Universidad de Cantabria

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Erfahrungsbericht: Physik in Santander, Spanien (2004/2005)

Im Wintersemester 2004/05 und Sommersemester 2005 habe ich im Rahmen meines Physikstudiums am Erasmus-Austauschprogramm zwischen der Universität Erlangen-Nürnberg und der Universidad de Cantabria (UC) teilgenommen. Ich hoffe mit diesem kurzen Text anderen Studenten, die vorhaben in Santander zu studieren, eine Orientierung bieten zu können, zumal weder von der eigenen noch der gastgebenden Universität umfangreiche Informationen zu erwarten sind. Viele Informationen erhält man erst direkt vor Ort, was in den meisten Fällen allerdings auch ausreichend ist. Für alle bleibenden Fragen bin ich per E-Mail [1] oder über mein Benutzerprofil erreichbar.

Anreise:

Es gibt viele Möglichkeiten mehr oder weniger billig nach Santander zu kommen. Von Frankfurt(Hahn) aus ist es möglich für ca. 20 Euro (rechtzeitig reservieren!) mit RyanAir direkt nach Santander zu fliegen. Vom dortigen Flughafen fahren Shuttlebusse ins Stadtzentrum (15min). Sonst gibt es Flüge von HLX (Stuttgart, Hannover und Köln) für ca. 60 Euro und von AirBerlin (München, Nürnberg etc.) für ca. 120 Euro, die beide nach Bilbao gehen, das ca. 100km von Santander entfernt ist. Vom Flughafen Bilbao ins Stadtzentrum (estación de autobuses) von Bilbao fährt ein Shuttlebus (20min, 1,10€), von dort fahren Busse nach Santander ([2], 100min, ca. 6 Euro).


Erste Schritte:

Im Normalfall ist zum Zeitpunkt der Ankunft bereits ein piso von der UC organisiert worden, d.h. man kann sich (am besten per Taxi) direkt auf den Weg dorthin machen. Die Wohnungen sind i.A. in Ordnung, zumal die UC nur „seriöse“ Wohnungen vermittelt. Meist wohnt man mit anderen Erasmusleuten in einer WG, die Miete beträgt ca. 150 bis 200 Euro (Ausnahme: Juli/August 300 bis 400 Euro). Mündliche Mietverträge sind üblich. Falls du doch einen schriftlichen Vertrag haben solltest, achte darauf dir die Möglichkeit für einen späteren Umzug offen zu halten. Es kann nämlich sein, dass man nur mit deutsch sprechenden Studenten zusammenwohnt, was nicht sehr hilfreich beim Lernen der Sprache ist. Als nächstes sollte man beim ORI (Oficina de Relaciones Internacionales) vorbeischauen und sich einschreiben. Dort erhält man alle weiteren Informationen (man spricht dort auch englisch ;-) Studentenausweis, etc. erhält man in der Regel erst in einer der nächsten Wochen. Während den ersten Tagen findet außerdem eine Informationsveranstaltung statt, in der unter anderem auch Tutoren (spanische Studenten) vermittelt werden (4-5 Studenten erhalten einen Tutor). Man sollte davon allerdings nicht zu viel Hilfe erwarten. Falls Fragen bleiben, spreche einfach Studenten deiner Fakultät an wenn du schon etwas spanisch kannst (englisch können sie meistens nicht wirklich…) oder wende dich ans ORI.



Uni

Einen Monat vor Beginn der Vorlesungen wird ein 4-wöchiger Sprachkurs angeboten. Diesen empfehle ich dringend, nicht nur wegen der Sprache, sondern auch wegen den vielen Erasmus-Studenten die man dort kennen lernt. Außerdem werden nachmittags viele Freizeitaktivitäten angeboten (Exkursionen, Videos, Tapasessen, …) Die Anmeldung für diesen Kurs erfolgt bereits vorher in Deutschland. Die im Semester angebotenen Kurse findet man im Internet. Die Internetseite ist teilweise sehr unübersichtlich, der Fachbetreuer der Fakultät hilft allerdings sicher weiter. Die Vorlesungen finden in kleinem Rahmen mit 15 bis 20 Studenten statt und sind sehr verschult (Frontalunterricht). Übungen gibt es in der Regel nicht. Sie Spanier hängen den Professoren üblicherweise an den Lippen und schreiben alles Wort für Wort mit. Am Anfang ist es deshalb empfehlenswert sich Kopien von Mitstudenten zu besorgen. Oft werden auch Skripten in den Reprografias (Copycenter) angeboten. Die meisten Vorlesungen sind zwischen 8.30 und 14.00. Nachmittags, d.h. 16.00 bis 19.00, finden oft Praktika statt. Zwischen 14.00 und 16.00 ist siesta und die Uni ist normalerweise fast leer. Klausuren sind am Ende des Semesters und bestehen aus Fragen zur Theorie (teoría) und Rechenaufgaben (problemas). Die Ergebnisse werden ausgehängt.

Die Spanier im Norden sind normalerweise etwas verschlossen, d.h. man sollte sich nicht wundern wenn man Schwierigkeiten hat spanische Kommilitonen kennen zu lernen. Trotzdem sollte einen das nicht abschrecken, da es auch sehr viele nette und offene Studenten gibt. Interessant ist es auch sich einen Intercambio zu suchen (Aushänge!) und so sein Spanisch zu verbessern.