Universidad de Alcalá de Henares

Artikel über die Universidad de Alcalá de Henares und Erfahrungen eines Erasmusstudenten an der Wirtschaftsfakultät dieser Universität.

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Die Universität

1293 gegründet ist die Universität von Alcalá de Henares eine der ältesten Europas. Dazu zählte sie schon immer zu den Besten Spaniens. Mitte des 19. Jahrhunderts wurde sie für ca. 20 Jahre nach Madrid verlegt, bis sie 1977 wieder in der eigenständigen Stadt mit dem arabischen Namen eröffnet wurde. Seit 1998 stehen die städtischen Universitätsgebäude auch unter UNESCO-Schutz, ebenso wie große Teile des mittelalterlichen Stadtkerns. Außerhalb auf dem Campus (etwa 20 Min mit dem Bus vom Zentrum) befinden sich in erster Linie die Naturwissenschaften. Denn die Wirtschaftsfakultät ist wie die der meisten Geisteswissenschaften im Zentrum.

Die Uni in Zahlen (Stand 2005)

  • Studentenzahl: 22836
  • Anzahl Professoren: 1616
  • Studiengänge: 42
  • Angebotene Titel: 90
  • Fakultäten: 15
  • Bibliotheken: 14 (Qualität meiner Meinung nach gut)
  • Informatikräume: 12 (so gut wie immer guter Zugang möglich)

Alcalá de Henares

Alcalá de Henares liegt gute 30 Kilometer von Madrid entfernt, und 17 vom Hauptflughafen Barajas. Die Stadt ist Teil der Autonomen Gemeinschaft Madrid und hat etwa eine Bevölkerung von 170000 Einwohnern. Die geschichtliche Tradition ist reich und auch heute sind arabische sowie römische Einflüsse gerade an der wunderbar erhaltenen Architektur erkennbar.

Der Stadtkern bietet neben der längsten Einkaufspassage unter hängenden Balkonen das angebliche Geburtshaus des berühmten spanischen Schriftstellers Cervantes, einer Kathedrale, Plätzen und weiteren Attraktionen einen idealen Nistplatz für Störche. Sie sind fester Bestandteil der Stadtkultur. Das städtische Bussystem ist umfangreich sowie gibt es tagsüber eine sehr gute Bus und Zuganbindung an Madrid (ca. 45 Min). Wer häufiger in die Hauptstadt unterwegs ist, kauft sich am besten ein Monatsticket. Während bei der Bahn diese nach 31 Tagen verfallen, sind die Metrotickets in Madrid ohne Frist.



Ab hier folgen persönliche Erfahrungen von e-fellow Steffen. Diese sind zwar nicht enzyklopädischer Natur, dafür aber dennoch sicherlich hilfreich für andere, die einen Aufenthalt in Alcalá de Henares planen. Eure eigenen Erfahrungen könnt ihr einfach mit einer entsprechenden Überschrift darunter setzen.

Persönliche Erfahrungen von e-fellow Steffen

Vorbereitung

Die richtige Vorbereitungsphase begann an für sich bereits ab dem Moment, in dem ich das Ok von den Auswahlgesprächen erhielt. Meine Vorfreude wurde eigentlich auch immer größer, je mehr ich mich mit dem bevorstehenden Auslandsmonaten beschäftigte und letztlich gaben mir zusätzliche Informationen einfach weitere Sicherheit.

Neben den Materialien, die mir die Uni von Alcalá über Wohnungen, Uni; Stadt und Infrastruktur zuschickte, fand ich das meiste über das Internet (http://www.uah.es; sowie die Homepage der Stadt Alcalá; auch die Seiten von Madrid zu "ocio" (Freizeit) bieten einen ersten Überblick über die große Vielfalt an Erlebnissen, die euch in dieser Region um Madrid erwarten).

Dazu richtete ich mir bei der Deutschen Bank in Darmstadt ein Konto ein, wodurch das Geldabheben in Spanien (einziges Land neben Deutschland, wo die DB ein komplettes eigenes Filialnetz hat) kostenlos war. Dabei merkt euch den PIN gut (klar, so was versucht man eh immer), denn ich vergaß ihn anfangs gleich zweimal. Nachdem ich die Mitarbeiter in der Filiale von Alcalá jedes Mal damit belästigte (es spricht immer einer ein wenig Deutsch), wurde mir die neue Karte jedes Mal mit PIN an meine Eltern zugeschickt. Diese leiteten mir dann alles weiter. Neben den DB-Filialen kann man ebenso die Geldautomaten der Barclays Bank (genauso in Alcalá vertreten) ansteuern, ohne dabei einen Cent Gebühren abdrücken zu müssen.

