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Praktikum in Indien beim "Traum"-Start-up

Kaufmännische Leiterin in einem Bosch-Rexroth-Werk in Indien [Quelle: freeimages.com, Autor: subhadipin]

Quelle: freeimages.com, subhadipin

Hupen, Drängeln und volle Straßen - so stellt man sich Indien normalerweise vor. Marie erlebte bei ihrem Praktikum in einem IT-Start-up ein ganz anderes Indien - ein Indien als Ruhepool und 'Traumwelt'. Ein Indien in dem sich die Chai- und Kaffee-Verfechter gegenüberstehen und in dem beim Mittagessen jeder von jedem probieren muss - sonst gibt es enttäuschte Blicke.

Seit einem halben Jahr mache ich ein Praktikum in der Sales-Abteilung des jungen IT-Unternehmens SapnaSolutions in Indien. In diesem faszinierenden Land, wo alles etwas ruhiger zugeht. Indien und ruhig? Bei den vielen Menschen? Das ist richtig! Denke ich an meine täglichen Einkaufstouren, den Weg zur Arbeit und vor allem den enormen Verkehr mit Hupen und Drängeln, denke ich an ein hektisches Indien. Betrete ich dann aber meinen Arbeitsplatz, verfalle ich in die Welt der Ideen und Träume.

Arbeiten und Träumen gleichzeitig

Ich sehe meine Kollegen  bei der täglichen Tasse Chai - dem typischen süßen indischen Milchtee. Und unsere kreativen Damen aus der Personalabteilung, die in Ruhe den künstlichen Plastik-Weihnachtsbaum in unserem "Wohnzimmer-Office" dekorieren. Arbeiten und Träumen gleichzeitig ist in Deutschland meist nicht möglich. Hier bei SapnaSolutions bekomme ich diese interessante Mischung täglich mit.

Affen-Maskottchen und pinke Sparschweine

SapnaSolutions ist ein kulturell äußerst vielfältiges Unternehmen. Und das wird schon beim ersten Schritt durch die Tür deutlich. Blickt man nach rechts, sieht man unsere deutsch-italienische Sales-Ecke – hier wird  neben dem guten Chai auch gerne mal ein hochkonzentrierter Kaffee getrunken, um die Produktivität gewohnt hoch zu halten. Die Aufgabe dieses Teams ist es, den europäischen Markt und die anspruchsvollen Kunden zu betreuen. Ein durchaus lustiges Team, das mit einem Affen-Maskottchen und einem quietschpinken Sparschwein die Arbeitsatmosphäre auflockert.

Alles Schlechte einfach ausgetauscht

In der sogenannten "Golden Time" kümmert sich jeder um seine Kunden in Deutschland und Italien, wobei der komplette Kontakt in der jeweiligen Muttersprache stattfindet – dabei  kommt sogar ein wenig Heimatgefühl auf. Sapna hat sich auf die Entwicklung von Mobile- und Web-Applikationen für den europäischen Markt spezialisiert. "Offshore-Entwicklung" ist hier das Stichwort. Der Gedanke hinter dem ganzen Prozess ist durchaus komplex. So sage ich immer gerne: "Wir haben Offshoring einmal auseinandergenommen, genau untersucht und im Anschluss die positiven Aspekte beibehalten und die schlechten einfach ausgetauscht."

Bunt gemischte Teams

Führt man nun seinen Gang durch das Unternehmen fort, trifft man als Nächstes auf das Human-Ressources-Team. Neben zwei Inderinnen hat sich hier auch eine israelische Kanadierin unter das Team gemischt. Gegenüber sitzen die iPhone-Entwickler, nebenan das Web-Team und ein paar Meter weiter die Projektmanager und Business-Analysten. Letztere zählen die meisten Nationalitäten innerhalb eines Teams. Von britisch, italienisch, über deutsch bis indisch sind sie bunt zusammengewürfelt. Irgendwo zwischen Meeting, Telefonat und Kundentermin springen dann noch die beiden Gründer umher - ein Deutscher mit chinesischen Wurzeln und ein Franzose  - beide sind übrigens noch nicht mal in ihren 30ern.

