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Im Urlaub unterstützte Jasser syrische Flüchtlinge

Quelle: e-fellows.net

Stress auf der Arbeit, keine Zeit zu kochen. Das kennt Jasser aus seinem Berateralltag. Dass es ihm damit dennoch sehr viel besser geht als vielen anderen Menschen, hat ihm ein Aufenthalt im Norden von Jordanien gezeigt. Gemeinsam mit seinem Bruder Omar unterstützte er eine Nichtregierungsorganisation und leistete humanitäre Hilfe für syrische Flüchtlinge. Ihre Erfahrungen und Erfolge dokumentierten sie in ihrem Blog.

Im September reisten Jasser und sein Bruder Omar nach Jordanien, um in einem syrischen Flüchtlingslager humanitäre Hilfe zu leisten. Die Idee zu dieser Reise, hat ihren Ursprung in der Abstammung der Brüder. Zum Maschinenbaustudium kam der Vater nach Deutschland, gründete eine Familie und blieb. Geblieben ist aber auch die Verbundenheit zum Heimatland. Noch heute leben viele Verwandte von Jasser in Syrien. Schlussendlich waren es jedoch die Bilder vom Krieg, vom Giftgaseinsatz, von den vielen betroffenen Kindern, die ihn nicht mehr losließen. Mit dem Ziel Verantwortung zu übernehmen und vor Ort zu helfen, reisten die Brüder in den Norden Jordaniens.

Spenden sammeln

Im Vorfeld ihrer Reise fragten sich die Brüder, ob es sinnvoller wäre, nicht zu fliegen und stattdessen auch das Geld für Flug und Unterkunft in den Spendentopf zu werfen. Ihre Erfahrungen und Erfolge zeigen, dass es richtig war die Reise anzutreten und vor Ort humanitäre Hilfe zu leisten. "Indem wir dort mitgearbeitet und selbst die Spendenkoordination übernommen haben, konnten wir unseren Spendern gewährleisten, dass ihr Geld eins zu eins ankommt."

Nur zwei Wochen blieben, um Spenden für ihr Projekt zu sammeln. Jasser und Omar riefen Universitäten, Förderwerke und Freunde über ihren Blog, facebook und E-Mails zum Helfen auf. Die Aktion zog schnell weite Kreise, sodass schließlich auch der Hessische Rundfunk über die Brüder berichtete. Durch 90 Spender kamen umgerechnet rund 20.000 US-Dollar zusammen.

Gemeinsam helfen

Anfang September ging es für Jasser und Omar nach Jordanien. Dort angekommen trafen sie auf 35 weitere Freiwillige aus allen Teilen der Welt – und ein dreiköpfiges Team des US-amerikanischen Fernsehsenders "abc", das die Helfer begleitete und eine Dokumentation über syrische Flüchtlinge drehte. Gemeinsam unterstützten sie eine NGO aus den USA, die hauptsächlich aus Medizinern mit syrischer Herkunft bestand, die ambulante Hilfe vor Ort leisteten. Die Aufgabe der Freiwilligen bestand darin, für die Ärzte zu übersetzten, Hilfsgüter zu verteilen und Kinder zu betreuen.

Drei Projektebenen

Die Spenden helfen auf drei Ebenen: "1. Bildung", "2. Notfall" und "3. Medizin". Da im medizinischen Bereich ohnehin viel Hilfe geleistet wurde, verwandte Jasser nur sieben Prozent der Spendensumme darauf. Eingesetzt wurde das Geld für den Kauf von Vitaminen: "Viele Kinder haben dunkle Augenringe, allerdings nicht aus Schlafmangel, sondern weil sie unterversorgt sind." Etwa 26 Prozent der Summe wurden dazu eingesetzt, bedürftige Familien und Witwen bei Mietzahlungen oder der Lebensmittelversorgung zu unterstützen. Der Löwenanteil von 67 Prozent floss in die Bildung. Davon können rund 120 Kinder für sechs Monate in die Schule gehen oder betreut werden, während ihre Mütter beispielsweise die Handwerksschule für Witwen besuchen. Außerdem werden davon drei Lehrerinnen bezahlt, die ebenfalls syrische Flüchtlinge sind: "Die Schulen sollen keinen Abschluss gewährleisten - sie sollen einen geregelten Alltag schaffen und geistig anregen, bis die Kinder hoffentlich im nächsten Jahr einen regulären Schulplatz in einer jordanischen Schule auf ihrer Klassenstufe bekommen."