Was den Flug anbetrifft, so bin ich im Voraus auch ein junger Grünschnabel gewesen. Unter anderem buchte ich mir meinen Hinflug gleich mit dem Rückflug Anfang Oktober (um das BWL-Vordiplom noch mitzuschreiben) und den darauf folgenden zweiten Hinflug mit dem Rückflug vor Weihnachten zusammen. Dabei hätte ich mir im Nachhinein schon ein wenig Kleingeld sparen können. Denn die Flugverbindungen Deutschland Madrid sind ausgezeichnet. Von Frankfurt nach Madrid kann ich AIRBERLIN und LANCHILE nur empfehlen. Sie bieten nicht nur einen ausgezeichneten Service mit den feinsten Stewardessen und Snacks, sondern dazu die günstigsten Preise. Es reicht durchaus 2-3 Wochen vor Abflug zu buchen. Dazu sind sie mit dem Gepäck sehr kulant.

Zu guter Letzt bereitet einen vor dem Abflug natürlich die erste Unterbringung das meiste Kopfzerbrechen, gerade wenn das mit der Sprache noch etwas holprig ist. Alles halb so wild!

In Alcalá gibt es eine ganze Menge Herbergen, die einem für die erste Nacht offen stehen (Ich war bei der Pension Levante untergekommen; Tel: 0034918880751; mit 20 EUR die günstigste gewesen; nach ein wenig Verhandeln sogar am Folgetag mein Gepäck unterstellen können; Anreise rund um die Uhr möglich; liegt 5 Gehminuten von der Innenstadt entfernt). Länger muss man häufig gar nicht buchen, weil man am Folgetag, besonders 1-2 Wochen vor Uni-Beginn, bereits mit einer Wohnung fündig werden kann. So erging es zumindest mir und meinen späteren Mitbewohnern.

Als nun endlich der Tag des Abfluges kam, war natürlich meine Aufregung besonders stark. Zwar hatte ich früher schon ein Jahr im Ausland an einer High School in den USA verbracht, doch ist einfach jeder neue Auslandsaufenthalt ein aufregender Anlass für die zarten Studentennerven. Zudem wartete dieses Mal nicht eine Gastfamilie am anderen Flughafen auf mich, sondern hieß mich allein das Standardempfangsschild am Madrider Flughafen willkommen. Das große Abenteuer, von dem so gut wie alles offen stand, begann somit mit dem Verlassen der Ankunftshalle.

Ankunft

Egal, ob man nun am architektonisch klasse gelungenen Terminal 4 mit LANCHILE oder an T 2 mit AIRBERLIN ankommt, es wartet immer ein Bus Richtung „Canillejas“ an den Bushaltestellen. Zur Not gibt einem das „grüne Empfangspersonal“ zu allem in mehreren Sprachen (am besten Spanisch) Auskunft. Als Alternative, die sich besonders mit viel Gepäck anbietet, kann man für ca. 30 EUR ein Taxi nach Alcalá nehmen.

Was wieder die Busoption betrifft, so gilt es in „Canillejas“ in den Nationalbus umzusteigen. Auf der anderen Autobahnseite fahren sowohl N223 als auch die N228(mit dieser Nummer bin ich mir nicht ganz sicher) nach Alcalá de Henares.

Beide enden im dortigen Bushauptbahnhof, fahren tagsüber im Schnitt alle 10 Minuten und nachts stündlich. Die letzten Meter zur Herberge bin ich in ein Taxi gestiegen, was mich für etwa 6 EUR an meine Unterkunft brachte.

Am Folgetag (Freitag) bin ich dann zur ersten Anlaufstelle für alle Erasmusstudenten gelaufen. Im Innenhof des Uni-Hauptgebäudes „Universidad Cisneriana“ (im Stadtplan) befindet sich das internationale Büro. Dort kann man sich die private Wohnraumliste abholen und sich der ersten freundlichen Beratung durch eines der jungen spanischen Mädels unterziehen. Im Uni-café im gleichen Innenhof ließ ich mich dann nieder, um bei meinem ersten Cortado (Café – das spanische Lebenselixier) und einer Tostada die Liste zu studieren.

Mit einer Handykarte am Besten bei Vodafone (nutzen die meisten Spanier und auch ausl. Studenten- daher am wirtschaftlichsten) am Plaza Cervantes erworben, rief ich dann bei den Privatleuten an. Keine Angst, die Vermieter sind auf brüchiges Spanisch eingestellt, da sie bis dato meist ohnehin nur an ausl. Studenten vermietet haben!

