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Referat und Diskussion - so haust du alle um

Referat, Präsentation halten (Quelle: freeimages.com, Autor: beni_bb)

Quelle: freeimages.com, beni_bb

Eingeladen. Respekt! Du bist auf der Liste fürs Auswahlseminar eines Begabtenförderungswerks - vielleicht sogar der Studienstiftung. Und jetzt? Jetzt geht der Ärger richtig los: Was ziehst du an? Weißt du genug über Politik? Über die deutsche Geschichte? Und dann sind da noch Referat und Gruppendiskussion: Facebook und Frauenquote sind Dauerbrenner. Wählst du Evergreen oder Progressives?

Klar, es gibt immer solche, die ihr Referat am Abend vorher vorbereiten und dann am nächsten Tag aus dem Ärmel schütteln. Aber zu denen gehörst du nicht. Die folgenden Denkanstöße werden dir helfen.

Was beim Referat für die deutsche Studienstiftung wirklich wesentlich ist

Die uneingeschränkte Wahlfreiheit beim Referat für das Auswahlseminar der Studienstiftung ist besonders lästig. Keine Angst: Entscheidend ist weniger das Thema, sondern wie du den Inhalt präsentierst. Und noch wichtiger ist die anschließende Diskussion.

Irre Auswahl

Es besteht freilich keine Veranlassung, das Rad neu zu erfinden. Wahrscheinlich ist das Mitglied der Kommission höchstens einmal im Jahr auf einem Auswahlseminar. Über "die Datenkrake Facebook" zu referieren, zeugt nicht gerade von schillernder Inspiration, aber du bist auch nicht der Hundertste, der über das Thema referiert.

Dein Publikum, deine Bühne

Gut für dein Wohlbefinden ist, wenn du dir klar machst, wer vor dir sitzt: Dein Publikum unterscheidet sich unwesentlich von dem, was du aus der Schule gewohnt bist. Die Wahrscheinlichkeit, einem Genie gegenüber zu sitzen, ist verschwindend gering. Du hast allein durch deine Präsenz Einfluss auf die Atmosphäre: Bist du entspannt, ist die Gruppe entspannt. Deine Verantwortung.

Folgendes kannst du bei deinem Publikum im Vergleich zu deinen Klassenkameraden allerdings voraussetzen: breites Allgemeinwissen, schnelle Auffassungsgabe, sehr gute Kenntnisse über aktuelle Diskurse, Tagespolitik und Ähnliches.

Worüber soll ich nur referieren?

Geschickt ist es, für das Auswahlseminar ein Thema zu wählen, das einen Bogenschlag zu einem aktuellen Diskurs zulässt. So beweist du: Du hast Interesse am Tagesgeschehen - und gleichzeitig stellst du sicher, dass sich jeder an der anschließenden Diskussion beteiligen kann.

Themen gibt es überall

Bestenfalls machst du also dein Steckenpferd zum Thema und suchst dir einen aktuellen Bezug: Du willst Lehrer werden? Rechtfertige das Beamtensystem. Du studierst Physik? Ist das CERN nicht nur eine einzige Geldverschwendung?

Progressiv, provokant, albern

Gezwungen Progressives oder Provokantes wirkt gestelzt: Die Idee, die Gerechtigkeit von Begabtenförderungswerken anzuprangern, ist so alt wie die Werke selbst. 

Diskussion: Das A und O

Dein Vortrag bereitet die Gruppe auf eine Diskussion vor. Details brauchst du nicht zu vermitteln. Vielmehr beleuchtest du die verschiedenen Perspektiven, aus denen man ein Problem betrachten kann. Bei Fragen aus dem Publikum kannst du allerdings anschauliche Beispiele liefern und mehr in die Tiefe gehen.

Um mit Schwung in die Diskussion zu starten, schließt du dein Referat mit einer polarisierenden Aussage oder Frage ab. Beispiel: "Die NPD darf nicht verboten werden."

