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Studieren in den USA

Artikel über das Auslandsstudium und die Hochschullandschaft in den USA: Von Aufenthaltsbestimmungen über Stipendien bis zu Zulassungsverfahren in den USA.

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Empire State Building (Quelle: www.pixelquelle.de)

Planung des USA-Aufenthaltes

Anders als für europäische Länder muss man häufig viel Vorbereitungszeit in Kauf nehmen, wenn man für ein Auslandssemester/-Jahr in die USA möchte. Speziell Themen wie finanzielle Mittel (Studiengebühren, Unterhalt) oder das ersehnte Visum spielen hierbei eine größere Rolle.

Im besten Fall kümmert man sich schon 1,5 Jahre vor seiner geplanten Einreise um den USA-Aufenthalt. Dies liegt meist daran, dass schon die ersten Stipendien-Bewerbungsfristen 1 Jahr vorher ablaufen. Zwar gibt es die berühmten Ausnahmen auch hier, jedoch sind von den Bewerbern im Normalfall strenge Fristen einzuhalten, sowohl bei der Bewerbung um Stipendien als auch bei der Bewerbung an der gewünschten Gasthochschule selbst. Darüber hinaus musst du, falls du ein komplettes Bachelor/Masterstudium in den USA verbringen willst, aller Wahrscheinlichkeit nach einen standardisierten Test ablegen, für diesen du auch Vorbereitungszeit benötigst.


Vorteile eines Studiums in den USA

  • Sprachkompetenz

Ohne Englisch geht heutzutage auch auf dem deutschen Arbeitsmarkt häufig nichts mehr. Die fließende Beherrschung der Sprache in Wort und Schrift ist ein Muss im Lebenslauf.

  • Internationale Kontakte

Auf dem amerikanischen Campus herrscht internationales Flair. Im Studienjahr 2014/2015 zog es fast 975.000ausländische Studenten in die USA – fast doppelt so viele als zehn Jahre zuvor! Eine gute Gelegenheit, um internationale Kontakte zu knüpfen. Zahlen und Fakten gibt es im Bericht "open doors" des Institute of International Education.

  • Wissenschaft

Ob in Wirtschaft, Medizin, Chemie oder Physik. Die USA holten mehr Nobelpreise in den letzten zehn Jahren als jedes andere Land. Amerikanische Wissenschaftler werden weltweit am häufigsten zitiert. Außerdem befinden sich einige der renommiertesten Universitäten weltweit in den USA.

  • Equipment

Amerikanische Universitäten sind technisch hervorragend ausgestattet.

  • Betreuung

Das zahlenmäßige Verhältnis zwischen Professoren und Studenten ist in den USA deutlich ausgewogener: Selbst an den öffentlichen Unis kommen auf einen Professor nur etwa 15 Studenten.

Zielort

Zuerst sollte ein jeder Bewerber festlegen, wohin in die USA es eigentlich gehen soll. An deutschen Universitäten bietet in der Regel das Auslandsamt Unterstützung zu allen Fragen und Formalien. Dort liegen meist auch Erfahrungsberichte von ehemaligen Austauschstudenten aus. Bei der Auswahl sind verschiedene Faktoren maßgebend, so zum Beispiel das Studienfach (fachliches Weiterkommen), die Infrastruktur (große oder kleine Stadt/Uni), die historischen oder geographischen Eigenheiten der Region oder das soziale Umfeld (bspw. der kulturelle Schmelztiegel New York City). Auch das Internet bietet hier eine Fülle von Informationen (wichtige Adressen unten).

Was die Bewerbung um ein Stipendium angeht, so genügt es unter Umständen, nur eine grobe Vorstellung von der Wunschuniversität in den USA zu haben. Die Fulbright-Kommission verlangt z.B. explizit die Nennung von fünf Wunschhochschulen, welche auch in verschiedenen Regionen der USA liegen sollten. Der DAAD erlaubt die Nennung von drei Präferenzen, bietet bei einer Stipendienzusage aber auch Gegenstipendien (= kompletter Erlass der Studiengebühren) an ca. 50 renommierten Universitäten an. Andererseits kann eine konkrete Begründung für eine Wunschhochschule die Chancen für eine Stipendienzusage auch erhöhen. Als klassisches Beispiel seien hier Geisteswissenschaftler genannt, die gezielt bestimmte regionale Aspekte untersuchen wollen und sich konsequenterweise auch für Universitäten in der Zielregion bewerben sollten.


Hochschullandschaft in den USA

Die Hochschullandschaft der USA ist ausgesprochen vielfältig und dezentral. Die Hochschulen sind autonom und stehen in gegenseitigem Wettbewerb. Besonders ist hier, dass es auch viele private Universitäten gibt.

Private vs. öffentliche Einrichtungen Genau dieser oben erwähnte Unterschied zwischen privaten und öffentlichen Institutionen stellt eines der Hauptmerkmale der amerikanischen Hochschullandschaft dar. Auch wenn die öffentlichen Einrichtungen normalerweise ebenfalls eine hochwertige Ausbildung bieten, so zeichen sich die privaten Colleges und Universitäten doch oftmals durch höhere Lehrqualität, eine bessere Ausstattung und profilierte (Gast-)Dozenten aus. Entsprechend anspruchsvoller sind natürlich auch die Anforderungen an die (potenziellen) Studierenden. Die Führungsrolle im privaten Sektor wird dabei von der sogenannten Ivy League eingenommen, also den traditionsreichen und weltweit für ihre herausragende Ausbildung bekannten Universitäten wie Harvard, Princeton oder Yale.

Bildung als Dienstleistung Dieser hohe Ausbildungsstandard hat natürlich seinen Preis. In Harvard beispielsweise kostete ein Bachelorstudium im Studienjahr 2006/07 inklusive Unterkunft und Versicherungen über 63.000 Dollar. Doch auch an den öffentlichen Einrichtungen sind Studiengebühren zu entrichten: Universitäten in den USA verstehen sich als Dienstleister und verfügen selbständig über die Verwendung ihrer Mittel.

Akkreditierung — Bildung auf dem Prüfstein Ein weiteres Merkmal des amerikanischen Hochschulsystems ist die Akkreditierung, das heißt die Beurteilung der Qualität einer Hochschule durch entsprechende Berufsverbände. Erfüllt die Qualität alle Normen, so wird die Uni akkreditiert. Diese Akkreditierung wird für deutsche Gaststudenten vor allem relevant, wenn es um die Anerkennung von Kursen aus den USA an der deutschen Heimatuniversität geht. Doch auch in den USA selbst gibt es kaum Unternehmen, die Mitarbeiter von nicht akkreditierten Universitäten einstellen. Der jeweilige Bundesstaat entscheidet, welche Hochschule akademische Grade verleihen darf.

