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Mut wird belohnt

Die Wirtschaftsfakultät der Universität von Alcalá.

Die Wirtschaftsfakultät der Universität von Alcalá.

Spanien verbinden die meisten Deutschen noch immer mit Sonne, Strand und Urlaub. Dass in diesem südlichen Land der EU gegenwärtig die Wirtschaft einen Boom erlebt, die Baukräne den Horizont prägen und anschließend international bestaunte spanische Architektur den ehemaligen Bauplatz schmückt, wissen die wenigsten. Auch nicht, dass vor allem spanische Banken, Bau- und Hotelkonzerne auf internationaler Einkaufstour sind. Die Liste der Attraktionen Spaniens ist lang. Daher gab es während meines einjährigen Aufenthalts als Erasmus-Student viel Spannendes zu erleben.
 

Alcalá de Henares
 Die Stadt liegt gute 30 Kilometer von Madrid entfernt und zählt 170.000 Einwohner und 20.000 Studenten, davon 500 aus dem Erasmus-Programm. Alcalá de Henares hat eine reiche geschichtliche Tradition: arabische sowie römische Einflüsse, eine Kathedrale und eine der ältesten Universitäten Europas, die zu den besten Spaniens gehört. Dazu finden sich in der Stadt viele Bars, Clubs und Restaurants.
 

Individuelle Betreuung
 Das Studium an der spanischen Universität mag manch ein Deutscher als verschult bezeichnen. Es sind aber ganz einfach kleinere Gruppen mit individueller Professorenbetreuung. Der Kontakt zur Lehrperson findet sich schnell und es ist ein angenehmes, viel persönlicheres Verhältnis möglich. Die Fächer unterscheiden sich im Inhalt von den Angeboten an deutschen Universitäten: Der Forschungsakzent ist nicht so stark wie in Deutschland. Der Unterricht auf Spanisch, begleitet von vielen Gruppenarbeiten, Präsentationen und schriftlichen Hausarbeiten, ist aber dennoch anspruchsvoll. Die Mehrheit der Professoren sorgt gleich anfangs für den Austausch zwischen einheimischen und ausländischen Studenten.
 

Internationale WGs
 Der spanische Mietmarkt für WGs schien bisher ausschließlich für ausländische Studenten zu bestehen. Die wenigsten Spanier wohnen nämlich während des Studiums nicht zu Hause. Doch dies soll sich nun mit den neuen staatlichen Förderprogrammen für Jugendliche ändern. Für durchschnittlich 250 Euro wohnte ich mitten in der Innenstadt. Die Wohnung teilte ich mir mit einem Österreicher und einem Italiener (beide ebenfalls Erasmus).
 

Storchennester in jedem Winkel
 Allein die von der UNESCO zum Weltkulturerbe ernannte Innenstadt Alcalás hat jede Menge attraktive Architektur zu bieten. Obgleich fast 200.000 Menschen in der Stadt wohnen, besitzt ihr Kern immer noch ein dörfliches Flair. Die vielen Plätze, Parks und die Einkaufspassage unter hängenden Balkonen tragen zu diesem Eindruck bei. Wer einmal den Blick über die Dächer wagt, wird von Storchennestern in jedem Winkel überrascht. Das gesamte Jahr kann man sich über Künstler in der Hauptstraße freuen. Am Wochenende und an Feiertagen bringen die Spanier eine lebhafte bunte Atmosphäre in das gesamte Zentrum und man feiert mit oder beobachtet das Ganze von einem der schattigen Plätzchen aus.
 

Magnet Madrid
 Der klare Anziehpunkt der Umgebung Alcalás ist die Hauptstadt des Landes: Madrid. Es wird dort so viel geboten, dass die Zeit gar nicht ausreicht, alles zu entdecken: Theater, Konzerte und Flamenco-Bars, die Altstadt und das Schloss, Shopping-Möglichkeiten in der Innenstadt und zahlreiche Einkaufszentren. Zum Ausruhen laden die großen Parks wie der "Retiro" oder der Schlosspark ein. Auch dort zeigen gerade am Wochenende Hobbykünstler ihr Können. Zum Wandern und Skifahren ist die "Sierra Guatarrama" ideal. Die Zuganbindung ist ausgesprochen gut. Letztlich hat aber jede Region in Spanien ihre ganz eigene Attraktivität: Der Süden mit Strand, Meer und arabischen Einflüssen, der Osten der Früchte, des Wassers und der Künstler, der Westen mit einigen Flocken Schnee, dem Nachbarn Portugal und der grüne Norden.
 

Die Nacht zum Tag machen
 Wie am Tage lässt es sich auch in der Nacht in Spanien sehr gut leben. Dabei zeichnet das rege Straßenleben das ganze Jahr über und insbesondere am Wochenende das spanische Nachtleben aus. Allein in Alcalá finden sich einige Clubs und viele Tapas-Bars und die Erasmusgemeinde hat so gut wie jeden Tag in der Woche einen festen Platz zum Feiern. Alle Lokalitäten haben ihr eigenes Flair und überall gibt es kleine "Happen" (Tapas) zum Getränk kostenlos serviert. Das Angebot reicht von Tortilla über gefüllte Minipaprika bis zu gegrillten Langustenspießen. Für mehr Großstadtatmosphäre nimmt man einfach den Nachtbus nach Madrid.
 

Kulinarisches
 Gegessen habe ich meist bei mir in der Wohnung. Unsere Kücheneinrichtung bot alles Nötige, um die eigenen Kochkünste zu verbessern. Außerdem hat es echt Spaß gemacht, alleine oder mit Freunden zusammen die vielen und unschlagbar günstigen Meeresköstlichkeiten zuzubereiten. Nur an wenigen Tagen bin ich in der Kantine meiner Fakultät gewesen. Die Preise mit vier Euro das Menü sind etwas höher als in der deutschen Mensa. Im ersten Semester waren auch die Erasmus-Kochabende legendär. Dabei wurde vieles ausprobiert: von Hase bis Tiramisu. Zum Ausgehen eignen sich sämtliche Tapas-Bars, vor allem jene, wo sich die Einheimischen tummeln. Das spanische Bier kann man in einzelnen Kneipen sogar am Tisch selbst zapfen und der "Tinto" (Rotwein) lässt sich ab der 70-Cent-Flasche genießen.
 

Neues entdecken
 In einem Erasmus-Jahr ist schlicht alles möglich. Raus aus dem Alltagsumfeld in Deutschland in eine neue Umgebung versetzt, lassen sich Freiheiten entdecken. Die Nähe zur Metropole ermöglicht einem den Zugang zu einer Vielzahl an internationalen und spanischen Firmen. Und wenn man eines lernt, dann ist es, mit anderen zu kommunizieren. Und je besser die eigenen Sprachkenntnisse werden, desto leichter bekommt man Kontakt zu den Einheimischen. Dabei wird man nur belohnt für den Mut, Leute anzusprechen.

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