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Mathematik - die Blutgruppe 0 der Studienfächer

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Kein Praxisbezug im Studium, keine Informationen über Jobmöglichkeiten, Zukunftsängste und Orientierungslosigkeit sind für viele Mathe-Studenten Alltag. Dabei sind die Berufschancen in kaum einem Fach so vielfältig wie in der Mathematik.

Mathematiker - sind das nicht diese realitätsfremden Nerds, die sich in einer Theoriewelt aus Zahlen bewegen? Spätestens mit dem Einstieg in die Berufswelt ist dieses Klischee widerlegt. Ob Unternehmensberatung, IT-Entwicklung oder Finanzdienstleistung: Ein Mathematikstudium führt in alles andere als in die Arbeitslosigkeit.

Das mathematische Chamäleon

Mathematiker sind Allround-Talente und können als Quereinsteiger in vielen Berufsfeldern eingesetzt werden. Grund dafür ist ihr logisches und abstraktes Denkvermögen, welches sie im Studium auf immer höheren Abstraktionsgraden unter Beweis stellen müssen. Mathematiker sind dafür bekannt, komplexe Zusammenhänge besser zu durchschauen, den Kern eines Problems klarer zu identifizieren und Lösungstechniken schneller erarbeiten zu können als Absolventen anderer Studienfächer. Selbst in komplexen Management-Funktionen, in denen Mathematik-Kenntnisse nicht einmal erforderlich sind, haben sie dank ihrer analytischen Fähigkeiten Vorteile gegenüber reinen Wirtschaftswissenschaftlern.

Universell einsetzbar

Mathematiker sind so gut wie überall einsetzbar - ähnlich wie die Blutgruppe 0, der Universalspender unter den Blutgruppen. Dafür sprechen auch die Zahlen: 80 Prozent aller Absolventen eines Mathematikstudiums finden im ersten Jahr nach dem Abschluss bereits eine Festanstellung. Je nach Branche können sie sich ihren Job sogar aussuchen. Denn im Laufe der Zeit sind Mathematiker in vielen Branchen und Berufsfeldern unentbehrlich geworden - ganz besonders in den folgenden:

•    Software- und Telekommunikationsunternehmen
•    Forschung und Entwicklung
•    Banken- und Versicherungswesen
•    Unternehmensberatung
•    Wissenschaft und Lehre

Mehr als Rechnen

Dem gängigen Bild zufolge verbringt ein Mathematiker seinen Arbeitsalltag mit Rechnen. Die reine Fachkenntnis reicht heute allerdings in den meisten Mathematiker-Berufen nicht mehr aus. Dass Soft Skills genauso wichtig sind, weiß beispielsweise Wirtschaftsmathematiker Raphael Gutmann, der in der Tarifkalkulation der Allianz arbeitet: Neben dem finanzmathematischen Know-how brauche man vor allem "Präsentations- und Kommunikationsfähigkeiten, denn die eigenen Ergebnisse muss man regelmäßig dem Vorstand vorstellen", erklärt er. Mathematiker sind bei Versicherungen wie der Allianz keine Ausnahme: Außer der Tarifkalkulation sind sie vor allem im Aktuariat sehr stark vertreten.

Als Mathematiker in die Unternehmensberatung

Ein weiteres Berufsfeld für Mathematiker ist die Unternehmensberatung. Der Bedarf an mathematisch-technischen Analysen und datenorientierter Entscheidungsfindung ist dafür verantwortlich, dass Mathematiker für Jobs im Consulting gern gesehen sind - etwa als Analytic Specialist. Dieser unterstützt meist mehrere Beraterteams aus unterschiedlichen Branchen gleichzeitig, sodass sein Themenspektrum sehr breit und abwechslungsreich ist. Im Gegensatz zum Lebensstil eines Unternehmensberaters reist ein Analytic Specialist deutlich weniger und arbeitet häufig vom eigenen Büro aus, weil er nicht zwingend beim Klienten vor Ort sein muss. Das Einstiegsgehalt ist mit dem Gehalt eines Berufseinsteigers der Luft- und Raumfahrttechnik oder des Maschinenbauingenieurwesens vergleichbar.

Mathematiker im Banking

Was der Kapitalmarkt und Mathematiker gemeinsam haben? - Zahlen natürlich. Für beide sind sie die Basis jeglicher Entscheidungsfindung und Grundlage des Handelns. Daher liegt es nahe, dass auch in Banking und Finance interessante Jobs auf Mathematiker warten. Bei Wertpapierhandel und Risikocontrolling lediglich Wirtschaftswissenschaftler ans Werk zu lassen, wäre fatal für jeden Finanzdienstleister. Denn beim Risikomanagement von Finanzmarktinstrumenten bedarf es mehr als einer ökonomischen Betrachtungsweise. Um alle Parameter vollumfänglich zu bewerten und richtig steuern zu können, sind finanzmathematische Modelle und Methoden unumgänglich. Trotz des überwiegend mathematischen Aufgabenbereichs und der landläufigen Meinung sind selbst im Finanzwesen nicht nur Mathe-Nerds zu finden. Wie so oft sind auch hier Kommunikation und Teamarbeit absolut erfolgsbestimmend.

Software mit Mathe

Wo man auch hinsieht, heutzutage sind Software-Tools und Algorithmen Grund dafür, dass etwas so funktioniert, wie es funktionieren soll. Selbst die Abläufe im Antriebsbereich eines Autos basieren auf mathematischen Methoden und Formeln. Dass hinter ihrer Entwicklung und Optimierung meist ein Mathematiker steckt, wissen die Wenigsten. Aber gerade in der Software-Entwicklung wird die abstrakte und analytische Herangehensweise von Mathematikern sehr geschätzt. Die Fertigkeit, eine Problemstellung nicht als komplexes Ganzes zu sehen, sondern zunächst unwichtige Aspekte auszublenden und den wesentlichen Kern zu erfassen, ist hier Gold wert.

Weitere Jobs für Mathematiker findest du in unserer Stellenbörse.

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