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Was macht ein Investment Banker?

Wall Street, Börse, Finanzmärkte [Quelle: tempus corporate, Getty Images]

Quelle: tempus corporate, Getty Images

XING geht an die Börse, die Dresdner Bank wird von der Commerzbank gekauft. Das geht nicht ohne Investment-Banker. Aber was sind eigentlich genau ihre Aufgaben?

Wer in einer Investment-Bank arbeitet, berichtet oft von steilen Lernkurven, gutem Gehalt und super Netzwerk-Möglichkeiten. Aber was macht so ein Investment Banker eigentlich den ganzen Tag?

Der Klassiker: Investment Banking Division

Goldman Sachs, Deutsche Bank und Co. kümmern sich um die Transaktionen und Investitionen ihrer Kunden – das ist das klassische Investment-Banking-Geschäft. Die entsprechende Abteilung heißt "Investment Banking Division". Hier gibt es mehrere Unterabteilungen:

  • Mergers & Acquisitions (M&A): Die M&A-Banker beraten bei Kauf oder Verkauf eines Unternehmens. Sie bewerten zum Beispiel das Unternehmen, das gekauft werden soll, suchen Käufer und strukturieren den Ablauf der Transaktion.
     
  • Equity Capital Markets (ECM): Hier dreht sich alles um Eigenkapitalfinanzierung. Die Mitarbeiter des ECM sind also gefragt, wenn Unternehmen an die Börse gehen, ihr Eigenkapital erhöhen oder Aktien platzieren möchten. Auch wenn das Kapital einer Firma herabgesetzt werden muss, ist das ECM beteiligt.
     
  • Debt Capital Markets / Leveraged Finance (DCM): Wer in dieser Sparte arbeitet, kümmert sich darum, dass Unternehmen an Fremdkapital kommen. Das passiert über handelbare Kapitalprodukte wie Anleihen und Kredite. Die Banker unterstützen Unternehmen dabei, Fremdkapital aufzunehmen. Die Investment-Bank tritt in diesem Fall als Vermittler zwischen dem Unternehmen und dem Investor auf. Investoren können zum Beispiel Versicherungen und Pensionsfonds sein, die die Kundeneinlagen am Kapitalmarkt investieren.

Und woher kommt der Auftrag?

Im klassischen Transaktionsgeschäft ist der erste Projekt-Schritt das "Pitching": Die Banker bewerben sich um einen Auftrag. Dabei erarbeiten sie eine umfangreiche Präsentation, die sie in einem Verkaufsgespräch vorstellen. Ziel ist, den Kunden davon zu überzeugen, dass das eigene Geldinstitut die optimale Unterstützung bei der bevorstehenden Transaktion bietet. Wenn man das Mandat bekommt, folgt die "Deal Execution". In Projektarbeit mit den anderen Beteiligten (zum Beispiel Kanzleien oder Unternehmensberatungen) führen die Investment-Banker den Auftrag durch, also zum Beispiel den Verkauf oder Börsengang eines Unternehmens.

Verkaufstalente sind gefragt: Sales & Trading

Investment Banking interessiert dich, und du bist ein Verkaufstalent? Dann bist du beim "Sales & Trading" richtig. Das ist neben dem Transaktionsgeschäft das zweite große Betätigungsfeld der Investment-Banken. Hinter dem Namen verbirgt sich so etwas wie die Vertriebsabteilung der Bank – alles dreht sich um Transaktionen an verschiedenen Wertpapieren und Produkten. Die Bank verdient daran, indem sie als Vermittler zwischen Käufer und Verkäufer Gebühren erhebt. Oder sie handelt in eigenem Namen (Prop Trading), dann geht der Gewinn natürlich in die Kasse der Investment-Bank. Gehandelt wird mit:

  • Equities: Aktien, Eigenkapital und deren Derivate
  • Fixed-income: Wertpapiere und deren Derivate im Umfeld von Fremdkapital, z.B. Anleihen.
  • Devisen und Rohstoffe: Handel mit Währungen oder Derivate auf Nutz- und Wertgüter wie Öl etc.

Die Banker aus dem Sales & Trading vertreiben Finanzprodukte und sind "Relationship Manager" für Großkunden. Sie finden die optimale Anlagestrategie für ihre Klienten. Ein wichtiger Teil der Arbeit ist außerdem, neue Kunden zu gewinnen.

Für Tüftler und Mathegenies: Research

Du bist gut im Recherchieren und Aufbereiten von Informationen? Dann wäre die Research-Abteilung der Investment-Bank vielleicht interessant für dich. Die Researcher analysieren gehandelte Produkte und die Entwicklung von Wirtschaftsdaten und Währungskursen. Sie beraten die Sales-Kollegen zu Chancen und Risiken bei ihrem Geschäft. Ihre Studien verkaufen sie auch an externe Interessenten.

Karrierestufen im Investment Banking

Quelle: e-fellows.net

Karrierestufen im Investment Banking

Frisch aus der Uni, ein paar Praktika im Finanzbereich gemacht, und jetzt ab ins Investment Banking? Dann startest du als "Analyst". Du koordinierst gemeinsame Meetings, berätst die Kunden, recherchierst und analysierst den Markt. Nach ungefähr drei Jahren steht üblicherweise die nächste Stufe an: Als "Associate" übernimmst du bei ersten Projekten die Leitung. Je höher du in der Karrierepyramide aufsteigst, desto mehr Führungsverantwortung hast du und umso weniger bist du für die operative Arbeit zuständig. Dann kümmerst du dich zum Beispiel darum, neue Aufträge an Land zu ziehen und dein Team, das sich um die Transaktion kümmert, zu leiten.

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Das Buch "Perspektive Investment Banking & Asset Management" gibt einen Überblick über beide Branchen und enthält viele nützliche Tipps für den Berufseinstieg.

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