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Weiterbildung – beliebt, aber wirkungslos?

Weiterbildung für Wirtschaftsjuristen Freshfield (Autor: fovito, Quelle: Fotolia.com)

© fovito - Fotolia.com

Deutsche Unternehmen sind nicht fit für die Zukunft – so ein weit verbreitetes Klischee. Doch das stimmt nur zur Hälfte, wie neueste Zahlen zeigen. Firmen investieren immer mehr Geld in die Weiterbildung ihrer Mitarbeiter, um diese zukunftsfähig zu machen. Doch viele Trainings bleiben wirkungslos.

Das Geld ist da …

Wer erfolgreich sein oder bleiben möchte, muss seine Mitarbeiter auf die Arbeitswelt der Zukunft vorbereiten. Unternehmen in Deutschland haben das erkannt: Investierten sie 2003 durchschnittlich knapp 366 Euro pro Mitarbeiter und Jahr in Weiterbildungsmaßnahmen, waren es 2018 bereits 607 Euro. Das zeigt eine Untersuchung des Statistischen Bundesamts.

Mit diesen Investitionssummen liegt Deutschland europaweit zwar nicht an der Spitze – die nimmt Belgien mit rund 1.500 Euro pro Beschäftigtem und Jahr ein –, aber ein Trend lässt sich durchaus erkennen. Die Unternehmensberatung McKinsey & Company schätzt, dass die Ausgaben für Fort- und Weiterbildung bis 2023 auf rund 820 Euro pro Mitarbeiter steigen werden.

… der Wille auch …

Damit kommen die Unternehmen den Wünschen der Beschäftigten entgegen. Laut Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) wollen sich 80 Prozent der Arbeitnehmer in Deutschland fort- und weiterbilden. Das gilt insbesondere für jüngere High Potentials.

Die aktuelle "Most Wanted"-Studie von McKinsey & Company und e-fellows.net bestätigt das: Mehr als 85 Prozent der Befragten geben an, dass ihnen Weiterbildungsangebote wichtig oder sehr wichtig sind.

  • Besonders beliebt sind persönliche Trainings: Über 85 Prozent der Umfrageteilnehmer finden diese Form der Weiterbildung attraktiv oder sehr attraktiv.
  • Auch Learning-on-the-Job steht bei den Befragten hoch im Kurs: Etwas mehr als 82 Prozent der Befragten schätzen diese Trainingsform sehr.
  • An dritter Stelle steht Mentoring, das rund 74 Prozent als wichtig oder sehr wichtig ansehen.
Die beliebtesten Weiterbildungsformen der High Potentials

Weniger eindeutig sind die Vorstellungen hinsichtlich der Weiterbildungsinhalte:

  • Rund die Hälfte der Befragten (51 Prozent) wünscht sich vor allem Trainings zu Fachthemen.
  • 42 Prozent würden am liebsten ihre Soft Skills verbessern.
  • Knapp jeder dritte Befragte (31 Prozent) möchte sich vor allem in puncto Mitarbeiterführung weiterbilden.
Die beliebtesten Weiterbildungsinhalte der High Potentials

… doch die Wirkung bleibt aus

Das Geld ist da, der Wille zur Weiterbildung ebenfalls. Doch ob die Trainings wirken, ist oft unklar. Viele Unternehmen verzichten darauf, den Effekt der Maßnahmen zu evaluieren – oder sie fragen lediglich die Zufriedenheit der Teilnehmer ab. Verschenktes Potenzial!

Damit eine Fortbildung nachhaltig wirken kann, müssen die neuen Skills regelmäßig im Alltag angewendet werden. Doch das kommt in vielen Firmen zu kurz. McKinsey & Company schätzt, dass bundesweit 5,5 Milliarden Euro pro Jahr für Maßnahmen ausgegeben werden, die weitgehend wirkungslos bleiben.

Dabei müssen Weiterbildungen nicht einmal formalisiert sein, um zu wirken. Auch (inoffizielles) Job Shadowing oder Job Rotation können einen echten Lerngewinn bringen. Denn bei beiden Formen steht die praktische Umsetzung im Vordergrund. Hier haben Unternehmen offenbar noch einigen Nachholbedarf: 75 Prozent der Unternehmen in Deutschland setzen vor allem auf klassische Seminare außerhalb der Firma – so eine Analyse des BIBB.

Raus aus dem Hotel, rein in den Arbeitsalltag

Das Fazit: Unternehmen sollten ihr Weiterbildungsprogramm regelmäßig auf den Prüfstand stellen. Wird die Wirkung der Maßnahmen evaluiert? Können die Beschäftigten ihr neu erworbenes Wissen auch regelmäßig in der Praxis anwenden? Im Zweifelsfall gilt: Praktisches Training vor Ort wirkt nachhaltiger als eine nette Veranstaltung in einem schicken Hotel.

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