ist hilfreich, wenn Sie Ihre Fragen in Schriftform zum Gespräch mitnehmen. Auch die Firmenseite wird Ihre Fähigkeit, strukturiert an Arbeitsaufgaben heranzugehen, wohlwollend wahrnehmen. Die zeigt sich für Personalprofis nämlich auch daran, auf welche Weise Bewerber beim "ersten Arbeitstreffen" Vorstellungsgespräch Informationen einholen, gewichten, bewerten und weiterverarbeiten. Dass Sie Ihre Fragen nicht im Verhörstil abarbeiten, versteht sich von selbst. Denn es gibt in jedem Gespräch Gelegenheiten zum gezielten Nachfragen.
 
 Besonders positiv für den Gesprächsverlauf sind Fragen, die dem Personaler signalisieren, dass Sie seinen Ausführungen und Vorstellungen konzentriert zugehört haben und dazu weiterführende Informationen wünschen. Nützliche Formulierungen hierfür sind: "Wenn ich Sie richtig verstanden habe, ist es Ihnen also wichtig, dass ...?", "Sie legen also Wert darauf, dass ...?" oder "Ich höre hier heraus, dass Sie einen Bewerber suchen, der ...?". Bewerber, die auf diese Weise nachhaken und dann noch im weiteren Verlauf konkrete Belege dafür einfließen lassen, dass sie die selbst angesprochenen Voraussetzungen erfüllen, setzen sich mit ihren eigenen Fragen positiv in Szene.
 
 Unverzichtbar sind im Vorstellungsgespräch natürlich auch die harten Fragen zum Gehalt, zu flexiblen Gehaltsanteilen, zu Zusatzleistungen, zur Arbeitszeitgestaltung oder zum Jahresurlaub. Gerade die Gehaltsfrage scheuen viele Bewerber. Doch wenn dieses wichtige Thema nicht vom Unternehmen angesprochen wird, muss der Bewerber selbst die Initiative ergreifen. Idealerweise im letzten Drittel des Gesprächs, denn dann sollte bereits sein berufliches Profil deutlich geworden sein. Diese Taktik hat für den fragenden Bewerber den Vorteil, dass er darauf hinweisen kann, dass seine Gehaltsvorstellung der finanzielle Rahmen für die zuvor erörterten Kenntnisse und Erfahrungen ist.
 
 Nach einem Vorstellungsgespräch sollten Sie - genau wie das Unternehmen - Inhalt und Form der Antworten kritisch reflektieren. Welche Argumente haben Sie überzeugt? Auf welche Nachfrage reagierte die Firmenseite zu knapp, ausweichend oder auffallend schmallippig? Wo haben Sie noch Informationsbedarf? Sie werden feststellen, dass Ihre Fragen Ihnen dabei helfen, eine differenzierte Entscheidung für oder gegen das neue Unternehmen zu treffen.

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