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Interdisziplinäres Arbeitenmit Feierabend-Klavier

Alumnus Florian Bertele von Accenture entspannt beim Klavierspiel, Quelle: sxc.hu, User: squidonius.

Alumnus Florian Bertele von Accenture entspannt beim Klavierspiel, Quelle: sxc.hu, User: squidonius.

Warum haben Sie sich für Accenture entschieden?
Aufgrund einiger Praktika und meiner Diplomarbeit wusste ich bereits vor meinem Studienende ziemlich genau, dass ich über den Tellerrand der "reinen" Software-Entwicklung hinausschauen wollte. Daher interessierte mich die Consulting-Branche, wo man in unterschiedlichen Rollen bei mehreren Kunden und Industrien arbeitet und sich konsequent weiterentwickeln kann.
 
Bei Accenture haben mich sowohl die inhaltlichen als auch die "weichen" Faktoren überzeugt: Hier kann ich in Projekten an der Schnittstelle zwischen Business und IT arbeiten und so auch meinen Studienhintergrund sehr gut nutzen. Ausgehend von meinem Auslandsstudium finde ich das internationale und anglo-amerikanisch geprägte Umfeld in einer globalen Firma wie Accenture sehr anregend. Durch die internationalen Trainings konnte ich auch Freundschaften zu vielen Kollegen im Ausland knüpfen, was ich als sehr bereichernd empfinde. Den Ausschlag gab für mich schließlich der sehr angenehme persönliche Kontakt mit den Executives während des Bewerbungsverfahrens. Mein Eindruck ist, dass bei Accenture ein besonderes Augenmerk darauf gelegt wird, dass die Kollegen gut zusammenpassen.

Wie lief das Bewerbungsverfahren ab?
Sehr schnell und unkompliziert: Im Rahmen der Jahrestagung 2004 der Gesellschaft für Informatik in Ulm nahm ich an einer Karriere-Veranstaltung teil. Dort hatte ich ein persönliches Interview mit einem Senior Manager von Accenture. Anschließend wurde ich nach Kronberg zu einem Auswahltag eingeladen - und noch am selben Abend konnte ich ein Angebot mit nach Hause nehmen.

Was war die erste Überraschung in Ihrem Job?
Nach den "New Joiner"-Trainings in Kronberg kam ich zu meinem ersten Projekt, einem großen IT-Transformationsprojekt bei einem führenden deutschen Versicherungsunternehmen. Ich war beeindruckt, wie breit dieses Projekt tatsächlich aufgestellt war: Von der Konsolidierung der Rechenzentren über den Umbau der Organisationsstruktur bis zur Optimierung von Controlling-Prozessen. Was für mich zunächst nur nach IT geklungen hatte, berührte de facto alle Teile des Unternehmens und wurde von gemischten Teams aus Kundenmitarbeitern, Technologie- und Management-Beratern bearbeitet. Genau diese interdisziplinäre Arbeitsweise macht für mich auch den Reiz an meiner Tätigkeit aus.

Welche Stärken - vielleicht sogar auch Schwächen, die es zu überwinden galt - haben Sie an sich entdeckt?
Es war für mich als Informatiker beim Einstieg neu, dass alle wichtigen Ergebnisse in Management-tauglicher Form präsentiert werden. Das bedeutet: Die Resultate müssen optisch makellos und inhaltlich auf klare und einfache Aussagen reduziert werden. Ansonsten können die besten Arbeitsergebnisse verpuffen, weil das Verständnis und die Aufmerksamkeit bei den Entscheidern fehlen. Darüber hinaus muss man sich mit der Arbeitsweise innerhalb eines straff organisierten Projekts zurechtfinden. Für jede Tätigkeit bestehen klare Ziele und Zeitvorgaben, daher muss man die eigene Arbeitsweise (und auch die der Kundenmitarbeiter) gut strukturieren und kontrollieren. Das erfordert ein hohes Maß an Flexibilität, Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen, und manchmal sicherlich auch eine erhöhte Belastbarkeit.
 
Schließlich darf man auch die allgemeinen Anforderungen an die Arbeit als Berater nicht unterschätzen. Der Kunde zieht einen externen Berater hinzu, um ein wichtiges Ziel zu erreichen. Daher ist die oberste Prämisse, die Erwartungen des Kunden durch entsprechende Arbeitsergebnisse und ein seriöses und serviceorientes Auftreten zu erfüllen.

Wie gestalten sich Ihr Arbeitsalltag und die Zusammenarbeit mit Vorgesetzten und Kollegen?
Die Zusammenarbeit innerhalb von Accenture ist sehr entspannt, direkt und offen. Auch als Neueinsteiger konnte ich Executives und Senior Executives direkt ansprechen. Das Accenture-Netzwerk ist für mich das wichtigste Hilfsmittel, um Infos oder Unterstützung zu jedem beliebigen Thema zu erhalten - der passende hilfsbereite Kollege ist immer nur ein paar Telefonanrufe entfernt. Grundsätzlich stehen jedem Neueinsteiger ein Mentor und ein Counselor zur Seite, die ihn beim Einstieg unterstützen und Ansprechpartner für die langfristige Karrierentwicklung sind.
 
