Partner von:

Welcher Papierkram kann noch warten?

Berufsunfähigkeitsversicherung, Versicherung, Regenschirm [Quelle: tempus corporate, Getty Images]

Quelle: tempus corporate, Getty Images

Versicherungen, Steuern, Sparen: Was sein muss, was nicht.

Haftpflichtversicherung

Wenn man versehentlich seinen Kaffee über den Laptop eines Kommilitonen kippt, kann das ganz schön teuer werden. Gegen die Kosten, die durch solche blöden Missgeschicke entstehen, sollte man unbedingt über eine Haftpflichtversicherung abgesichert sein. Als Masterstudent ist man häufig bei seinen Eltern mitversichert und braucht sich noch nicht um einen eigenen Vertrag zu kümmern. Einfach die Versicherung der Eltern fragen, ob das der Fall ist. Meist gilt der Familienschutz, solange man nach dem Bachelor ohne Pause weiterstudiert und vorher keinen Ausbildungsberuf erlernt hat. Das kann sich von Versicherung zu Versicherung unterscheiden. In älteren Verträgen kann eine Altersgrenze stehen, oft liegt die bei 25 Jahren. Verbraucherzentralen raten: Unbedingt schauen, ob man wirklich versichert ist, ansonsten eine eigene Haftpflichtversicherung abschließen. Für Studenten gibt es günstigere Tarife.

Hausratversicherung

Steht ein Konzertflügel im WG-Zimmer? Oder bereits ein Designer-Sofa für die Playstation-Abende? Dann kann es sich lohnen, im Master über eine Hausratversicherung nachzudenken. In den meisten Fällen rentiert sich das aber nicht. Falls die Eltern so eine Versicherung besitzen, ist die Studentenbude häufig bis zu einem bestimmten Betrag mit abgesichert. Ein kurzer Blick in die Unterlagen kann für Gewissheit sorgen.

Berufsunfähigkeitsversicherung

Wer rund 30 Euro pro Monat übrig hat, kann schon im Master über eine Berufsunfähigkeitsversicherung nachdenken. Für alle anderen gilt: Das kann noch warten. Im Studium zahlt man allerdings geringere Beiträge als ein Berufseinsteiger, was für die Versicherung spricht. Es empfiehlt sich, mit einer kleinen Versicherungssumme einzusteigen und die nach dem Studium zu erhöhen.

Steuererklärung

Studienkosten kann man als sogenannten Verlustvortrag von der Steuer absetzen. Das bedeutet: Sobald man sein erstes richtiges Geld verdient, können die Studienkosten aus den Vorjahren von der Steuer abgezogen werden. Für Berufseinsteiger mit hohem Einkommen kann das nach dem ersten Jahr im Job eine ordentliche Rückzahlung bringen. Ein Master gilt in der Regel für Steuerbehörden als Zweitstudium. Das hat Vorteile: Ausgaben für Fachbücher oder Fahrtkosten kann man als Werbungskosten von der Steuer abziehen. Studenten können auch die Mietkosten für ein Zimmer als doppelte Haushaltsführung geltend machen, wenn sie an einem anderen Ort als dem ihrer Hochschule gemeldet sind. Wichtig: Alle Belege und Quittungen sammeln und ordentlich aufbewahren. Hat man mitten im Master keinen Kopf für die Steuererklärung, ist das nicht schlimm. Einkommensteuererklärungen kann man bis zu vier Jahre später nachträglich einreichen.

Altersvorsorge

Um passende Versicherungen gekümmert? Alle großen und kleinen Schulden abbezahlt? Ein kleines Finanzpolster für unerwartete Reparaturen oder Anschaffungen zur Seite gelegt? Und immer noch Geld da? Dann kann man ruhig jetzt schon anfangen, für den Lebensabend zu sparen. Aber, klar: Die wenigsten Studenten im Master haben dafür das nötige Geld übrig. Das ist auch nicht schlimm. Ob man später einmal eine Familie gründen oder in Australien arbeiten wird, kann man als Student getrost auf sich zukommen lassen, anstatt sich gegen jedes denkbare Szenario abzusichern. "Gerade bei jungen Menschen ist noch vieles im Fluss, daher sollte man keine langfristig bindenden Verträge eingehen", sagt Ralf Scherfling von der Verbraucherzentrale NRW. Auch das Einzahlen in die Riester-Rente lässt sich nicht uneingeschränkt empfehlen. Zwar kann man die Sparzulage von derzeit 154 Euro vom Staat erhalten, wenn man im Studium eigenes Geld verdient. Oft ist in dieser Zeit aber noch nicht klar, ob man sein gesamtes Berufsleben lang förderberechtigt bleiben wird. Wer sich nach dem Studium selbstständig macht, im Ausland arbeitet oder als Arzt oder Architekt in einer Versorgungskammer unterkommt, muss den Vertrag beenden. Häufig bekommt man dann vergleichsweise wenig Geld zurück, da die Kosten für Vertragsabschluss und Provisionen meist in den ersten Jahren abgezogen werden. Lieber das kleine Vermögen während des Studiums in Aktienfonds oder auf Sparkonten parken – und das Thema Altersvorsorge erst beim Berufseinstieg so richtig anpacken.

© ZEIT ONLINE (Zur Original-Version des Artikels)

nach oben

Im e-fellows.net wiki kannst du dein Wissen teilen und von den Erfahrungen anderer Stipendiaten profitieren.

Hol dir Karriere-Infos,

Jobs und Events

regelmäßig in dein Postfach

Tipps fürs Studium und

Infos zu Top-Unis - einmal

monatlich in dein Postfach

Kommentare (0)

Zum Kommentieren bitte einloggen.

Das könnte dich auch interessieren