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Was Kandidaten sich wünschen

Wenn Sie Kandidaten fragen würden, was sie im Bewerbungsprozess gerne ändern würden, welche Antworten bekämen Sie dann am häufigsten zu hören?

Mit Sicherheit wünschen sich Kandidaten einen einfachen, zügigen und transparenten Bewerbungsprozess. Oft müssen Bewerber extra Urlaub für Vorstellungsgespräche einreichen oder weite Anreisen auf sich nehmen. Da wäre es sinnvoll, wenn Unternehmen ihnen entgegenkommen, indem zum Beispiel mehrere Bewerberrunden und Gespräche an einem Tag stattfinden würden.

Auch sollte an der Kommunikation zwischen Unternehmen und Bewerber gefeilt werden: Klare Rückmeldungen zum Stand des Bewerbungsprozesses erleichtern dem Kandidaten die teils langen und nervenaufreibenden Wartezeiten. Es muss eine gemeinsame Vertrauensbasis und persönlicher Kontakt zwischen Unternehmen und Bewerber hergestellt werden.

Wenn Sie sich fragen, für welche Stellen Sie besonders leicht und für welche besonders schwer den richtigen Kandidaten vermitteln konnten: Welche drei Schlüsselfaktoren würden Sie daraus abschließend für die Personalgewinnung ableiten? Sind diese überhaupt von Unternehmensseite beeinflussbar?

Sicherlich ist der Standort des Arbeitgebers ein entscheidender Faktor, der darüber entscheidet, ob eine Stelle leicht zu besetzen ist. Die Bereitschaft, für einen Job den Wohnort zu wechseln oder zu pendeln, ist in den letzten Jahren deutlich zurückgegangen. Dafür werden immer häufiger flexible Arbeitsmodelle angeboten oder es kann im Homeoffice gearbeitet werden. Wichtig ist auch, wie sich das Unternehmen im Netz präsentiert: Wie ist das Image des Arbeitgebers? Welche Erfahrung haben andere Arbeitnehmer mit dem Unternehmen gemacht?

Ein weiterer Faktor ist auch das Arbeitsklima: Wie ist die Stimmung im Unternehmen? Kann ich eigenständig arbeiten oder herrschen starke hierarchische Strukturen? Welche spannenden Projekte erwarten mich? Bewerber achten heutzutage verstärkt auf moderne Ansätze des Arbeitgebers und eine Job-Atmosphäre, in der sie sich wohlfühlen.

Bei welchen Faktoren lohnt sich Nachbesserung dabei Ihrer Meinung nach besonders; sprich, wo könnten Unternehmen mit wenig Aufwand ihr Recruiting entscheidend verbessern?

Ich denke, dass es in diesem letztlich sehr kleinen Kandidatenmarkt seitens des Unternehmens wichtig ist, Mut zur Lücke zu beweisen. Möglicherweise erfüllt ein Bewerber nicht alle gewünschten fachlichen Kompetenzen, passt aber hervorragend ins Team und scheint in der Lage zu sein, sich fehlendes Wissen schnell anzueignen. So einen Kandidaten sollte man lieber einstellen, anstatt ihn mit langen Wartezeiten zu vergraulen, weil man nach dem vermeintlich perfekten Bewerber sucht.

Hilfreich ist es auch, wenn Unternehmen sich in ihre Kandidaten hineinversetzen und versuchen, den Bewerbungsprozess aus ihrer Perspektive nachzuvollziehen: Wie lange muss der Bewerber bis zum Gespräch warten? Konnten alle seine Fragen beantwortet werden? Wann kann er mit einem ersten Feedback rechnen? Das Schlimmste, was passieren kann, ist nämlich, wenn erst nach zwei, drei Monaten die erste Rückmeldung kommt und der Bewerber derweil schon das Interesse verloren hat. An dieser Stelle ist mit vergleichsweise wenig Aufwand viel zu erreichen.

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