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Bäume in Kenia pflanzen statt Büroluft schnuppern

Kenia Baum (Quelle: freeimages.com, Krappweis)

Quelle: freeimages.com, Krappweis

70 Stunden lang im Büro sitzen, dabei Lederschuhe und Anzug tragen – so stellen sich viele den Prototyp eines Unternehmensberaters vor. e-fellows.net-Alumnus Jakob bekam ein anderes Bild zu sehen: Bei 'Venture Africa' ging es darum eine Strategie für eine NGO in Kenia zu entwickeln. Dazu wälzten Jakob und seine Mitstreiter nicht nur Theorien, sondern schwangen auch selbst die Schaufel.

Titel und Thema der Veranstaltung

Venture Africa 2013

Zeit und Ort

  1. Termin: Auswahlrunde in Hamburg vom 26.-28.9.
  2. Termin: Reise nach Nairobi, Kenia, vom 23.-30.11.

Teilnehmerzahl und Unternehmensvertreter

In Hamburg waren 30 Studenten eingeladen. Von diesen Teilnehmern flogen dann acht nach Kenia. Betreut wurde die Veranstaltung von mehreren McKinsey-Mitarbeitern.

Bei der Veranstaltung stand das Thema "Social Business" im Zentrum. Es ging darum, dem Green Belt Movement – einer NGO in Kenia – dabei zu helfen, ein Social Business zu starten. Das Thema Entrepreneurship interessiert mich brennend. Ich habe selbst schon ein Startup gegründet und wollte bei diesem Projekt unbedingt dabei sein.

Green Belt Movement

Das Green Belt Movement wurde von Wangari Maathai, der ersten afrikanischen Friedensnobelpreisträgerin, gegründet. Sie erkannte, dass die lokalen Einwohner durch die Abholzung rund um Nairobi immer weiter laufen mussten, um Wasser zu bekommen. Kurzerhand entschied sie sich, etwas dagegen zu tun. Seit den 70er Jahren hat das Green Belt Movement über 50 Millionen Bäume gepflanzt. Durch die Pflanzung von Bäumen wird die Erosion gezielt verhindert. Für Kenianer ist die mittlerweile leider verstorbene Wangari Maathai eine Heldin.

Doch mit dem Tod der Gründerin im Jahr 2011 kamen neue Herausforderungen auf die Organisation zu. Es mangelte an Struktur. McKinsey unterstützt das Green Belt Movement seither pro bono.

Das wirkliche Afrika kennenlernen

Für viele Touristen läuft der typische Urlaub in Kenia so ab: Nach der Ankunft am Flughafen in Nairobi geht es ins abgeschirmte Hotel. Dort holt der Fahrer die Gäste zur zur Safari mit Löwen, Giraffen und Elefanten ab. Und danach lassen die Touristen den Urlaub am Hotelstrand ausklingen.

Doch wer Afrika wirklich erleben will, für den entwickelten wir in Hamburg und vor Ort eine Alternative. Beim sogenannten "Community Based Tourism" verbringt man zumindest ein paar Tage in einem kleinen Dorf etwa zwei Stunden außerhalb Nairobis. Das Green Belt Movement arbeitet mit Gruppen von Frauen in diesen Dörfern schon seit langem zusammen. Jetzt können Gäste aus der ganzen Welt den Tagesablauf im Dorf hautnah erleben. Ziel der Green Belt Safaris ist es, einen authentischen Einblick in Afrika zu gewähren und gleichzeitig die lokalen Frauen und Familien finanziell zu unterstützen.

Consulting mal anders

Das Projekt startete in Hamburg. Dort gab es fünf verschiedene Optionen, wie das Green Belt Movement Einnahmen generieren kann und somit unabhängiger von seinen Sponsoren wird. Neben der Arbeit an den Projekten drehte sich das Programm rund um Social Businesses. Wir besuchten das Projekt "Dialog im Dunkeln" – ein Museum, dass einem das Gefühl gibt, blind zu sein. So erfährt man die Exponate mit den anderen Sinnen viel intensiver. Auch eine Hafenrundfahrt durfte nicht fehlen.

