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Markus über sein Referendariat in der Rechtsabteilung der Deutschen Bank

Ein LL.M. kann deine Job-Chancen verbessern [Quelle: freeimages, Autor: ywel]

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Großer Lerneffekt, flache Hierarchien und eine Ausbildung, die über Rechtsfragen hinausgeht. Markus hat sein Referendariat in der Rechtsabteilung der Deutschen Bank absolviert. Im Interview sieht er seine Erwartungen übertroffen: 'Der Lerneffekt, den ich in der Rechtsabteilung der Deutschen Bank erlebt habe, ist so nur bei ganz wenigen anderen Stationen denkbar.'

Warum haben Sie sich für ein Referendariat bei der Deutschen Bank entschieden?

Den ersten Kontakt zur Rechtsabteilung der Deutschen Bank hatte ich auf einer Juristen-Messe in Frankfurt am Main. Mein Schwerpunkt an der Universität lag auf dem Gesellschaftsrecht. In diesem Zusammenhang hatte ich auch eine Veranstaltung im Kapitalmarktrecht belegt. Beide Gebiete werden von der Rechtsabteilung der Bank umfassend abgedeckt und von führenden Experten mit besonderem bankspezifischen Know-how bearbeitet.

Wodurch zeichnet sich Ihrer Ansicht nach Ihr Referendariat aus?

Zu Beginn der Station ging es mir darum, das Berufsbild des Syndikus-Anwalts kennenzulernen. Außerdem war es mir wichtig, im Gesellschaftsrecht die Unternehmensperspektive einnehmen und dort tätig werden zu können. Beide Erwartungen haben sich vollauf erfüllt. Darüber hinaus wurde ich mit den bankaufsichtsrechtlichen Bezügen vertraut, die mit dem Gesellschaftsrecht in Zusammenhang stehen. Zusätzlich bekam ich Einblicke in das Kapitalmarktrecht, zum Beispiel bei  Börsengängen oder der Ausgabe von Unternehmensanleihen.

Welche Aufgaben hatten Sie im Referendariat?

Mein Schwerpunkt bei der Deutschen Bank lag auf dem Gesellschaftsrecht: Ich bearbeitete Fragen zur Finanzierung von Joint Ventures, zu Vertragsgestaltungen von Private-Equity-Beteiligungen oder zum Einfluss des Bankenaufsichtsrechts auf das Aktienkonzernrecht. Durch die anschließenden Besprechungen wurde auch deutlich, welche Abteilungen informiert und an den unternehmerischen Entscheidungen beteiligt waren. Zudem konnte ich an Sitzungen und Telefonkonferenzen des Kapitalmarktrechts-Teams teilnehmen.

Wie erlebten Sie Ihre Arbeitsumgebung bei der Deutschen Bank?

Die Rechtsabteilung mit ihren rund 130 Juristen ist bei der Referendarausbildung äußerst flexibel. Ich wurde sehr freundlich aufgenommen und bekam zu Anfang eine kurze Einführung in den Aufbau der Rechtsabteilung. Neben der Ausbildung in einer Fachabteilung waren auch Einblicke in andere Bereiche möglich. Zwar war mein Mentor aus dem Gesellschaftsrecht mein erster Ansprechpartner für alle Fragen, doch die Türen aller anderen Kollegen standen ebenfalls stets offen. Es gab manchmal Situationen – zum Beispiel bei gesellschaftsrechtlichen Fragen –, bei denen es auf bestimmte Vorgaben des Aufsichtsrechts ankam. Selbst als Referendar konnte ich jederzeit die Meinung eines hierauf spezialisierten Kollegen einholen. Dadurch wurde ich direkt in die Abläufe der Rechtsabteilung eingebunden. Die Hierarchien sind weitaus flacher, als ich erwartet hatte. Auch der Abteilungsleiter nahm sich immer die Zeit, übertragene Aufgaben ausführlich mit mir zu besprechen.  