Hochschultypen in den USA

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Golden Gate Bridge

Ähnlich dem deutschen System, gibt es auch in den USA die verschiedensten Typen von Hochschulen:

  • 4-year Colleges

In Colleges findet die Grundausbildung, die Undergraduate Education, statt. Diese führt nach drei bis vier Jahren zum Erwerb eines akademischen Grades (Associate oder Bachelor) und beinhaltet normalerweise auch die Vermittlung von fachunabhängigen Kenntnissen, beispielsweise die Fremdsprachenausbildung. Im Gegensatz zu deutschen Universitäten haben die Studierenden außerdem die Möglichkeit, sich erst im Verlaufe ihres ersten Studienjahres auf ein Hauptfach festzulegen.
Das College ist oftmals Teil einer Universität. Wer weiter studieren will — und dies wollen etwa 17 Prozent eines Jahrgangs — kann dies also gegebenenfalls an derselben Einrichtung tun.

  • Universities

Mit ihrem College-Abschluss können sich Studenten an der Universität für ein weiterführendes Studium ("graduate studies") bewerben. Dabei gibt es ähnlich wie in Deutschland sowohl Volluniversitäten als auch spezialisierte Einrichtungen.
In der "Graduate School" werden hier nun die Schwerpunkte auf das wissenschaftliche Arbeiten und die Spezialisierung in einem Fachgebiet gelegt. Den Abschluss bildet in der Regel nach ein bis drei Jahren der Masters Degree. Je nach Studienschwerpunkt erhält der Titel den Zusatz Master of Arts (M.A.), Master of Science (M.S.) oder Master of Business Administration (M.B.A.).

Wer eine wissenschaftliche Karriere anstrebt — aber beispielsweise auch zukünftig Führungspositionen in der Wirtschaft einnehmen möchte — sollte sich für einen Promotionsstudiengang bewerben. Mit dem erfolgreichen Abschluss wird hier der Doctor of Philosophy (Ph.D.) verliehen.


Rankings

Um die Vielzahl an Hochschulen in den USA zu klassifizieren, gibt es verschiedene Rankings basierend auf bestimmten (teils statistischen) Kriterien. Das wohl bekannteste ist das Ranking der Tageszeitung U.S. News., unterteilt in Colleges und Graduate Schools nach Fachbereich. Ein weiteres umfangreiches Ranking bietet das Princeton Review

Studienaufbau

Das amerikanischen Bildungssystem ist praxisorientiert und richtet sich nach den Anforderungen des Berufslebens. Das Gros der amerikanischen Studenten hat nach drei bis vier Jahren mit dem Bachelor den ersten akademischen Abschluss. Absolventen haben eine breite Allgemeinbildung und profunde Kenntnisse in ihrem Hauptfach. Auf wissenschaftliche Tiefe wird vor allem in den ersten Semestern bewusst verzichtet.

Das Studium kann man zunächst grob in die Abschnitte "undergraduate studies" und "graduate studies" einteilen. Wie die Titel erahnen lassen, führt ersteres zu einem ersten berufsqualifizierenden Abschluß (Associate of Arts/Science nach 2-3 Jahren oder dem Bachelor nach 3-4 Jahren), wohingegen letzteres dem vertiefenden Studium und der Spezialisierung in einer Fachrichtung dient. Vor allem in den ersten Semestern der "undergraduate studies" gehören verschiedene allgemeinbildende Pflichtkurse zum Programm eines jeden Studenten. Dies umfasst beispielsweise Fremdsprachen, Mathematik oder auch (amerikanische) Geschichte und Politik und ermöglicht den Studierenden, verschiedene Fachbereiche näher kennen zu lernen, bevor sie sich auf ein Hauptfach festlegen. Innerhalb bestimmter Fristen muss sich dann jedoch jeder Student für (mindestens) ein Hauptfach ("major") entscheiden. Nebenfächer ("minors") können als Ergänzung dazugewählt werden. An vielen Einrichtungen ist es außerdem möglich, zwei Hauptfächer zu wählen, die sich oftmals gegenseitig ergänzen.

In den "graduate studies" und in den "post-graduate studies" wird dann jedoch deutlich mehr Wert auf wissenschaftliche Tiefe und eigene Forschungsarbeit gelegt. Für diese Studiengänge herrschen daher in der Regel sehr strenge Auswahlkriterien vor und nur knapp ein Fünftel der amerikanischen Studenten verfolgt diesen Weg.


Studienjahr in den USA

Das Studienjahr ist je nach Institution in 2 bis 4 Abschnitte unterteilt, die entsprechend als "terms", "semester", "trimester" oder "quarters" bezeichnet werden. Im Normalfall beginnt das akademische Jahr im Herbst (Ende August/Anfang September) und endet im späten Frühjahr (Mai/Juni). Doch auch zwischen den eigentlichen Vorlesungszeiten (vor allem in den Sommermonaten, teilweise aber auch in der Winterpause) bieten viele Einrichtungen vollwertige Kurse an (in den sogenannten "summer" bzw. "winter sessions"), in denen Studenten entweder verpasste/nicht bestandene Kurse nachholen oder ihr Studium durch zusätzliche Kurse schneller zu Ende führen können.
Weitere kurze Ferien gibt es zu Thanksgiving (meist eine Woche), zum Jahreswechsel (bei Hochschulen mit 2 Semestern pro Jahr bis zu 4 Wochen) und im März zur bekannten "spring break".

