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Wenn sich Berater an Schulen engagieren

Pro-bono Projekte bei Detecon (Autor: Frank Boston, Quelle: Fotolia.com)

© Frank Boston - Fotolia.com

Wie sammelt man gebrauchte Computer möglichst effizient ein und gibt sie an Schulen weiter? Diese und andere Fragen bearbeiten die jungen Berater von Detecon in ehrenamtlichen Projekten. Nadine Kaesler war bei einigen dabei und fand vor allem den Kontakt zu Social Entrepreneurs sehr inspirierend.

Warum engagiert sich Detecon in Pro-bono-Projekten?

Das Engagement begann 2010 als Initiative, die junge Berater ins Leben gerufen haben. Sie hatten die Idee, mit ehrenamtlicher Arbeit Organisationen zu unterstützen, die sich für die Gesellschaft und die Umwelt einsetzen. Diese Pro-bono-Projekte nennen sich nun "Volunteers & Ventures" und sind Teil des Young Consultants Networks, des Netzwerks junger Berater bei Detecon. Die Projekte dauern meist zwischen drei und sechs Wochen und werden von vier bis sechs Beratern übernommen.

Was war das erste Projekt von "Volunteers & Ventures"?

Das war ein Projekt für AIESEC, die Studentenorganisation. Detecon hat sie dabei unterstützt, ein neues System zur Pflege von Kundenbeziehungen einzuführen. Wir haben untersucht, welches Tool die Anforderungen von AIESEC am besten erfüllt und bei der Implementierung geholfen. In einem anderen Projekt haben wir für ICLEI gearbeitet, das ist ein weltweiter Verband von Gemeinden, die die Nachhaltigkeit ihrer Städte steigern möchten. Diese Organisation benötigte eine Kommunikations- und Kollaborationsplattform. Auch hier haben wir die Anforderung aufgenommen und recherchiert, welche Lösung am besten passen würde. Die Aufbau-Arbeit für die Pro-bono-Projekte hat mein Kollege Georg Runge geleistet, 2012 habe ich dann die Leitung übernommen und konnte dafür sorgen, dass wir zwei weitere Projekte verwirklichen.

Wie kommen die Pro-bono-Projekte zustande?

Zu Beginn wurden wir über unsere privaten Netzwerke auf mögliche Kooperationspartner aufmerksam. Mittlerweile schreiben wir hin und wieder die Projekte offiziell aus.

Welches Projekt fanden Sie am spannendsten?

Toll fand ich das Projekt für den Verein "Das macht Schule". Er startet und unterstützt Projekte, in denen sich Eltern und Schüler für die Schule engagieren. Das kann zum Beispiel so aussehen, dass Schüler selbstgebackene Kekse verkaufen, mit dem Erlös Farbe besorgen und zusammen mit ihren Eltern damit am Wochenende die Schule streichen.

Ein Bestandteil dieser Initiative ist das Sammeln von gebrauchten PCs, die an Schulen weitergegeben werden. Wir haben den Verein dabei unterstützt, die Sourcing-Strategie zu optimieren. Vor unserem Projekt war es so, dass die Schulen sehr viel Bedarf an Computern hatten – aber es waren nicht genug davon vorhanden. Im Projekt haben wir also überlegt, wie man den Prozess verbessern kann und haben unter anderem ein Kommunikationskonzept entworfen, wie man potenzielle Computer-Spender am besten anspricht. Außerdem haben wir die Lieferungen analysiert und anschließend einen Vorschlag gemacht, wie man den Prozess effektiver gestalten kann. Auch Detecon spendet mittlerweile regelmäßig alte Laptops an "Das macht Schule" und ist offizielles Fördermitglied.

Was ist bei solchen Projekten besonders wichtig?

Wir müssen den Kunden gut kennenlernen – denn ehrenamtliche Organisationen und Vereine weisen sehr unterschiedliche Reifegrade auf, was die Organisationsstruktur angeht. Anschließend sehen wir uns das Problem genauer an, erarbeiten die Projektinhalte, steuern das Ganze mittels Projektmanagement und entwickeln schließlich die Ergebnisse, die wir dem Kunden übergeben. Auch danach stehen wir noch für Rückfragen und Support zur Verfügung. Wir möchten nicht nur einfach das Projekt durchführen, sondern ein partnerschaftliches Verhältnis zu den Kunden aufbauen.

Welche Überraschungen haben Sie in Pro-bono-Projekten erlebt?

Ich war anfangs überrascht, wie professionell solche kleinen Organisationen, insbesondere Social Entrepreneurship, arbeiten. Zum Teil werden diese von Menschen geleitet, die sehr hohe Stellungen in Unternehmen hatten. Die geben sie auf für das Ziel, der Umwelt oder der Gesellschaft etwas zurückzugeben und ihre Tätigkeit mit Sinn zu füllen. Das ist wirklich ein sehr inspirierendes Umfeld. Toll ist auch die große Dankbarkeit der Kunden. Man geht mit einem Lächeln aus den Statusmeetings und ist sehr glücklich, weil man merkt, dass man etwas bewirkt hat. Die Geschäftsleitung von Detecon ist sehr begeistert von dem Engagement, das die jungen Berater bei diesen Pro-bono-Projekten an den Tag legen.

Lernen Sie selbst auch bei Pro-bono-Projekten dazu?

Man lernt bei jedem Projekt etwas dazu, weil sich die Aufgaben nie gleichen. Als ich "Volunteers & Ventures" übernommen habe, war ich erst sechs Monate bei Detecon - ich hatte schon Arbeitserfahrung gesammelt, war aber noch kein "alter Hase". Auf einen Schlag war ich dafür verantwortlich, Kunden zu akquirieren und Projekte zu leiten. Ich habe das Projekt aufgesetzt, eine Planung erstellt, ein Team zusammengestellt und einen Teamleiter ausgewählt. Anschließend habe ich den Projektfortschritt überwacht und darauf geachtet, dass wir den Plan einhalten. Es war schon ein Sprung ins kalte Wasser, aber eine tolle Erfahrung, die man normalerweise als junger Berater nicht so schnell sammelt. Dadurch habe ich sehr viel gelernt und auch Selbstbewusstsein für die nächsten Projekte gewonnen.

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