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Für eine Handvoll Bitcoins nach Australien

Diplom in Bremen, ein MBA in Oxford – und heute dreht er Filme: Torsten Hoffmann, Produzent des preisgekrönten Films "Bitcoin: The End Of Money As We Know It", hat in Australien sein Glück gefunden. Im Interview erzählt unser Alumnus, warum seine Karriere nicht klassisch, aber gerade deswegen erfolgreich verlief.

Sie gehörten 2001 zu den Ersten, die unser Stipendium erhielten. Damals machten Sie noch keine Filme. Was hat Sie stattdessen beschäftigt?

Ich habe in Bremen Wirtschaft studiert und hatte zu dem Zeitpunkt bereits ein Auslandsjahr in Kuala Lumpur verbracht, um internationale Wirtschaft zu studieren. Parallel zu meinem Studium habe ich bereits bei einem großen Finanzportal gearbeitet. Anders als meine Kommilitonen konnte ich also bei Abschluss meines Studiums nicht nur ein Diplom, sondern auch zwei Berufserfahrung vorweisen. Also habe ich mir eine Auszeit erlaubt und bin ein Jahr lang mit dem Rucksack durch die Welt gereist – eine einzigartige Erfahrung.

Und wie sind Sie dann in die Medienbranche gelandet?

Nachdem ich als Projekt-Manager Kabel Deutschland eingestiegen war, habe ich dort Karriere gemacht – eine wichtige Erfahrung. Ich habe erst dort mein Interesse für Film und Fernsehen entdeckt und mich stark weiterentwickelt. Parallel zum Job habe ich in Oxford ein MBA-Studium absolviert. 2012 entschied ich mich schließlich, nach Australien zu gehen: Das australische Lebensgefühl hatte mich schon als Backpacker sehr beeindruckt. Ich wollte ein Teil davon werden. Heute arbeite ich als Vermittler zwischen Filmemachern und internationalen Medienunternehmen wie Samsung, Netflix oder der Deutschen Telekom. Und dann war da natürlich noch ein dieses eigene Filmprojekt, das ich unbedingt verwirklichen wollte.

Ihre Dokumentation "Bitcoin: The End Of Money As We Know It" wurde dieses Jahr fertig und hat Ihnen gleich einige Preise eingebracht. Warum ein Film ausgerechnet über so ein abstraktes Finanzthema?

Schon als Student habe ich mich für die Welt der Finanzen und Investments begeistert. Dort wird das Thema Bitcoins seit vielen Monaten immer wieder kontrovers diskutiert. Es war also die ideale Grundlage, um nicht nur einen Film zu drehen, sondern mich auch selbst weiterzuentwickeln.

Was war Ihr schönster Moment während der Produktion?

Auf Kickstarter habe ich eine Crowdfunding-Kampagne begonnen. Ich versuchte, andere für mein Konzept zu begeistern – und war schon nach drei Wochen erfolgreich. Damit war nicht nur die finanzielle Unterstützung vorhanden, um den Film an so vielen Orten zu drehen, sondern vor allem die Bestätigung, dass ich an etwas arbeitete, das viele andere sehen wollten.

Und jetzt Australien statt Hollywood?

Ich habe viele geschäftliche Kontakte nach Hollywood, aber leben möchte ich weiterhin in Australien. Melbourne ist schließlich nicht umsonst zum fünften Mal hintereinander zur lebenswertesten Stadt der Welt gewählt worden. Heutzutage kann man überall auf der Welt arbeiten – und einen Blockbuster habe ich sowieso nicht in Planung.

Mit Blick auf Ihre ungewöhnliche Karriere – was raten Sie anderen e-fellows?

Ich habe einige Zeit in einem großen Unternehmen verbracht und mich dort hochgearbeitet. Das war eine wichtige Erfahrung, um letztlich überhaupt den Willen zu entwickeln, in die Selbstständigkeit zu gehen. Klar, das war ein bis zwei Jahre hart, und ein bisschen Glück gehörte sicher auch dazu, aber das es war wert! Ich bin jetzt mein eigener Chef. Die e-fellows, die ich kennengelernt habe, sind intelligent, jung und haben großes Potential. Es wird immer einfacher, ein Unternehmen zu gründen – jeder sollte das für sich in Betracht ziehen. Es lohnt sich.

Bitcoins: die größte Erfindung seit dem Internet oder nur die nächste digitale Blase?

Mit dieser Frage beschäftigt sich Torsten Hoffmanns Film "Bitcoin: The End of Money As We Know It" und ist dafür bereits mit einigen Preisen ausgezeichnet worden. Der 60-minütige Dokumentarfilm erzählt die Geschichte des Geldes und stellt die komplexe Idee hinter der Internetwährung vor.

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