Bitte lächeln!

Bewerbungsbild (Quelle: fotolia, Autor: lassedesignen)

© lassedesignen - Fotolia.com

Unternehmen dürfen keine Bewerbungsfotos mehr verlangen. Das verbietet das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG). Trotzdem spricht noch immer viel für das Foto in der Bewerbung - wenn es professionell gemacht ist.

"Antidiskriminierungsgesetz" hin oder her - warum du dich trotzdem lieber mit als ohne Foto bewerben solltest, zeigt ein kleines Gedankenexperiment: Ein Personaler hat die Unterlagen von zehn Kandidaten vor sich. Alle haben Top-Unis besucht, Erfahrung im Ausland gesammelt, in Praktika geglänzt. Alle verhandeln sicher in vier Sprachen. Zwei haben auf ein Foto verzichtet - wahrscheinlich ein Fehler. Für den Personaler bleiben die beiden unsichtbar. Klartext: Der optische Eindruck zieht, gerade wenn du im Job mit Kunden oder Geschäftspartnern zu tun hast.

Farbig oder schwarz-weiß?

Geschmacksache, eine klare Empfehlung gibt es nicht. Schwarz-weiß-Fotos wirken oft eleganter, Konturen deutlicher, Kontraste schärfer. Das passt zu ebenen, weichen Gesichtszügen. Farbfotos kommen authentischer und natürlicher rüber. Du solltest dich aber zurückhaltend und harmonisch anziehen. Probiere am besten beides aus und frage deine Freunde, was schicker aussieht. Wichtig ist auch der Hintergrund: Neutrale Flächen lenken das Auge weniger ab als erkennbare Gegenstände, die Farbe sollte zu deiner Kleidung passen. Verzichte aber auf eine schneeweiße Wand, um nicht blass und krank auszusehen. Vorsicht auch vor zu viel Schatten, gerade bei Schwarz-weiß-Fotos.

Die äußeren Werte zählen

Das Foto sollte dich im Halbporträt zeigen, dazu ein wenig Schulter. Ganzkörperaufnahmen sind nur was für Models und Flugbegleiter. Bitte lächeln! Ein zugewandter Blick macht dich gleich viel sympathischer und öffnet dich dem Personaler, der die Bewerbung lesen wird. Deine Kleidung sollte zum angestrebten Job passen: Wenn du dich als Bankerin bewirbst, solltest du wie eine aussehen. Du heuerst als Kindergärtner an? Dann zieh dich bloß nicht wie ein Banker an. Erkundige dich vorher, welcher Dresscode üblich ist. Ein Minimum an Seriosität schadet nie, Zurückhaltung vor dem Schminkspiegel übrigens auch nicht.

Haarige Details

So logisch es klingen mag - achte auf die Feinheiten: Fleckenfreie Kleidung sollte genauso selbstverständlich sein wie eine gepflegte Frisur. Stichwort Frisur: Verschiedene Studien sehen Frauen mit typisch männlichen Attributen im Vorteil. Zurückgekämmte, hochgesteckte oder kurze Haaren signalisieren demnach mehr Führungskompetenz oder lassen ihre Trägerinnen intelligenter und selbstbewusster wirken. Dunkle, lange Locken deuten dagegen auf Unsicherheit und Naivität hin. Männern mit Glatze trauen Personaler im Job weniger zu und laden sie seltener zu Vorstellungsgesprächen ein. Wie repräsentativ solche Studien sind, ist natürlich Ansichtssache.

Sei anspruchsvoll im Fotostudio

Ein starkes Bewerbungsfoto vom Profi kostet Geld und Zeit. Lass dich nicht in ein paar Minuten ablichten. Vereinbare lieber einen Termin, schau dir die Arbeit des Fotografen an und löchere ihn mit Fragen - solchen zum Beispiel:

  • Wie viel Zeit planen Sie für die Sitzung ein?
  • Worauf achten Sie beim Porträt besonders?
  • Stellen Sie eine optimale Ausleuchtung sicher?
  • Welche Hintergründe bieten Sie an?
  • Wie sieht Ihr Service nach dem Shooting aus?

Wie groß und wohin damit?

6 x 4 oder 9 x 6 Zentimeter sind übliche Maße. Hochformat ist die Regel, Querformat eine modische Ausnahme - vorausgesetzt, ein Profi war am Werk und hat dich gut positioniert. Interessant kann auch ein Foto mit oben "angeschnittenem" Kopf sein. Am besten macht sich das Foto im Lebenslauf: Oben rechts ist Standard, oben links oder in der Mitte auch kein Problem. Ein Deckblatt? Eigentlich unnötig, deine Bewerbung ist sicher schon lang genug. In beiden Fällen gilt: Büroklammern sind tabu, der Klebestift ist angesagt. Das Foto willst du eh nicht zurück. Schließlich ist deine Bewerbung ein Unikat, das nicht recycelt wird. Du integrierst das Foto lieber digital? Kein Problem, solange du eine hohe Auflösung wählst und hochwertiges Papier benutzt. Auf keinen Fall sollte dein Bewerbungsfoto veraltet sein. Denn das sorgt spätestens im Interview für eine peinliche Überraschung und schadet deiner Glaubwürdigkeit.

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Kommentare (2)

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  1. Judith Scharnagl

    AW: Goldener Schnitt

    Hallo Andreas, vielen Dank für deinen Kommentar. Mit deiner Bemerkung, dass ein Seitenverhältnis von 6x4 oder 6x9 nicht dem goldenen Schnitt entspricht, hast du völlig Recht. Allerdings muss man auch sagen, dass ein Seitenverhältnis von 3:2 wenigstens vergleichweise nahe an der goldenen Schnitt herankommt (sagt übrigens auch Wikipedia). Trotzdem ist die Aussage im Artikel natürlich nicht richtig und wurde deshalb auch gleich ausgebessert. Viele Grüße Judith

  2. Andreas W

    Goldener Schnitt

    "6 x 4 oder 9 x 6 Zentimeter sind übliche Maße und entsprechen dem goldenen Schnitt." Sorry, aber das ist in keiner Weise der Goldene Schnitt: https://secure.wikimedia.org/wikipedia/de/wiki/Goldener_Schnitt

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