Was hat Sie am meisten überrascht bei der Deutschen Bank?

Mir hat sehr gefallen, dass die Ausbildung bei der Deutschen Bank über die reine Bearbeitung von Rechtsfragen hinausgeht. Daneben steht Referendaren ebenso wie Praktikanten mit dem sogenannten "Twin Day" die Möglichkeit offen, einen ersten Einblick in die Grundlagen des Bankgeschäfts zu erhalten: Während des Referendariats kann man sich für einen Tag in einen Bereich seiner Wahl versetzen lassen, zum Beispiel in die Risikoabteilung oder in das Investmentbanking. Das schult den Blick für die Arbeitsweise und Bedürfnisse der jeweiligen Fachabteilung und hilft bei Besprechungen mit Nicht-Juristen, verständliche und prägnante Handlungsempfehlungen zu geben.  

Was haben Sie persönlich für sich und Ihre Karriereentwicklung mitgenommen?

Der Lerneffekt, den ich in der Rechtsabteilung der Deutschen Bank erlebt habe, ist so nur bei ganz wenigen anderen Stationen im Referendariat denkbar. Die hohe Verantwortung eines Syndikus-Anwalts besteht darin, neben rechtlichen Lösungen auch wirtschaftliche Hintergründe zu verstehen, die die Fachabteilungen zu ihrer Herangehensweise bewegen. Ohne grünes Licht der Rechtsabteilung werden Transaktionen gar nicht erst begonnen oder Produkte nicht aufgelegt. Oft geht es um sehr hohe Beträge oder um Maßnahmen mit beträchtlicher Außenwirkung. Der Bankjurist hat hier eine sehr verantwortungsvolle Schlüsselposition: Er muss den Fachabteilungen belastbare und verlässliche Aussagen für ihre Aktivitäten liefern. Die enge interdisziplinäre Zusammenarbeit mit anderen Stellen innerhalb der Bank hat mir für meine Ausbildung viel gebracht. Man bekommt bereits als Referendar ein sehr direktes Feedback in Besprechungen mit den anderen Fachabteilungen und Tochtergesellschaften. Im Gesellschaftsrecht arbeitet man zuweilen auch an Rechtsfragen mit, die unmittelbar von Vorstandsmitgliedern aufgeworfen werden.

Welchen Tipp können Sie zukünftigen Bewerbern geben?

Vorkenntnisse sind immer hilfreich. Oft genug betritt man allerdings bei bankspezifischen Fragen Neuland, gerade als Referendar. Man sollte hier einfach neugierig sein und sich schnell in neue Situationen hineindenken können. Im Laufe der Zeit arbeitet man sich aber gut ein und lernt, auch kapitalmarkt- oder aufsichtsrechtliche Themen zu durchdenken und treffende Lösungen zu erarbeiten. Da Berufsanfänger nicht als ausgewiesene Experten zum Unternehmen kommen, werden an Referendare durchaus realistische Erwartungen gestellt. Man kann sich mit interessanten, teilweise hochaktuellen Fragen auseinandersetzen, die morgens noch in der Zeitung gestanden haben – zugleich bekommt man aber auch genügend Zeit, sich in die jeweilige Situation einzuarbeiten. Die Ausbilder nehmen dabei übrigens große Rücksicht auf Bedürfnisse der Examensvorbereitung und achten sehr darauf, dass auch dafür ausreichend Zeit bleibt.

Wenn Sie für ein paar Stunden in die Rolle einer berühmten historischen Person schlüpfen dürften, durch wessen Augen würden Sie die Welt gerne einmal sehen?

Sehr interessieren würde mich, wie ein antiker Gelehrter – etwa Plutarch oder Herodot – die bedeutenden Orte seiner Zeit, wie Rom, Babylon oder Alexandria mit ihren altehrwürdigen Bauwerken und heute zerstörten antiken Weltwundern, gesehen hätte. Gerne auch nicht nur für ein paar Stunden.

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