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Anpacken und ausprobieren

Zeitung Newspaper Zeit (Quelle: freeimages.com, Nandet)

Quelle: freeimages.com, Nandet

Die Entwicklung eines neuen Magazins, die Planung von Apps für den Verlag - das können Aufgaben für den Assistenten des Geschäftsführers bei der ZEIT sein. Und 'nebenher' bietet die Stelle viel Gelegenheit, erfahrenen Managern über die Schultern zu schauen - und dabei zu lernen, dass es immer einen Weg gibt, eine gute Idee zu realisieren.

Was war das spannendste Projekt während Ihrer Zeit als Assistentin des Geschäftsführers?

Ganz ohne Zweifel die Entwicklung des Magazins "ZEIT Wissen". Das war die erste Produktlinien-Erweiterung der ZEIT und gleichzeitig der Eintritt des ZEIT-Verlags in den Magazinmarkt. Gemeinsam mit den Verantwortlichen in der Redaktion habe ich auf Verlagsseite den Launch vorbereitet: vom Businessplan über die Vertriebs- bis hin zur Anzeigenstrategie. Dieses Projekt war eine echte Herausforderung, denn hier war Know-how aus allen relevanten Verlagsbereichen gefragt. Gleichzeitig musste ich mit viel Diplomatie und Einfühlungsvermögen vorgehen, um das Projekt mit sehr vielen Beteiligten und ebenso vielen unterschiedlichen Interessen zu einer erfolgreichen Markteinführung zu bringen.

Was haben Sie von Ihrem Vorgesetzten Dr. Rainer Esser gelernt?

"Geht nicht gibt's nicht" und "Auf geht's". Mit anderen Worten, ZEIT-Geschäftsführer Rainer Esser hat mir gezeigt, dass es immer einen Weg gibt, eine gute Idee zu realisieren, auch wenn auf der Faktenseite erst mal viel dagegen spricht. Und er hat mir beigebracht, einfach nicht aufzugeben, auch wenn das Projekt schon am Boden scheint. Anpacken und ausprobieren statt allzu theoretisch das Feld abzuklopfen.

Inwieweit hat die Assistenz-Zeit Ihre aktuelle Position ermöglicht?

Ich bin heute auf Verlagsseite für alle Publikumszeitschriften und die "neuen Geschäftsfelder" verantwortlich. Die Einführung des ersten Magazins in meiner Assistenzzeit war wesentliche Voraussetzung dafür, dass ich mich heute um die gesamte Magazinfamilie kümmern darf. Aber auch die "neuen Geschäftsfelder" haben ihre Wurzeln in meiner Assistenzzeit. Der Aufbau unserer Nebengeschäfte bei den Buch-Editionen begann schon in dieser Zeit.

Welchen Tipp haben Sie für Ihre Nachfolger?

Meine persönliche Erfahrung ist, dass neben einer guten Portion Glück vor allem die eigene Ausgestaltung der Assistenz-Zeit eine wesentliche Rolle spielt. Das heißt: Man sollte bei spannenden Projekten, die diskutiert werden, nicht zögern und zurückhaltend sein, sondern die Hand heben und Verantwortung übernehmen. Dass ich aktiv mitentschieden habe, statt abzuwarten, war entscheidend für meinen weiteren Werdegang im ZEIT-Verlag.

Wie sah die tägliche Arbeit als Assistentin des Geschäftsführers aus?

Die Arbeit lässt sich sehr gut in verschiedene Bereiche unterteilen: Einerseits die Referententätigkeit. Dafür habe ich zu vielen Themen und Anlässen Präsentationen, Abstracts, konkrete Reden und Vorträge erarbeitet. Sie dienten dazu, Dr. Rainer Esser vorzubereiten auf Auftritte in der Öffentlichkeit, im Haus oder in der Holding. Dazu gehören: zweimal jährlich die Vorbereitung der Gesellschaftermappe und der Präsentation für die Aufsichtsratssitzung. Außerdem regelmäßige Begrüßungen der hochkarätigen Gäste auf ZEIT Konferenzen, ZEIT Matineen oder ZEIT Foren. Und Vorträge auf nationalen oder internationalen Kongressen des BDZV, WAN-IFRA und weiteren Verbänden und Vereinigungen der Medienwirtschaft.

Und was war der andere Teil der Assistenztätigkeit?

Als Assistent übernimmt man außerdem oft übergreifende Projekte, die in Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Stellen im Hause entwickelt werden. Ich habe zum Beispiel die Planung für die strategische Weiterentwicklung der Stellenmärkte des ZEIT-Verlags als Projekt verantwortet, aus dem sich meine heutige Tätigkeit als stellvertretende Anzeigenleiterin entwickelt hat. Ich habe ein neues Intranet für den Zeit-Verlag entwickelt, oder auch eine Entscheidungsvorlage für Geschäftsführung und Chefredaktion für die Entwicklung eines App-Portfolios des Zeit-Verlags vorbereitet. Dazu gehörte auch, die internen Strukturen und Workflows zu planen, die notwendig sind, um diese völlig neuen Produkte umzusetzen.

Wie war es, so eng mit dem Geschäftsführer und anderen erfahrenen Top-Mitarbeitern zusammenzuarbeiten?

Spannend, weil man die Projekte auf höchster Ebene – aus der Vogelperspektive – mitbekommt. Dadurch entwickelt man ein Verständnis dafür, wie die Märkte funktionieren, in denen das Unternehmen positioniert ist, aber auch wie innerhalb der Firma die verschiedenen Organisationseinheiten funktionieren. Das ist insbesondere in einem Verlag interessant, weil hier die respektvolle und konstruktive Zusammenarbeit des Geschäftsführers mit dem Chefredakteur ein zentraler Erfolgsfaktor ist. Denn der Geschäftsführer hat natürlich vorrangig wirtschaftliche Ziele, der Chefredakteur hingegegen vorrangig publizistische.
 
Lehrreich, weil ich gelernt habe, dass es vor allem die "weichen" Dinge sind, die eine gute Führungskultur ausmachen: offene Kommunikation, bereichsübergreifendes Denken und Handeln, Vertrauen in die Selbstständigkeit der Führungskräfte, Empathie für alle Mitarbeiter und Produkte des Hauses. Außerdem Mut, Dinge auszuprobieren, und auch mal Humor, um die Dinge nicht zu ernst zu nehmen.

Welche Fähigkeiten waren für die Arbeit als Assistentin des Geschäftsführers am wichtigsten?

Eigeninitiative und Selbstständigkeit bei der Bearbeitung von Aufgaben. Analytisches Denkvermögen und die Fähigkeit, komplexe Sachverhalte eingängig und nachvollziehbar zu visualisieren und in Worte zu fassen. Sehr gute Kommunikationsfähigkeit und die Fähigkeit, aus unterschiedlichsten Standpunkten konstruktive Lösungsansätze zu erarbeiten. Und nicht zu vergessen: Humor und Spaß bei der Arbeit.

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