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Debattieren und habilitieren

Diskussion Diplom Master Streit Auseinandersetzung (Quelle: freeimages.com, arte_ram)

Quelle: freeimages.com, arte_ram

Warum haben Sie sich für den Weg in die Wissenschaft entschieden?

Nach dem Zweiten Staatsexamen stand ich vor der Wahl zwischen Anwaltsberuf und Wissenschaft. Ich habe mich für den zweiten Weg entschieden. Der Einblick in den Berufsalltag einer Großkanzlei, den ich im Referendariat gewonnen habe, war sehr interessant. Mehr noch als das Tagesgeschäft eines Anwalts reizt mich aber die wissenschaftliche Beschäftigung mit der aktuellen europäischen Rechtsentwicklung. An der Universität habe ich große Freiräume bei der Auswahl meines Forschungsgegenstandes. Ich entscheide selbst, welchem Thema ich mich widme und welche Position ich beziehe. Diese Unabhängigkeit macht aus meiner Sicht den besonderen Reiz wissenschaftlichen Arbeitens aus.

Wie lief das Bewerbungsverfahren ab?

Neben dem Referendariat war ich als Lehrbeauftragter für juristische Rhetorik an der Universität Bielefeld tätig. Den Kontakt zu meinem Doktorvater habe ich aufrechterhalten.

Als dann das Zweite Staatsexamen näher rückte und ich vor der Frage stand, welchen Weg ich einschlage, bekam ich das Angebot für eine Habilitationsstelle. Nachdem meine Prüfungsergebnisse vorlagen, habe ich den Vertrag unterschrieben.

Welche Stärken und Schwächen haben Sie an sich entdeckt?

Andere behaupten, dass es mir recht gut gelingt, komplexe Zusammenhänge zügig zu erfassen und anschließend klar und anschaulich darzustellen. Hierbei hat es geholfen, dass ich mich während des Studiums in einem Debattierclub engagiert habe. Das ist nicht nur bei Konferenzen nützlich, sondern auch wenn man plötzlich in einem Hörsaal vor zweihundert Studierenden steht. Zugleich habe ich gelernt, dass die Koordination eines größeren Forschungsvorhabens auch einiges an organisatorischem Geschick verlangt. Hier möchte ich meine Stärken noch weiter entwickeln.

Wie gestaltet sich Ihr Arbeitsalltag?

Mein Mentor ist Koordinator des "Joint Network on European Private Law", das im Auftrag der EU-Kommission einen Entwurf für die Vereinheitlichung des europäischen Vertragsrechts ausarbeitet. Recht bald hat sich daher gezeigt, dass ich keineswegs nur in meiner Studierstube sitze und über die nächste Veröffentlichung nachdenke. Stattdessen bin ich häufig unterwegs und lerne dabei andere junge Wissenschaftler kennen. Gleich in den ersten Monaten bin ich zu Konferenzen nach Brüssel, Paris und Amsterdam gereist. Im Augenblick arbeite ich für zwei Monate an einem Forschungsprojekt an der Universität Turin. Daher habe ich meinen Schreibtisch von Bielefeld nach Italien verlagert.

Gibt es noch andere Tätigkeiten neben Ihrer wissenschaftlichen Arbeit?

Nach dem Referendariat bei Clifford Chance habe ich einem Partner aus dem Düsseldorfer Büro vorgeschlagen, die ReferendarAcademy der Kanzlei um ein Intensivtraining zum Aktenvortrag im Assessorexamen zu erweitern. Er fand die Idee gut. Seitdem bereite ich regelmäßig Referendare auf die Prüfung vor. Die Besonderheit der Veranstaltung besteht darin, dass sie gezielt auf die Anforderungen der mündlichen Examensprüfung ausgerichtet ist: Die Teilnehmer trainieren, wie sie präzise juristische Argumentation und anschauliche Rhetorik miteinander verbinden können.

Wie hat sich Ihr Privatleben verändert und worin finden Sie den Ausgleich zum Job?

Ich bin von Düsseldorf nach Bielefeld gezogen und entdecke den etwas verborgenen Charme von Ostwestfalen. Wenn ich Zeit habe, schaue ich auch im Debattierclub der Universität Bielefeld vorbei. Nach einem Arbeitstag in der juristischen Fakultät kann ich dort zur Abwechslung auch einmal mit Biochemikerinnen und Informatikern die rhetorischen Klingen kreuzen.

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