Da ich bei externen Projekten vier bis fünf Tage die Woche in einer anderen Stadt bin, verbringe ich auch den Feierabend oft mit Kollegen, bei einer Joggingrunde, einem wöchentlichen Fußballabend oder einem gemeinsamen Bier. Das hilft, auch unter der Woche den Ausgleich zu finden und nicht das Gefühl zu haben, "nur für die Arbeit zu leben".

Was würden Sie als Ihren größten beruflichen Erfolg bisher bezeichnen?
Berufliche Erfolge würde ich nicht als "meine Erfolge" bezeichnen, sondern als die des gesamten Teams. Für mich persönlich war es eine schöne Bestätigung, zum Abschluss eines Projekts vom Kundenprojektleiter eine sehr persönlich gefasste Dankes-Mail zu erhalten, die die Wertschätzung für den eigenen Beitrag zum Gesamtergebnis dokumentiert. Am Ende des Tages ist schließlich die Zufriedenheit des Kunden die entscheidende Messgröße für einen Berater.

Und Ihr größter Fauxpas? Welche Erkenntnis zogen Sie daraus?
Mir persönlich ist schon passiert, dass ich aus Gewohnheit Abkürzungen oder organisatorische Bezeichnungen vom vorhergehenden Projekt bei einem neuen Kunden verwendet habe. Die Tatsache, dass man ganz zu Anfang eines Projekts noch nicht sofort alle Mitarbeiternamen parat hat, kann sich manchmal ebenfalls zu einem kleinen Fauxpas entwickeln. Meine persönliche Erkenntnis daraus ist, jedes Projekt mit einem Abkürzungsverzeichnis und einer Namensliste (mit Rollen/Funktionen) zu beginnen - das erspart peinliches Nachfragen und spätere Verwirrungen.

Wie hat sich Ihr Privatleben verändert und worin finden Sie den Ausgleich zum Job?
Ich war bislang knapp drei Jahre durchgängig auf Projekten außerhalb meines Wohnorts München. Die dadurch entstehende Reisebelastung und die herausfordernde Projektarbeit schränken das Privatleben in einer Form ein, die ich vorher so nicht kannte.
 
Mein persönlicher Ausgleich ist abends meistens sportlich: Auf einem Projekt in Köln war ich regelmäßig mit einem Kollegen beim Klettern in einer Indoor-Anlage. Außerdem jogge ich häufig, um den Kopf frei zu bekommen. Da ich außerdem sehr gerne Klavier spiele, hat es sich bei mir zu einer individuellen Sportart entwickelt, in Hotels oder sonstigen öffentlich zugänglichen Gebäuden Klaviere zu finden, auf denen man mehr oder minder ungestört (spät-)abends eine Stunde spielen kann.
 
Der eigentliche Rückzugspunkt für das Privatleben ist das Wochenende. Diese sehr wertvolle Zeit versuche ich deshalb möglichst gut zu nutzen, um Kontakte zu pflegen und meinen Hobbys und Interessen nachzugehen. Sehr positiv finde ich die relativ große Flexibilität zwischen verschiedenen Projekten - hier kann man von angespartem Urlaub und aufgebauten Überstunden relativ problemlos eine längere Auszeit am Stück nehmen. Die nutze ich dann am liebsten für Fernreisen. Im letzten Herbst war ich für fünf Wochen in Hong Kong und in Thailand, zum Klettern und Tauchen.

Wenn Sie mit Ihrem heutigen Wissen auf Ihr Studium zurückblicken: Gibt es etwas, das Sie anders machen oder worauf Sie besonders achten würden?
Von Studenten wird heute erwartet, dass sie sich sehr schnell orientieren und sich beim Berufseinstieg für eine bestimmte Ausrichtung entschieden haben. Vor allem in Deutschland wird auf Stringenz im Lebenslauf relativ großer Wert gelegt. Daher würde ich besonders während des Studiums darauf achten, durch Praktika oder eine Diplomarbeit außerhalb der Uni möglichst viele unterschiedliche Industrien, Unternehmen und Rollen kennenzulernen. So kann man herausfinden, was einen nach dem Studium erwartet und ob sich dies mit den eigenen Ansprüchen deckt. Auch wenn externe Praktika nicht explizit geforderter Teil der Studienordnung sind, würde ich darauf nicht verzichten.
 
Was ich definitiv wieder machen würde und jedem nur ans Herz legen kann: einen Teil des Studiums im Ausland verbringen. Diese Erfahrung ist sehr wertvoll, sowohl in beruflicher als auch in persönlicher Hinsicht (und macht nebenbei gesagt eine ganze Menge Spaß). Ich empfehle, sich möglichst direkt nach dem Vordiplom - beim Bachelor nach Abschluss des zweiten oder dritten Fachsemesters - um die Organisation zu kümmern, da die Vorlaufzeiten für eine Bewerbung relativ lang sein können.

Haben Sie so etwas wie ein Tagesmotto oder einen Tipp, den Sie den e-fellows mit auf den Weg geben möchten?
Ein Senior Executive hat mir in den ersten Wochen bei Accenture folgende Aussage an die Wand gepinnt, und ich glaube, es steckt einiges an Wahrheit darin: Performance = Perception – Expectations.

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