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So spießig ist die Bürowelt der Generation Y

Büro, Arbeitsplatz [Quelle: Fotolia.com]

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Von wegen schöne neue Bürowelt – mit ihren Vorstellungen scheinen junge Menschen in den 80ern hängen geblieben. Statt flexibler Arbeitsplätze, wünschen sie sich etwas ganz anderes.

Auf dem Sofa in der Lounge-Ecke lümmeln zwei Webdesigner mit ihren Notebooks herum. Die Marketing-Chefin führt ein vertrauliches Telefonat in der Silent-Box mit schalldichten Glaswänden. Dazwischen arbeiten die Kollegen an höhenverstellbaren Stehpulten. Sie haben drahtlos verbundene Telefon-Headsets am Ohr und dabei die Videokonferenz nach New York auf dem Großbildschirm fest im Blick. Und alle haben sie eines gemeinsam: keinen festen Sitzplatz mit Bildschirm und Festnetztelefon.

So sieht seit Jahren die Vision der modernen Bürowelt aus. Und seit Jahren geistert die Vorstellung durch die Führungsetagen von Start-Ups wie Großunternehmen, dass vor allem jüngere Mitarbeiter sich nichts sehnlicher wünschen als eine ultraflexible Arbeitswelt zwischen Kaffeebar und Teamtisch. Ein großer Irrtum. Zwar stimmt es, dass Unternehmen, die ihre Büros in Innenstadtlagen haben, dringend Kosten und Flächen sparen müssen. Doch ihre Mitarbeiter sind gedanklich noch in den 80er-Jahren, wenn es um die Büroarbeitswelt geht – ganz egal, ob sie 30 oder 50 Jahre alt sind oder sogar noch studieren.

In Wahrheit verlangt eine überwiegende Mehrheit der Büroarbeiter vom Arbeitgeber einen festen Sitzplatz im Büro. 94 Prozent der sogenannten Generation Y und 96,5 Prozent der Generation X geben an, dass ihnen ein fester Platz mit Tisch und Stuhl äußerst wichtig bis wichtig ist. Als wichtigste technische Ausstattung wollen sie außerdem weder ein Smartphone noch einen Tablet-Computer, sondern ganz klassisch Drucker und Festnetztelefon. Das ergab eine repräsentative Befragung von 1.250 Büroarbeitern und Studierenden des international tätigen Immobiliendienstleistungs-Unternehmens Savills und der Unternehmensberatung Consulting Cum Laude, die der "Welt" vorliegt.

Eine besonders anspruchsvolle Bürogeneration

"Wir wollten wissen, wie sich die Generation X, also die Jahrgänge 1964 bis 1981, und die viel zitierte Generation Y, die Millennials, die zwischen 1982 und 2000 geboren wurden, ihr Büro der Zukunft vorstellen", erklärt Marcus Mornhart, Managing Director bei Savills Deutschland. Was dabei herauskam, habe ihn überrascht, gibt er zu. Denn offenbar ist hier eine besonders anspruchsvolle Bürogeneration am Werk.

Beide Altersklassen wollten einen möglichst urbanen Bürostandort mit "multioptionalen Arbeits- und Meetingräumen", mit Essensmöglichkeiten und Freiraum. Außenflächen möchten 80 Prozent für Pausen und Freizeit nutzen, nicht jedoch für temporäres Arbeiten, Besprechungen oder irgendetwas anderes, was mit Arbeit zu tun hat. Große Flächen sind also gern gesehen. Desksharing hingegen, also das Teilen eines festen Arbeitsplatzes mit anderen Mitarbeitern, ist unerwünscht: Nur fünf Prozent könnten sich mit dieser Variante anfreunden, wie die Befragung ergab.

Geht es um die technische Ausstattung, verlangen – neben dem eigenen Computer – mehr als 90 Prozent der Mitarbeiter an erster Stelle ein eher undigitales Gerät: den Drucker. Knapp dahinter auf der Liste der Lieblingsgeräte liegt das Festnetztelefon. Notebook und Handy rangieren mit 70 beziehungsweise 65 Prozent deutlich dahinter.

Roman Diehl, Geschäftsführer von Consulting Cum Laude, ist davon ebenfalls überrascht: "Wir dachten eigentlich, die jüngere Generation sei eher an Zielen orientiert, könnte von überall arbeiten und sei damit eher an der Nutzung mobiler Geräte wie Smartphone und Tablet interessiert, weniger an einem festen Arbeitsplatz", sagt er. Immerhin knapp 60 Prozent aller Befragten würden die Hälfte ihrer Arbeitszeit auch gerne mal zu Hause im Home Office verbringen, dabei den festen Sitzplatz im Büro aber gerne behalten.

Relevanz technischer Geräte am Arbeitsplatz [Quelle: Die Welt]
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