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Ein Studentenleben für 600 Euro im Monat. Oder 1.150.

Geld Einkaufswagen (Quelle: freeimages.com, Autor: Dioptria)

Quelle: freeimages.com, Dioptria

Wie viel Geld brauche ich als Student? Der Lebenshaltungskosten-Rechner von ZEIT ONLINE zeigt 40 Städte im Vergleich. Vier Hamburger machen für uns Kassensturz.

"Das wilde Studentenleben" ist meistens ein Synonym für chronische Ebbe auf dem Konto. Wie viel Geld pro Monat aufs Konto wandert, hängt in erster Linie vom Wohlstand der Eltern ab. Zwei Drittel der Studenten jobben außerdem neben dem Studium. Aber wie viel kostet das Studentenleben nun eigentlich? Der Lebenshaltungskosten-Rechner von ZEIT ONLINE und ZEIT CAMPUS zeigt, was Studenten in verschiedenen Städten ausgeben. Doch auch am gleichen Ort können sich die Ausgaben unterscheiden. Vier Hamburger Studenten machen Kassensturz.

Stefan Angele, 26 Jahre

1.150 Euro gibt Stefan Angele im Monat aus. Er studiert Journalistik und Kommunikationswissenschaft und wohnt seit fünf Jahren in Hamburg. Momentan finanziert er sich durch drei Nebenjobs und einen Studienkredit.

Miete: 580 Euro (inklusive Nebenkosten und Internet- und Festnetz Flatrate)

"Bestimmt lernt man in einer WG schnell neue Leute kennen und findet Anschluss in einer neuen Stadt. Trotzdem sah ich keine Chance, mir mit fremden Menschen eine Wohnung zu teilen. Auf meinen 38 Quadratmetern kann ich selbst entscheiden, wann meine Wohnung aufgeräumt oder ein Schlachtfeld ist."

Handy: 15 Euro

Lebensmittel: 250 Euro

"Grundsätzlich kaufe ich Basislebensmittel wie Reis, Nudeln und Getränke so billig wie möglich. Ich glaube, dass sich Produkte da unabhängig vom Preis sehr ähneln. Bei Obst und Gemüse ist das wiederum anders, da achte ich eher auf die Qualität als den Preis. Das Teuerste an meinem Einkauf sind Fisch und Shrimps, aber das esse ich eben gerne, also gönne ich mir das auch."

Restaurants, Kneipen, Bars und Clubs: 200 Euro

"Ich arbeite zurzeit sehr viel: Unter der Woche beim Praktikum und am Wochenende kümmere ich mich um meine Nebenjobs. Da bleibt mir wenig Zeit und auch wenig Energie zum Feiern. Als Ausgleich lasse ich dafür den Abend gerne mit Freunden entspannt ausklingen. Wir gehen dann nach der Arbeit etwas Essen oder Trinken. Manchmal erschrecke ich mich selbst, wie viel Geld das kostet."

Sport: 0 Euro

"Warum sollte ich für ein Fitnessstudio Geld ausgeben, wenn ich doch kostenlos Laufen gehen kann? Bei mir direkt um die Ecke ist ein Wald, da gehe ich mehrmals die Woche Joggen und Sit-ups kann ich zu Hause machen. In dieser Hinsicht bin ich ein echter Schwabe und spare lieber."

Klamotten/Shoppen: 50 Euro

"Ich gehe weder spontan einkaufen noch bummel ich durch die Läden. Ich shoppe dann, wenn ich wirklich neue Klamotten brauche, neulich zum Beispiel eine Badehose. Marken sind mir nicht wichtig, es sei denn, etwas soll lange halten, wie zum Beispiel ein Anzug."

Kosmetikartikel: 10 Euro

"Ich bin ein Fan von pragmatischen Geschenken: Teure Sachen wie ein Parfüm lasse ich mir zu Weihachten oder zum Geburtstag schenken. Da beides bei mir etwa ein halbes Jahr auseinander liegt, funktioniert das hervorragend."

Transport: 21 Euro

"In Hamburg kann ich mit dem Semesterticket kostenlos Bus, S- und U-Bahnen nutzen. Bis nach Baden-Württemberg komme ich damit allerdings nicht. Wenn ich rechtzeitig plane und früh genug meine Flüge buche, halten sich die Preise in Grenzen. Dann ist Fliegen billiger als die Strecke mit der Bahn zu fahren. Bei Spontanfahrten muss ich ansonsten einen neunstündigen Gewaltritt im Bus auf mich nehmen."

