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Traumjob in den Hochebenen

Susanne 2004 und heute

Susanne 2004 und heute

Susanne Käss (28) war im Juli 2004 unsere Stipendiatin des Monats. Seitdem ist einiges passiert: Sie hat ihre Promotion gegen die Leitung des Bolivien-Büros der Konrad-Adenauer-Stiftung eingetauscht. Und damit die beste Entscheidung ihres Lebens getroffen.

Was ist passiert, seitdem du Stipendiatin des Monats warst?
 Ich war gerade für ein Auslandsjahr in Brasilien. Im Hauptstudium bin ich dann erneut nach Brasilien gegangen, um meine Diplomarbeit bei der Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS) in Rio de Janeiro zu schreiben. Mein Thema war die brasilianische Landlosenbewegung MST, die aus politischem Interesse das Geschehen maßgeblich beeinflusst. Die Aufenthalte in Brasilien hatten erhebliche Folgen für meine Zukunft. Im Dezember 2006 beendete ich in Passau mein Studium der Sprachen, Wirtschafts- und Kulturraumstudien und bewarb mich auf eine Stelle als Trainee bei der Konrad-Adenauer-Stiftung. Ich verbrachte knapp zwei Jahre als Trainee in Mexiko-Stadt, dann bot die Stiftung mir die Leitung unseres Büros in Bolivien an. Dort bin ich seit März 2009.
 

Sieht es so aus, als ob deine Prognosen ("In zehn Jahren...") eintreffen könnten?
 Das sieht ganz so aus. Meinen beruflichen Traum habe ich bereits verwirklicht. Die Arbeit bei der Stiftung übertrifft all meine Erwartungen. Es macht mir großen Spaß, politische Bildung in einem so spannenden Land wie Bolivien zu betreiben. Einen Mann habe ich auch an meiner Seite, und das mit den Kindern gehen wir in ein paar Jahren an.
 

Wie lief dein Berufseinstieg?
 Eigentlich wollte ich nach dem Studium promovieren. Ich hatte schon einen Doktorvater und eine Zusage für ein Stipendium. Aber dann rief mich eine Bekannte von der KAS an und machte mich auf die Ausschreibung für Mexiko aufmerksam. Ich habe mich dann beworben und die Stelle auch direkt bekommen. Das war die beste Entscheidung meines Lebens. Ich habe in meinem kurzen Berufsleben schon sehr viele spannende Erfahrungen sammeln können und genieße es, im Ausland zu arbeiten.
 

Die KAS ist ja hauptsächlich als Stipendiengeber bekannt. Was sind die Aufgaben in den Auslandsbüros der Stiftung?
 Die KAS hat Büros in über 70 Ländern der Welt. Ziel der internationalen Zusammenarbeit ist es, den Aufbau von demokratischen und rechtsstaatlichen Strukturen zu unterstützen, und zwar durch politische Bildung und Beratung. Im Bolivien-Büro kümmern wir uns um Themen wie die neue Verfassung, Dezentralisierung, politische Partizipation von Indigenen, Aus- und Fortbildung von weiblichen und jugendlichen Führungskräften. Außerdem steht Medienarbeit zu Presse- und Meinungsfreiheit auf dem Programm. Dabei arbeiten wir viel mit lokalen Partnern zusammen und organisieren Veranstaltungen. Ich treffe die Entscheidung, welche Themen wir behandeln, mit wem wir zusammenarbeiten und koordiniere unsere Aktivitäten. Außerdem schreibe ich Berichte über die politische Situation in Bolivien für deutsche Leser.
 

Wie sehr unterscheidet sich die lateinamerikanische Arbeitsweise von der deutschen?
 Die lateinamerikanische Arbeitsweise ist definitiv anders als die deutsche: Man darf nicht so direkt sein, muss viel mehr die Form wahren und immer das Protokoll beachten. Aber ich arbeite gerne mit den Bolivianern zusammen. Sie sind sehr freundlich und entgegen mancher Vorurteile auch zuverlässig. Ich habe mich gut eingelebt, trotz der Höhe - La Paz liegt auf 3.600 Metern.
 

Und noch mal eine Prognose: Was machst du in zehn Jahren?
 Ich kann mir gut vorstellen, bei der KAS zu bleiben. Normalerweise wechseln sich vier- bis fünfjährige Auslandseinsätze mit Aufgaben in der Berliner Zentrale ab. Mich reizt vor allem die Arbeit in Lateinamerika, aber ich könnte mir auch einen Einsatz auf einem anderen Kontinent vorstellen. Durch meine Tätigkeit in der politischen Zusammenarbeit überlege ich mir auch immer öfter, nach meiner Rückkehr nach Deutschland politisch aktiv zu werden. Ich hoffe, dass dieses Engagement in zehn Jahren ebenfalls eine wichtige Rolle in meinem Leben spielen wird.
 

Welchen Karrieretipp hast du für die e-fellows?
 Für den Berufseinstieg ist es sehr wichtig, bereits im Studium praktische Erfahrungen zu sammeln. Dann weiß man später genau, in welche Richtung man gehen möchte. Wenn man ein Praktikum bei einem Arbeitgeber macht, der einen interessiert, sollte man auf jeden Fall den Kontakt halten. In meinem Fall hat mir das einen sehr bequemen Berufseinstieg ermöglicht. Ich habe nur eine Bewerbung geschrieben und habe meinen Traumjob gefunden.

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