Universität Salzburg (Promotion)

Planung und fach- / ortsspezifische Begründung

Salzburg

Salzburg ist die Landeshauptstadt des gleichnamigen Bundeslandes Salzburg, liegt mittig im Salzburger Becken und ist nach Wien, Graz und Linz die viertgrößte Stadt Österreichs. Mit seiner als UNESCO-Weltkulturerbe geschützten Altstadt und dem Gebiet um Schloss Hellbrunn hat Salzburg eine besonders lange kulturelle Tradition. Durch die Salzburger Altstadt, die Salzburger Festspiele sowie durch Wolfgang Amadeus Mozart erreichte Salzburg internationale Bekanntheit. In Salzburg sind 5 Universitäten angesiedelt. Die älteste davon ist die Paris Lodron Universität Salzburg, die schon im Jahr 1622 gegründet wurde. Die Universität gliedert sich in vier klassische Fakultäten: Theologie, Kultur- und Gesellschaftswissenschaften, Naturwissenschaften und Rechtswissenschaften. Ich habe an der Paris Lodron Universität im Fachbereich Rechtswissenschaften an der "Juridischen Fakultät" mein sog. "Doktoratsstudium" durchgeführt.

Salzburg: führend in der alternativen Streitbeilegung / Mediation

Von meinem Auslandsaufenthalt an der Universität Salzburg versprach ich mir eine Universität mit einer exzellenten internationalen Reputation kennen zu lernen, die gerade im Bereich der alternativen Streitbeilegung / Mediation als eine der führenden Universitäten mit einer internationalen Ausrichtung in Forschung und Lehre gilt. Zudem wollte ich die Vielfältigkeit und unterschiedlichen Ausgestaltungen innerhalb Europas durch den Besuch der juridischen Fakultät der Universität Salzburg komplettieren. All diese Erwartungen wurden durch meinen Aufenthalt in Salzburg erfüllt.

Schwerpunkte

Schwerpunkte meines Auslandsstudiums waren die vergleichende Staats- und Rechtswissenschaft unter besonderer Berücksichtigung der Erfahrungen mit dem ZivMediatG sowie der Praktikereinschätzungen zur Mediation / Co-Mediation. Auffallend ist, dass die österreichischen Bemühungen, Mediationsverfahren als Alternative zu anderen Streitbeilegungsverfahren zu etablieren, gegenüber Deutschland wesentlich fortgeschrittener sind. Dies betrifft vor allem auch die gesetzliche Verankerung der Mediation und Co-Mediation.

Praktische Erfahrungen

Die ersten praktischen Erfahrungen in der Mediation konnten Gerichte in Österreich bereits bei dem im Jahr 1994 startenden Modellprojekt an den Gerichten Florisdorf und Salzburg sammeln, das auf Betreiben des Bundesministeriums für Justiz durchgeführt wurde. Das Besondere an diesem Modellprojekt bestand darin, dass jeweils ein Jurist und ein Psychologe gemeinsam als Co-Mediatoren auftraten. Das österreichische Projekt wurde von einer wissen¬schaftlichen Begleitstudie beobachtet und nach Auswertung der Ergebnisse auf alle Wiener Gerichtsbezirke ausgeweitet. Im Anschluss an dieses Pilotprojekt wurde im Sommer 1996 der "Verein Co-Mediation" gegründet. Von diesem wird gerichtsnahe Co-Mediation an allen Gerichten in Österreich angeboten, wobei die Landeshauptstädte und somit auch Salzburg bevorzugt sind. Österreich ist gegenüber Deutschland bzgl. der Entwicklung und Etablierung der alternativen Streitbeilegungsmethoden wesentlich weiter.

Zusammenfassend bot mir dieser Auslandsaufenthalt, neben meiner persönlichen Horizonterweiterung, aus fachlicher Sicht einen Einblick in die grundlegenden Rechtsfragen und in die Gesetzesentwicklung des ZivMediatG / Österreich und somit eine wichtige Grundlage für meine Dissertation.

Vorbereitung (Einreise, Krankenversicherung, Anreise) und Situation vor Ort

Da Deutschland und Österreich als unmittelbare europäische Nachbarn keine so großen kulturellen Unterschiede aufweisen, war es nicht notwendig sich speziell auf diesen Auslandsaufenthalt vorzubereiten. Bei Fragen oder Schwierigkeiten war es immer möglich bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im "Büro für Internationale Angelegenheiten" oder im Studentensekretariat der Universität Salzburg nachzufragen. Zunächst informierte ich mich bei der Studienberatung der Universität selbst und dann bei befreundeten Kommilitonen, die ebenfalls in Salzburg studiert hatten. Sonst war es auch nie ein Problem die Mitstudentinnen und Mitstudenten in der Universität oder in einem der zahlreichen Cafés anzusprechen. Bestimmte Einreisemodalitäten gab es nicht.