Uni: 10 Euro

Sonstiges: 12 Euro

"Ich habe den Spiegel abonniert, da habe ich ein Studenten-Abo. Es ist mir wichtig, umfassend informiert zu sein und ich schätze die tiefgehenden Analysen."

Dazu kommt bei allen Hamburger Studenten ein Semesterbeitrag von 300 Euro, der zweimal im Jahr gezahlt werden muss. 

Kolja Berger, 25 Jahre: "Eine regionale Gemüsekiste ist unser Luxus"

Gemeinsam mit seinem Zwillingsbruder zog Kolja Berger für das Bachelorstudium nach Hamburg, blieb und studiert jetzt Geschichte im Master. Er bekommt Bafög, Kindergeld und eine Halbwaisenrente und braucht im Monat etwa 600 Euro zum Leben.  

Miete: 360 Euro (inklusive Nebenkosten und Internet- und Festnetz Flatrate)

"Mit meinem Bruder bin ich zum Studienanfang in eine Dreier-WG gezogen. Mir war wichtig, mit netten Menschen gemeinsam zu leben, mit denen ich mich gut unterhalten und auch außerhalb der Uni etwas unternehmen kann. Außerdem wollte ich möglichst zentral wohnen und in Hamburg kann man sich das alleine kaum leisten – selbst jetzt ist mein Zimmer mit 12 Quadratmetern verhältnismäßig klein."

Handy: 10 Euro

"Ich habe eine Internetflatrate und zahle sonst pro Anruf. Meistens nutze ich WhatsApp oder Facebook um Kleinigkeiten abzusprechen. Längere Telefonate führe ich lieber von zu Hause, das finde ich entspannter, man verabredet sich und beide haben Zeit und Ruhe für ein längeres Gespräch."

Lebensmittel: 120 Euro

"Mein Bruder und ich teilen uns Lebensmittel und deren Kosten. Ich achte darauf, nicht nur günstige, sondern auch hochwertige Produkte zu kaufen. Unser kleiner Luxus ist eine regionale Gemüsekiste, die stellt uns ein hier ansässiger Bauer je nach Saison zusammen und liefert sie uns einmal in der Woche direkt vor die Haustür."

Restaurants, Kneipen, Bars und Clubs: 40 Euro

"Teure Clubs und Bars sind nicht so mein Ding, auf Konzerte gehe ich gerne, aber auch nicht so oft. Am liebsten trinke ich eben ein entspanntes Bierchen in einer Kneipe oder bei Freunden zu Hause. WG-Partys gibt es bei mir im Freundeskreis eigentlich auch zur Genüge, da gibt es immer was zu feiern."

Sport: 17 Euro

"Ich habe mir die Swimcard aus dem Hochschulsportangebot gekauft, die ist jeweils ein Semester gültig. Schwimmen hilft mir abzuschalten, mich zu entspannen und macht vor allem Spaß. Das Angebot ist für mich eine gute Lösung, denn Fitnessstudios und Mannschaftssportarten reizen mich nicht. Ich mag es einfach für mich alleine zu trainieren."

Klamotten/Shoppen: 25 Euro

"Beim Einkaufen sehe ich den Konsumenten in der Verantwortung, dass die eigenen Klamotten unter fairen Arbeitsbedingungen und Bezahlung gefertigt werden. Ich bin nämlich überzeugt, dass die Anbieter immer so günstig wie möglich produzieren, wenn sie für ihre Ware Abnehmer finden. Deshalb kaufe ich meistens in Onlineläden, die fair produzierte Kleidung verkaufen. Da bin ich auch bereit, mal mehr auszugeben. Viel ist es trotzdem nicht, schließlich kann man mengentechnisch sparsam sein."

Kosmetikartikel: 10 Euro

"Bei den Produkten, die ich kaufe, achte ich vor allem auf Verträglichkeit, das heißt, ich weiß meistens schon von vornherein, was ich mir kaufe."

Transport: 2 Euro

"Ich kann mit dem Semesterticket die öffentlichen Verkehrsmittel in Hamburg vergleichsweise günstig nutzen und zu meiner Familie habe ich es auch nicht weit. Wenn ich dann mal in die Bahn steige, such ich mir vorher eine Mitfahrgelegenheit und nutze mit anderen zusammen die Gruppenländertickets."

