Partner von:

Wie finanziere ich mein Studium?

Money (Quelle: freeimages.com, Autor: v_hujer)

Quelle: freeimages.com, v_hujer

Kredite, Bildungsfonds, Stipendien: Sie alle füllen das Portemonnaie. Worauf muss man achten? Ein Überblick über Aufnahmeverfahren, Zinssätze und Rückzahlungen.

Studienkredit von der Bank

Rund 50.000 Studenten haben 2011 einen Studienkredit neu aufgenommen. Am beliebtesten ist das staatliche Angebot der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Ihre Kredite werden von fast allen großen Banken vermittelt. Weitere Angebote gibt es unter anderem von der Deutschen Bank und einigen regionalen Sparkassen und Raiffeisenbanken. Durchschnittlich werden zwischen 500 und 650 Euro monatlich ausgezahlt. Bei der Deutschen Bank sind es in den ersten zwölf Monaten nur 200 Euro, ab dem zweiten Jahr das Vierfache. Am längsten (sieben Jahre) zahlen die KfW (höchstens 54.600 Euro) und die Evangelische Kreditgenossenschaft (höchstens 35.000 Euro).

Ein Sonderfall ist der KfW-Bildungskredit. Dieser finanziert, anders als der Studienkredit, nur einen bestimmten Zeitraum des Studiums, etwa den Endspurt vor dem Abschluss. Bis zu 7.200 Euro kann man auf diese Weise von der KfW bekommen.

Bei der Wahl des Kredites sollte man auf die sogenannte Ruhephase achten. Wann ist die erste Rückzahlung fällig? Bei der Deutschen Bank etwa muss man ein Jahr nach der letzten Auszahlung mit dem Zurückzahlen beginnen. Hat man also für die ersten beiden Semester einen Kredit aufgenommen, muss man noch während des Studiums mit dem Tilgen anfangen. Bei der KfW dagegen bleiben nach Studienende noch 23 Monate bis zur ersten Rate, egal wie viele Semester der Kredit in Anspruch genommen wurde.

Die Kredite haben entweder einen variablen Zins, das heißt, er wird jeweils dem allgemeinen Zinsniveau angepasst, oder einen Festzins. Bei der KfW kann man sich zwischen beiden Optionen entscheiden: Variabel liegt der Zins bis Oktober 2012 bei 3,7 Prozent und fest zwischen 4 und 4,9 Prozent, je nach Reststudienzeit. Der Festzins der Deutschen Bank liegt zurzeit bei 7,9 Prozent. Zurückzahlen muss man das Geld hier innerhalb von zwölf Jahren, beim KfW-Studienkredit hat man dafür 25 Jahre Zeit.

Geld aus dem Bildungsfonds

Bei Bildungsfonds kommt das Geld von Privatinvestoren oder Hochschulen. Die Studenten müssen in einem Auswahlverfahren überzeugen. Dabei hilft es, gute Noten zu haben und überzeugend erklären zu können, was man in und mit seinem Studium erreichen will. Wer überzeugt, bekommt monatlich bis zu 1.000 Euro, außerdem gibt es Seminare zum Thema Stressbewältigung oder Rhetorik und einen Mentor. Für die Rückzahlung bleiben meist drei bis sieben Jahre Zeit, manchmal auch länger. Zurückgezahlt wird ab dem ersten Gehalt, mit Ausnahme der "Studienförderung Deutsche Bildung", wo es zwei Jahre nach Studienende losgeht. Je kleiner der Verdienst ausfällt, desto geringer sind die Zinsen (3 bis 10 Prozent). Die DKB hat einen Festzins von 6,5 Prozent.

Stipendien für Studenten

Die größten Anbieter sind die zwölf Begabtenförderungswerke, zu denen auch die parteinahen Stiftungen zählen, etwa die Konrad-Adenauer-Stiftung (CDU) und die Friedrich-Ebert-Stiftung (SPD). Die Studenten müssen meist von Dozenten oder Lehrern empfohlen werden. Dann können sie ihren Lebenslauf, Erfahrungsberichte des letzten Semesters oder Schuljahres und Leistungsnachweise einreichen.

Bei der Studienstiftung des deutschen Volkes, dem größten Begabtenförderungswerk, können Bewerber auch ohne vorgeschlagen zu werden über einen schriftlichen Test in die Auswahlrunde gelangen. Diese beinhaltet neben Diskussionen sowie Einzel- und Gruppenvorträgen Gespräche zwischen Bewerbern und Prüfern.

Je nach Bedürftigkeit zahlen die Förderwerke ihren Stipendiaten bis zu 597 Euro im Monat; unabhängig von der persönlichen finanziellen Lage gibt es 150 Euro Büchergeld und ein Angebot von Sommerakademien, Seminaren oder Auslandsförderungen. Achtung: Wer von einem Begabtenförderungswerk unterstützt wird, kann nicht zusätzlich Bafög bekommen.

Darüber hinaus gibt es in Deutschland mehr als tausend Stipendiengeber, die Studium, Auslandszeiten oder die Promotion unterstützen. Ein ungewöhnliches Auswahlverfahren bietet Absolventa – Die demokratische Studienförderung. Man bewirbt sich online mit einem Anschreiben oder Video für einen Betrag bis 5.000 Euro. Facebook-Nutzer können abstimmen, welcher Bewerber seinen Wunschbetrag bekommen soll – hier sind Noten egal.

Wo finde ich das?

Das Centrum für Hochschulentwicklung (CHE) hat 40 Studienkredite und Bildungsfonds miteinander verglichen. Stipendien findet man über stipendienlotse.de oder mystipendium.de und über die Abfrage auf e-fellows.net. Einen Überblick über die großen Begabtenförderungswerke gibt stipendiumplus.de

© ZEIT ONLINE (Zur Original-Version des Artikels)

nach oben
Verwandte Artikel

In der Stipendien-Datenbank findest du fast 900 Stipendien von 500 Institutionen - für Bachelor, Master, Praktikum und Promotion.

Tipps fürs Studium und

Infos zu Top-Unis - einmal

monatlich in dein Postfach

Kommentare (0)

Zum Kommentieren bitte einloggen.

Das könnte dich auch interessieren