Lehrformen und Betreuung

Grundsätzlich haben alle Lehrveranstaltungen an amerikanischen Hochschulen gemein, dass kontinuierliches Arbeiten verlangt wird, das heißt, der Wissensstand der Teilnehmer wird regelmäßig geprüft — sei es in Klausuren wie den "mid-terms" und den "finals" oder in Hausarbeiten und Projektarbeiten.
Auch wird die individuelle Betreuung großgeschrieben. Studenten bekommen einen "advisor" in ihrem Fachbereich zugeteilt, der vor allem bei organisatorischen und allgemeinen Fragen hilft. Bei fachlichen Fragen — selbst bei Lehrveranstaltungen mit hoher Teilnehmerzahl — haben entweder die Dozenten selbst oder ihre studentischen Assistenten aus höheren Semestern (die "teaching assistants" oder "graduate instructors") immer ein offenes Ohr. Der aus Pflicht- und Wahlpflichtveranstaltungen bestehende Stundenplan umfasst verschiedene Lehrformen:

  • Lectures: Die arbeitsaufwendigen Vorlesungen dienen oftmals der allgemeinen Einführung in ein Themengebiet. Die Anwesenheit in den Vorlesungen selbst kann u.U. freigestellt sein, jedoch werden die Vorlesungen im Normalfall durch sogenannte "sessions" (also Übungen/Tutorien) begleitet, bei denen die Anwesenheit Pflicht ist. Der Lehrstoff wird oft basierend auf einem Lehrbuch (dem "textbook") abgehandelt und durch umfangreiche weiterführende Literatur ergänzt. Je nach Fachgebiet ist ein Lesepensum von 30 bis 100 Seiten zwischen zwei Veranstaltungen keine Seltenheit. Auch "research papers" (also Hausarbeiten) oder ähnliches können in Vorlesungen in die Endnote einfließen.
  • Seminars: Sie werden überwiegend für Fortgeschrittene oder in den "graduate studies" angeboten. In kleineren Gruppen (oft weniger als 15 Studenten) diskutieren Studenten und Dozent spezifische Fragestellungen ihres Fachs und behandeln aktuellste Forschungsergebnisse. Als Leistungsnachweis können umfangreiche Hausarbeiten, Klausuren oder Projektarbeiten dienen.
  • Laboratories: Sie werden meistens in den Naturwissenschaften angeboten. Es handelt sich um Laborkurse, wie es sie auch in Deutschland gibt.
  • Fieldwork: Ein Oberbegriff, unter den Exkursionen und Schul- und Berufspraktika fallen.

Amerikanisches Notensystem

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Downtown Atlanta

Studenten an amerikanischen Hochschulen müssen für ihren Abschluss eine bestimmte Menge an Punkten ("credits") sammeln, welche sich aus dem Umfang der Lehrveranstaltungen und den erzielten Noten ergeben. Die Anzahl an Credits ist im "college catalog" (vergleichbar mit unserer Studienordnung) festgelegt. Im Durchschnitt belegen amerikanische Studenten 16 Credit-Stunden pro Semester, was 4-5 Veranstaltungen pro Woche entspricht.
Für die Noten ("grades") werden im Gegensatz zum deutschen Notensystem keine Ziffern benutzt, sondern Buchstaben. Eine Sonderstellung besitzt hierbei das "I" für "incomplete", welches nur dann vergeben wird, wenn ein Studierender unter besonderen Umständen seine Arbeit nicht beenden konnte.

Prozent Buchstabe Punkte Bewertung
100 - 91 A 4 sehr gut
90 - 81 B 3 gut
80 - 71 C 2 durchschnittlich
70 - 61 D 1 mangelhaft
60 - 0 F 0 ungenügend
-- I -- unvollständig

Für den abschließenden "grade report" nun, also das Zeugnis am Ende eines Semesters, werden die "credit hours" mit dem Notenwert multipliziert. Wer zum Beispiel ein Seminar für 3 "credit hours" mit der Note C abschließt, erhält dafür 6 "credit points" (3 x 2). Das Zeugnis umfasst Informationen zu den besuchten Lehrveranstaltungen mit "credit hours", "grades", "credit points" und dem "grade point average" (GPA, also der Notendurchschnitt). Lehrveranstaltungen, die man nur als Gasthörer belegt hat ("audits"), also ohne Teilnahme an Klausuren und ohne Note, sind ebenfalls auf dem Zeugnis vermerkt.

Course Credit Hours Grade Points
English 3 A (4) 12
Economics 3 C (2) 6
Mathematics 4 B (3) 12
Statistics 2 B (3) 6
Business 4 A (4) 16
Total Attempted 16 - 52


Abschlüsse

Undergraduate Degrees
Ein Undergraduate-Studium endet mit dem Erwerb von einem von zwei möglichen Abschlüssen:

  • Der Associate of Arts/Science wird nach zwei Jahren verliehen. Der Zusatz "Science" oder "Arts" hängt vom Studienfach ab.
  • Auch beim Bachelor ist der Studienschwerpunkt maßgebend. Nach 3-4 Jahren erhält man entweder den Bachelor of Arts oder den Bachelor of Science. Manche Universitäten spezifizieren den Bachelor nach Fachbereichen. Verliehen werden unter anderem der Bachelor of Business Administration, der Bachelor of Education oder der Bachelor of Architecture.

Graduate Degrees
Ein Graduate-Studium beginnt oftmals zunächst mit der Entscheidung für eine wissenschaftliche oder eine berufliche Orientierung im Studiengang. Es gilt also, zwischem einem "professional degree" oder einem "research degree" zu wählen. Als Abschluss erlangt man dann den Master mit einer entsprechenden Ergänzung je nach Studienschwerpunkt (bswp. den Master of Business Administration oder den Master of Science).

First Professional Degrees
Einige Fächer kann man erst nach dem College studieren. Dazu gehören unter anderem auch Jura, Zahnmedizin oder Pharmazie. Zulassungsvoraussetzung für diese Studiengänge ist ein Undergraduate Degree mit einer für das Fachstudium relevanten Ausrichtung. Für den Studiengang Medizin wäre das ein Bachelor-Abschluss in Naturwissenschaften. Eine Spezialisierung innerhalb dieser Fächer ist entweder gar nicht oder erst zum Ende hin möglich. In Jura zum Beispiel spezialisieren sich die Studierenden erst "on the job".

Research Doctorate Programms
Diese sind die höchsten akademischen Programme, die in den USA absolviert werden können. Zulassungsvoraussetzung ist entweder ein Bachelor, Master oder First Professional Degree. Wann der Einstieg möglich ist, hängt ganz vom Studienfach ab. Die Statistik warnt: Für diesen Titel ist mit mindestens sieben Jahren harter Arbeit zu rechnen. Das Studium baut sich aus Seminararbeiten, verschiedenen Prüfungen und den so genannten Defences auf. Die Studierenden müssen regelmäßig einem kritischen Auditorium ihre Arbeiten präsentieren. Für viele Tests gilt: einmal durchgefallen und der Student wird aus dem Programm entlassen. Die meisten Absolventen des Doktorandenprogramms tragen den Titel Doctorate of Philosophy (Ph.D.).