Als am Schluss die Projekte vor den Vertretern des Green Belt Movements präsentiert wurden, stellte ich auch eine zusätzliche Idee vor. Da mein Background in der IT und Programmierung liegt, schlug ich ein Online-Spiel mit sozialer Wirkung vor. Stellt euch das Facebook-Spiel "Farmville" vor. Dort kann man auch virtuelle Gegenstände für echtes Geld kaufen, um im Spiel schneller voranzukommen. Wie wäre es, wenn man auch einen "Green Belt Baum" kaufen kann? Für jeden virtuellen Baum soll dann mit dem Erlös ein echter Baum in Kenia gepflanzt werden. Dadurch können Online Spieler sehr einfach etwas Gutes tun. Der Vorschlag wurde vom Green Belt Movement und von den McKinsey-Beratern begeistert angenommen.

Von allen Teilnehmern durften schließlich acht nach Kenia reisen. Vier wurden von McKinsey und dem Green Belt Movement ausgewählt. Die anderen vier wurden per Wahl durch die Teilnehmer bestimmt.

Löwen und Geschäftsmodelle

In Nairobi wurden aus uns acht Studenten und den ebenfalls acht Beratern von McKinsey vier Teams gebildet. In Kenia fokussierte sich dann alles auf das Projekt "Green Belt Safari". Die Gruppen arbeiteten an Konzepten für Operations, Marketing und Finanzierung der Green Belt Safaris. Ein kleines Team aus zwei Personen arbeitete zusätzlich am Konzept für das Social Game.

Neben der intensiven Arbeit gab es ein spannendes kulturelles Programm. Zusätzlich zu einem Kurzbesuch in Tierparks unternahmen wir einen Ausflug in einen kleinen kenianischen Ort außerhalb Nairobis. Dort durften wir gemeinsam mit den Bewohnern Bäume pflanzen und konnten einen kurzen Einblick in ihr Leben erfahren.

Für uns Teilnehmer war der absolute Höhepunkt der Besuch im Masai Mara Nationalpark.Bei einer der Safaris saß plötzlich eine Löwin mit ihren Jungen zwanzig Meter neben unserem Wagen. Am Abend sprachen wir beim Lagerfeuer mit den Gründern des dortigen Basecamps, Auswanderern aus Norwegen und Schweden, über die Anziehungskraft Afrikas und das Leben unter dem Sternenhimmel, aber auch über das Geschäftsmodell rund um Basecamp Explorer.

Der Sonnenuntergang auf dem Dach des Jeeps mit einem kühlen Bier war ein absolutes Highlight. Nach unzähligen Fotos von Elefanten, Giraffen, Nilpferden bekamen wir bei einem Frühstück mitten in der Savanne auch spannende Einblicke in das Leben des lokalen Stammes der Massai.

Das Finale – natürlich mit Abschlusspräsentation

Erschöpft, glücklich und um viele Erfahrungen reicher ging es in Nairobi wieder an die Arbeit. Wir stellten die Konzepte fertig und präsentierten sie dem Vorstand des Green Belt Movement. Eine der Hauptaufgaben des Boards ist derzeit die Suche nach einem Projektmanager, der die Umsetzung unserer Vorschläge begleitet. Green Belt Safaris können in der Testphase jetzt schon gebucht werden – falls den einen oder anderen beim Lesen das Fernweh packt.

Fazit

Die Veranstaltung hat den unglaublich schwierigen Spagat zwischen authentischem Fokus auf Social Business, professioneller Beratung und unbeschreiblichen kulturellen Einblicken geschafft. Sowohl die Teilnehmer als auch die Berater von McKinsey waren  sehr engagiert und standen voll hinter dem Projekt, dem Green Belt Movement zu helfen.

Ich möchte mich an dieser Stelle auch bei allen Organisatoren bedanken, die mir diese Erfahrung ermöglicht haben.

Ich hoffe, dass McKinsey weiterhin diese Art von Recruiting-Projekten durchführt und kann jedem nur empfehlen, sich zu bewerben.

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