Partner von:

Masterstudium für Ingenieurwissenschaftler

Ingenieur, Zahnrad (© vege - Fotolia.com)

© vege - Fotolia.com

Wie wichtig ist es, einen Master zu machen?

Im Bachelorstudium bekommen Studenten eine fachliche Orientierung, es werden Grundkenntnisse vermittelt. "Die fachliche Spezialisierung erfolgt im Master", sagt Anja Robert, Koordinatorin des Career-Centers der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule in Aachen. Zudem lernt man im Master, wissenschaftlicher und selbstständiger zu arbeiten. Das Studium ist freier, die Studenten haben mehr Wahlmöglichkeiten. Auch wer in die Forschung und Entwicklung will oder eine Promotion anstrebt, braucht einen Master.

Rund 70 Prozent der Ingenieurstudenten schließen laut einer Studie des Deutschen Zentrums für Hochschulforschung nach dem Bachelor noch einen Master an. Obwohl der Bachelor bei vielen Studenten nicht als vollwertiger Abschluss gewertet wird, findet man auch damit eine Stelle. "Wenn man übergreifend arbeiten und kein Spezialist sein möchte, hat man mit dem Bachelor gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt", sagt Lars Funk, Leiter der Abteilung für Beruf und Gesellschaft beim Verein Deutscher Ingenieure (VDI). Gerade in der Produktion oder im Vertrieb seien Bachelorabsolventen gefragt. Allerdings übernehme man dann meist weniger Verantwortung. Absolventen mit Bachelorabschluss verdienen zudem weniger als Masterabsolventen, wenn sie in den Beruf einsteigen.

Sollte ich mich im Master spezialisieren?

"Die Entscheidung für eine Spezialisierung sollte man davon abhängig machen, wo die eigenen Interessen liegen", rät Karriereberaterin Robert. Wer sich als Generalist sehe und später ein breites Aufgabengebiet übernehmen wolle, solle breit angelegte Studienfächer wählen, empfiehlt Angela Zeilinger vom Career-Center der Leibniz Universität in Hannover. Das wären zum Beispiel Allgemeine Elektrotechnik, Mechatronik oder Fertigungs- und Konstruktionstechnik im Bereich Maschinenbau. Eine Spezialisierung wie etwa Computer-Engineering oder Regenerative Energietechnik sei dann sinnvoll, wenn man sich auf eine Richtung konzentrieren will oder einen Beruf in der Forschung und Entwicklung anstrebe. Lars Funk vom VDI rät zu einer Spezialisierung - egal, ob im Master oder im Job. Man müsse aber damit rechnen, die Spezialisierungsrichtung wegen der technischen Entwicklung im Laufe des Berufslebens mehrmals wechseln zu müssen.

Braucht man praktische Erfahrungen?

Praxiserfahrung spielt in einer Ingenieurbiografie eine große Rolle. Laut der Jobtrends-Studie des Staufenbiel-Instituts von 2014 gaben 81 Prozent der befragten Unternehmen an, dass sie von ihren Bewerbern Praxiserfahrung erwarten. Diese sei wichtig, um sich von der Menge abzuheben, sagt Angela Zeilinger. "Die Studie hat gezeigt, dass Bewerber immer jünger werden und weniger Praxiserfahrung mitbringen." Erfahrungen im Job kann man bei Praktika, als Hilfswissenschaftler oder Werkstudent sammeln. Zudem kann man seine Abschlussarbeit in einem Unternehmen schreiben und so Kontakte in der Branche knüpfen. Darüber hinaus sollte man sich über die Praxisangebote an den Hochschulen informieren. Faktoren für ein gutes Angebot seien, so Karriereberaterin Anja Robert, wie viele Labore eine Hochschule habe, wie hoch die Drittmittelquote sei und ob aktuelle Forschung betrieben werde. Dabei seien die Industrien und Unternehmen im Umland der Hochschulen nicht zwingend ausschlaggebend: "Aachen hat keinen Industriegürtel, dafür viele intensive Forschungskooperationen mit Unternehmen aus der Industrie", sagt sie. Dennoch können umliegende Unternehmen gute Anlaufstellen für Praktika sein. Lars Funk vom VDI rät, gezielt nach einem Praktikum in dem Bereich zu suchen, in dem man später gerne arbeiten möchte. Das kann in einem großen oder in einem kleineren Unternehmen sein. Bei kleineren Betrieben hat man meist größere Chancen, schon als Praktikant verantwortungsvolle Aufgaben zu übernehmen.

Auch Praktika im Ausland seien gern gesehen, dort könne man gleich sein Englisch verbessern. "Es gibt kaum Unternehmen, die nicht international vernetzt sind. Englisch muss man können", sagt Funk. Eine Regel, wie viele Praktika man absolvieren sollte, gibt es nicht. Robert empfiehlt die Regelstudienzeit nicht so ernst zu nehmen: "Die Praxis ist wichtiger, als schnell fertig zu werden."

Sollte man den Master gleich anschließen?

Ingenieure müssen ihr ganzes Berufsleben weiter dazulernen, um neue technische Entwicklungen nicht zu verpassen. Hat man klare Karrierevorstellungen und weiß, dass man sich in einem Bereich weiterbilden möchte, kann man gleich nach dem Bachelor den Master anschließen. Der Vorteil: "Man ist noch im Lernrhythmus und hat ein ganz anderes Zeitvolumen als jemand, der neben dem Studium arbeitet", sagt Robert.

Doch man kann den Master auch noch machen, wenn man schon eine Arbeitsstelle hat. "Arbeitgeber unterstützen immer mehr Mitarbeiter, die berufsbegleitend studieren wollen", sagt Zeilinger von der Universität Hannover. So hat man eine finanzielle Absicherung und lernt die Praxis neben dem Studium kennen. "Die Belastung kann dabei aber sehr hoch sein", sagt sie. Zudem sollte man bedenken, dass der Arbeitgeber eventuell nicht jeden Studiengang unterstützt, sondern nur jenen, der zur aktuellen Stelle passt. "Wer noch nicht genau weiß, was er machen möchte, dem rate ich, mit dem Bachelor in den Beruf einzusteigen und später den Master im Unternehmen zu machen", sagt Lars Funk vom VDI.

nach oben

Im e-fellows.net wiki kannst du dein Wissen teilen und von den Erfahrungen anderer Stipendiaten profitieren.

Verwandte Artikel

Hol dir Karriere-Infos,

Jobs und Events

regelmäßig in dein Postfach

Kommentare (0)

Zum Kommentieren bitte einloggen.

Das könnte dich auch interessieren