Partner von:

Erschöpfung durch Heimarbeit

Homeoffice Mann Schreibtisch Unsplash.com

Quelle: Unsplash.com

Wer im Großraum arbeitet, sehnt sich oft danach, konzentriert im Homeoffice zu arbeiten. Doch nun zeigt eine neue Studie: Ausgerechnet zu Hause ist der Stress oft größer.

Das Einzelbüro – es hat offenbar ausgedient. Während Arbeiter in der Produktion, Handwerker oder auch Lehrer in der Regel noch nie einen eigenen Raum für sich hatten, um dort ungestört zu arbeiten, kommen nun auch Wissensarbeiter immer öfter nicht mehr in den Genuss eines eigenen Büros. Viele Unternehmen bevorzugen die Großraumlösung, oft mit sogenannten Funktionsarbeitsplätzen. Dann haben die Mitarbeiter gar keinen festen Schreibtisch mehr, sondern teilen sich die Plätze.

Für die Arbeitgeber hat das Vorteile. Sie sparen auf diese Weise Flächen und damit Kosten. Hinzu kommt, dass in Zeiten der Digitalisierung mobiles Arbeiten immer einfacher wird – und auch für viele Arbeitnehmer attraktiv. So sparen die Unternehmen noch mehr Schreibtische ein, und ihre Angestellten arbeiten im Homeoffice. Sie hoffen, so Familie und Beruf besser unter einen Hut zu kriegen. Und weil es im Großraumbüro oft hektisch und laut zugeht, liegt auch die Vermutung nahe, dass es sich im Heimbüro konzentrierter und effektiver arbeiten lässt.

Probleme des Großraumbüros

Schon 2010 zeigte eine Studie der Hochschule Luzern: Arbeitnehmer in Großraumbüros sind weniger leistungsfähig als Mitarbeiter, die in einem Einzel- oder Kleinbüro arbeiten. Die Forscher befragten damals 1.200 Büroarbeiter und stellten fest: Die meisten fühlten sich im Großraumbüro häufiger abgelenkt, sie waren deutlich unzufriedener mit ihrem Arbeitsort und klagten öfter über gesundheitliche Beeinträchtigungen wie Müdigkeit, juckende Augen oder trockene Gesichtshaut als ihre Kollegen in Einzelbüros.

Oft sind die zentral gesteuerten Klima- und Lichtanlagen der Grund dafür. Doch die individuellen Bedürfnisse sind sehr unterschiedlich – und die fehlende Möglichkeit, selbst entscheiden zu können, ob gerade ein Fenster geöffnet, das Licht angemacht oder die Heizung aufgedreht werden soll, verstärkt bei Beschäftigten den Eindruck, die Kontrolle über ihre unmittelbaren Arbeitsbedingungen zu verlieren. Die Folge: Ihr Wohlbefinden sinkt, und mit ihm die Akzeptanz des Arbeitsplatzes. Oft wirkt sich die Unzufriedenheit sogar auf die inhaltliche Zufriedenheit mit dem Job aus.

Hinzu kommen weitere psychische Beeinträchtigungen: Viele fühlen sich unwohl und gestresst, weil in den meisten Großraumbüros eine implizite soziale Kontrolle herrscht – immerhin bekommt jeder alles mit, selbst dann, wenn es Rückzugsmöglichkeiten gibt und eine Kultur von Toleranz und Rücksichtnahme herrscht. Problematisch ist auch die ständige Ansprechbarkeit, was zu häufigen Unterbrechungen und Störungen führt. In den meisten Großraumbüros herrscht außerdem eine Dauergeräuschkulisse. Kein Wunder, dass jeder Dritte den Lärm als größten Störfaktor beklagt.

Heimarbeit ist auch nicht perfekt

Aber ist das Homeoffice tatsächlich die bessere Lösung? Laut einer Studie der Stanford University sind Heimarbeiter im Schnitt gute neun Prozent produktiver als die Mitarbeiter im Büro. Doch nun stellt eine neue Untersuchung der Internationalen Arbeitsorganisation (IAO) der Vereinten Nationen fest: Ausgerechnet zu Hause ist der Stress ebenso groß, und viele Beschäftigte klagen gerade im Heimbüro über Erschöpfung.

Für die Studie verglichen die Forscher Daten von Beschäftigten aus 15 Ländern. Neben Angestellten in Europa wurden Mitarbeiter in den USA, Brasilien und Indien befragt – unter ihnen solche, die nur im Homeoffice arbeiten, andere, die überwiegend mobil von unterschiedlichen Orten aus tätig sind und wieder andere, die einen festen Arbeitsplatz in einem Büro mit zusätzlichen Homeofficetagen kombinieren. 42 Prozent derjenigen, die entweder ständig mobil oder nur von zu Hause aus arbeiten, klagen über hohen Stress und leiden unter Schlafstörungen – bei Beschäftigten mit Präsenzarbeitsplatz ist es dagegen nicht einmal jeder Dritte.

nach oben

Als Experte für Hochschulmarketing und Recruiting verbinden wir die Besten. Zielgruppengenau. Individuell. Effizient.

"e-fellows.net verschafft mir Zugang zu einer einzigartigen Gruppe von Studenten", sagt Vanessa de Gruyter, IE Business School. Weitere Referenzen lesen.

In unserem Pool warten 220.000 Talente auf Sie, darunter 30.000 Stipendiaten, die zu den besten Studenten im deutschsprachigen Raum gehören.

Kommentare (0)

Zum Kommentieren bitte einloggen.

Das könnte dich auch interessieren
Ansprechpartner
Ralf Maywald

Vertriebsdirektor
iregevro@r-sryybjf.arg
+49 89 23 23 2-312

Kunden-Newsletter

Aktuelles zu Recruiting und Hochschulmarketing -

alle zwei Monate in Ihr Postfach