Der Zufall wollte es, dass ich gleich nach dem ersten Anruf meine Bleibe gefunden hatte, die ich mir das Jahr über mit einem Österreicher und einem Italiener teilte. „Intern“ einigten wir uns auch darauf in erster Linie Spanisch zu sprechen, was ohne Probleme funktionierte.

Nach dem Besuch der Wohnung lud mich der Vermieter sogar noch auf meine ersten Tapas ein, half mir beim Umzug von der Herberge und lag mir einen unkomplizierten Vertrag vor. Dabei braucht man keine Bedenken zu haben (trotzdem gut drüber schauen), denn das spanische Mietrecht ist lange noch nicht so umfangreich wie das deutsche, eher zum Vorteil des Mieters, und mein Vertrag beschränkte sich auf wenige Blatt Papier.

Das Mietverhältnis war sehr angenehm (sehr hilfreich und unkompliziert) und der Mietpreis lag mit 220 kalt im Durchschnitt. Wohlgemerkt im Winter (Ende November- März) kann man schon mal zum Frösteln kommen. Die Heizung wird dann häufiger brummen und neben trotzdem viel Sonnenschein und Wärme kann auch mal die ein oder andere Flocke fallen.

Studieren an der Uni

Der erste Tag an der Uni war selbst verständlich ziemlich aufregend. Die Fächer sind in den ersten zwei Wochen festzulegen. Dabei habe ich im ersten Semester Marketing (Dirección Comercial), Microeconomía 3, Dirección Estratégica, und Métodos de Optimización) belegt. Im zweiten Semester besuchte ich dann die Kurse zu Finanzierung (Introducción a las Finanzas), Marketing Teil 2 (Dirección Comercial), Microeconomía 4, Wirtschaftsinformatik (Informática Empresarial) und Dirección y Liderazgo Empresarial. Die Prüfungen sind mir alle an meiner Heimatuni der TU Darmstadt anerkannt worden. Insgesamt habe ich es nicht bereutm, mehrere Fächer, die ich mir alle voranerkennen ließ, gewählt zu haben. So hatte ich auf jeden Fall die Befriedigung etwas für die Uni getan zu haben, habe das spanische Uni-System näher genossen, bin einfacher mit den Spaniern in Kontakt gekommen und hatte nichtsdestotrotz noch genügend Freizeit!

Zurück zum ersten Eindruck. In der Regel finden die Vorlesungen in der ersten Woche unregelmäßig statt. Heißt entweder gar nicht oder mit Beginn zu späterer Stunde und enden frühzeitig. Meine Erfahrung war, dass an der Wirtschaftsfakultät (im Zentrum von Alcalá, in einem Gebäude, das Alt- und Neubau schön kombiniert) ein breites Spektrum an Fächern angeboten wird.

Das Niveau war zunächst ein wenig sehr überraschend. Aus Darmstadt war ich auch gewohnt in der gesamten Lehre einen Forschungsakzent anzutreffen, heißt umfangreiche, vertiefende Materie, und eher Eigenarbeit. In Spanien werden erst in der Studienkarriere nach dem ersten 5 Jahresabschluss die „Forscherwerkzeuge“ (Literaturrecherche, Formalien bei Studien-/Seminararbeiten…) angewandt. Halb so schlimm, das Studieren bleibt anspruchsvoll, neben mehreren schriftlichen Arbeiten und Gruppenarbeiten finden sich jede Menge Möglichkeiten vor allem Soft Skills zu sammeln. Ganz besonders der Umgang mit den Professoren ist sehr persönlich, oft sogar per „DU“. Mancher mag es das verschulte spanische Uni-System nennen, es sind ganz einfach kleinere feste Gruppen, die jeweils in einem Kurs sitzen. Den Kontakt zu den Lehrpersonen findet man recht leicht, allein über die Gruppenarbeiten, das Feedback, die „Unterrichtsmitarbeit“, bei den Präsentationen sowie in den angebotenen Tutorien. Die meisten Profs wählen sogar gezielt bei den Gruppenarbeiten ein System, bei welchem in jede Gruppe mindestens ein Erasmus und ein spanischer Student integriert werden.

Auf Grund der Internationalität der Wirtschaft ist auch jene Fakultät die mit den meisten Auslandsstudenten von ganz Alcalá. Insgesamt waren im Schnitt an der gesamten Uni (20000 Stud.) etwa 400. Deutsche, US Amerikaner, Franzosen und Italiener bilden die größten Gruppen. Ich war also von Anfang an „nichts Besonderes“. Als erstes habe ich fast automatisch auch den Kontakt zu anderen Erasmus bekommen.

