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Das Mekka der Elite liegt in Bayern

Exzellenzinitiative Elite Uni (Quelle: freeimages.com, kikashi)

Quelle: freeimages.com, kikashi

Mit Spitzennoten durch die ersten Semester gekommen, nebenbei ein paar Praktika gemacht und noch die Zeit für ehrenamtliches Engagement gehabt. Da ist die Massenvorlesung mit 300 Kommilitonen natürlich nicht mehr so attraktiv. Die Lösung: Elitestudiengänge für Top-Studenten.

50 Studenten prügeln sich um 20 Seminarplätze - Alltag an deutschen Unis. Aber gerade die Top-Studenten suchen individuelle Förderung und anspruchsvolle Programme - und finden sie oft eher im Ausland, an der Ivy League oder Grandes Ecoles. Deutsche Hochschulen wiederum wollen die jungen Talente an den Standort Deutschland binden und mit den ausländischen Unis gleichziehen. Besonders einfallsreich dabei sind die Bayern: Dort gibt es nicht nur vereinzelte Angebote, die aus der Masse der Studiengänge herausragen, sondern ein Netzwerk mit 21 sogenannten "Elitestudiengängen".

Elite, wohin man schaut

Nach einer Exzellenzinitiative mit mehreren Runden, Eliteunis und Stipendien für begabte Studenten gibt es jetzt also auch noch Elitestudiengänge. Aber wo ist der Unterschied?

  • Elite-Unis nennt man die Gewinner der Exzellenzinitiative oder bestimmte ausländische Unis, zum Beispiel die der Ivy League oder die französischen Grandes Ecoles.
  • Bayerische Elite-Akademie (BEA): Förderung hauptsächlich für jährlich 30 Top-Studenten der Wirtschafts-, Natur- und Ingenieurwissenschaften. Die BEA bietet ein Zusatzangebot zum regulären Studium mit Workshops, Mentoren und Projektarbeiten, keine speziellen Studiengänge.
  • Elitenetzwerk Bayern: Begabtenförderung in Bayern. Dazu gehören vier Programme: Elitestudiengänge, Doktorandenkollegs, Forschungsstipendien und die Stipendien des Max-Weber-Programms.

Elite in allen Fächern

Seit 2004 gibt es für begabte Studenten eigene Studiengänge in neun bayerischen Städten. Die Fächer reichen von "Global Change Ecology" über "Technology Management" und "Neurosciences" bis hin zu "Finanz- und Informationsmanagement". "Die Kriterien, die die Elitestudiengänge erfüllen müssen, waren bewusst allgemein gehalten. So ist ein bunter Reigen aus sehr unterschiedlichen Studiengängen entstanden", erklärt Ulrike Natzer vom Elitenetzwerk Bayern.

Zulassungskriterien Elitestudiengänge

  • sehr gute akademische Leistungen
  • für Elitestudiengänge, die neben dem regulären Studium laufen: Immatrikulation an einer bayerischen Uni
  • Engagement neben dem Studium

Master, Promotion oder Zusatzmodul

So vielfältig wie die Fächer ist auch der Aufbau der bayerischen Elitestudiengänge. Die meisten sind Master-Studiengänge, in die man nach dem Bachelor oder Vordiplom wechselt. Bei einigen, zu, Beispiel "TopMath", ist die Promotion gleich mit integriert. Manche laufen aber auch parallel zu einem anderen Studium, zum Beispiel "Technology Management" oder "Honors-Wirtschaftswissenschaften". Hier absolvieren die Studenten ein Zusatzmodul mit 24 Kreditpunkten und fahren zum Beispiel zu Summer Schools in die USA. Und übrigens: Dafür müssen die Elitestudenten nur die in Bayern üblichen Studiengebühren von 500 Euro pro Semester zahlen.

Und was macht die "Elite" außerhalb Bayerns?

Die Spitzenstudenten außerhalb Bayerns gehen allerdings nicht leer aus. So hat zum Beispiel die Berlin Mathematical School ein sehr ähnliches Konzept wie der Elitestudiengang "TopMath": eine schnelle Promotion und internationale wissenschaftliche Vernetzung. Politikwissenschaftler können an der FU Berlin den Master in Internationalen Beziehungen machen. Nur 30 Studenten werden dafür jedes Jahr unter 300 Bewerbern aus der ganzen Welt ausgewählt. Der Studiengang gehört laut DAAD zu den "Top 10 der Internationalen Master-Programme an deutschen Hochschulen". Und die Uni Göttingen führt für die 20 Plätze ihres Studiengangs "Molekulare Biologie" mit Bewerbern aus 70 Ländern Bewerbungsgespräche per Videokonferenz.

