Weizmann Institut of Science

Artikel über das Weizmann Institute of Science in Rehovot, Israel.

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Das Institut

Das Weizmann Institute of Science liegt in Israel, genauer in Rehovot, einer kleinen Stadt südöstlich von Tel Aviv. Es ist ein Forschungsinstitut für Naturwissenschaften und bietet Master- und PhD-Programme. Gegründet wurde es 1934 von Dr. Chaim Weizmann, der nicht nur Wissenschaftler (seine bedeutendste Entdeckung, die Gewinnung von Aceton durch Bakterien, war von entscheidender Bedeutung für die Dynamitproduktion der Briten im ersten Weltkrieg), sondern auch erster Präsident des Staates Israel war.(Chaim Weizmann: From Fermentation Chemist to President of Israel. Anaerobe 1996, (2) 195-196)

Das Institut ist wie ein Park angelegt, die verschiedenen Forschungseinrichtungen sind auf dem sehr großzügigen Gelände inmitten von vielen Grünflächen verstreut. Eine besondere, sehr verwurzelte Atmosphäre erhält der Campus auch durch die Tradition, so gut wie alle Gebäude und Stätten nach herausragenden Alumni oder großzügigen Spendern zu benennen. Man findet auch immer wieder Spuren der verschiedenen Bundesregierungen. So liegen unter anderem auch noch die Wohnstätte und das Grab von Chaim Weizmann auf dem Institutsgelände.

Forschung am Weizmann

Das Weizmann Institut of Science beherbergt Forschung in Mathematik, Computer Science, Physik, Chemie, Molekularbiologie und Biologie. Um nur eines der vielen Beispiele zu nennen, kann man auf die Arbeit von Prof. Ada Yonath auf dem Gebiert der Röntengenstrukturanalyse von Ribosomen verweisen. Das Institut zeichnet sich besonders durch seine relativ kleinen Arbeitsgruppen und seine sehr hohe Breite an Themen aus, was zu einer extrem dynamischen Forschungsumgebung führt. Charakteristisch ist auch die enge Zusammenarbeit der verschiedenen Gruppen und die erfolgreiche Organisation von größeren Kooperationen wie z.B. dem "Kahn Family Research Center for Systems Biology of the Human Cell".

Als Student ans Weizmann

Neben der Chance als PhD-Student/Gastwissenschaftler/PostDoc eine Zeit in dieser besonderen Umgebung zu arbeiten, gibt es für Studenten hauptsächlich zwei Möglichkeiten: Ein einmaliges Erlebnis ist sicher die Summer School, in der jedes Jahr internationale und israelische Studenten für zwei bis vier Monate an wissenschaftlichen Projekten arbeiten und dabei sowohl internationale Forschung als auch ein spannendes Land und Menschen aus aller Welt kennen lernen. Außerdem gibt es die Feinberg Graduate School, an der auch deutsche Studenten mit Bachelor (oder Vordiplom plus ein Jahr) ihren Master (oder später PhD) in einem der oben genannten Bereiche machen können. Das Studienprogramm ist dabei sehr forschungsnah, da alle Praktika über einen längeren Zeitraum gehen und in den Arbeitsgruppen des Instituts stattfinden. Das Programm ist sehr anspruchsvoll und bietet eine Ausbildung auf höchstem Niveau, die durch den internationalen Charakter der Kurse, des Instituts und auch der Wohnheime noch bereichert wird.

Alle Kurse finden in Englisch statt und auch sonst kann man ohne Hebräischkenntnisse zurechtkommen. Bei beiden Programmen fallen keine Studiengebühren an, das Master und das PhD Programm beinhalten außerdem ein monatliches Stipendium.

Auf Grund seines Niveaus und der politischen Lage in Israel, ist das Institut sehr an ausländischen Studenten und Mitarbeitern interessiert und man kann mit sehr freundlicher und professioneller Unterstützung bei Fragen zum Aufenthalt (z. B. Visum, Unterkunft) rechnen.

Israel und die Sicherheit

Wenn es um Israel geht, kommt man nicht darum herum, über die Sicherheit im Land und die politische Lage zu schreiben. Das hat sicher seine Berechtigung und trotzdem ist es gut, auch die anderen Aspekte, die dieses Land zu bieten hat, hervorzuheben.

Es gibt einem die Chance, eine andere Kultur und eine Gegend mit einer unglaublichen Geschichte kennen zu lernen und das gleichzeit mit einer exzellenten Arbeit zu verbinden. Mit Jerusalem, dem Jordan, Bethlehem und Nazareth ist es natürlich besonders die christliche Geschichte, die für uns heraussticht. Dabei findet sich selbstverständlich so viel mehr in diesem kleinem Land, besonders aber die Möglichkeit einmal die jüdische Kultur und Geschichte Abseits besser kennen zu lernen. Aber auch den politische Konflikt, der ja auch unsere Medien füllt, selber zu erleben, kann eine große Chance sein. Darüber hinaus liegen mit Jordanien, Ägypten und Syrien auch spanndende Länder für Kurz-Trips beinahe um die Ecke.

Selbstverständlich ist Sicherheit ein Thema in diesem Land, allerdings deutlich weniger als man das aus Deutschland heraus vermuten würde. Seid einigen Jahren gibt es in Israel so gut wie keine Anschläge mehr und es hat sich damit, wie an so vielen Orten, die bedauernswerte Lage eingespielt, dass man sehr sicher und bequem leben kann, so lange man das nur auf der richtigen Seite des Zaunes tut.

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