Universitat Pompeu Fabra

Die Universitat Pompeu Fabra ist eine von vier öffentlichen Universitäten (Universitat Autònoma de Barcelona, Universitat de Barcelona, Universitat Politècnica de Catalunya) in Barcelona.

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Allgemeine Informationen

Die Universitat Pompeu Fabra (UPF) liegt auf acht Standorte (je nach Fakultät) über Barcelona verstreut. An ihr studierten 2005 etwas über 9.000 Studenten, inklusive 920 Doktoranden. Sie wurde 1990 als öffentliche Universität durch eine Entscheidung des katalanischen Parlaments gegründet und ist benannt nach Pompeu Fabra (1868-1948), dem Vater der ersten einheitlichen katalanischen Orthografie (1913), Grammatik (1918) und dem großen Diccionari general de la Llengua Catalana (katalanisches Wörterbuch, bis heute ein Standardwerk) nach diesen Normen (1932).

Da die Universität noch recht jung ist, ist sie noch nicht so bekannt wie die beiden traditionelleren Hochschulen Barcelonas, die Universitat de Barcelona (UB) und die Universitat Autònoma de Barcelona (UAB). In landesinternen Rankings ist sie allerdings mittlerweile immer weiter oben anzutreffen und wird auch von den Studenten bevorzugt. Vor allem die juristische und politikwissenschaftliche Fakultät haben einen guten Ruf.

Was die Universität gegenüber den beiden genannten Barcelonaer Hochschulen auszeichnet, ist die geringe Klassengröße von maximal etwa 40 Leuten pro Seminar, wodurch eine intensivere Betreuung möglich wird. Die UPF ist die Universität, die am meisten Erasmus-Studenten pro Jahr empfängt und auch am meisten eigene Studenten (2004: 24 Prozent) für einen Auslandsaufenthalt jenseits der Grenzen schickt. Man hat also Erfahrung im Umgang mit Erasmus-Studenten, und diese werden oft sogar bevorzugt behandelt.

Studiengänge

Die Pompeu Fabra bietet eine große Anzahl an Studiengängen an. Dazu gehören unter anderem Jura (Dret), Politik- und Unternehmenswissenschaften (Ciències Polítiques i Empresarials), Arbeitswissenschaften (Ciències del Treball), Betriebswirtschaftslehre (Ciències Empresarials), Biologie, Chemie und verschiedene Übersetzungswissenschaften und Philologien. Insgesamt gab es Ende 2005 an den acht Fakultäten (departaments) 14 Llicenciatura/Enginyeries- und 5 Diplomatures'/Enginyeries tècniques-Studiengänge, die am ehesten mit den "grundständigen Studiengängen" in Deutschland verglichen werden können. und Dazu kommen 17 Angebote an Master- und Postgraduiertenstudiengängen (postgrau/Màster) und 14 Doktorandenprogramme.

Studienverlauf

An der UPF studieren die Studenten in etwa dreimonatigen Trimestern. Jedes Seminar/Vorlesung besteht normalerweise aus fünf Wochenstunden, wobei vier vom Professor gehalten werden und einer der Übung (pràctiques) dient. Die Übung wird meistens von einem Lehrstuhlassistenten durchgeführt. Die üblichen Zeiten sind Oktober bis Dezember, Januar bis März und April bis Juni. Das macht das Studium bisweilen sehr intensiv, aber auch kürzer. Außerdem bleibt so eine sehr lange Sommerpause. Alle Kurse müssen mindestens mit einer Klausur bestanden werden, üblich sind Übungen mit zum Teil verpflichtenden Hausaufgaben, aber auch Referate, Essays oder hausarbeitenähnliche Arbeiten.

Bibliothek

Die Bibliotheken der UPF, allen voran die im Gebäude Roger de Llúria (östlich des Parc de la Ciutadella), wo ein alter Wasserspeicher in eine Bibliothek umgeformt wurde, was bei den steinigen Gemäuern sehr erhaben aussieht und etwas an Klostergewölbe erinnert. Die Bibliotheken sind verhältnismäßig gut ausgestattet (49 Bücher pro Student) und für Barcelonaer Verhältnisse sehr geräumig. Das Verhältnis ist mit einem Bibliothekssitzplatz auf fünf Studenten relativ großzügig bemessen. Daher strömen allerdings oft auch Studenten von anderen Hochschulen in die UPF-Bibliotheken, um dort zu lernen. Trotzdem sind diese zu Klausurzeiten oft bis auf den letzten Platz besetzt.

Computerausstattung

Es gibt zumindest im Gebäude Roger de Llúria sehr viele PC-Pools, wo man eigentlich immer nach kurzer Wartezeit von maximal 15 Minuten einen freien Platz findet.

Campus Global

Von Papier hat man sich an der UPF schon vor mehreren Jahren weitgehend verabschiedet. Die Anmeldung für alle Seminare erfolgt online, dort hat außerdem jeder Student über den "Campus Global" ein eigenes Portal, wo er all seine Kurse und Noten überblicken kann. Er findet dort auch all seine Kommilitonen einer Vorlesung/eines Seminars samt Foto (!). Außerdem stellen dort die meisten Professoren umfangreiche Literaturlisten und Seminarunterlagen/Folien ein.

Trotzdem muss/musste man (zumindest 2004) noch jedes Mal in der ersten Trimesterwoche lange anstehen, um an den Aushänge mit den Stunden- und Raumverteilungsplänen vor dem Universitätsgebäude herauszufinden, wo und wann die gewünschten Kurse denn jetzt stattfinden.

Hinweis zur Sprache

Etwa 60-70 Prozent der Lehrveranstaltungen werden auf Katalanisch angeboten, der Rest findet allerdings auf Kastilisch ("Spanisch") statt. Bei der Auswahl der Kurse sollte man darauf achten.

Ein Problem hierbei ist, dass die Veranstaltungen auf Spanisch oft mit Erasmus-Studenten überfüllt sind. Wer länger als ein Trimester bleibt und bereits über gute Spanischkenntnisse verfügt, der kann in einem der kostenlosen Katalanischkurse an der Universität innerhalb eines Trimesters genügend Katalanisch lernen, um im darauf folgenden Trimester auch in die katalanischsprachigen Kurse zu gehen. Keine Freunde machen sich Erasmus-Studenten, die zu Beginn des Kurses fragen, ob man die Veranstaltung nicht auf Spanisch abhalten könne. Katalanische Studenten regen sich häufig über solche "respektlosen Kulturbanausen" auf und vergleichen sie mit Touristen, die an die Costa Brava fahren und sich dann beschwerten, dass es keinen Flamenco zu sehen gibt.

Die Studenten dürfen sich in den Seminaren in beiden Sprachen äußern, was Dozenten aus anderen Regionen oder aus Lateinamerika hin und wieder in Probleme bringt. Offiziell müssen aber alle Dozenten beide Sprachen zumindest passiv beherrschen. Wie im gesamten katalanischen Erziehungssystem sind also in katalanischsprachigem Unterricht Fragen, Referate und Essays auf Spanisch erlaubt und umgekehrt.

Das mag zu Anfang bei Erasmus-Studenten für Verärgerung sorgen, man sollte jedoch auf keinen Fall mit einem wütenden Kommentar reagieren, sondern gegebenenfalls nachfragen, ob der Dozent das, was der Student gesagt hat, noch mal wiederholen könnte, da man es nicht verstanden hat. Das wird dann gerne und ohne Probleme gemacht. Auch die Klausuren können wahlweise in einer der beiden Sprachen geschrieben werden, manche Dozenten lassen auch dritte Sprachen zu (meist Englisch oder Italienisch).

Weblinks