University of California, Santa Barbara

Campus
University of California, Santa Barbara



Die Universität

Der Campus liegt direkt an der Küste. Von vielen Gebäuden kann man Strand und Ozean sehen, was dem Arbeitseifer nicht immer guttut. Dazu gibt es noch eine Süßwasserlagune, die zwar nicht badetauglich ist (der Pazifik ist übrigens meist so kalt, dass man auch dort nicht ins Wasser möchte), allerdings für jeden Naturinteressierten viel zu bieten hat, vor allem jede Menge exotischer Vögel.

Das akademische Jahr ist in vier quarter eingeteilt, beginnend mit fall-, gefolgt von winter-, spring- und summer-quarter. Summer-quarter fällt ein wenig aus dem Rahmen. Während fall-, winter-, und spring-quarter die reguläre Unterrichtszeit darstellen, werden im Sommer zusätzliche Kurse, in der Regel für undergraduates, angeboten. Viele Studenten belegen in dieser Zeit z.B. einen Sprachkurs, für den sie im Rest des Jahres keine Zeit finden. Während die drei Standard-quarters aus 12 Wochen, elf Wochen Vorlesungen und eine Woche Klausuren, bestehen, setzt sich das summer-quarter aus drei- und sechswöchigen Intensivkursen zusammen.

Lockerer Stil heißt nicht keine Arbeit

Der Stil ist betont locker, sowohl was Kleidung als auch was Umgangsformen angeht. Man wird geduzt und duzt oftmals auch seine Professoren. Man sollte sich jedoch nicht durch die entspannte Atmosphäre täuschen lassen. Im angelsächsischen Raum gilt das vielzitierte publish or perish-Prinzip. Die meisten dieser entspannt aussehenden und leger gekleideten Akademiker sitzen wahrscheinlich bis nachts um zwei an ihrem neuesten Artikel. Auch für die Studenten ist die Arbeitsbelastung hoch. Das Quartersystem ist anstrengend. Es wird viel Stoff in die zehn Wochen gepackt, und wenn man dann noch ein paper schreibt und einen eigenen Kurs unterrichtet, hat man oftmals nicht viel vom good life in California.

Es ist viel los auf dem Campus. Viele departments laden regelmäßig interessante guest speaker ein. Man sollte also ab und zu einen Blick auf diverse schwarze Bretter werfen oder sich in einen entsprechenden Email-Verteiler eintragen. Zudem werden in Campbell Hall oftmals ausländische Filme gezeigt, die man sonst nicht zu sehen bekäme. Besonders hervorzuheben ist die Arts and Lecture Series, die unabhängig von den einzelnen departments Veranstaltungen aller Art organisiert: von Lesungen über Tanzdarbietungen zu Vorträgen über Klimawandel und Globalisierung ist alles dabei.

Bewerben an der UCSB

Entscheidend für das studentische Wohlergehen an der UCSB – wie an jeder amerikanischen Uni – ist es, funding zu organisieren, d.h. sicherzustellen, dass die Studiengebühren bezahlt werden, health insurance gewährleistet ist, und dass man seinen Lebensunterhalt bestreiten kann. Die Uni hat viele Austauschprogramme mit Universitäten in Europa. Für jeden, der auf diese Weise an die UCSB kommt, bestehen die obengenannten Probleme natürlich nicht. Für alle anderen Studenten, besonders für diejenigen, die für mehrere Jahre bleiben und einen Abschluss machen möchten, gilt es, ein sogenanntes package zu bekommen, das die finanziellen Fragen klärt. Oftmals empfiehlt es sich, direkt mit einem department Kontakt aufzunehmen, besonders dann, wenn man mit der Forschungsarbeit eines dort arbeitenden Professors vertraut ist. Sowohl die einzelnen departments als auch übergeordnete administrative Einrichtungen, die sogenannten schools etwa oder das Chancellor’s Office, vergeben Stipendien. Die besten Chancen, eines zu bekommen, hat man, wenn ein bestimmtes department oder – noch besser – ein bestimmter Professor darauf drängen, dass man unterstützt wird. Natürlich muss man immer noch einige Tests, TOEFL/GRE, etc., absolvieren und ein Visum erhalten, aber das sind dann vergleichsweise kleine Hürden.

Leben in Santa Barbara

‘University of California, Santa Barbara’ ist ein kleiner Etikettenschwindel. Zwar liegt die Uni im Santa Barbara County, der nächstgelegene Ort ist jedoch Goleta, eine eher unspektakuläre Ansammlung von Siedlungen entlang des freeway. Um nach downtown Santa Barbara zu gelangen, muss man etwa fünfzehn Minuten auf der 101 nach Süden fahren. Dort gibt es dann Südkalifornien aus dem Bilderbuch: Sandstrand mit wehenden Palmen, Segeljachten, Millionen Dollar-Villen in den Hügeln, Edelboutiquen, schöne Menschen in Cabrios, etc.

Die meisten graduate students wohnen hier. Es gibt eine für amerikanische Verhältnisse ausgezeichnete Busverbindung zum Campus, die noch dazu für Studenten gratis ist. Natürlich kann man auch mit dem Auto fahren, für die Parkvignette zahlt man allerdings 300 Dollar im Jahr. Stichwort Auto: wer für längere Zeit nach Kalifornien zieht, wird feststellen, dass es dort beinahe so selbstverständlich ist, einen fahrbaren Untersatz zu besitzen wie fließend Wasser zu haben – und fast genauso notwendig. Wenn man neben Studieren sonst noch etwas vorhat, läßt einem das löcherige Nahverkehrssystems keine andere Wahl als ein paar Tausender zu investieren. Los Angeles ist anderthalb bis zwei Autostunden von Santa Barbara entfernt und, obwohl alles andere als eine städtebauliche Perle, auf jeden Fall ein paar Ausflüge wert. Um den Staat Kalifornien zu erkunden, sollte man drei bis vier Wochen veranschlagen – für die highlights.

Es gibt natürlich auch die Option, im Studentenviertel Isla Vista zu wohnen. Dieses grenzt direkt an den Campus an. Allerdings ist es hauptsächlich von undergraduates bewohnt. Wer dort seine Bleibe finden möchte, sollte sich also unter party-versessenen Zwanzigjährigen wohlfühlen und auch was den Lärmpegel angeht zumindest am Wochenende nicht allzu sensibel sein. Dafür kann man sich dann, wie die meisten Studenten, per Fahrrad oder Longboard bewegen und hat direkten Zugang zum unieigenen Strand.

Bad news is good news

Die schlechte Nachricht: das Leben ist teuer in Santa Barbara (700-800 Dollar muss man für ein Einzelzimmer schon hinlegen). Die gute Nachricht: die Universität hat Geld. Fast jeder graduate student wird in irgendeiner Form bezuschusst, entweder durch ein Stipendium, oder durch Lehraufträge (teaching assistantship) seines departments. Reich wird man weder auf die eine noch auf die andere Weise. Aber solange man keinen allzu teuren Lebensstil pflegt, läßt sich mit dem Geld halbwegs auskommen.

Weblinks

--Martin.rosenstock 00:12, 30. Jul 2007 (CEST)