Uni: 2 Euro

"Innerhalb von fünf Jahren Studium an der Uni Hamburg habe ich mir bisher ein einziges Mal ein Buch gekauft. Und auch obwohl ich viele Unterlagen ausdrucke, komme ich billig weg, denn an der Uni kann man das für wenig Geld erledigen."

Sonstiges: 20 Euro

"Ich fotografiere und filme viel in meiner Freizeit, da hat sich in den letzten Jahren einiges an Equipment angesammelt. Im Schnitt kaufe ich mir einmal im Jahr etwas Neues, oder rüste das, was ich schon habe noch einmal auf. Ein neues Objektiv für meine Kamera kann schon mal teuer werden."

Anissa Brinkhoff, 25 Jahre: "Ich lerne gerne in Cafés"

Fast 1.000 Euro gibt Journalistik-Studentin Anissa Brinkhoff im Monat aus. Sie finanziert sich über Bafög und ihren Nebenjob.

Miete: 400 Euro

"Von Anfang an war mir klar, dass ich in Eimsbüttel wohnen will. Mit seinen vielen Cafés und kleinen Lädchen ist es für mich der charmanteste Stadtteil Hamburgs. Alleine hätte ich mir eine Wohnung dort aber nie leisten können. Jetzt wohne ich in einer Zweier-WG. Mein Zimmer ist 14 Quadratmeter groß."

Handy: 15 Euro

"Ich habe eine Internetflat und 200 Frei-SMS und Minuten. Damit komme ich gut hin, zur Not kann ich auch immer noch von unserem Haustelefon aus anrufen. Das macht vor allem bei meinen Großeltern Sinn, da muss ich nämlich auch schon mal lauter sprechen."

Lebensmittel: 250 Euro

"Ich koche und backe viel und vor allem leidenschaftlich gerne. Deshalb ist mir bei Lebensmitteln Qualität sehr wichtig. Ich bin oft auf Märkten oder im Bio-Supermarkt unterwegs und achte darauf, wo die Produkte herkommen: Milch und Honig kaufe ich zum Beispiel wenn möglich nur aus der Region."

Restaurants, Kneipen, Bars und Clubs: 120 Euro

"In letzter Zeit gehe ich nicht so viel feiern, dafür aber mit Freunden öfter mal etwas Essen oder Trinken. Gutes Essen und gute Gespräche, das sind zwei Sachen, die ich schon für sich allein genommen unglaublich schätze und in Kombination – pures Glück."

Sport: 50 Euro

"Ich mache viel Sport, deshalb ist mir die Qualität des Fitnessstudios sehr wichtig. Ich zahle jetzt verhältnismäßig viel – dafür kann ich aus über 300 Sportkursen auswählen, schwimmen oder in die Sauna gehen und es ist immer ein Trainer vor Ort, den ich ansprechen kann."

Klamotten / Shoppen: 70 Euro

"Ich beschäftige mich gerne mit Mode und mag es, zu shoppen. Ich bin aber absolut kein Spontankäufer, sondern habe meistens eine ganz bestimmte Idee im Kopf, von dem Kleidungsstück oder Accessoire, das ich jetzt noch unbedingt brauche. Ich vergleiche vorab Schnitte und Preise online, um dann in die Stadt zu gehen und zuzuschlagen."

Kosmetikartikel: 20 Euro

"Ich bin bei Kosmetikartikeln sehr festgefahren und kaufe schon seit Jahren dieselben Produkte. Klar gebe ich auch Geld für Schminke aus, aber viele Sachen, wie Lidschatten, benutze ich vielleicht ein Mal im Monat, die halten fünf Jahre. Ganz anders ist das bei Nagellack, da lagere ich ein riesiges Farbsortiment zu Hause."

Transport: 30 Euro

"Zu meiner Familie nach Hause habe ich es nicht weit. Wenn ich aber nach Münster oder München fahre, um alte Freunde und Mitbewohner zu treffen, dann fällt das schon ins Gewicht, trotz Bahncard."

Uni: 5 Euro

"Die Kosten für mein Studium halten sich in Grenzen. Klar Stifte, Notizblöcke und Papier braucht jeder und eine neue Druckerpatrone muss ich mir auch dann und wann zulegen."

