Aktionen

Akademische Elternvertretung

Version vom 2. Dezember 2016, 16:12 Uhr von Nicole.metz (Diskussion | Beiträge)
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)

1. Studieren mit Kind

Studierende Eltern sind gleichzeitig mit zwei großen Herausforderungen konfrontiert. Sie möchten ihr Studium erfolgreich abschließen und gleichzeitig den Bedürfnissen ihres Kindes nachkommen. Dieses Vereinbarkeitsdilemma trifft 7 % aller Studierenden in Deutschland. Diese 7 % der Studierenden brechen ihr Studium überdurchschnittlich häufig ab, unterbrechen ihr Studium häufiger und länger und benötigen mehr Zeit als ihre Kommilitonen ohne Kind. De facto studieren viele von ihnen nur Teilzeit (37 %), d.h. dass sie weniger als 25 Stunden pro Woche in das Studium investieren, weil sie entweder zur Sicherung der durch das Kind gestiegenen Lebenshaltungskosten erwerbstätig sein oder ihre Kinder betreuen müssen.

2. Vereinbarkeit von Studium und Familie

Kind und Haushalt versorgen, Geld verdienen und genügend Zeit zum Lernen finden - Hilfe ist dabei unerlässlich. Diese kann auf verschiedene Art und Weise geleistet werden. Besonders wichtig ist dabei nicht nur eine verlässliche, zeitlich flexible und qualitativ gute Kinderbetreuung sondern auch die moralische Unterstützung durch die Umgebung und Gesellschaft. Eine Studie der HIS Hochschul-Informations-System GmbH aus dem Jahr 2008 zeigt, dass die Vereinbarkeit von Familie und Studium in den neuen Ländern insgesamt positiver bewertet wird als in den alten Bundesländern. Dies könnte u.a. durch weniger traditionelle Rollenvorstellungen und eine höhere Akzeptanz für den Versuch (frühe) Elternschaft und Studium miteinander zu verbinden, statt diese Inhalte als Phasen im Leben nacheinander stattfinden zu lassen, mitverursacht sein. Hieran zeigt sich, dass auch die Gesellschaft deutlich machen muss, dass gerade junge Akademiker durch die Kindererziehung einen wichtigen Beitrag für die Gesellschaft liefern und dennoch ihre Ausbildung abschließen sollten. Es kann in niemandes Interesse liegen, dass sie ihr Studium abbrechen. Verlierer sind dabei alle - der Staat, die Gesellschaft, die Wirtschaft und nicht zuletzt die Studierenden selbst – der Staat, weil er womöglich bereits über Jahre hinweg in eine teure Ausbildung investiert hat. Die Gesellschaft, weil sie wenig Anreiz für mehr Kinder bietet. Die Wirtschaft, weil sie auf Talente und auf eine heterogene Auswahl an gut ausgebildeten Fachkräften verzichtet.

3. Ziele der Akademischen Elternvertretung

Würden studierende Eltern besser unterstützt, könnten wiederum alle zu Gewinnern werden. Diese Unterstützung ist eine Investition in die Zukunft für Gesellschaft, Politik und Wirtschaft. Diesem Ziel hat sich der Verein Akademische Elternvertretung e.V. verschrieben. Dieser Verein ist aus einem Zusammenschluss von jungen, studierenden Eltern aus Köln im Januar 2009 hervorgegangen. Seitdem arbeiten wir daran, verschiedene Projekte auf die Beine zu stellen, die es studierenden Eltern ermöglichen sollen, ihr Potential voll auszuschöpfen. Langfristig setzen wir uns ein für flexible Studienbedingungen, finanzielle und moralische Unterstützung und ein gutes Netzwerk von Eltern, Wirtschaft und Politik ein. Erste Projekte umfassen den Aufbau einer Spielgruppe, Informationsveranstaltungen für Studierende mit Kind, Treffen der Vereinsmitglieder und die Einrichtung von Eltern-Kind-Räumen in der Universität. Unseren gesellschaftlichen Auftrag wollen wir durch den konstruktiven Dialog mit der Hochschule und durch den Aufbau eines Netzwerks mit überregionalen Sponsoren und Partnern erfüllen. Bei Interesse können Sie sich gerne auf unserer Internetseite näher informieren.

4. Literatur

Cornelißen, Waltraud / Fox ,Kathrin (Hrsg.): Studieren mit Kind. Die Vereinbarkeit von Studium und Elternschaft: Lebenssituationen, Maßnahmen und Handlungsperspektiven. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften. S. 69- 78.

Kurscheid, Clarissa (2005): Das Problem der Vereinbarkeit von Studium und Familie. Eine empirische Studie zur Lebenslage Kölner Studierender. Münster: LIT Verlag.