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Hotspots für den MBA

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Quelle: Unsplash.com, Wouter de Koster

In Berlin entstehen neue Management-Studiengänge. München holt als Business-School-Standort aber auch auf.

Mit Rankings ist das ja immer so eine Sache – das wissen nicht zuletzt diejenigen, die sich für Managementprogramme mit Abschluss Master of Business Administration (MBA) beworben haben. Jede Rangliste hat ihre eigene Methodik und andere Ergebnisse. Der MBA-Messeanbieter QS hat nun nicht Hochschulen, sondern Studentenstädte weltweit verglichen.

Die Frage: Wo lässt es sich am besten studieren? 125 Städte standen zur Wahl. Berücksichtigt wurden die Platzierung der Hochschulen vor Ort im QS-Hochschul-Ranking, die Zahl internationaler Studenten, Sicherheit und Umweltverschmutzung, der Arbeitsmarkt, die Lebenshaltungskosten und einiges mehr. Als beste Studentenstadt auf der Basis dieser Kriterien wurde das kanadische Montreal ermittelt. Die große Überraschung: Berlin und München sind unter den Top Ten.

Dass Berlin auch für Business Schools mit ihren Master- und MBA-Programmen immer attraktiver wird, beweisen zwei Neuzugänge. Zum einen hat die Hannoveraner Gisma Business School, die vor einiger Zeit von einem Hochschulnetzwerk aus der Insolvenz übernommen wurde, einen Campus in Berlin aufgemacht. Sie bietet seit diesem Jahr einen MBA – und zwar nicht irgendeinen.

Da die Gisma selbst keinen Hochschulstatus hat, ist sie auf Partner angewiesen, die den Abschluss verleihen. Gefunden hat sie die Grenoble Graduate School of Business aus Frankreich, einen sehr renommierten Anbieter. Die Management-Hochschule hat alle drei international wichtigen Gütesiegel (Equis, Amba, AACSB) und zählt zu den besten 20 in Europa.

Neue Konkurrenz

Noch sind die Zahlen bescheiden – mit acht Studenten hat der Studiengang im Januar begonnen. Man habe sich bewusst für einen sanften Markteintritt entschieden, sagt Gisma-Geschäftsführer Thorsten Thiel. Ein weiteres Master-Programm, das sich anders als der MBA an eine jüngere Zielgruppe richtet, ist schon auf dem Markt, im Herbst sollen zwei weitere hinzukommen. Am Heimatstandort Hannover plant die 1999 gegründete Business School einen Executive MBA (EMBA) für Berufstätige mit ein paar Jahren Führungserfahrung.

Vertreter etablierter Business Schools sind überzeugt, dass die Gisma noch eine ganze Weile brauchen wird, um wieder an ihre einstige Reputation anknüpfen zu können. "Wir brauchen für die Aufbauphase finanzielle Unterstützung, und die bekommen wir auch", sagt Gisma-Geschäftsführer Thiel und meint damit den neuen Eigentümer Global University Systems, der die Business School 2013 übernommen hat. Dem Netzwerk gehören weltweit mehrere Hochschulen an.

Einen Vollzeit-MBA, der sich üblicherweise an Absolventen mit Berufserfahrung, aber ohne Wirtschaftsstudium richtet, wird im Herbst auch die renommierte ESCP Europe in Berlin auflegen. Die Stadt ist einer von sechs Standorten der französischen Hochschule, dort bot sie bisher nur einen EMBA an. Der neue MBA in International Management ist die Weiterentwicklung eines bestehenden Master-Programms und soll vor allem internationale Studenten anziehen.

Neue Konkurrenz könnten die MBA-Programme von Gisma und ESCP der etablierten Berliner Wirtschaftshochschule ESMT machen, deren MBA mit 38.000 Euro wenige Tausend Euro teurer als jener der Wettbewerber ist. "Die neuen MBA-Programme sind Werbung für Berlin, daher sehen wir sie auch für uns als positiv. Wer die beiden Anbieter findet, wird auch uns finden", sagt Nick Barniville, der die Studiengänge an der ESMT verantwortet.

Auch Jens Wüstemann, Präsident der Mannheim Business School, sieht neue Wettbewerber eher positiv – wenn sie denn Qualität besitzen. "Sie werden dem Gesamtmarkt guttun", sagt er. Denn der MBA ist hierzulande ein recht junges Programm, und international treten nur etwa eine Handvoll Business Schools in Erscheinung. Fünf haben sich jüngst zu einer Allianz zusammengeschlossen, um den MBA made in Germany bekannter zu machen. Mit dabei sind: ESMT, Frankfurt School of Finance and Management, HHL Leipzig Graduate School of Management, Mannheim Business School und die WHU – Otto Beisheim School of Management.

Ab in den Süden

Ernst zu nehmende Konkurrenz könnte für diese ehrgeizigen Managementhochschulen auch in München entstehen. Schon seit Jahren bietet die Technische Universität München (TUM) verschiedene Executive MBA-Programme für Führungskräfte an, die auch das Gütesiegel der britischen Organisation Amba tragen. Die Programme finden mittlerweile komplett auf Englisch statt. "Wir verfolgen seit einigen Jahren das Ziel, uns zu einem europaweit führenden Anbieter für Fach- und Führungskräfteentwicklung an der Schnittstelle zwischen Technologie und Management zu entwickeln", sagt Bernhard Kraus, der für die Weiterbildung an der TUM School of Management verantwortlich ist. Konkurrenten trauen es den Münchenern durchaus zu, weiter aufzusteigen.

Es gehe dabei nicht darum, die Zahl der Teilnehmer in den Executive MBA-Programmen stark zu erhöhen, sondern die Teilnehmer intensiver auf zukünftige gesellschaftliche Herausforderungen vorzubereiten, sagt Kraus. Ob dazu auch ein Vollzeit-MBA gehört, das Aushängeschild der meisten Business Schools in der Welt? "Wir sehen, dass das ein gesättigter Markt mit einer anderen Zielgruppe ist", sagt Kraus. Aktuell sehe die TUM größere Marktchancen für spezifische Masterprogrammtionalen Partnern, die sich an die jüngere Zielgruppe richten.

Wenn die Studiengebühren ein Kriterium sind, um Managementhochschulen einzuordnen, dann hat die TUM noch Nachholbedarf. Aktuell bezahlen die Teilnehmer in den EMBA-Programmen 32.000 bis 39 000 Euro. Die führenden deutschen Anbieter verlangen mehr: In Mannheim sind es bis zu 49.500 Euro, an der ESMT 57.500 Euro und an der WHU 79.000. Im Vergleich zu 2015 haben im vergangenen Jahr auch mehr Teilnehmer einen EMBA an der TUM begonnen, mit 33 bis 39 Studenten liegen die Klassengrößen in einem Rahmen, in dem auch viele Konkurrenten sind.

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