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Management-Weiterbildung für Mediziner

Medical school Kreuz [Quelle: freeimages.com, Autor: e-Eva-a]

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Die einen bekommen Ausschlag, wenn sie von der 'Ökonomisierung des Gesundheitswesens' hören, andere sehen nicht-medizinische Zusatzqualifikationen als essentiell an, um sich als Arzt zukünftig behaupten zu können.

Für viele Menschen passen Ärzte immer noch häufig das Klischee der "Halbgötter in Weiß", die über immenses Wissen verfügen und damit auch über große Macht und die für ihre harte Ausbildung am Ende auch fürstlich bezahlt werden. Wer selbst im Kittel steckt merkt schnell: das mit der harten Ausbildung ist zwar richtig, die Anerkennung dafür jedoch bleibt zumeist aus: Eine Umfrage des Hartmannbundes unter Ärzten in der Ausbildung belegt, dass die Arbeitsbedingungen oft nicht zufriedenstellend sind. Besonders häufig wird der hohe Bürokratieaufwand und fehlendes Personal beklagt, aber auch unbezahlte Überstunden und, dass Ruhezeiten und Pausen nicht eingehalten werden können, sorgt für Unmut bei den angehenden Medizinern. Da verwundert es nicht, dass immer mehr Ärzte in Teilzeit arbeiten: Laut der Ärztestatistik der Bundesärztekammer sind es statt 31.000 im Jahr 2011 zwei Jahre später schon 53.000.

Eine andere Möglichkeit, den schlechten Arbeitsbedingungen des Arztberufes zu entgehen, ist eine alternative Karriere anzustreben, in der einem die medizinische Ausbildung und auch die Arbeitserfahrungen an einem Krankenhaus zugutekommen. Hierfür gibt es zahlreiche Fernstudiengänge, die berufsbegleitend abgeschlossen werden können und den Mediziner etwa für eine Laufbahn als Manager im Gesundheitswesen, als Berater oder als medizinischen Informatiker qualifizieren.

Letzterer beispielsweise kann mit seiner Zusatzausbildung elektronische Systeme zur Pflege und Verwaltung von Patientendaten und -Akten entwickeln, die nicht nur für die Forschung, sondern auch für den Alltag an der Klinik eine Erleichterung sein können. Oder aber er verschreibt sich der Simulation und Optimierung von diagnose- und therapieunterstützenden Systemen oder der Verbesserung der Kommunikation zwischen Ärzten, Krankenhäusern und Praxen und leistet so einen Beitrag zu einer schnelleren und gründlicheren Diagnose oder zur Verhinderung von Fehldiagnosen. In der Informationsbrochüre des Berufsverbandes Medizinischer Informatiker e.V heißt es:

"Die Medizinische Informatik als anwendungsbezogene Informatik-Disziplin befasst sich mit der Unterstützung und Gestaltung medizinischer Entscheidungs- und Versorgungsprozesse und dem Informationsmanagement im Gesundheitswesen. Sie erforscht, entwickelt und betreibt umfassende medizinische Informationssysteme und Telematik-Anwendungen. Sie liefert Methoden zur Informationsbewertung und Informationsnutzung für Medizin, Ökonomie und Bürger. Medizinische Informatik ist somit Wissenschaft, Technologie und Dienstleistung. Eine qualitativ höherwertigere und effektivere Patientenversorgung – auch über Institutionsgrenzen hinweg – ist das zentrale Ziel."

Im digitalen Zeitalter also ist die medizinische Informatik eine nützliche und nachhaltig wertvolle Zusatzqualifikation, wenn man sich im medizinischen Bereich abseits vom Berufsbild des praktizierenden Arztes umorientieren möchte.

Eine weitere Möglichkeit sich als Mediziner beruflich neu auszurichten ist der Gang in die Wirtschaft. Besonders häufig und erfolgreich sind ehemalige Ärzte, die in der Beraterbranche Fuß fassen. Hier kommen Ihnen vor allem ihre Erfahrungen mit der Arbeit in einem Krankenhaus oder einer Praxis zugute, aber auch ihre Fähigkeiten im Projektmanagement und die Kenntnis der bürokratischen Abläufe im Gesundheitswesen. Oft werden die nötigen betriebswirtschaftlichen Kenntnisse in einem Fernstudium oder schon während des Studiums nebenbei erworben, viele Arbeitgeber bieten aber auch Weiterbildungen in ihrem Unternehmen an.

Wer wirtschaftlich orientiert arbeiten und dabei Führungsaufgaben übernehmen möchte, sollte über ein Health-Care-Management-Studium nachdenken. Während des oft berufsbegleitend angebotenen und in der Studiendauer flexiblen Masterstudiums werden Management-Kompetenzen speziell für Angehörige des Gesundheitswesens aufbereitet und vermittelt. Diese können in den verschiedensten Bereichen des Gesundheitssektors von Bedeutung sein, etwa in Kliniken, Ärztezentren und Pflegeeinrichtungen, aber auch bei Versicherungen und Verbänden. So soll der wachsenden Bedeutung ökonomischer Prozesse und Rahmenbedingungen Rechnung getragen und kompetentes Personal für die Führungsebene ausgebildet werden. Interessant ist diese Art der Weiterbildung übrigens nicht nur für Ärzte, sonder für alle Arbeitnehmer im medizinischen Bereich, also zum Beispiel auch für Pflegemitarbeiter, Pharmareferenten, Mitarbeiter von Apotheken und ambulanten Pflegediensten oder Mitarbeiter der Krankenhausverwaltung.

Ebenfalls in Richtung Wirtschaft, allerdings diesmal tatsächlich nur für Ärzte gedacht, ist der Studiengang "Gesundheitsökonomie für Mediziner". Er nimmt direkt Bezug auf die unmittelbaren Probleme, die einen praktizierenden niedergelassenen und einen angestellten Arzt in wirtschaftlicher Hinsicht gleichermaßen betreffen können. Zu nennen wären hier beispielsweise Finanzierungsprobleme oder Kostendruck in der Medizin allgemein und daraus resultierende Reformen des Gesundheitswesens und neue Gesetzesvorgaben. Das zusätzliche betriebswirtschaftliche Wissen, das dem Mediziner durch das Studium vermittelt wird und das sich konkret auf Grundlagen und Entwicklungen im Gesundheits- und Sozialwesen sowie auf neue Versorgungsformen und gesundheitsökonomische Aspekte konzentriert kann dem Arzt den beruflichen Alltag sehr erleichtern. Zusätzlich wird der Studiengang von der Ärztekammer als Fortbildung anerkannt: für jedes erfolgreich abgeschlossene Modul werden 40 Fortbildungspunkte angerechnet.

Auch wenn die meisten hier dargestellten Weiterbildungsmaßnahmen Fernstudiengänge und damit kostenaufwendig sind, amortisieren sich diese Zusatzkosten nach kurzer Zeit – sei es durch ein tatsächlich höheres Gehalt wegen der besseren Qualifizierung oder durch eine höhere Lebensqualität wegen der flexibleren und abwechslungsreicheren Arbeitsgestaltung. Wonach auch immer man auf der Suche ist: Eine Weiterbildung ist immer sinnvoll.

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