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Das Richtige finden

Noch Fragen? [Quelle: sxc.hu, Autor: adamci]

Noch Fragen? [Quelle: sxc.hu, Autor: adamci]

Recherche, Alumni-Gespräche, Campusbesuch - die Entscheidung für einen MBA kostet Zeit und Mühe.

 Die Fülle ist schier unüberschaubar: MBA-Schulen weltweit werben um die Gunst der Bewerber. Ein Jahr, zwei Jahre, Vollzeit, Teilzeit, für 1.000 Euro oder 100.000 Euro? Wer das passende MBA-Programm finden will, muss erst einmal viel Zeit und Mühe investieren.
 
 Die meisten Manager, die für den MBA noch einmal die Schulbank drücken, bewegen ähnliche Gründe. 88 Prozent der Teilnehmer wollen Wissen und Fähigkeiten auffrischen oder neu erwerben, 86 Prozent ihre Karrieremöglichkeiten verbessern. An vierter Stelle steht das, was ihnen heute viele vorwerfen: MBA-Studenten wollen natürlich auch ihr Gehalt nach oben schrauben, so das Fazit einer Studie der European School of Management and Technology (ESMT), die dem Handelsblatt vorliegt. Für all das ist die richtige MBA-Schule ausschlaggebend.
 
 Wer das passende Programm sucht, sollte sich daher erst einmal selbst fragen, was er mit dem Zusatzstudium erreichen will. Fachkenntnisse vertiefen oder sich wirklich allgemeine Managementkenntnisse aneignen? Schon allein daran entscheidet sich, ob der MBA überhaupt das Richtige oder ein spezialisierter Master nicht doch die bessere Wahl ist.
 
 Die nächste Hürde ist die Programmdauer und -struktur. Ein oder zwei Jahre aus dem Job gehen, oder doch lieber in Teilzeit studieren? Für junge Berufstätige ohne oder mit wenig Führungserfahrung sind Vollzeit- oder Teilzeit-MBA erste Wahl, wer schon einige Jahre Teams geführt hat, wird sich wohl eher für den meist berufsbegleitenden Executive MBA entscheiden. In Europa bieten die Schulen vor allem die kurzen Einjahresprogramme an, in den USA finden sich meist doppelt so lang dauernde MBAs. Zwei Jahre Studium - das wollte Kathrin Naumann, die vor wenigen Tagen ihren MBA an der Tuck School of Business at Dartmouth abgeschlossen hat. "Deshalb habe ich in Europa gar nicht weiter geschaut", sagt Naumann.
 
 In die USA zu gehen, das hatte Listia Wijaya hingegen nur kurz überlegt. Sie entschied sich dann doch für einen MBA in Europa. "Ich arbeite in der Marktforschung, da verpasst man schon viel, wenn man ein Jahr aus dem Job raus ist", sagt die 27-Jährige, die aus Singapur kommt und jetzt in Mannheim studiert. "Zudem wollte ich Europa besser verstehen."
 
 Wer nach dem MBA in Europa arbeiten will, sollte sich genau anschauen, welche Kontakte zu europäischen Unternehmen die Schule hat. Da kann die ein oder andere amerikanische Business School schon aus dem Rennen sein - in der anderen Richtung gilt das natürlich auch. Wer seine berufliche Zukunft in Asien sucht, sollte auch dort studieren. Wenn schon nicht den ganzen MBA, dann zumindest einige Monate an einer Partnerschule.
 
 Wenn die grundsätzlichen Rahmenbedingungen gesteckt sind, steht der eigentliche Kraftakt bevor: die richtige Schule auswählen. Für die aktuellen und zukünftigen Studenten, die die ESMT für ihre Studie befragt hat, stand die Reputation der Schule an erster Stelle, erst danach nannten sie die Qualität der Lehrpläne und der Lehrenden, ob das Programm zu den eigenen Wünschen passt oder wie gut die Schule in Rankings abschneidet. Die Studiengebühren, Stipendien und auch die Forschung waren ihnen am wenigsten wichtig. Wenig erstaunlich ist: Für Teilzeit- und Fernstudenten ist die Reputation nicht ganz so wichtig, sie wollen vielmehr, dass das Programm zu ihren Bedürfnissen passt.
 
 Auch wenn das Ranking als Auswahlkriterium nicht hoch im Kurs steht, sind die Ranglisten - die mit unterschiedlichen Methoden auch meist zu sehr unterschiedlichen Ergebnissen kommen - für 94 Prozent der Studenten einen Blick wert. Die Rankingplätze spiegeln ein gewisses Renommee wider, und das ist für MBA-Interessenten das wichtigste Kriterium. "Ich habe bei der Wahl der Business School nicht auf die Inhalte geschaut, sondern auf den Namen der Schule und ob sie internationale Studenten und Professoren hat", sagt Christoph Henseleit, der am Insead studiert. Der Unternehmensberater fragte auch Kollegen, die einen MBA haben.
 
 Denn Alumni sind laut Studie der drittwichtigste Weg, um sich über eine Schule zu informieren. Und deren Urteil fällt bei vielen Interessenten stark ins Gewicht. Henseleit hatte mit Alumni verschiedener Business Schools gesprochen, ein ehemaliger Insead-Student zeigte wirklich Begeisterung. "Der sagte mir enthusiastisch: Geh da hin! Die meisten von den anderen Studenten meinten: Ja, lass mich wissen, wenn du dort hingehst."
 
 Noch besser, als Ehemalige zu löchern, ist es, mit Studenten zu sprechen und den Campus anzuschauen. So merkt jeder Interessent schnell, ob die Klasse wirklich so international und die Studenten im passenden Alter sind. Schließlich lernen die Teilnehmer vor allem voneinander. Wer mit zehn Jahren Berufserfahrung fast nur mit Berufseinsteigern lernt, wird sicher weniger mitnehmen als gedacht. Die Mitarbeiter des Admissions Office - das für das Zulassungsverfahren zuständig ist - helfen meist beim Kontakt zu den Studenten.
 
 Fast jede Business School hat Partnerschulen im Ausland, einige gar den eigenen Campus. Ein paar Monate im Ausland studieren ist für viele eine Option. Wichtig ist, dass die Studieninhalte abgestimmt sind, dass auch Studenten der Partnerschule an die eigene Business School kommen und dass nicht einfach nur eine Klassenfahrt mit Campusbesuch angeboten wird.
 
 Wer eine passende Schule im Auge hat, sollte unbedingt auf die Akkreditierung achten. Drei international wichtige Gütesiegel bescheinigen die Qualität: Die amerikanische Organisation AACSB und die europäische EFMD mit ihrem Equis-Siegel nehmen die ganze Schule unter die Lupe, die britische Organisation AMBA bewertet die MBA-Programme im Einzelnen. Mindestens eines der Siegel sollten gute Anbieter haben. Und dann ist da noch die vielleicht größte Hürde: Reicht die Punktzahl im Standardtest GMAT für die Schule?
 
 Und auch wenn Studiengebühren und Stipendien nicht so wichtig für die Wahl der Schule sind, sollte man sich spätestens bei der Bewerbung Gedanken darüber machen. Irgendwie müssen MBA und das Leben auf dem Campus schließlich bezahlt werden.

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