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Integration und Kopfarbeit

Nedda mit ihrer Tante aus dem Irak in Dubai

Nedda mit ihrer Tante aus dem Irak in Dubai

Stipendiatinnen des Monats Juni 2007

"Der Kontakt zu meiner Herkunft, somit zur indischen Kultur, ist mir sehr wichtig, da meine komplette Verwandtschaft noch in Indien lebt. Dabei handelt es sich um eine Großfamilie, die alle Cousinen und Cousins meiner Eltern zweiten Grades umfasst, und durch 35 Cousinen und Cousins andere Dimensionen annimmt als hierzulande. So ist meine Großmutter zum Beispiel auch schon Ur-Ur-Oma!", so Raseena.
 

Nicht nur Indien auch Ägypten

Ihre Kulturverbundenheit mit dem Heimatland drückt sich auch durch ihre Aktivitäten in der Deutsch-Indischen Gesellschaft aus. Zudem nutzt sie jegliche Möglichkeit, über Indien zu informieren und zu diskutieren. Außer mit Indien fühlt sich Raseena auch mit dem arabischen Raum verbunden. So war sie Praktikantin bei einer Energietechnikfirma in Ägypten und hat Arabisch gelernt. "Das Sprichwort: "Wer einmal Wasser aus dem Nil trinkt, wird immer zu ihm zurückkehren" stimmt", bestätigt sie. "Aus meinem interkulturellen Hintergrund kann ich Bereicherndes und Vielfältiges mitnehmen. Mir ist es wichtig, meine Erfahrungen weiterzuvermitteln und einzusetzen, um einen Beitrag zur Gesellschaft zu leisten", sagt Raseena. Deshalb hat sie mit anderen 2004 den Interkulturellen Familiensport- und Freizeitverein (IFF) e.V. gegründet.
 

Integration durch Sport

"Wir sind in Aachen der ausführende Verein des Förderungs-Projekts "Integration durch Sport" des Landes NRW", sagt Raseena. "Unser Ziel ist es, die Integration zu fördern, indem wir Menschen dazu anregen, aus ihren "Ghettos" herauszukommen, um gemeinsam mit vielen anderen Nationalitäten Sport zu treiben." Der IFF bietet verschiedene sportliche Aktivitäten wie Schwimmen, Aerobic, Pilates, Taekwondo und auch Kinderkurse. Schwimmen ist Raseenas große Leidenschaft, daher ist sie beim IFF auch als Rettungsschwimmerin und Kursleiterin tätig. "Der Gesundheitsfaktor ist uns beim IFF aber ebenso wichtig, da die Übergewichtigkeit in dieser Bevölkerungsgruppe in den letzten Jahren stetig zugenommen hat. Eine Aufklärung über ernährungsbewusstes Leben gehört somit auch zu unserem Programm im Rahmen von verschiedenen Veranstaltungen, wie dem Tag der Integration Aachen", erzählt Raseena. Als sie auf der Suche nach einem Logo für ihren Verein war, hat sie Nedda kennen gelernt.

Mittlerweile ist sie schon fast am Ende ihres Studiums angekommen und schreibt ihre Diplomarbeit bei "iconmobile", einer Firma, die ihr Professor mitbegründet hat. "Ich habe als freie Mitarbeiterin bei iconmobile angefangen, da die Firma einen großen Kunden aus Qatar hat und auf Probleme in Bezug auf das Arabische gestoßen ist."
 

Arabisch-Deutscher Vorteil

Durch ihren irakischen Hintergrund, ihr Faible für Arabisches und ihre deutsche Heimat ist sie eine Wandlerin zwischen den Kulturen. Ihre Diplomarbeit schreibt sie über eine Bluespottechnologie, die sie für BMW in den Vereinigten Arabischen Emiraten konzipiert. Dabei kann sie auf Erfahrungen aus ihrem Praxissemester in Dubai zurückblicken. BMW lernte sie schon durch eine gemeinsame Semesterarbeit kennen. "Das BMW-Projekt und die Arbeit bei iconmobile haben mir gezeigt, dass es unwahrscheinlich spannend ist, Design mit Wirtschaft und Marketing zu vereinen. Mein Wunsch ist es, das auch in meinem Beruf zu verwirklichen", so Nedda. Den Studiengang Kommunikations-Design verbindet man oft mit einem Job in einer Werbeagentur. Doch das schwebt Nedda nicht vor. "Ich möchte später noch einen MBA machen und in ein größeres Unternehmen einsteigen", erzählt sie.
 

Jugendarbeit und Kopfarbeit

Einen Beitrag zur Integration leistet Nedda durch ihre aktive Mitarbeit in einer Jugendgruppe. Dort beschäftigt sie sich hauptsächlich mit der Organisation von großen Veranstaltungen. Zudem arbeitet sie in der Redaktion mit und kümmert sich viel um Designarbeiten. Außerdem hat sie die Aktion "Kopfarbeit" gestartet. Dazu suchte sie junge, kopftuchtragende Frauen aus unterschiedlichen Berufsgruppen, die sie als Porträt fotografiert und auf einem Poster nebeneinander abbilden möchte. Mit diesen Fotos möchte sie an einem Studierendenwettbewerb des Bundesinnenministeriums zum Thema "Muslime in Deutschland - deutsche Muslime" teilnehmen. Diese Plakate sollen dann in verschiedenen deutschen Städten in einer weiterführenden Aktion aufgehängt werden. "Mit der Aktion "Kopfarbeit" möchte ich darauf aufmerksam machen, dass viele von uns durchaus in Deutschland integriert sind und versuchen uns in die Gesellschaft einzubringen. Nicht nur unser Kopftuch macht uns aus, sondern vor allem unsere Arbeit und unsere Leistung", so Nedda.

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