Jeder probiert von jedem

Insgesamt arbeiten bei Sapna also täglich sechs verschiedene Nationen zusammen. Und alle lernen eine Menge voneinander. Viele Eindrücke und Erfahrungen haben mich intensiv geprägt. So ist die Arbeitsmoral beispielsweise sehr viel gelassener, zur gleichen Zeit aber höchst effektiv. Das Zusammengehörigkeitsgefühl ist ein weiterer Punkt, den ich sehr schätze. Beim Mittagessen bringt jeder sein Mitgebrachtes auf den Tisch und wehe es wird nicht von allem einmal probiert, dann gibt es enttäuschte Blicke.

Roti, Chai und Kaffee

Die herrlich schmeckenden Roti (Teigfladen, die es zu jedem Essen gibt)  haben es mir besonders angetan und bilden quasi das Pendant zu den deutschen Kartoffeln. Vielfältige Gewürze, eine Menge Gemüse und reichlich Öl – das sind wichtige Bestandteile der indischen Küche. Zum Nachtisch dann Lassi oder etwas später ein Chai. Die Chai- und Kaffee-Kultur lässt ebenfalls die unterschiedlichen Geschmäcker deutlich werden, wenn sich zur Morgens- und Mittagszeit beide Gerüche mischen. Der eine versteht nicht, wie man seinen Tee mit so viel süßer Milch trinken kann - der andere wird schon beim Geruch des italienischen Espressos ganz hibbelig.

Mit Sapna Traumlösungen finden

Weg vom Kaffeegeruch und zu guter Letzt noch hin zur Lüftung des Geheimnisses um die Traumwelt, in der ich sechs Monate arbeiten durfte. Das Wort "Sapna" ist Hindi und bedeutet übersetzt so viel wie Traum. So wurde dieses außergewöhnliche Arbeitsklima dem Unternehmen schon direkt in die Wiege gelegt. Als Anthony und Yann das Unternehmen 2009 gründeten war ihre Idee den Kunden technologische "Traumlösungen" zu bieten. Angefangen auf zwei Quadratmetern und einem Kernteam aus vier schlauen Köpfen zählt Sapna Solutions mittlerweile gut 40 Mitarbeiter. Die Start-Up-Phase ist nun  sicher vorbei und der Schritt zum aufstrebenden IT-Unternehmen gesetzt. Gleichzeitig bleibt viel Spielraum für eigene Ideen und Vorschläge, welches die Arbeit bei SapnaSolution so unglaublich interessant und außergewöhnlich macht. Momentan suchen wir im Sales nach einem geeigneten Praktikanten, der diese Herausforderung in der Traumwelt annehmen und teilen will. Und das schon ganz bald - im Januar 2012 kann also schon das nächste Abenteuer starten!

Wenn ich meine Heimreise antrete, werde ich mehr als farbenprächtige Souvenirs, seidige Stoffe und exotische Gewürze mitnehmen. Vor allem habe ich wertvolle Erfahrung und neue Eindrücke gesammelt, die mir keiner mehr nehmen kann. Ich bin sehr froh, diese Zeit in Pune, Indien verbracht zu haben und kann jedem nur empfehlen, es mir gleichzutun.

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Kommentare (4)

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  1. Désirée Dässel

    Hallo Marie, ich habe eben versucht, dich bei e-fellwos.net zu finden und bin leider gescheitert. Ich werde im September/Oktober ebenfalls ein Praktikum bei SapnaSolutions machen und wollte dich um ein paar Tipps bitten. Vielleicht findest du mich mit meinem vollständigen Namen schneller! Beste Grüße

  2. Philipp Greiner

    Das hört sich echt sehr gut an, Marie :-)

  3. Patrick Haslanger

    Klingt gut:-)

  4. Stefan Koch

    "Angefangen auf zwei Quadratmetern" Das hätte ich doch jetzt gerne weiter erklärt. 2 Quadratmeter? So kann man in Thailand günstige "Wohnungen" mieten, aber eine Firma mit 4 Mitarbeitern auf 2 Quadratmetern?

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