Vergleich deutscher und amerikanischer Abschlüsse

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Olympiapark Atlanta

Führende Bildungsinstitutionen in Deutschland wie der DAAD (Deutscher Akademischer Austauschdienst) oder die KMK (Kultusministerkonferenz) warnen vor pauschalen Vergleichen zwischen amerikanischen und deutschen Abschlüssen. In den USA gibt es keine zentrale Institution, die die Anerkennung ausländischer Abschlüsse regelt. Das jeweilige College oder die Universität bestimmt selbst, ob etwa eine deutsche Zwischenprüfung anerkannt wird. Jede Uni kann ausländische Bewerber unterschiedlich einstufen. Überspitzt gesagt: Man kann mit einem Fachhochschulabschluss in Kalifornien in einem Doctorate Program landen, in New York hingegen mit demselben Abschluss ins erste College-Jahr eingestuft werden. Es empfiehlt sich daher, rechtzeitig sowohl an der deutschen Heimatuniversität als auch an den amerikanischen Wunschinstitutionen Informationen zur gegenseitigen Anerkennung von belegten Kursen und erzielten Abschlüssen einzuholen.

Bewerbung um einen Studienplatz in den USA

Wer ein Studium in den USA plant, fängt am besten schon früh mit den Vorbereitungen an, mindestens aber ein Jahr vor dem geplanten Studienbeginn. Die Bewerbungsfristen für ein Studium ab September liegen zwischen Januar und März (für manche Universitäten wie Stanford, MIT etc. auch schon Mitte Dezember). Besonders wer noch keine Stipendienzusage in der Tasche hat sollte sich zur Sicherheit bei mehreren Unis gleichzeitig bewerben — auch wenn das sowohl zeit- als auch kostenintensiver ist. Die Unis erheben pro Bewerbung eine Bearbeitungsgebühr von rund 70 Dollar.

In den USA gibt es keine zentrale Vergabestelle für Studienplätze. Die Hochschulen wählen ihre Studenten selbst aus. Jede amerikanische Hochschule vergibt ihre Studienplätze nach eigenen Kriterien. Obwohl es deswegen kein einheitliches Bewerbungsverfahren gibt, sind bestimmte Voraussetzungen überall zu erfüllen.


Allgemeine Zulassungsvoraussetzungen

Für die Zulassung sind Abitur oder Fachabitur an jeder Hochschule Pflicht. Viele akkreditierte Universitäten verlangen neben einer aufwändigen Bewerbung einen Aufnahme- und Englischtest. Auch amerikanische Studenten müssen diesen Test ablegen.

Standardisierte Tests

Falls du dich entschieden hast, dein Studium vollständig an einer amerikanischen Universität zu verbringen, musst du aller Wahrscheinlichkeit nach einen standardisierten Test ablegen.

Underduate-Tests

Die zwei gängigsten standardisierten Tests sind der SAT (Scholastic Aptitude Test) und der ACT (American College Testing). Zwar akzeptieren viele Universitäten in den USA beide Tests, jedoch solltest du zuvor überprüfen, welche Tests speziell gefordert werden. Der SAT-I-Test prüft mit Multiple-Choice-Aufgaben mathematische Kenntnisse und verbale Fähigkeiten. Mit dem SAT-II-Test wird das Wissen der Testpersonen eines bestimmten Fachbereiches getestet. Normalerweise wird der SAT-Test für die Aufnahme in Undergraduate-Programme verlangt. Beide Tests (SAT, ACT) prüfen mehr auf Quantität als auf Qualität, d.h. es werden sehr viele Fragen gestellt, die man bei längerem Überlegen auf jeden Fall hinbekommt. Deshalb ist gute Vorbereitung hier besonders wichtig. Im Internet findest du Informationen zu „scores“, die du in den jeweiligen Tests (aller Wahrscheinlichkeit nach) erreichen musst, um an der Wunschuniversität aufgenommen zu werden.

Graduate-Tests

Für eine Aufnahme in ein Graduate-Programm ist in der Regel der GRE (Graduate Record Examination) Voraussetzung. Hierbei gibt es den GRE General Test, welcher wie der SAT sprachliche und mathematische Fähigkeiten abprüft (und für Graduate Studies normalerweise reicht) und den GRE Subject Test, der Fachwissen in einem Gebiet überprüft (und dann für ein Ph.D.-Programm von Nöten ist). Über Testinhalt, Gebühren, Prüfungstermine und eine gezielte Vorbereitung informiert das "Educational Testing Service Network" (ETS-Net). Die Ergebnisse des Tests sind ausschlaggebend für die Aufnahme in das gewünschte Programm. Darüber hinaus sind Sprachnachweise wie bspw. Der TOEFL (Test of English as a foreign language) vonnöten.

Spezielle Zulassungsvoraussetzungen

Generell sei angemerkt, dass die Bewerbung um einen Studienplatz in den USA auf eigene Faust nicht nur kompliziert sondern auch teuer sein kann. Leichter geht es über eine Kooperation der deutschen Heimathochschule oder mit einem Stipendium.

Bewerbung für ein Vollstudium

Wer die Bewerbung für ein Vollstudium ohne fremde Unterstützung wagen will, wird in der Regel folgende (oder ähnliche) Schritte im Bewerbungsverfahren durchlaufen: Zunächst ist eine Anfrage zur Zulassung zu stellen, die mindestens ein Jahr vor Studienbeginn eingereicht werden sollte. Diese Anfrage sendet man an den Admission Officer (für Studienanfänger) oder an den Director of Graduate Studies. Sie sollte folgende Angaben enthalten:

  • Name, Geburtstag, Staatsangehörigkeit
  • bisheriger Bildungsweg
  • gewähltes Studienfach
  • Angaben zu Englischkenntnissen
  • Zeitpunkt, zu dem das Studium aufgenommen werden soll
  • eine Übersicht, wie das Studium finanziert werden wird
  • eventuell einen Antrag auf finanzielle Unterstützung durch die Gastuniversität.

Die Anfrage enthält noch keine Leistungs- oder sonstige Nachweise. Diese werden erst im zweiten Schritt benötigt, wenn nach vier bis acht Wochen die Bewerbungsformulare per Post eintreffen. Jeder einzelne Schritt wird in den Bewerbungshinweisen genau erläutert.

