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Pleiten, Pech und Praktikum

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Quelle: unsplash.com, Ben White

Praktikum bedeutet nicht nur Kaffee kochen und Kopierer kapern: Manchmal warten auf die professionellen Fettnäpfchentreter auch ganz andere Herausforderungen, und damit allerlei Potenzial für fatale Fauxpas. Fünf e-fellows haben ihrer Rolle als unbeholfene Neulinge alle Ehre gemacht – und ihre Schandtaten mit der Welt geteilt.

Den Tastsinn testen

Praktikum in der Bank, volles Haus, reger Betrieb. Keiner der Mitarbeiter hatte Zeit, sich um mich zu kümmern, und so saß ich alleine am Schreibtisch und übte mich im Zeit Totschlagen. Gedankenverloren ertasteten meine Finger einen kleinen Knopf unter dem Tisch. Ich war neugierig: Vielleicht kann man so den Tisch verstellen? *push* Nichts passiert. *pushpushpush* Wieder nichts. Wahrscheinlich kaputt, dachte ich mir.

Die Funktion des Knopfes wurde mir wenige Minuten später schlagartig klar, als zwei Polizisten in die Bank stürmten. Mit ihren Pistolen im Anschlag musterten sie angespannt den Vorraum der Bank. Die Blicke wanderten schnell zu mir: "Der Praktikant war's."

Ärger gab's aber keinen.

"Du kommst hier nicht rein!"

Mein erster Tag im Praktikum bei einem großen Kulturzentrum in Spanien. Eine Riesenveranstaltung mit einem Literaturnobelpreisträger stand auf dem Programm – und es kamen viel mehr Leute als erwartet. Deshalb teilte man mich zusammen mit einem kräftigen Security-Mann für die Tür ein. Unser Auftrag: Niemanden mehr rein lassen. Mit meinem schrankförmigen und spanischsprachigen Kollegen an der Seite würde das ein Kinderspiel, dachte ich mir. Plötzlich surrte das Funkgerät und er verabschiedete sich hektisch zum Haupteingang. Hilfe!

Da stand ich nun: allein, eingeschüchtert und mit der Sprache überfordert. Ich tat mein Bestes und wies mit meinem gebrochenen Spanisch alle ab, die auf den Eingang zukamen – bis zwei Anzugträger vor mir standen. Der eine öffnete grimmig sein Jackett, zeigte mir seine Waffe und eine Marke. Zum Entsetzen der Anzugträger wiederholte ich ahnungslos mein freundlich-naives "Adios": "Du willst den Minister abweisen?!"

Das Missverständnis löste sich zum Glück durch meinen heraneilenden Kollegen. Natürlich waren für den spanischen Minister für Bildung, Kultur und Sport und seinen Bodyguard vorne in der ersten Reihe zwei Plätze reserviert, und alle anderen Mitarbeiter wussten natürlich, dass dieser Ehrengast kommen würde. Alle anderen erkannten auch das Gesicht des Ministers. Nur ich, die deutsche Praktikantin, nicht.

Bis auf den grimmigen Bodyguard hat mir das aber niemand übelgenommen. Während des Praktikums habe ich auch andere spanische Berühmtheiten getroffen, deren Gesichter ich wenigstens erkannte, wie Pedro Almodóvar und Penélope Cruz.

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