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Small Talk war gestern

Ohr Zuhören lauschen [© olly - Fotolia.com]

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Du bist auf einer Grillparty bei einem Freund und kennst keinen der anderen Gäste. Also fängst du ein Gespräch mit einer der fremden Personen an. Jeder stellt sich kurz vor, aber schon danach fällt dir nichts mehr ein, was du noch sagen könntest. Peinliche Stille. Dabei musst du eigentlich nur aktiv zuhören, um das Gespräch am Laufen zu halten.

Durch aktives Zuhören wird aus dem anfänglichen Smalltalk automatisch ein längeres Gespräch, da du so immer wieder auf die Worte des Gesprächspartners eingehst, dazu Rückfragen stellst und somit Interesse zeigst.

Was ist eigentlich "aktives Zuhören"?

Der Franzose Francois de la Rochefoucauld hat es auf den Punkt gebracht, was aktives von passivem Zuhören unterscheidet:

"Eine der Gründe, warum man in der Konversation so selten verständige und angenehme Partner findet, ist, dass es kaum jemanden gibt, der nicht lieber an das dächte, was er sagen will, als genau auf das zu antworten, was man zu ihm sagt. Die Feinsten und Gefälligsten begnügen sich damit, während man es ihrem Auge und Ausdruck ansehen kann, dass ihre Gedanken nicht bei unserer Rede sind, sondern sich eifrig mit dem beschäftigen, was sie sagen wollen. Sie sollten bedenken, dass es ein schlechtes Mittel ist, anderen zu gefallen oder sie zu gewinnen, wenn man sich selbst so sehr zu gefallen sucht, und dass die Kunst, gut zuzuhören und treffend zu antworten, die allerhöchste ist, die man im Gespräch zeigen kann."

 Beim aktiven Zuhören geht es darum, einem Gespräch nicht nur beizuwohnen, sondern wirklich daran teilzuhaben. Dabei ist es wichtig, dem Gegenüber durch Mimik, Gestik und auch durch Zwischenfragen zu zeigen, dass man zuhört.

Die drei Stufen des Kommunizierens

  • Es gibt drei Stufen des Kommunizierens. Die erste Stufe ist das Hören. Hören bedeutet, ein Geräusch wahrzunehmen. Wenn ein Auto auf der Straße an dir vorbeifährt, hörst du es. Wenn dein Gegenüber etwas sagt und du nicht auf die Wörter achtest, nimmst du sie dennoch als Geräusch wahr.
  • Die zweite Stufe ist das Hinhören. Es unterscheidet sich dadurch von der ersten Stufe, dass man das Gesagte des Gesprächspartners aufnimmt. Allerdings reagierst du beim Hinhören noch nicht auf die Aussage deines Gegenübers. Auch im weiteren Gespräch gehst du nicht darauf ein.
  • Die dritte und letzte Stufe des Kommunizierens ist das aktive Zuhören. Beim aktiven Zuhören willst du das Gesagte des Gegenübers verstehen. Dabei achtest du auch auf seine Emotionen und gehst auf diese ein. Doch damit nicht genug: Du zeigst selbst Emotionen und stellst Rückfragen.

Bist du ein aktiver oder ein passiver Zuhörer?

Um herauszufinden, wie gut zu aktiv zuhörst, frage in nächster Zeit mehr nach als sonst bei privaten Gesprächen mit Menschen, die dich gut kennen. Wenn du Lust hast, kannst du dem Ganzen auch noch das Sahnehäubchen aufsetzen und beim Gespräch deine Gestik und Mimik verstärken. Wenn deine Gesprächspartner dir dann mehr erzählen als bisher und selbst ihre Erzählungen stärker ausschmücken, solltest du in Zukunft aktiver zuhören. Wenn du merkst, dass deine Gesprächspartner dein Verhalten komisch finden und du auf sie befremdlich wirkst, warst du wahrscheinlich vorher schon ein guter Zuhörer und solltest weiterhin so aktiv zuhören wie bisher.

Du kannst nun auch die Gegenprobe machen: Vermeide Blickkontakt und stelle keine Nachfragen bei Gesprächen mit Menschen, die dich gut kennen. Zeige schlichtweg keine großen Reaktionen. Dabei wird dir bestimmt auffallen, dass die Leute dir weniger erzählen. Eventuell haben die Leute auch überhaupt keine Lust mehr, dir zuzuhören.

Übung macht den Meister

Und wie wirst du jetzt ein guter Zuhörer? Wenn jemand mit dir redet, gib das Gesagte in deinen eigenen Worten wieder. Dadurch kannst du überprüfen, ob du alles richtig verstanden hast. Wenn du das Gefühl hast, etwas nicht ganz verstanden zu haben, kannst du auch nachfragen und somit Anteilnahme am Gespräch deutlich machen. Zum Beispiel fragst du: "Ja, und dann? Ist er dann wirklich zu dir gefahren?" Ein unaufmerksamer Gesprächspartner würde im Gegenzug nie nachfragen, ob er etwas richtig verstanden hat.

Und zum Schluss noch ein Tipp, der nicht ganz leicht ist. Sprich die Emotionen deines Gesprächspartners aus, die du während der Konversation aufnimmst. Wenn du zum Beispiel merkst, dass dein Gesprächspartner von einer ärgerlichen Situation erzählt, könntest du die rhetorische Frage stellen: "Da warst du ganz schön ärgerlich, oder?"

Der erste Eindruck zählt auch hier

Durch aktives Zuhören kannst du viel bei einem Gesprächspartner erreichen - oder verlieren, wenn du nicht gut zuhörst. Gerade der erste Eindruck in einem Gespräch ist sehr wichtig. Wenn du hier die Tricks und Kniffe der Rhetorik richtig einsetzt, brauchst du nur noch halb so viel Kraft in die Argumentation legen, um deine Ziele zu erreichen.

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