Sonstiges: 30 Euro

"Ich sitze liebend gerne in Cafés. Entweder mit Freunden, um zu quatschen, oder alleine – zum Entspannen oder lernen. Andere verschlägt es hinter den Schreibtisch oder in die Bibliothek, mich eben in Cafés. Ich hab dann das Gefühl, obwohl ich lernen muss, tue ich das in einer schönen Umgebung und nichtalleine hinter Bücherstapeln verschanzt."

Nora G., 26 Jahre: "Ich bin eine Schnäppchenjägerin"

An der HAW in Hamburg studiert Nora G. Illustration im Bachelor . Nach dem Studium will sie sich selbstständig machen. Sie wird von ihren Eltern finanziell unterstützt und jobbt neben ihrem Studium. Im Monat gibt sie etwa 680 Euro aus.

Miete: 365 Euro

"Ich wohne mit meinem Freund zusammen und wir teilen uns die Miete. Unsere Wohnung ist ein echter Glücksgriff. Sie hat einen Balkon, ist mit 63 Quadratmetern groß genug für zwei, liegt zentral und vor allem definitiv unter Hamburgs Mietspiegel."

Handy: 7 Euro

"Mein Vertrag beinhaltet 100 Freiminuten und SMS und eine Internetflat im Monat. Um die 100 Minuten spontan von unterwegs zu nutzen, habe ich mir angewöhnt, längere Gespräche, vor allem mit meinen Eltern, vom Telefon zu Hause aus zu führen."

Lebensmittel: 100 Euro

"Mein Freund und ich teilen uns die Kosten für unsere Einkäufe. Ich bin eine kleine Schnäppchenjägerin und vergleiche in den Prospekten immer die Angebote. Weil wir relativ viele Supermärkte bei uns um die Ecke haben, funktioniert das gut. Ausgenommen sind aber Gemüse und Obst, da achte ich vor allem auf die Qualität."

Restaurants, Kneipen, Bars und Clubs: 10 Euro

"Ich bin eher selten in Kneipen, Bars oder Clubs unterwegs. Am Wochenende treffen mein Freund und ich uns eher mit befreundeten Paaren, veranstalten Spieleabende oder kochen zusammen."

Sport: 50 Euro

"Seit acht Jahren tanze ich schon mit meinem Tanzpartner Standard und Latein, einmal in der Woche trainieren wir gemeinsam beim Tanzkurs. Vor allem bei Familienfesten fällt man auf der Tanzfläche auf: Es überrascht mich manchmal, dass kaum noch jemand richtig tanzen kann."

Klamotten / Shoppen: 20 Euro

"Ich bin eher eine Gelegenheitseinkäuferin. Wenn ich losziehe, dann gehe ich meistens in Second-Hand Läden oder ich orientiere mich in großen Ketten an den roten Preisschildchen, sonst wäre ich verloren. Außerdem kaufe ich viel bei Ebay, da bekommt man viele ungewöhnliche Sachen für wenig Geld."

Kosmetikartikel: 10 Euro

"Ich schminke mich sehr selten. Nur für Nagellack gebe ich mehr Geld aus: In meinem Studium arbeite ich viel mit Farbe und die ist schwer von und unter den Nägeln wegzubekommen."

Transport: 70 Euro

"Wir haben das alte Auto von meinem Opa geerbt. Für den Dienst an seiner Sicherheit – wenn wir das Auto fahren, dann kann er es nicht mehr tun – zahlen meine Eltern die Versicherung. Ich nutze das Auto eher selten, vor allem für  Großeinkäufe oder zum Training. Trotzdem es ist eben ein sehr altes Auto und dementsprechend ein fieser Spritfresser."

Uni: 30 Euro

"In meinem Studium habe ich relativ hohe Materialkosten. Verschiedenste Stifte, Farben, oder hochwertiges Papier, da kostet ein Paket schon mal 70 Euro. Manchmal brauche ich auch ungewöhnlichere Utensilien, wie zum Beispiel spezielle Messer für das Holzschnittseminar letztes Semester."

Sonstiges: 24 Euro

"Ich bin ein Filmliebhaber und habe deshalb mit ein paar Freunden Kinobesuche im Abo. Einmal in der Woche gehen wir in eine Sneak-Preview. Ein bisschen ärgerlich ist es nur, wenn Horrorfilme gezeigt werden, die sind eher nicht so mein Fall."

© ZEIT ONLINE (Zur Original-Version des Artikels)

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