Benötigte Bewerbungsunterlagen:

  • Eine Kopie des Abiturzeugnisses mit einer Liste der besuchten Kurse und erzielten Noten. Um eine günstige Einstufung zu bekommen, sollten die Leistungskurse sehr genau dokumentiert werden. Dadurch erspart man sich u.U. den einen oder anderen Einführungskurs am College.
  • Motivationsschreiben ("statement of purpose"), in dem Studienpläne, Erwartungen an die Uni und das Studium dargestellt werden. Hierfür gelten in den USA bestimmte Regeln, die unter allen Umständen einzuhalten sind. Muster gibt es zum Beispiel unter petersons.com.
  • Vordrucke für Empfehlungsschreiben liegen den Bewerbungsunterlagen bei. Empfehlungen stammen meist von Lehrern oder Professoren.
  • Nachweis der Finanzierung. Hier sind detailliert die Geldquellen preiszugeben, mit Hilfe derer das Studium finanziert werden soll. Sei es der DAAD, die Eltern oder das eigene Sparbuch. Beglaubigte Unterlagen und offizielle Unterschriften sind Pflicht.
  • Ergebnisse der Sprach- und Eignungstests. Egal ob TOEFL oder SAT, ist das voraussichtliche Testdatum anzugeben, falls die Ergebnisse noch nicht vorliegen.
  • Bewerbungsgebühr. Der Betrag und die Zahlungsart sind den Unterlagen zu entnehmen.

Manchmal werden außerdem ein Gesundheitszeugnis und eine Impfbescheinigung verlangt.

Im Falle einer erfolgreichen Bewerbung, erhält der Kandidat nach sechs bis acht Wochen den Zulassungsbescheid zusammen mit dem Antragsformular für das Visum.

Bewerbung für ein Gaststudium

Je nach Art und geplanter Dauer des Aufenthalts wird sich auch das Bewerbungsverfahren gestalten. Wird der Aufenthalt auf eigene Faust geplant, ist in der Regel dasselbe Prozedere in Kauf zu nehmen wie beim Vollstudium. Kooperationen der Heimathochschule oder Stipendien erleichtern hier deutlich den Aufwand und den folgenden Aufenthalt.

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Mulholland Drive Hollywood

Außerdem verändern sich die Bewerbungsmodalitäten in Abhängigkeit davon, ob man sich für Undergraduate Studies, Graduate Studies oder das Research Doctorade Program bewirbt.

Undergraduate Studies
Um auf diesem Niveau zugelassen zu werden, benötigt man das Zeugnis der allgemeinen Hochschulreife in beglaubigter Übersetzung. Auch die Fachhochschulreife erkennen amerikanische Colleges/Unis an. Die Bewerbung und alle sonstigen Unterlagen schickt man an das Admission Office. Sprach- und Aufnahmetests sind in der Regel Pflicht, jedoch variieren die genauen Bestimmungen von Uni zu Uni und in Abhängigkeit vom Studienfach. Eine Online-Liste der verschiedensten Admission Offices findet sich unter www.collegeapps.about.com.

Graduate Studies
Auch hier lassen sich nur schwer allgemeingültige Aussagen treffen. Das Zeugnis der Hochschulreife ist genauso Pflicht wie der Nachweis, dass man bereits mindestens zwei oder drei Jahre an einer Hochschule studiert hat. Eine beglaubigte Übersetzung ins Englische aller Bescheinigungen über besuchte Veranstaltungen sollte generell der Bewerbung beigelegt werden. Auch ist es — besonders für Inhaber von Stipendien wie den Jahresstipendien des DAAD — oft möglich, den Zugang zu Kursen der Graduate School erst vor Ort über ein Gespräch mit dem zuständigen Professor zu erlangen, auch wenn man eigentlich nur für das Undergraduate-Program angenommen wurde. Amerikanische Professoren an Einrichtungen mit vielen ausländischen Studenten wissen oft um die Schwierigkeiten beim Vergleich der bereits erbrachten Leistungen an der deutschen Uni mit den Anforderungen der amerikanischen Hochschule. Bei entsprechender Darlegung der eigenen Kompetenzen und Motivation drücken sie dann im Idealfall ein Auge zu und gestatten die Teilnahme am Graduate Course.
Die Zulassung für den berufsqualifizierenden First Professional Degree ist jedoch noch komplizierter und Anforderungen sollten am besten direkt beim Council of Graduate Schools erfragt werden.

Bewerbung für ein Research Doctorate Program (Ph.D.)

Der Anteil deutscher Studenten in diesen Programmen ist sehr gering. Die Zulassungsvoraussetzungen variieren auch hier von Hochschule zu Hochschule. Manche Doktorandenprogramme fordern von ihren Bewerbern nur den Bachelor, andere den Master. Deutsche Bewerber konkurrieren mit allen anderen ausländischen Interessenten um die wenigen Plätze. Grundvoraussetzung ist, dass alle in Deutschland belegten Kurse, Prüfungen und Abschlüsse präzise übersetzt und dokumentiert sind.

Bewerbung an Ivy-League-Hochschulen

Vor einer Bewerbung an Ivy-League-Hochschulen sollte man sich ausführlich über Zulassungsvoraussetzungen und Bewerbungsverfahren informieren. Über das Dr. Meyer-Camberg Institut (institut@meyer-camberg.org) haben Studenten die Möglichkeit, mit Richard Montague, Harvard-Absolvent und Personalberater, Kontakt aufzunehmen. Er berät und unterstützt Studenten, die die Voraussetzungen für ein Studium an einer Ivy-League-Uni in den USA oder England erfüllen. So können sie ihre Chancen, tatsächlich an einer der Universitäten zu studieren, erheblich steigern.

Sprachliche Voraussetzungen

Amerikanische Hochschulen verlangen in der Regel von ihren ausländischen Studenten einen Nachweis der Englischkenntnisse. Üblicherweise werden dafür die weltweit anerkannten Standards TOEFL (Test Of English as a Foreign Language) oder IELTS (International English Language Testing System) als Maßstab gewählt. Bei beiden Tests wird die Fähigkeit, Englisch zu schreiben, zu lesen und zu verstehen bewertet. Beim IELTS muss sich der Kandidat zusätzlich noch 25 Minuten mit einem Prüfer auf Englisch unterhalten. Den TOEFL gibt es inzwischen in der Internet-basierten Version, der computer-basierten Version und der veralteten schriftlichen Version. In den zugehörigen Broschüren finden sich Tabellen für die verschiedenen Punkteskalen. Die geforderten Mindestpunktzahlen der amerikanischen Hochschulen sind den Bewerbungshinweisen zu entnehmen und liegen oftmals bei mindestens 550 Punkten (paper-based) beziehungsweise 213 Punkten (computer-based) für den TOEFL und bei Level 7.0 für das IELTS-Zertifikat.