Die Spanier sprechen einen wenig von selbst an (wenn ich mich an meine Zeit vor Erasmus erinnere, so habe ich es den Spaniern gleich getan und genauso wenig Erasmus angesprochen). Dabei fiel es mir zum Schluss am einfachsten Kontakt zu den „Einheimischen“ zu gewinnen, in dem ich sie selbst ansprach, MSN-Adressen austauschte und später mit ihnen anfing zu chatten. Daraufhin sind wir dann auch gemeinsam unterwegs gewesen.

Hinzu kommt, was den Abstand der fleißigen spanischen Studenten von den Erasmus vergrößert, dass Erasmus-Studenten nun eher den Ruf eines lustigen Partytrupps haben. Stimmt auch, ist schließlich Teil des Austauschs und Spaßes, aber doch eben nicht alles.

Im zweiten Semester, in dem ich mich ein wenig mehr auf das Arbeiten konzentrierte (keine Bange, dabei ist sehr viel Spaß zu haben), bin ich über die Gruppenarbeiten zu sehr engen Freundschaften mit Spaniern gekommen. Während sich mein Kontakt im ersten Teil des Studienjahres auf Erasmus fokussierte und ich verstärkt das bekannte Erasmusleben genoss, vereinfachten mir insbesondere bessere Sprachkenntnisse in den späteren Monaten die Annäherung an Spanier. Deshalb kann ich euch nur empfehlen, fortlaufend einen Sprachkurs zu belegen, im Anschluss an den Erasmus-„Intensivkurs“ im Oktober.

Ich habe es vorgezogen ab Januar mit einer Spanischlehrerin aus meinem Erasmuskurs Privatstunden zu nehmen und mich so auf das DELE SUPERIOR Examen des Cervantes Institutes vorzubereiten. Dies fand im Mai statt und half mir, weiter gezielt an meinem Spanisch zu arbeiten. Alternativ werden auch staatlich gesponserte Immigrantenkurse angeboten, die über mehrere Monate in verschiedenen Niveaus laufen und recht günstig sind. Freunde von mir, die diese wahrnahmen, waren auch ziemlich zufrieden.

Wichtige Anlaufstellen

Damit ihr noch schneller gleich die richtigen Anlaufstellen findet, will ich noch ein paar knappe Worte dazu verlieren: Alles, was Noten und Angelegenheiten rund ums Studium betrifft, wendet man sich an das Erasmus-Büro in der Fakultät selbst (im alten Gebäude durch den Park im Innenhof). Dazu gibt es eine Koordinatorin für die europäischen Programme, welche bisher eine Winf-Lehrbeauftragte war. Diese leitet auch das Praktikastellenportal der Uni.

Sonstige Stipendien- und Erasmusangelegenheiten laufen alle über das Büro, zu welchem ich euch am ersten Tag geschickt habe. Zum Beispiel auch die Einträge in Listen für die Erasmus-Reisen.

Tutorien und Einführungswoche

Die Tutorien der Profs finden regelmäßig statt und werden am Anfang des Semesters bekannt gegeben. Es lohnt sich wirklich sich dort vorbei zu trauen. Denn bei Interesse haben sich mir alle Profs sehr hilfreich gezeigt und viel Zeit für individuelle Erklärungen aufgebracht. Außerdem: Wie oft hatte ich bis zu jenem Zeitpunkt Gelegenheit mit Personen „höheren Amtes“ mich direkt zu unterhalten, außer über die Fachschaft.

Die Fachschaft gibt es natürlich auch an der Wirtschaftsfakultät. Ich habe daran teilgenommen, weil es mich interessiert hat und sich mir auch auf diesem Weg weitere Kontakte eröffnet haben. Wer möchte, muss sich in den ersten Wochen auf die Liste für die Kurs-Repräsentanten stellen lassen im Büro der „Junta de estudiantes“ neben dem Copyshop. Die Treffen finden dann etwa monatlich statt. Also es kommt nicht wirklich viel Zeitaufwand auf einen zu.

Zur Einstimmung veranstaltet die Uni auch jedes Semester anfangs eine Einführungswoche für alle Austauschstudenten, jedoch war ich zu jenem Zeitpunkt in Deutschland im Darmstädter Uni-Saal bei der BWL Vordiplomsprüfung.

