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Mit Fischfuttersäcken in die Selbstständigkeit

Recycling (Quelle: freeimages.com, jaylopez)

Quelle: freeimages.com, jaylopez

Vor kurzem hat Justus mit einem Freund das Taschen-Label 'Loleibags' gegründet. Die Taschen werden in Kambodscha aus recycelten Fischfuttersäcken genäht. Uns verrät Justus, wie die Idee entstanden ist und warum er bald auch noch eine eigene soziale Organisation gründen will.

Sowohl Justus als auch sein Freund Philippe waren nach dem Abitur im Ausland für soziale Projekte tätig – Justus in einer Suppenküche in Costa Rica, Philippe in Thailand. "So hat sich auch die Idee mit dem Import der Taschen aus Kambodscha ergeben", sagt Justus. Philippe entdeckte die Taschen und kam auf die Idee, sie hier in Deutschland zu vermarkten.

Fisch-Design aus recycelten Säcken

Die "Loleibags" werden aus recycelten Zement- und Fischfuttersäcken gefertigt, in variierenden Designs mit Elefanten- oder Fischmustern. Sie sind etwa so groß wie eine Sport- oder Strandtasche und durch das Kunststoffmaterial robust und wasserabweisend. Der Name kommt von "Lolei", einer Tempel-Anlage in Kambodscha. Justus lacht: "Der Name klang irgendwie süß, fast ein wenig weiblich, aber die Abnehmer der Taschen sind sowohl Frauen als auch Männer."

Handeln mit "Fair Trade"?

Seit dem Launch der Website im Dezember wurden schon rund hundert Exemplare verkauft. Den Einkaufspreis bestimmt die Herstellerfamilie in Kambodscha und drei Dollar jeder verkauften Tasche geht an die soziale Organisation "Viva con Agua de St. Pauli e.V.". "Wenn wir eine große Bestellung haben, kann es schon mal sein, dass das ganze Dorf Taschen näht", sagt Justus. Ein weiteres Ziel von Justus und Philipp ist es, ein Fair-Trade-Siegel zu bekommen. Bis dahin gilt es aber noch, die genauen Bedingungen dafür zu studieren und umzusetzen. Zudem möchten die beiden gerne eine eigene soziale Organisation gründen, wenn sie ein gewisses Umsatzvolumen erreicht haben. "So wüssten wir ganz genau, wo das gespendete Geld hinfließt."

Geringes Startkapital und eifrige Helfer

Klar haben die Unternehmensgründer auch ein wirtschaftliches Interesse. Durch Erfahrung mit Selbstständigkeit konnten sie ihr Vorhaben eigenständig umsetzen. Trotz geringen Startkapitals und dank der Hilfe von Freunden, die Justus und Philippe bei Logo, Website und Produktfotos unterstützt haben, konnten die beiden ihren Traum verwirklichen - und jetzt außergewöhnliche Mode-Accessoires vertreiben. Das "Loleibag"-Sortiment soll bald noch um Portmonnaies, Laptop-Taschen und eine kleinere Taschengröße erweitert werden.

"Flashmob" gegen zu hohe Mietpreise

Seit er 18 Jahre alt ist, ist Justus zudem selbstständiger Immobilienmakler in Hamburg. Durch gute Kontakte von einer Kartei seines älteren Bruders, Rund-um-die-Uhr-Erreichbarkeit und eifriges "Klinkenputzen" kann er mittlerweile regelmäßig Aufträge für sich gewinnen. Denn in Hamburg herrscht große Wohnungsnot. "Bei einer Besichtigung habe ich einmal erlebt, dass Leute, die sich erst als Interessenten ausgegeben haben, auf einmal Musik und Bier ausgepackt und einen kleinen 'Flashmob' gegen zu hohe Mietpreise gestartet haben. Das war wirklich ein außergewöhnlicher Tag."

Erasmus-Semester in Spanien

Neben all den Projekten außerhalb der Uni hat Justus das Jura-Grundstudium schon fast in der Tasche, bald geht es nach Spanien ins Erasmus-Semester. Auch ein Praktikum in einer Kanzlei für internationales Wirtschaftsrecht hat er absolviert. Auf einen Jura-Fachbereich will er sich aber noch nicht festlegen. "Ich möchte mir noch viele Möglichkeiten offenhalten", sagt Justus. Und vielleicht klappt es ja bald mit der Gründung einer eigenen sozialen Initiative.

e-fellow Justus über sich

Ich bin e-fellow, weil...

… mich Kommilitonen zu Beginn meines Studiums auf e-fellows.net hingewiesen haben. Zuerst dachte ich, es wäre nur eine Möglichkeit für gesponserte Zugänge zu Recherche-Datenbanken. Mittlerweile habe ich e-fellows.net aber als interessante Plattform kennengelernt, auf der ich mich über verschiedene Studienaspekte, Karrierewege und interessante Menschen informieren kann.

Ich studiere mein Fach, weil...

… ich Jura schon immer interessant fand. Obwohl viele denken, es sei ein trockenes Fach, kann ich dieses Vorurteil bisher nicht bestätigen. Kein anderes Studium lässt sich besser auf den Alltag projizieren. Außerdem gibt es wohl in jedem Studium mal "trockene" Themen.

Experte bin ich...

… noch nicht. Ich denke, man sollte sein Studium so breit wie möglich gestalten, um sich für später alle Möglichkeiten offen zu halten und das zu machen, woran man wirklich Spaß hat. Mich interessiert besonders "Social Entrepreneurship".

Gar nicht geeignet bin ich für...

… wochenlange Entspannung. Ruhiges Liegen oder "Chillen" ist in der Regel nicht so meine Sache. In meinem Kopf schwirren immer Ideen und Pläne herum, die ich am liebsten gleich umsetzen möchte.

Meine Buchempfehlung für die e-fellows...

… ist "Common Sense Rules – what you really need to know about business" von Deborah Meaden. Ein tolles Buch für jeden, der eine Idee im Kopf hat und sich für Unternehmertum interessiert.

Mein größter Traum ist es,...

… das Bewusstsein der Menschen für globale ökologische und soziale Probleme zu wecken. Gleichzeitig möchte ich in 60 Jahren in den Spiegel gucken und sagen können: "Du hast alles richtig gemacht".

In zehn Jahren...

… habe ich mein Studium erfolgreich beendet und hoffentlich einen Job gefunden, der mich ausfüllt und mir Spaß macht. Super wäre es auch, wenn die "Loleibags" bis dahin überall bekannt sind und wir durch unser Projekt sehr vielen Menschen geholfen haben.

Bei e-fellows.net gefällt mir besonders...

… die Möglichkeit zum Austausch mit anderen Stipendiaten, die genauso denken wie man selbst. Außerdem sind die Zeitungsabos, Recherchemöglichkeiten und Karriere-Hinweise immer nützlich und hilfreich.

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