Infos zur Anmeldung, Vorbereitung und den Kosten für das IELTS-Zertifikat finden sich beispielsweise beim British Council.

Alle Infos zum TOEFL gibt es direkt auf der zugehörigen Website .

Englisch Lernen

Nicht jeder Student ist auch ein Sprachtalent. Um den Kursen in den USA problemlos folgen zu können und auch das Fachvokabular zu verstehen, empfiehlt sich daher im Bedarfsfall die Verbesserung der eigenen Englischkenntnisse vor Antritt des Auslandsstudiums. Hierbei gibt es verschiedene Möglichkeiten:

  • Der DAAD informiert über Sprachkurse für Englisch.
  • Wichtige Tipps zur Vorbereitung auf die offiziellen Tests gibt es online unter ets.org oder ielts.org.
  • Jede Uni bietet in ihren Sprachzentren Sprachkurse an, die für Studenten in der Regel kostenlos sind.
  • Bei privaten Anbietern muss man oft tiefer in die Tasche greifen. Neben den renommierten Adressen des British Council oder der Amerikahäuser gibt es eine Menge Angebote, die jedoch genau geprüft werden sollten.
  • Das Internet kann heutzutage als bequeme und meist auch kostenlose "Nachhilfe" genutzt werden, auch wenn natürlich die Verlässlichkeit der gebotenen Informationen vor allem auf privaten Seiten geprüft werden sollte. Vom Business-Englisch bis zur zielgerichteten Vorbereitung auf den Toefl-Test findet sich alles. Lektionen können dem eigenen Lerntempo angepasst werden. Beispiele sind globalenglish.com oder Englishlive.ef.
  • Das passive Englisch und das Hörverständnis trainiert sich am besten mit Büchern in der englischen Originalversion, mit diversen auch in Deutschland erhältlichen englischsprachigen Zeitungen und Zeitschriften (New York Times, The Economist, Newsweek, uvm.) und mit dem Besuch der englischen Originalversion von aktuellen Kinofilmen, die große Kinos häufig an einem bestimmten Wochentag bieten. Auch die hierzulande empfangbaren englischsprachigen Nachrichtensender wie CNN oder CNBC Europe können das Hörverständnis fördern.

Studiengebühren

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Freiheitsstatue

Amerikanische Universitäten oder Colleges finanzieren sich größtenteils durch Studiengebühren. Bei den besonders renommierten Universitäten betragen sie gut und gerne bis zu 65.000 Dollar im Jahr, inklusive Lebenshaltungskosten (Unterkunft, Verpflegung, Fahr- und Büchergeld). Wer auf eigene Faust in den USA studieren möchte, muss sich also früh um die Finanzierung kümmern.

In der letzten Zeit gab es Bestrebungen, die Gebührenlast für Studierende aus geringer verdienenden Familien zu senken. Die Universität von Harvard beispielsweise erlässt ärmeren Bewerbern die Studiengebühren zu einem großen Teil oder sogar ganz. Entsprechende akademische Leistungen im Gegenzug sind natürlich Pflicht. Die Höhe der Gebühren variiert von Hochschule zu Hochschule, doch generell kann jeder Student um finanzielle Hilfe durch die Universität bitten, sei es vor Studienantritt oder während des Studiums bei entsprechenden akademischen Erfolgen.

Durch die Tatsache, dass hohe Studiengebühren in den USA alltäglich sind, bieten die meisten Banken und Krediteinrichtungen spezielle Darlehen oder Studienkredite an. Dass ein Student in diesem Fall die Uni mit einem großen Schuldenberg im Rücken beendet, ist natürlich bekannt, wird jedoch häufig durch die verbesserten Berufsaussichten mit dem US-Abschluss in der Tasche kompensiert.

Die Studiengebühren setzen sich aus verschiedenen Komponenten zusammen. Zuerst wären da natürlich die eigentlichen Studiengebühren ("tuition"). In der Regel gibt es einen festen Preis pro "credit hour". Hinzu kommen administrative Kosten und weitere allgemeine Gebühren ("fees"). Je nach Hochschule und den Umständen des Studiums ist weiterhin eine Krankenversicherung abzuschließen. Die Modalitäten und Alternativen erfragt man am besten bei den "Health Services" an der Uni. Und zu guter Letzt werden die Gesamtkosten für das Studium noch einmal durch die Lebenshaltungskosten in die Höhe getrieben. An vielen Colleges und Hochschulen sind Undergraduates verpflichtet, ein Zimmer in den Wohnheimen ("dorms") auf dem Campus zu beziehen und einen "meal plan" für die angegliederten Mensen ("dining halls") zu erwerben. Das resultiert dann in der Regel in weiteren vierstelligen Kosten pro Studienjahr. Für Graduates und auch für Gaststudenten sind diese Bestimmungen jedoch weniger streng. Hier wird ein Leben in der eigenen WG und ohne Mensaessen problemlos toleriert. Wie üblich sind auch in dieser Hinsicht die genauen Bestimmungen den Broschüren der Zielhochschule zu entnehmen.

Stipendien

In über 800 Stipendien das richtige finden: die Stipendien-Datenbank von e-fellows.net

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Bay Bridge (Quelle: www.pixelquelle.de)

Da sich ein Studium in den USA nur Gutbetuchte leisten können (Studiengebühren: $10.000-$40.000; Miete: min. $400 pro Monat), besteht der normale Weg aus der Bewerbung um ein Stipendium.

Die Auswahl an Förderprogrammen ist dabei sehr breit gefächert. Vom Auslands-Bafög über Partnerschaften der eigenen Heimatuni bis hin zu den bekannten Förderprogrammen von DAAD, Fulbright und Co. bieten sich eine Vielzahl an Möglichkeiten, Unterstützung zu bekommen. Die genauen Bestimmungen sind dabei den entsprechenden Anleitungen zu entnehmen bzw. können beim Auslandsamt der eigenen deutschen Universität erfragt werden. Folgende Links bieten einen ersten Anhaltspunkt:

  • www.daad.de (Bewerbungsfrist: Ende Juli jeden Jahres)
  • www.fulbright.de (Bewerbungsfrist: Mitte Juni jeden Jahres) (zum Artikel zur Fulbright-Kommission im e-fellows.wiki)
  • www.bafoeg.de (für Auslandsbafög – es lohnt sich!)