Freizeit

Um bei all dem Genuss, der bei Erasmus in Alcalá garantiert nicht zu kurz kommt, noch etwas für die Fitness zu tun, bin ich in ein Fitnessstudio in der Nähe meiner Wohnung gegangen. Die umfangreichen Sportangebote der Uni waren mir alle zu weit entfernt auf dem Campus. An dieser Stelle möchte ich die „Muckibude“ „Kajukembo“ nur jedem weiter empfehlen, denn ich habe mich dort wie in einer Familie aufgenommen gefühlt. Alle, klar in der Mehrheit Jungs, haben mich sehr nett integriert. Es begann damit, dass die Trainer die Rammsteinplatten (scheinbar einzige deutsche international bekannte Gruppe) aufgelegt haben, sobald ich zum Training kam. Anschließend fingen die Unterhaltungen bei Fußball an (ich musste mich dort größerem Wissen über die Deutschen Ligen stellen als meinem äußerst kleinen eigenen) und gingen bis hin zu Literatur, über welche ich mit Nacho, dem einen Trainer, zu philosophieren pflegte.

Mit einigen bin ich auch später abends weg und im Sommer joggen gegangen. Dazu eignet sich das Flussufer des Henares übrigens sehr sowie im Herbst/Frühjahr der Nationalpark auf der südlichen Flussseite.

Alcalá als Stadt

Mein Eindruck von Alcalá selbst war eher von einem äußerst freundlichen Dorfcharakter geprägt. Das Zentrum ist überschaubar. Es wird ebenfalls viel gebaut mit dem Ziel, eine wahre Touristenattraktion aus der ganzen Stadt zu machen. So war das zuletzt angegangene Großbauprojekt eine riesige Park- und Freizeitanlage auf einer Insel am Flussufer des Henares.

Was die Menschen von Alcalá angeht, so habe ich sie als sehr offen, interessiert, liebenswert kennen gelernt. Man ist umso aufgeschlossener, je mehr sich der Gegenüber auf einen einlässt. Die Sprachkenntnis war dabei stets ein Schlüssel für spannende Kommunikation.

Kunst und Kultur

Feste gibt es das ganze Jahr über. Ganz besonders das Filmfestival im Herbst und die Cervantes- sowie Theatertage sind eine sehenswerte Attraktion. Künstler aller Art sind so gut wie in allen Monaten in der Calle Mayor und auf dem Plaza Cervantes zu beobachten. Die Menschenmassen, die sich dort am Wochenende zeigen, sind immer wieder aufs Neue beeindruckend.

Shopping

Auch in Alcalá selbst lässt es sich einkaufen gehen. So sind es allerdings eher Boutiquen mit Bürokleidung, die einladen zum Anprobieren. Für den regelmäßigen Einkauf bin ich meist in die Supermärkte Día und AhorraMás. In einem der Kräuterladen nächst der Calle Mayor habe ich meine Bioprodukte und Vollkornbrot gekauft. Nicht zu vergessen sind die Fischgeschäfte. Zum einen - wer sich traut, dabei zuzuschauen - ist es interessant beim Meisterwerk des Zerlegens der Fische zuzusehen und zum anderen sind die Meeresköstlichkeiten super günstig. Zurzeit ist die Markthalle wegen Umbauarbeiten geschlossen (es folgt der Vollabriss), deshalb bin ich wöchentlich auf die Großmärkte gegangen, die auf bestimmten Straßen und Plätzen stattfanden.

Das spanische Marktgeschehen war etwas Besonderes, allein das Beobachten des geschickten Kaufmannsverhaltens. Dazu ist die Qualität der Ware, die man antrifft, unglaublich gut (jedoch man muss aufmerksam sein, Schwindler gibt es genauso).

Zur Lektüre laden ganz besonders die größere Buchhandlung in der Calle Mayor sowie die unterschiedlichen Zeitungskioske ein. Am Ende der Calle Libreros gegenüber von der Rechtsfakultät befindet sich einer der bestsortierten.

Zeitungen

Dort habe ich mir stets meine Sonntagszeitung geholt. Dabei möchte ich bemerken, wie stark die gesamte spanische Zeitungswelt am Expandieren ist. Immer weitere Magazine wie auch Tages- und Wochenzeitungen kommen hinzu. Nichtsdesto trotz habe ich mich in erster Linie an das EL PAIS und sein Pendant aus Barcelona, LA VANGUARDIA, gehalten. Im Unterschied zu den deutschen Zeitungen liegt ein großer Schwerpunkt darin, dass das internationale Geschehen aus den Regionen Afrikas und Südamerikas stärkere Beachtung findet. Für mich war dies mit das Interessanteste, da ich somit ein ganz neues Bild über die Länder aus jenen Gebieten erhalten habe.

Weblinks