Immatrikulation und Versicherung

Während meines Auslandsaufenthaltes blieb ich in Deutschland immatrikuliert und war somit auch im Ausland krankenversichert. Zudem schloss ich eine Auslands-Zusatz-Krankenversicherung ab. Ich erhielt von meiner deutschen Krankenkasse einen Auslandskrankenschein und hätte mit diesem auch in Österreich zum Arzt gehen können. Teilweise wird vor dem eigentlichen Arztbesuch in Salzburg eine Meldung bei der zuständigen Gebietskrankenkasse in Österreich verlangt. Also am besten vorab bei der eigenen Krankenkasse anfragen.

Anreise

Anreisen kann man sowohl mit dem Flugzeug – W. A. Mozart Flughafen Salzburg - wie auch mit der Bahn oder mit dem PKW. Der Flughafen Salzburg liegt nur ca. 4 km westlich vom Stadtzentrum. Vom Flughafen aus kann man sehr schnell mit dem Taxi (ca. 10,- bis 15,- €) oder mit Bus in die Salzburger Innenstadt gelangen. Wer mit dem Wagen über München anreist, kommt meist über die Westautobahn A1 und sollte unbedingt an die Autovignette denken.

Online-Vorerfassung und Inskription – Einschreibung

Vor der eigentlichen Bewerbung um einen Studienplatz an der Universität Salzburg haben sich alle Studenten online auf der Internetseite der Universität Salzburg vorerfassen zu lassen. Anzugeben sind dort Zulassungsart, persönliche Daten, Vorstudien, etc. Nach der Online-Vorerfassung ist das Antragsformular auszudrucken und darauf die Bearbeitungs¬nummer anzugeben. Das unterschriebene Antragsformular ist dann gemeinsam mit den persönlichen Dokumenten (Abiturzeugnis als beglaubigte Kopie, Nachweis über die Berechtigung für die unmittelbare Zulassung zum gleichen Studiengang oder der Fortsetzung des gleichen Studiengangs in Deutschland) beim Referat für Studienzulassungen der Universität Salzburg vorzulegen.


Dabei ist die allgemeine Hochschulreife der österreichischen Matura mittlerweile grundsätzlich gleichgestellt, wodurch in Österreich keine Zusatz- oder Ergänzungsprüfungen abgelegt werden müssen. Der Studienbeitrag für das WiSe 2008 / 2009 betrug insgesamt: 379,22 €.

Für alle Fragen rund um das Studium in Salzburg und zur Einschreibung steht das Büro für internationale Beziehungen zur Verfügung:

Kapitelgasse 6
5020 Salzburg
Austria (Europe)
Tel.: +43-662-8044-2040/2041/2042/2045
Fax: +43-662-8044-154
E-mail: international(at)sbg.ac.at
Internet: uni-salzburg.at/international

Unterbringung und Lebenshaltungskosten

Generell gibt es zwei verschiedene Arten der Unterbringung: Studentenwohnheime und private Unterkünfte. Für die Unterbringung in Studentenwohnheimen ist der ÖAD (Österreichischer Akademischer Austauschdienst) zuständig. Nähere Informationen und Bewerbungs¬unterlagen erhält man auch über das Büro für internationale Beziehungen (s. o.). Die Mietkosten sind mit 300 – 600 € / pro Monat anzusetzen. Die Kosten für Konsumgüter, Textilien und Lebensmittel sind in Österreich meist etwas teurer als in Deutschland.

Lehrangebot vor Ort

Die juridische Fakultät der Universität Salzburg bietet ihren Studenten die Möglichkeit an vielen verschiedenen Veranstaltungen teilzunehmen. Die Teilnahme an Vorlesungen kann sich jedoch partiell als schwierig gestalten, da die Teilnehmerzahlen begrenzt sind und die Anmeldefristen vor der Studienzulassung begannen und dementsprechend von schon immatrikulierten Studenten belegt sind.

Fazit

Der Auslandsaufenthalt in Salzburg ermöglichte es mir meine Forschungen zur Co-Mediation in einem Land zu vertiefen, das gegenüber Deutschland bereits wesentlich weiter in dem Bereich der gesetzlichen Normierung der alternativen Streitbeilegung ist. Zusammenfassend bot mir das Auslandsstudium – neben meiner persönlichen Horizonterweiterung – aus fachlicher Sicht einen Einblick in die grundlegenden internationalen Rechtsfragen, die für mein Berufsleben eine wichtige Grundlage bilden.

Bei weiteren Rückfragen stehe ich Euch auch gerne persönlich zur Verfügung:

RG(at)germund-loew.de

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