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McKinsey Hospital Institut

Krankheit (Quelle: freeimages.com, Autor: miqueias)

Quelle: freeimages.com, miqueias

McKinsey, die weltweit führende Strategieberatung, hat in Deutschland das McKinsey Hospital Institut gegründet. In diesem Beratungszweig haben die Consultants ihre Expertise gebündelt, Krankenhäuser und medizische Einrichtungen bei der Optimierung aller in einem Krankenhaus anfallenden Prozesse zu beraten. Warum dazu vor allem auch Ärzte benötigt werden, hat arzt & karriere vor Ort erfahren.

Um kaum eine Unternehmensberatung ranken sich so viele Geheimnisse, Mythen und Vorurteile wie um die weltweit operierende Consultinggesellschaft McKinsey. Ich bin gespannt: Wie sieht das bei denen aus? Wer erwartet mich dort? 

Der Empfang ist freundlich und atemberaubend zugleich. In Düsseldorf sitzen die Berater im "Skyoffice", einem über zwanzig Stockwerke hohen Bürogebäude mit einem unverstellten Blick auf den Rhein und über die Stadt. Das Gebäude ist erst drei Jahre alt und eines der höchsten der Umgebung. Während ich noch die Aussicht bewundere, begrüßt mich Dr. Karsten Hemmrich, ein sehr schlanker Mann in dezentem Businessanzug und offenen, freundlichenAugen. Er arbeitet als Consultant der Strategie- und Unternehmensberatung McKinsey und berät unter anderem auch Klienten des McKinsey Hospital Institut. 

Und was genau hat es nun mit dem Institut auf sich? Unter den rund 30 Mitarbeitern sind aktuell 15 Ärzte sowie etwa 15 Fachleute anderer Fachbereiche wie Wirtschaftswissenschaftler und Organisationsexperten mit umfassender Beratungserfahrung. Das Ziel des Instituts ist es, Krankenhäuser und medizinische Einrichtungen bei der Optimierung ihrer Prozesse, der Neuausrichtung und in Fragen der Wirtschaftlichkeit zu beraten. Klassische Fragestellungen sind beispielsweise: Wie positioniert man ein Krankenhaus erfolgreich im zunehmenden Wettbewerb? Wie wettbewerbsfähig ist das eigene im Vergleich zu anderen Häusern? Wie kann man Patienten die beste Versorgungsqualität anbieten? Wie entwickelt man die Mitarbeiter so, dass alle an einem Strang ziehen? Für diese Fragestellungen stellt McKinsey ausgefeilte Analysetools zur Verfügung und berät Krankenhäuser auch mithilfe von Best Practise-Lösungen.

An dieser Stelle wird klar, dass ich mich mit jemandem unterhalte, der das deutsche Gesundheitswesen selber als praktizierender Arzt von Grund auf kennengelernt und darüber hinaus zahlreiche ausländische Krankenhausprojekte durchgeführt hat. Australien, USA, Nordafrika, Italien, Skandinavien, das Gespräch wird zunehmend internationaler und die Projekte immer unterschiedlicher. Hier die Planung eines landesweiten Gesundheitszentrums, dort der Abbau einer ausufernden Patientenwarteliste, das Entlohnungssystem im angloamerikanischen Gesundheitswesen wird kurz mit dem der Schweiz und Deutschlands verglichen, eigene Erfahrungen von Karsten Hemmrich aus seiner Zeit in einer australischen Klinik erwähnt.

Mein Blick fällt auf seine feingliedrigen Hände: Forschertyp? Chirurg? Er grinst und sagt: "Ich habe vorher in der Plastischen Chirurgie und Handchirurgie gearbeitet. Neben meiner beratenden Tätigkeit bei McKinsey forsche ich weiter an der Uni Aachen und halte dort auch Vorlesungen. Hauptberuflich bin ich Berater, ganz klar, aber die Forschung und Lehre an der Uni gehören zu meiner Freizeitaktivität." Sein Medizinstudium in Düsseldorf und Aachen schloss er ab, promovierte in Immunbiologie und begann eine chirurgische Facharztausbildung mit Spezialisierung auf Plastische Chirurgie, Hand- und Verbrennungschirurgie, die er trotz Habilitation und Auslandsaufenthalten in der Schweiz, Australien und den USA abbrach, um sich ein neues Aufgabenfeld zu suchen.

"Ich bin mit dem Wunsch aufgewachsen, Arzt zu werden. Mein Vater ist Unfallchirurg. Aber als ich dann den Klinikalltag kennengelernt habe, nicht nur in Deutschland, sondern auch im Ausland, sind mir die großen Unterschiede aufgefallen. Im internationalen Vergleich ist der Anteil der Verwaltungstätigkeiten für deutsche Ärzte extrem hoch. Codierung, Arztbriefe, Ablaufplanung, Mangel an Personal und Material, der von Ärzten ausgeglichen werden muss – es gibt sehr viele Dinge, die mit dem Beruf des Arztes nichts zu tun haben. Es gibt viel Potenzial zu optimieren, den deutschen Ärzten und Patienten könnte das Leben enorm erleichtert werden. Irgendwann war ich an dem Punkt, an dem ich mir überlegt habe: Kann ich nicht die Perspektive wechseln und helfen, das Gesundheitssystem zu verbessern? So bin ich zu McKinsey gekommen", erklärt der Mediziner. 

Vor meinem Treffen mit Karsten Hemmrich hatte ich von ihm einen Lebenslauf angefordert. Die Vita eines Beseelten: vier Stipendien, zehn Wissenschaftspreise. Der Mann wollte mit Leib und Seele Mediziner werden. Ob er denn in seiner neuen Aufgabe glücklich sei, möchte ich von ihm wissen. Ob er mir ein Beispiel nennen kann, von einem Projekt, das er besonders gerne als Arzt bei McKinsey begleitet habe.

Er nennt mir einige. Besonders enthusiastisch erzählt er von einem Projekt einer Krankenkasse, das er begleitet hat. "Wir haben bei der Krankenkasse festgestellt, dass es bestimmte Patientengruppen gibt, die sehr häufig unnötig ins Krankenhaus eingewiesen werden. Für viele Patienten ist dies eine große Belastung. Genauso auch für die Krankenkassen, denn die Behandlungskosten summieren sich jährlich pro Patient auf 30.000 Euro. Durch die Einführung von Fallmanagern, die jeweils etwa 30 Patienten zuhause besuchten und kontinuierlich betreuten, konnten wir die Behandlungskosten pro Patient um etwa zehn Prozent senken. Das ist aber nur die rein wirtschaftliche Seite. Die wesentlich besser versorgten Patienten und ein beruflich glücklicher Krankenkassenmitarbeiter sind die wirklichen Gewinner der Lösung. Bei diesem und etlichen anderen Projekten habe ich mich als Arzt gefühlt, der mit seinem Wissen auf einer ganz anderen Ebene heilsam tätig sein konnte."

 © Evoluzione Media AG, arzt & karriere

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