Bei der Bewerbung um ein Stipendium ist vor allem wichtig, herauszustellen,

  • warum man gerade dieses Stipendium erhalten sollte und
  • welche Ziele man mit dem Auslandsaufenthalt an der gewünschten Gastuni erreichen will.

Ein weiterer Pluspunkt ergibt sich durch bestehende Kontakte mit Professoren an der potenziellen Zieluniversität. Wer also ein bestimmtes Forschungsprojekt im Kopf hat, sollte unbedingt bereits vor der Stipendienbewerbung Kontakt mit dem zuständigen Professor aufnehmen und ihn zu den Möglichkeiten an seinem Institut im Falle einer erfolgreichen Stipendienbewerbung befragen.

Tipps für das Gutachten
Es ist empfehlenswert, sich bei mehreren Förderern gleichzeitig zu bewerben und sich entsprechend zu organisieren. Beispielsweise sind bei allen Förderprogrammen in der Regel Gutachten von Hochschullehrern nötig. Es empfiehlt sich daher, die meist ähnlichen Formulare aller relevanten Förderprogramme zusammenzusuchen und im Kollektiv dem gewünschten Dozenten zur Bearbeitung zu übergeben. Dies spart den ohnehin ausgelasteten Professoren Zeit und steigert die Chancen, dass sie in ihrer Begutachtung positiver eingestellt sind.

Das Studentische Leben in den USA

Ob man nach der Vorlesung zum Bullenreiten oder zum Surfen geht, hängt natürlich davon ab, wo in den Staaten man studiert. Der Campus der Hochschule jedoch wird in allen Regionen und Winkeln der USA — von Kalifornien über Texas bis nach Massachusetts — ein ähnliches Bild abgeben, nämlich das eines Mikrokosmos. Es gibt eigene Radiostationen, Campuszeitungen und Campusfernsehen, ein eigenes Unimaskottchen und Unifarben, eigene Sportmannschaften und alle wichtigen Einrichtungen wie Bibliotheken, kleine Läden für das Nötigste ("convenience stores") und die Mensen zur Verpflegen (im Gegensatz zu Deutschland bieten diese in der Regel ganztägig Mahlzeiten an). So entsteht ein Gemeinschaftsgefühl und nur selten der Bedarf, den Campus zu verlassen.

Soziales Engagement

Auf jedem amerikanischen Campus gibt es unzählige Organisationen, Interessensgruppen und Clubs. Sie sind gut organisiert und verfolgen ernsthaft ihre Ziele. Egal wie kurz oder lang der Auslandsaufenthalt ist, es empfiehlt sich immer, in irgendeine dieser Gruppen hineinzuschnuppern. Engagement wird in den USA groß geschrieben: für spätere Bewerbungen bei anderen amerikanischen Hochschulen oder gar bei einem amerikanischen Arbeitgeber sind derlei Erfahrungen ein absoluter Pluspunkt im Lebenslauf. Außerdem bekommt man auf die Art schnell Kontakt zu Kommilitonen, vor allem, wenn man selbst "off-campus" wohnt.

Small-Talk

Amerikaner gehen allgemein locker und offen mit ihren Mitmenschen um. In Aufzügen oder in Warteschlangen wird man schnell in ein kleines Gespräch verwickelt. Schweigen empfinden viele Amerikaner hier als peinlich. Echte Kontakte entwickeln sich jedoch selten aus einem Smalltalk. Auch die überschwängliche Einladung "doch mal vorbei zu kommen" ist meist nur eine Floskel. Die US-Bürger wollen einfach, dass sich Gäste wohl fühlen. In vielen Fällen gilt deswegen das traditionelle "I'll call you" oder "See you later" als reine Verabschiedungsformel.

Unterkunft

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Beverly Hills (Quelle: www.pixelquelle.de)

Je nachdem, für welches Programm und an welcher Uni man sich bewirbt, kann man unter Umständen verpflichtet werden, ein Zimmer in einem Wohnheim ("dorm") auf dem Campus zu beziehen. Besonders an großen Universitäten gibt es dabei bereits eine Einteilung in die "undergraduate dorms" und die "graduate dorms" beziehungsweise die Wohnheime für "non-traditional students", sprich, ältere Studenten. Auch "international dorms" sind keine Seltenheit. Besonders Gaststudenten, die nur für wenige Semester an die Uni kommen aber "on-campus" leben wollen, landen in diesen Wohnheimen. Typisch für die Wohnheime sind die gemeinsamen "lounges" und verschiedene Freizeiträume (bspw. Computerpool, Billiardzimmer oder Fitnessraum), aber oftmals auch strenge Hausordnungen (kein Alkohl in öffentlichen Räumen, Ruhe während der Prüfungszeiten, usw.). Die Vorteile der Wohnheime liegen in der unmittelbaren Nähe sowohl zu den Vorlesungsgebäuden als auch zu Mensen und in der Möglichkeit, sehr schnell in Kontakt mit anderen zu kommen (viele Zimmer sind Doppel- oder Dreierzimmer). Die Qualität, Größe der Zimmer und Sauberkeit (für die Gemeinschaftsräume gibt es zuständiges Reinigungspersonal) kann aber sogar innerhalb einer Uni stark variieren. Auch preislich muss das "on-campus housing" nicht zwingend die billigste Variante sein. Die Bewerbung um ein Wohnheimzimmer sollte unmittelbar nach Zusage für den Studienplatz (bzw. sogar schon mit Einreichung der Bewerbungsunterlagen) erfolgen, denn hier gilt wie so oft: "first come, first serve".

Wer abseits des Campus ("off-campus") leben will und darf, sollte am besten zur WG-Variante greifen. Dies vereinfacht die Formalitäten, bietet soziale Kontakte und ist außerdem die beliebteste und am einfachsten zu findende Unterkunft. Hier hängen natürlich die Preise, die Verkehrsanbindung und die möglichen Freizeitaktivitäten in unmittelbarer Nähe stark vom Studienort und dem gewünschten Wohnviertel ab. Hilfe bei der Wohnungssuche findet man entweder an der Uni (beim International Office), über andere (ehemalige) Stipendiaten in derselben Region, über Mitbewohnergesuche auf der Uni-Website oder — für alle größeren Städte — auf Wohnungsbörsen wie http://munich.craigslist.de. Hilfe beim Entziffern des Jargons in Wohnungsanzeigen findet sich beispielsweise bei edupass.org.