Gut vorbereitet ins Referat für die deutsche Studienstiftung

Du willst eine feurige Debatte? Das setzt unterschiedliche Meinungen voraus. Ein raffinierter Trick: Um zu eruieren, welchen Lagern die einzelnen Gruppenmitglieder angehören, könntest du mit einer Abstimmung beginnen. Die Gruppe wird sofort einbezogen, und du kannst entscheiden, welche Position du vertrittst. Pfiffigerweise hast du für jede Perspektive hieb- und stichfeste Argumente vorbereitet.

Die Anderen glühen

Du brauchst eigentlich keine Angst zu haben, dass der Funke nicht überspringt. Denn deine Gruppenmitglieder wollen durch Beteiligung glänzen.

Aber wenn du für mehrere Positionen vorbereitet bist, kannst du immer neue Aspekte einstreuen und im Notfall den Gruppenkonsens vermeiden.

Falls jemand zu viel Gas gibt und Schüchterne nicht zu Wort kommen lässt, sind deine Kompetenzen als Moderator gefragt: Frag beispielsweise nach der Meinung des Schüchternen, wenn der Schreihals eine Atempause macht.

Für die Moderation bist nämlich du verantwortlich. 20 Minuten Diskussion sind schnell vorbei. Du kannst der Debatte Einhalt gebieten, indem du eine zweite Abstimmung einforderst. Vielleicht haben einige ihre Meinung geändert, weil du so überzeugend warst? Du Showmaster!

Eine runde Sache

Für den Fall, dass eine Umfrage nicht in dein Konzept passt, solltest du einen Gedanken in einen geschickten Ausstieg aus der Diskussion investieren. Nochmals: 20 Minuten sind schnell vorbei. Du wirkst souveräner, wenn du deinem Auftritt ein angemessenes Ende bereitest.

Wie präsentieren?

Unsicher bist du wahrscheinlich auch bei Fragen zu Material und Dingen, die nicht den Inhalt deiner Präsentation betreffen. Die Antworten in aller Kürze:

Beamer, Präsentation, gar Musik?

Nein, nein, nein. Du sollst dich nicht hinter Technik verstecken. Außerdem verzerrt eine außergewöhnliche Präsentation den Wettbewerb. Das sieht die Studienstiftung gar nicht gern. Deshalb besinnst du dich besser auf den Vortrag im klassischen Sinne.

Handout?

Für das Handout gilt Ähnliches: Am besten verzichtest du drauf. Nur falls zwingend nötig, solltest du ein Handout gestalten. Beispielsweise, um einen komplizierten naturwissenschaftlichen Prozess durch ein Schaubild zu erläutern; nicht aber, um deinem Publikum Daten und Dergleichen um die Ohren zu hauen.

Karteikarten?

Karteikarten sind dann sinnvoll, wenn sie dir Sicherheit geben. Es liegt auf der Hand, dass Ablesen tabu ist und du frei sprechen solltest. Stichpunkte sind sogar empfehlenswert, um im Zeitplan zu bleiben. Falls du nervös bist, kannst du dir deine Einleitung aufschreiben. Wahrscheinlich wirst du sie dann ohnehin beherrschen.

Uhr?

Eine Uhr solltest du in jedem Fall dabei haben. Du bist auf der sicheren Seite, wenn du deinen Vortrag schon einmal mit Uhr geprobt hast. Falls du die Zeit nämlich nicht einhältst, bricht das Kommissionsmitglied deinen Vortrag ab.

Nun bist du gerüstet und kannst unbeschwert in den Kampf ziehen. Viel Spaß und viel Erfolg!

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Kommentare (7)

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  1. Anonym

    AW: AW: Boxer unerwünscht

    Wenn mans so sieht, gibt es natürlich keinen Widerspruch. Die Assoziation mit der Ellbogengesellschaft war jedoch bei den Handschuhen sehr schnell da. Und nur ums klar zu sagen: Ich fand das Wochenende super. Man lernt viele interessante Menschen kennen und führt unzählige spannende Gespräche. Das Seminar an sich erscheint schon fast als Nebensache - aber eben nur fast ;-)