Schlüsselmomente

Während seiner Zeit in Jordanien gab es für Jasser Situationen, die ihm gut in Erinnerung bleiben werden. Als bedrückend nahm er vor allem die Ernsthaftigkeit der Kleinsten wahr: "Im Kindergarten hörte man kein Kinderlachen." Viele Kinder in den Kindergärten, Waisenhäusern und Reha-Stationen mussten den Tod der Eltern miterleben und sind depressiv. Diese schlimmen Momente, regen aber auch dazu an "die eigene Realität ins rechte Licht zu rücken".

Aber auch fröhliche Momente gab es. Zu den schönsten zählt Jasser die Freude einer Patientin über die Bücherspende für ihre Kinder. Während er für eine Ärztin der Jordanian Women' Union übersetzte, bekam er zufällig mit, dass keines der drei Kinder ihrer Patientin über Schulbücher verfügte. Jasser fragte die Ärztin, ob sie die Bücher gegen eine Spende besorgen könne – sie bot ihre Hilfe an und sponserte die Bücher. Als man der Tochter das übersetzte, sprang diese vor Freude in die Höhe. Nicht zuletzt diese Dankbarkeit und Freude über kleine Dinge sind es, die Jasser in seinem Denken bestärken: "Mit wenigen Mitteln kann man viel erreichen."

Die "trauma school"

Auch wenn Jasser und Omar inzwischen wieder aus Jordanien zurück sind, sind ihre Bemühungen keineswegs abgeschlossen: Die Brüder wollen weiter Hilfsmittel nach Jordanien schicken, die von zwei Freiwilligen vor Ort verwaltet werden. Und ein Folgeprojekt steht auch schon in den Startlöchern: Schon im November will Jasser mit der jordanischen Organisation "House of Tales and Music" das Konzept der "mobile trauma school for children in need of professional psychological support" ausbauen: "Die ursprüngliche Idee war die Betreuung traumatisierter Kinder, nun soll sie für alle sein." So sollen die Freizeitangebote zu den traumatisierten Flüchtlingskinder kommen um allen das "Kind-Sein" zu ermöglichen und bald wieder mehr Kinderlachen zu hören sein wird.

Verfolgen kann man Jassers Erfahrungen und Erfolge in seinem Blog. Auf der facebook-Seite kann man die nächsten Schritte weiter verfolgen.

e-fellow Jasser über sich

Ich bin e-fellow, weil...

... ich den interdisziplinären Ansatz, die tollen Angebote und Expertenratschläge von e-fellows.net schätze. Nicht zu vergessen sind natürlich auch die Community und die Jobangebote.

Ich studier(t)e mein Fach, weil...

... ich mich nicht zwischen zwei reizvollen Alternativen entscheiden konnte, und daher einfach beide gewählt habe.

Experte bin ich...

... in der Lösung komplett unstrukturierter, interdisziplinärer und interkultureller Fragestellungen und Probleme: je schwieriger desto besser!

Gar nicht geeignet bin ich für...

... Routinearbeiten.

Meine Buchempfehlung für die e-fellows...

... Freakonomics von Steven Lewitt und Stephan Dubner, Blink und Outliers von Malcolm Gladwell oder auch Predictably Irrational von Dan Ariely.

Mein größter Traum ist es,...

... beziehungsweise wäre es, erstens in der Zeit zu reisen, um die großen Ereignisse der Geschichte live miterleben zu können. Zweitens: eine friedliche Welt zu erleben. Und drittens, Punkt zwei ohne Punkt eins erleben zu können.

In zehn Jahren...

... habe ich eine Familie mit zwei bis vier Kindern und bin genauso kindisch wie jetzt.

Bei e-fellows.net gefällt mir besonders...

... dass es gelungen ist, aus einer rein virtuellen Community eine echte Gemeinschaft aufzubauen.

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