Lebenshaltungskosten

Alles hat in den USA seinen Preis. Die "Sales Tax" (vier bis neun Prozent — je nach Bundesstaat), welche meistens nicht in Preise eingerechnet wird und die üblichen 15-20 Prozent Trinkgeld auf Dienstleistungen treiben die Kosten zusätzlich in die Höhe. Kalifornien ist nicht nur der beliebteste, sondern auch der teuerste Studienort. Andererseits sind viele Dinge, wie zum Beispiel Bekleidung und Telekommunikation, in den USA oft viel günstiger als in Deutschland.


Das Visum

Wer sich erfolgreich um einen Studienplatz an einer amerikanischen Universität beworben hat, braucht ein Visum. Zusammen mit der Zusage wird die Gastuniversität die Zulassungsbestätigung DS-2019 oder I-20 ausstellen. Mit diesen Formularen kann man sich dann um ein befristetes Visum bewerben. Es gibt zwei verschiedene Visa:

Mit dem Formular DS-2019 kann man das J-1-Visum beantragen. Das J-1-Visum erhalten alle, die durch ein offizielles Austauschprogramm (wie das der Fulbright-Kommission) oder durch ein Studentenaustauschprogramm ihren Studienplatz erworben haben.

Mit dem Formular I-20 kann man das F-1-Visum anfordern. Das F-1-Visum bekommen alle, die entweder durch nicht-öffentliche Träger wie Stiftungen in die USA reisen oder ihren Aufenthalt privat finanzieren.

Wenn man sich in einer nicht-akademischen Ausbildungseinrichtung weiterbilden möchte, braucht man hingegen ein „M-1 Visa“. Für den Erhalt eines der beiden Visa kann man sich nur bei besonderen zertifizierten Schulen und Institutionen bewerben.

Hat man seine Zulassungsbestätigung erhalten, so füllt man sie aus und sendet sie mit folgenden Unterlagen an das zuständige Generalkonsulat:

  • den Reisepass, der mindestens sechs Monate nach Einreise noch gültig ist
  • das Visumsantragsformular D-160 (Antrag auf ein Nichteinwanderungsvisum); die Formulare DS-156 bis DS-159 sind veraltet und werden nicht mehr bearbeitet!
  • ein Passfoto in Farbe, das eingescannt wird und im Onlineformular übersendet werden muss. Trotzdem sollte ein Abzug des Fotos zum Konsulat mitgenommen werden.
  • den Beleg dafür, dass die Bearbeitungsgebühr überwiesen wurde
  • den Beleg dafür, dass die SEVIS-Gebühr überwiesen wurde
  • einen ausreichend frankierten DIN-A5-Umschlag mit der eigenen Anschrift.


Zuständigkeiten

Die Zuständigkeiten hängen vom Typ des Visums ab:

Siehe auch https://www.j1-visum.de/ und https://usatipps.net/j1-visum/

Siehe auch http://www.ustraveldocs.com/de_de/de-niv-typefandm.asp

  • Für alle restlichen Bundesländer ist das Generalkonsulat der USA (Gießener Str. 30, 60435Frankfurt am Main) zuständig.
  • Die Konsularabteilungen in Düsseldorf, Hamburg, Leipzig und München stellen keine Visa aus.
  • Außerdem bietet der Visa-Informationsdienst der US-Botschaft eine, leider teure, 0190-Service-Nummer (1,86 Euro pro Minute!), die aber montags bis freitags von 7 bis 20 Uhr erreichbar ist. Für die Botschaft in Berlin muss über diese Nummer auch ein telefonischer Termin vereinbart werden.

Die Nummer und alle aktuellen Visa-Informationen für Studierende gibt es unter [1].

Das Visum sollte möglichst früh, spätestens jedoch vier bis sechs Wochen vor Reisebeginn beantragt werden. Mit Visum darf man erst 30 Tage vor Beginn des jeweiligen Programms einreisen. Diese Zeit sollte man für An- und Abreise oder Wohnungssuche nutzen.

Medizinische Versorgung

In Amerika gibt es an sich keine Versicherungspflicht, jedoch kann die Universität eine Krankenversicherung vorschreiben. Selbst kleine Wehwehchen reißen nämlich große Löcher in die private Kasse. Für eine eintägige Behandlung im Krankenhaus, muss man zwischen 200 und 1000 Dollar bezahlen. Die Ärzte in den USA stellen im Vergleich zu Deutschland horrende Summen in Rechnung.

Es gibt zwei Möglichkeiten:

  • Versicherung in Deutschland: Mit Betreten der USA erlischt der Schutz der gesetzlichen Krankenversicherung! Man müsste sich also privat versichern. Die Pakete von Allianz, DEVK, Continentale oder der Versicherungskammer Bayern stellen Tagessätze in Rechnung. Zwischen rund 480 und 1023 Euro sollte man pro Jahr einkalkulieren. Preiseweter und optimal fürs Auslandsstudium ist die Polcie von Mawista Auslandskrankenversicherung
  • Versicherung in den USA: Viele Universitäten bieten Basispakete für ihre Studenten an. In manchen Fällen ist man verpflichtet, die Versicherung der Gastschule abzuschließen (ob oder ob nicht, geht aus den Zulassungsunterlagen hervor). Auch in Amerika kann man sich privat versichern.

Vor Unterzeichnung irgendwelcher Policen sollte man sich erkundigen nach:

  • der Art der Versicherung: Gilt der Schutz bis zu einem bestimmten Betrag oder erst ab einer bestimmten Summe? Wo liegen diese Grenzen?
  • der Zahlung von Arzthonoraren: Müssen Kosten selbst vorgestreckt werden?
  • zahnärztlicher Behandlung: Sind Wurzelbehandlung oder Füllungen in der Versicherung inbegriffen?
  • den Leistungen: Welche Leistungen übernimmt die Versicherung und welche nicht? Gerade die Policen der Hochschulen haben manchmal Lücken in ihrem Leistungskatalog. Hier lohnt es sich, eine Zusatzversicherung abzuschließen.

Weblinks

Studium

Medien

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