Zusätzliches Geld für die Elite

Was ist dann das Besondere an den Studiengängen des Elitenetzwerks Bayern? "Die Studiengänge haben ein Auswahlverfahren durchlaufen und sind im übergeordneten Verbund des Elitenetzwerks vernetzt. Und es gibt im bayerischen Staatshaushalt ein zusätzliches Budget für die Elitestudiengänge. Das haben andere Bundesländer nicht. So können wir in intensive Betreuung und eine gute Ausstattung investieren", erklärt Natzer. Allerdings haben die Elitestudiengänge keine Ewigkeitsgarantie - sie laufen nur fünf Jahre und werden danach evaluiert. Bestehen sie die Prüfung, gibt es das Konzept noch weitere fünf Jahre. Nach der Verlängerung ist aber Schluss. "Dann könnten wir aber auch wieder neue Studiengänge aufnehmen", so Natzer.

Lockvögel: Mentoren, Büros und Summer Schools

Die Elitestudiengänge locken die besten Studenten mit ganz unterschiedlichen Mitteln. Für Studenten von "Fokus Physik" stehen die Türen von zehn Max-Planck-Instituten schon vor dem Abschluss offen. In der Promotionsphase bekommt jeder Student ein eigenes Büro an der Uni. Studenten von "Honors-Wirtschaftswissenschaften" können eine Sommerakademie in Colorado besuchen. Und wer "Finanz- und Informationsmanagement" studiert, dem stehen zwei Mentoren zur Seite: ein Professor und ein hochrangiger Mentor aus der Wirtschaft.

Türöffner Elitestudiengang?

Elitestudenten können sich auf ein anspruchsvolles Studium mit anderen motivierten Studenten freuen, in dem sie sich gut in der Wissenschaft vernetzen können. Viele erwarten sich auch bessere Chancen am Arbeitsmarkt und höhere Einstiegsgehälter - offenbar zu Recht. Studenten von "Honors-Wirtschaftswissenschaften" haben meist schon vor Studienende einen Arbeitsvertrag. Und sie verdienen durchschnittlich 5.000 bis 10.000 Euro mehr pro Jahr. Allerdings kann unter dem extrem intensiven Studium die Freizeit leiden.

Das versprechen sich Professoren und Unternehmen

Nicht nur Studenten haben hohe Erwartungen an die Studiengänge. Für Professoren ist das hohe Niveau der Studenten eine Chance, Entwicklungen aus der Forschung nicht mehr nur mit Kollegen zu diskutieren. Unternehmen erwarten sich den ein oder anderen künftigen Mitarbeiter, wenn sie für einen Elitestudiengang spenden, Mentoren für Elitestudenten stellen oder Praktikumsplätze für sie reservieren. Sie bauen eine Bindung zum Nachwuchs auf und bekommen am Ende nicht irgendeinen Absolventen - sie sind bestens vorselektiert und ausgebildet (zum Bewerbungsverfahren siehe auch Seite 3).

Frau Natzer, wie wird ein Studiengang eigentlich zum Elitestudiengang?

Die Studiengänge wurden in einem mehrstufigen Verfahren ausgewählt. Zuerst hat die bayerische Staatsregierung alle bayerischen Universitäten zur Bewerbung aufgefordert. Die Unis mussten dann Projektskizzen der geplanten Studiengänge einreichen. Daraus hat eine Kommission unter der Leitung von Ernst-Ludwig Winnacker, damals Präsident der Deutschen Forschungsgemeinschaft, die besten Angebote ausgewählt. Aus den mehreren hundert Bewerbungen sind dann 21 Elitestudiengänge geworden.

Konnten sich denn alle Studiengänge bewerben?

Bewerben konnten sich nur Studiengänge, die neu geschaffen wurden. Unis durften sich also nicht mit einem bestehenden BWL-Studiengang bewerben, den sie zum Elitestudiengang machen wollten. Das Konzept mussten die Unis selbst entwickeln. Grundsätzlich war bei der Bewerbung vieles möglich - es gab kein direktes K.O.-Kriterium. Im Einzelfall hat die Kommission abgewägt. Wenn ein Studiengang sehr innovativ war und exzellente Professoren hatte, es aber an Internationalität fehlte, hat er trotzdem eine Chance bekommen.

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