  2. Maze

    Erfahrungsbericht

    Ich habe vor einigen Wochen erfolgreich an einem Auswahlseminar der Studienstiftung teilgenommen. Meine Erfahrungen habe ich (zwecks der Objektivität vor Erhalt der Ergebnisse) in einem Bericht zusammengefasst... http://marcelwitczak.wordpress.com/2012/04/30/auswahlseminar-studienstiftung-erfahrungsbericht/ LG

  3. Anonym

    AW: Boxer unerwünscht

    Wir wollen natürlich nicht, dass Leser durch das Bild unsicher werden. Deshalb hab ich's schnell geändert. Hoffentlich findet das neue mehr Zuspruch. Damian, meines Erachtens gibt es hier keinen Widerspruch: Man kann doch neidlos und positiv mit den anderen umgehen und trotzdem versuchen, sein Bestes zu geben? Ähnliches gilt für Showmastereinlagen: Im Referat - ja auf dem ganzen Seminar - musst du dich gut präsentieren. Und dafür solltest du dich schon vorbereiten. Ob man das Wochenende schlimm findet, ist gewiss subjektiv. Aber der Artikel bezieht sich ja nicht auf die Atmosphäre des Seminars. Er ist ausschließlich eine Hilfe für das Referat und die Diskussion.

  4. Anonym

    Ehrlich gesagt kann ich diesem Beitrag nur bedingt zustimmen. Nachdem ich bei drei Begabtenförderwerken vorsprechen durfte, ist das Referat meiner Meinung nach der Faktor mit der geringsten Gewichtung; alleine vom Eindruck her sehen die Verantwortlichen diese 30 Minuten eher als Entspannungsphase ohne viel Aufmerksamkeit zu vergeuden*. Der grösste ist vielmehr der Zufall, gepaart mit Übung: Wenn man in den Gesprächen Personen hat, die einander sympathisch sind (= Zufall), man dies durch Übung verstärken kann, ist man "drin". Anderenfalls wird subjektiv ausgesiebt oder integriert - beides habe ich (persönlich) erlebt. * = heisst auch, dass gerne mal aus dem Fenster gesehen und die Diskussion "vergessen" wird, so dass die Diskutierenden die zeitliche Überziehung selbst bemerken (müssen).

  5. Anonym

    Ich finde den Artikel überzogen und nicht gut getroffen. Hier wird der Eindruck vermittelt, es sei eine hohe Kunst, in die Studienstiftung aufgenommen zu werden und so eher die Angst vor dem Auswahlseminar noch gesteigert. Besser wäre es darzustellen wie Damian schon angesprochen hat, wie es nämlich wirklich ist: gar nicht so schlimm. Mir gefällt vor Allem der Ton nicht, einige der inhaltlichen Punkte sind bestimmt gute Tips. z.B.: "breites Allgemeinwissen, schnelle Auffassungsgabe, sehr gute Kenntnisse über aktuelle Diskurse, Tagespolitik und Ähnliches." -> sicher, man muss nicht alles so erklären wie für den letzten Idioten. Aber wer - der noch zum AS muss - kriegt bei der Vorstellung von solchen Gruppenmitgliedern keine Minderwertigkeitskomplexe? Die Wahrheit ist doch, dass auch auf Studienstiftungsauswahlseminaren eher selten Leute sitzen auf die ALLE diese Punkte zu treffen.

  6. Anonym

    Boxer unerwünscht

    Und wenn man sich die Boxhandschuhe auf der linken Seite ansieht, könnte man den Eindruck gewinnen, die Studienstiftung suche denjenigen, der sich auf dem Seminar "am besten schlägt" - das ist aber keineswegs so. Die Auswahlseminare sollen angenehme Wochenenden sein, an denen man sich kennen lernen und miteinander sprechen und arbeiten soll, auch und insbesondere bei den Referaten bzw. den nachfolgenden Diskussionen... Konkurrenzdenken ist deutlich fehl am Platz. Und zumindest auf meinem Seminar habe ich das genau so wahrgenommen - auch wenn man hin und wieder auch andere Geschichten hört...

  7. Anonym

    Wer wird gesucht?

    Man könnte fast den Eindruck gewinnen, die Studienstiftung sucht Showmaster und keine Wissenschaftler.

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