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Die neuen Stars der Finanzbranche

Dresscode Sonnenbrille (© olly - Fotolia.com)

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Die Investmentbanker stehen seit der Finanzkrise unter Druck. Das schlägt sich auch in den Einkommen nieder. Die Vermögensverwalter sind dagegen aufgestiegen, ihre Aussichten sind gut.

Erinnern Sie sich noch an Gordon Gekko? Fast 30 Jahre ist es jetzt her, als sein berühmter Slogan "Gier ist gut" zum Synonym für die unersättlichen Investmentbanker wurde. Im Kinostreifen "Wall Street" wurde der Trader mit den breiten Hosenträgern zum Symbol für das Handeln ohne Moral. Millionenschwere Boni machten die Männer in den Handelsräumen zu selbst ernannten "Masters of the Universe".

Heute ist es mit dieser Selbstherrlichkeit weitgehend vorbei. In der Hierarchie der Finanzwelt macht eine andere Gruppe von Managern den Investmentbankern längst den Rang als absolute Alphatiere streitig: die Vermögensverwalter. Sie haben sich zu den neuen, heimlichen Herrschern des weltweiten Geldkreislaufs aufgeschwungen. Die 500 größten Topmanager von ihnen verwalteten 2015 weltweit 76,7 Billionen Dollar. Seit 2010 hat die Branche jährlich um rund 3,5 Prozent zugelegt, während das Investmentbanking zurückgefahren wurde – und mancher frühere "Master of the Universe" sogar seinen Job verlor.

Es ist eine grundlegende Machtverschiebung in der Billionen-Euro-Branche, die 2008 mit der Pleite von Lehman Brothers ihren Anfang nahm – und deren Ende bisher nicht absehbar ist. Personalexperte Ron Weihe von Russell Reynolds Associates geht – wie seine Kollegen auch – davon aus, dass der Siegeszug der Vermögensverwalter anhalten wird. "Das Asset-Management wird weiter an Bedeutung gewinnen, wenngleich die Zuwachsraten in den kommenden Jahren kleiner ausfallen werden. Im Investmentbanking ist in den nächsten fünf Jahren dagegen keine Rückkehr zu den Hochzeiten absehbar", sagte Weihe.

So sitzen die bestbezahlten Chefs der Finanzwelt inzwischen nicht mehr unbedingt in den mächtigen Investmentbanken, sondern bei den großen Private-Equity-Firmen sowie den einflussreichen Vermögensverwaltungsadressen. Larry Fink, Chef des weltgrößten Vermögensverwalters Blackrock, strich beispielsweise 25,8 Millionen Dollar für das vergangene Jahr als Salär ein. Der Boss der Investment-Ikone Goldman Sachs, Lloyd Blankfein, erhielt dagegen nur 23 Millionen Dollar.

Es ist ein Trend, der sich auch ein paar Hierarchieebenen unter Superstars wie Fink ablesen lässt. So spüren die Asset-Manager ihre Aufwertung, wie eine exklusive Erhebung des Beratungsunternehmens Willis Towers Watson für das Handelsblatt zeigt, auch im Portemonnaie. Danach ist der Abstand bei der Grundvergütung ohne Boni zu den Investmentbankern in den Banktürmen in den vergangenen Jahren deutlich kleiner geworden. So bringt in diesem Jahr ein Bereichsleiter im Investmentbanking beziehungsweise Kapitalmarktgeschäft in Deutschland im Durchschnitt gut 290.000 Euro nach Hause. Ein Vermögensverwalter oder Manager im Private Banking kommt jedoch bereits auf etwa 250.000 Euro und rückt damit immer näher heran. Zum Vergleich: Ein Jahr zuvor war der Abstand mit 55.000 Euro zwischen den beiden Gruppen noch deutlich größer.

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