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Spaced-Repetition-Software

So weit, so abstrakt. Aber wie setzt du diese Erkenntnisse nun in deinem Lernalltag um? Am einfachsten geht das mit sogenannten Spaced-Repetition-Programmen wie SuperMemo, Anki oder Mnemosyne. Diese Programme wurden dazu entwickelt, um die beiden genannten Effekte maximal auszunutzen und so deine Lernleistung zu steigern. Sie eignen sich nicht nur, um ambitionierten Juristen zum ersehnten Prädikat zu verhelfen. Anki wurde auch schon dazu genutzt, um in der populären US-Gameshow Jeopardy! zu gewinnen. Teilnehmer Roger Craig, der für seinen Auftritt mit Anki trainierte, hält bis heute den Rekord für den höchsten Tagesgewinn (77.000 US-Dollar). Auch Mediziner, BWLer und Studenten anderer Fächer sind daher gut beraten, den schlauen Karteikarten eine Chance zu geben.

Was kann die Lern-Software?

Mit Lernprogrammen simulierst du erstens eine Abfrage- beziehungsweise Prüfungssituation und machst dir somit den Testing Effect zunutze. Zweitens sind Anki und Co. anders als deine selbstgemalten Karteikarten smart und reizen den Spacing Effect maximal aus.

Wie funktioniert das Lernen mit Anki?

Anki ist zunächst einfach ein Karteikartenprogramm. Du gibst den Lernstoff dort als Frage- und Antwortpaare ein und wiederholst die so erstellten Karteikarten, indem du versuchst, die Fragen richtig zu beantworten. Durch die Simulation der Prüfungssituation nutzt du also den Testing Effect aus. Nach jeder Karte fragt dich Anki zusätzlich, wie gut du dich an die richtige Antwort erinnern konntest. Du hast die Wahl zwischen:

  1. Gar nicht.
  2. Noch gerade so, fiel mir aber schwer.
  3. Völlig okay. Weiter so!
  4. Super einfach, lass mich damit bloß erst mal in Ruhe!

Daraus berechnet Anki, wann du die Informationen auf der Karte wieder vergisst. Kurz vor diesem Moment fragt es dich dann wieder danach und rettet die Information so vor dem Vergessen. Dadurch nutzt du elegant den Spacing Effect aus, ohne selbst mühsam das optimale Wiederholungsdatum berechnen zu müssen. Anki zeigt dir immer nur die Karten, die du sonst wieder vergessen würdest; was du bereits sicherbeherrschst, wird nicht wiederholt. Das bedeutet für dich: Du kannst dir sicher sein, dass du alles Gelernte auch behältst, aber nur so viel Zeit mit dem Stoff verbringst wie unbedingt erforderlich. So wird deine Lernzeit optimal genutzt und du kannst der nächsten Klausur gelassen entgegenblicken.

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Kommentare (2)

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  1. Thomas Kahn

    Liebe Michelle-Monique, gerne! Deine Skepsis bzgl. der Anwendung von Spaced Repetition Software in Lernfächern kann ich gut verstehen. Sie ist nicht unberechtigt. Als jemand, der sich mit Anki sowohl auf das erste als auch auf das zweite juristische Staatsexamen vorbereitet hat und damit beide Male erfolgreich war (gut & vb), möchte ich aber dennoch für die Gegenposition argumentieren. Es ist auf jeden Fall leicht, bei der enormen Stoffmenge den Überblick zu verlieren und in Wiederholungen zu ersticken. Wer es aber schafft, das wichtigste Wissen herauszufiltern, und nur dieses regelmäßig wiederholt, der hat aus meiner Sicht einen riesigen Vorteil gegenüber anderen Studenten. Dies gilt ganz besonders dann, wenn man damit bereits im Studium beginnt. Wer so lernt, hat wirklich die Chance, bereits vom ersten Semester an die Grundlage für seine letzte und wichtigste Prüfung zu legen. Nach meiner Erfahrung sind nur ca. 10-20% des Lernstoffs so wichtig, dass man sie mit Spaced Repetition Programmen regelmäßig wiederholen müsste, vielleicht noch weniger. Für Jura habe ich bereits selbst versucht, dieses Wissen zu sammeln. Die Ergebnisse dieses Experiments sind unter www.basiskarten.de erhältlich. Tipps zur Auswahl des richtigen Wissens gebe ich auf den S. 30 ff. der Lernapotheke für Juristen (http://lernapotheke.de). Ich kann natürlich nicht mit Sicherheit sagen, dass auch Studenten anderer Fächer im selben Maße von diesem Ansatz profitieren würden. Z. B. in Medizin scheint es ja so zu sein, dass viele Informationen nicht über das gesamte Studium bis zur Abschlussprüfung behalten werden müssen, sondern z. B. "nur" bis zum Physikum oder den jeweiligen Semesterabschlussklausuren. Auch meine ich, dass man dieses Wissens wegen der Abfrage in Multiple Choice-Tests zum Teil wohl eher wiedererkennen als positiv erinnern muss. Aber sicherlich gibt es auch in Medizin einen Kernbestand an Wissen, von dem es sehr vorteilhaft wäre, ihn dauerhaft präsent zu haben. Alexander Chamessian and Peter Wei (beide Ärzte) haben sich z. B. intensiv mit der Frage auseinandergesetzt, wie sie Anki für ihr Medizin-Studium nutzen können, siehe http://www.learningmedicinebook.com/ bzw. die Beiträge auf http://drwillbe.blogspot.de/ .

  2. Anonym

    Vielen Dank für den hilfreichen Input über die beiden Methoden. Den Testing Effect kann ich selbst nur wärmstens empfehlen, er bietet sich nicht nur zum Aneignen von Wissen in Lerngruppen, sondern auch zum rekapitulieren eines gerade gelesenen Textes an. Die andere Methode werde ich sicherlich auch bald testen. Allerdings möchte ich gerne zu dem Üben mit Lernprogrammen anmerken, dass sich das bestimmt bei einem Fach anwenden lässt, aber es sich bei einer großen Menge an Lernstoff nicht eignet. Grund dafür ist, dass es viel zu lange dauern würde und nicht effektiv genug wäre, das ganze auf Karteikarten zu schreiben.