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Promovieren mit Bergführer

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Quelle: freeimages.com, faberga

Eine gute Betreuung ist das A und O einer effektiven Promotion. Diese Erfahrung macht auch Fatih Seker, Medizinstudent im Praktischen Jahr an der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg. Als Doktorand in der Abteilung für Experimentelle Strahlentherapie und der Abteilung für Neuroradiologie berichtet er für e-fellows.net von seinen Erfahrungen.

Selbstständiges wissenschaftliches Arbeiten hat im Medizinstudium keine allzu hohe Priorität. Daher erschien mir die Doktorarbeit anfangs wie ein riesiger Berg, den ich erklimmen muss. Womöglich kann man diese Aufgabe als "Neuling" mit viel Mühe und Not auch allein bewältigen. Viel zielführender ist es aber, sich dabei von jemandem leiten zu lassen, der schon mehrmals diesen Berg bestiegen hat. Ähnlich wie beim Bergsteigen ist auch für eine erfolgreiche Promotion ein erfahrener Begleiter wichtig. Diese Betreuung übernimmt meist nicht primär der Doktorvater selbst, sondern einer seiner Assistenten beziehungsweise Assistenzärzte.

Wie findet man einen guten Betreuer?

Ein guter Betreuer zeichnet sich zum einen durch seinen wissenschaftlichen Erfolg und zum anderen durch seine soziale Kompetenz aus. Dazu gehört auch, dass er häufig in hochrangigen Journals publiziert. Eine Suche auf Google Scholar oder PubMed verrät dir, wie oft und in welchen Journals jemand seine Arbeiten veröffentlicht hat. Der Impact Factor, der auf diesen Seiten mit angegeben wird, ist dabei ein Indiz für das Prestige einer wissenschaftlichen Zeitschrift. Je höher der Impact Factor der Journals, in denen der Wissenschaftler publiziert, desto eher kann man davon ausgehen, dass er hochwertige Forschung betreibt.

Ob dieser Wissenschaftler nun auch seine Doktoranden gut betreut, erfährst du, indem du dich bei deinen Kommilitonen aus höheren Semestern umhörst. Lass dir erzählen, bei wem sie promovieren und ob sie sich gut betreut fühlen. Die meisten werden dir ehrlich und unverblümt ihre Erfahrungen berichten.

Wodurch zeichnet sich eine gute Betreuung aus?

Wenn du deinen Betreuer gefunden hast, fragst du dich sicher, wie genau ihr nun zusammen arbeiten werdet. Anhand von Beispielen kann ich zeigen, inwiefern eine gute Betreuung hilfreich sein kann:

  • Dein Betreuer erstellt mit dir einen Plan, ein sogenanntes Exposé, um den Ablauf deiner Doktorarbeit zu organisieren. Das Exposé ist vergleichbar mit einem Fahrplan, auf dem verschiedene Zwischenhaltestellen eingezeichnet sind. Endstation ist der Doktortitel.
  • Bei fachlichen oder organisatorischen Fragen bekommst du relativ schnell per E-Mail eine Antwort von deinem Betreuer. Das können zum Beispiel allgemeine Fragen sein, etwa wie du dich in das Forschungsthema am besten einarbeiten kannst. Es können aber auch Fragen zur Gestaltung eines Posters für einen Vortrag sein.
  • Wenn etwas detaillierter besprochen werden muss, trifft sich dein Betreuer persönlich mit dir und hilft dir weiter.
  • Er bezieht dich mit ein in organisatorische Entscheidungen und macht dich nicht zum Statisten, sondern zum Protagonisten deiner Doktorarbeit.

Auch unabhängig von deiner Doktorarbeit kann dein Betreuer eine große Hilfe für deinen beruflichen Werdegang sein:

  • Dein Betreuer stellt dir Empfehlungsschreiben aus.
  • Er macht dich auf Stipendien, Preisausschreiben, Kongresse und Ähnliches aufmerksam und unterstützt dich dabei.
  • Falls du Interesse hast, wirst du auch in andere Projekte der Abteilung einbezogen.

Diese Punkte sind nur eine Auswahl an positiven Erfahrungen, die ich während meiner Doktorarbeit gemacht habe. Zugegebenermaßen bin ich in Sachen Betreuung ziemlich verwöhnt worden.

Was wird dir der Betreuer nicht abnehmen?

Zwar hilft ein guter Betreuer seinem Doktoranden bei Problemen weiter. Das heißt jedoch nicht, dass er dir alles vorkaut. Wenn es um Fleißarbeit geht, erwartet ein Betreuer verständlicherweise, dass sein Doktorand möglichst selbstständig arbeitet. Dazu gehört beispielsweise eine sorgfältige Literaturrecherche, das Akquirieren von Daten und das Arbeiten im Labor.

Vor allem die Anfangsphase im Labor bei einer experimentellen Doktorarbeit ist anstrengend, da man als frischer Doktorand wenig praktische Vorerfahrung hat. Dem Betreuer fehlt jedoch meist die Zeit, den Doktoranden persönlich im Labor einzuarbeiten. Daher übernehmen meist medizinisch-technische Assistenten (MTAs) oder andere Doktoranden die Einarbeitung, was keineswegs von Nachteil sein muss. Denn auch über die Einarbeitung hinaus, zum Beispiel bei der Bedienung von Geräten, sind MTAs oder andere Doktoranden meiner Erfahrung nach gerne behilflich und haben immer einen Tipp parat. Letztendlich arbeitet jedoch jeder im Labor an seinem eigenen Projekt, wodurch eine Zusammenarbeit meist nur eingeschränkt möglich ist.

Was tun, wenn es mit der Betreuung nicht so gut klappt?

Von Kommilitonen höre ich manchmal, dass der Doktorvater beziehungsweise der Betreuer kein allzu großes Interesse am wissenschaftlichen Erfolg des Doktoranden zeigt. Der erste Schritt in einem solchen Fall sollte ein klärendes Gespräch mit dem Doktorvater beziehungsweise dem Betreuer sein.

Falls das nichts hilft, solltest du dir folgende Frage stellen: "Traue ich es mir zu, meine Doktorarbeit auch ohne Betreuung erfolgreich abzuschließen?" In den wenigsten Fällen lautet die Antwort darauf "ja". Daher ist es meines Erachtens durchaus legitim, sich in einer solch schwierigen Situation nach einer anderen Doktorarbeit umzusehen. Bist du also der Meinung, dass deine Zeit in einer anderen Doktorarbeit mit besserer Betreuung sinnvoller investiert ist, solltest du den Schritt in eine neue Richtung wagen.

Fazit

Eine Doktorarbeit ist zweifelsohne ein spannendes Abenteuer. Auch wenn sie körperlich nicht so anstrengend wie Bergsteigen ist, kann sie durchaus an den Kräften zehren und einen manchmal an den Rand der Verzweiflung führen. Damit du den Spaß am wissenschaftlichen Arbeiten nicht verlierst, solltest du unbedingt darauf achten, wo du als Doktorand einsteigst.

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