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Mediziner in der Industrie: Unternehmensberater

Unternehmensberater Anzug Consulting (© LoloStock - fotolia.com)

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Dr. med. Christoph Bischoff-Everding ist Mediziner und Geschäftsführer der HGC GesundheitsConsult GmbH. Bevor er Kittel gegen Anzug getauscht hat und in die Beratungsbranche gewechselt ist, hat er einige Jahre in der Chirurgie gearbeitet. Ines Elsenhans sprach mit ihm über seinen Ausstieg aus der Medizin und seinen Karriereweg fernab der Klinik.

Herr Bischoff-Everding, wie kamen Sie zum Medizinstudium?

Ich studierte Medizin aus Interesse an der Mischung aus empirischer Medizinkunde und den Naturwissenschaften. Außerdem ist das Medizinstudium sehr attraktiv, sowohl hinsichtlich der Berufsperspektiven als auch der Karrierechancen.

Hat Ihnen das Studium Spaß gemacht?

Ja, sehr. Das Studium war damals allerdings schon in dem Sinne reformiert, dass es die Multiple-Choice-Prüfungen gab. Dadurch wurden die Prüfungen stark entpersonalisiert und versachlicht. Auch wurde Praxisnähe damals noch nicht sonderlich groß geschrieben.

Haben Sie im Studium schon gemerkt, dass Sie nicht als Arzt arbeiten möchten?

Nein, diese Erkenntnis hab ich erst während meiner Facharztweiterbildung gewonnen - das war nach den ersten fünf bis sechs Berufsjahren. Ich hab den Facharzt für Chirurgie gemacht. Meiner Meinung nach läuft man als Chirurg jedoch in eine Sackgasse. Die Niederlassungsperspektiven sind nicht sonderlich attraktiv und wenn man High-Class-Chirurgie betreiben möchte, ist man auf große Uni-Krankenhäuser angewiesen.

In der Medizin wiederholt sich irgendwann alles und ich fragte mich, was noch groß kommen sollte. Eine wissenschaftliche Laufbahn wollte ich nicht einschlagen und die Toppositionen waren nur Habilitierten vorbehalten - und ich wollte nicht habilitieren. Das Oberarztdasein schien mir eine ziemlich unattraktive Perspektive zu sein, auf die ich keine Lust hatte. Als Konsequenz begann ich nach rechts und links zu schauen. Vor allem stieg ich aber aus dem Arztberuf aus, weil mich die Ökonomie sehr fasziniert. Nichts ist spannender als Wirtschaft.

Wie sah Ihr Werdegang dann aus?

In den 90er Jahren gab es eine Zeit, in der Mediziner von verschiedenen Organisationen gesucht wurden. Ich bin damals von der großen multinationalen Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG angesprochen worden. Nach knapp zehnjähriger medizinischer Tätigkeit bin ich in die prüfungsnahe Beratung zu Fragen von Organisation und Wirtschaftlichkeit gegangen. Bei KPMG beschäftigte ich mich vor allem mit der Beratung von Medizinmandanten, insbesondere Krankenhäusern und Uniklinika sowie privaten als auch gesetzlichen Krankenversicherungen. Zuerst arbeitete ich probeweise über einen Honorarvertrag. Die Arbeit machte mir so viel Spaß, dass ich insgesamt acht Jahre in der Beratung geblieben bin.

Nach KPMG bin ich zum kommunalen Krankenhausunternehmen Vivantes gewechselt. Dort durfte ich den Bereich für strategische Unternehmensentwicklung leiten. Das war eine interessante Aufgabe an der Schnittstelle zwischen Medizin und Management. Meine Arbeit war es, Management und medizinische Leistungsbereiche zusammenzubringen und die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in die Sprache der Klinikärzte zu übersetzen.

Nach Vivantes ging ich 2004 als Geschäftsführer und Gesellschafter zurück in die Beratung nach Hamburg zur HGC GesundheitsConsult GmbH (HGC).

Waren bestimmte Qualifikationen Voraussetzung für Ihren Job in der Wirtschaft?

Ich hatte das Glück und konnte mir über die unternehmensinterne Akademie bei KPMG betriebswirtschaftliche Kenntnisse aneignen. Für meine jetzige Tätigkeit als Geschäftsführer der HGC ist es von großem Vorteil, Medizin studiert zu haben. Die Mitarbeiter, die als Betriebswirte und Gesundheitsökonomen aus der Wirtschaft kommen, sind froh, wenn sie für ihre Beratunsgarbeit eine Medizinerperspektive hinzuziehen können.

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