Studieren in Polen

Karte Polen
Karte von Polen (Quelle: www.marcopolo.de)

Artikel über das Studium in Polen: Hochschullandschaft Polen, Polnisch lernen, Anerkennung von Studienleistungen, Stipendien für den Aufenthalt in Polen.

Einführung

Seit Einführung des SOCRATES/ERASMUS-Programms zwischen Deutschland und Polen ist Deutschland das beliebteste Studienland für polnische Studierende. Umgekehrt trifft dies leider noch nicht zu. An der ERASMUS-Statistik zeigt sich deutlich das Ungleichgewicht in den deutsch-polnischen Hochschulbeziehungen: Im Jahr 2003/2004 kamen 1.870 von insgesamt 6.276 ausreisenden polnischen Studierenden an eine deutsche Hochschule (fast 30 Prozent). Dagegen fanden nur 395 der 20.688 ins Ausland gehenden deutschen Studierenden den Weg nach Polen (knapp 2 Prozent). Dabei kann sich ein Studium in Polen durchaus lohnen.

Ein junges EU-Mitglied

Mit den ersten wirklich freien Wahlen am 27. Oktober 1991 vollzog sich der endgültige Übergang Polens zur Demokratie. Die stalinistische Verfassung von 1952, bereits 1989 in wesentlichen Teilen verändert, wurde durch eine neue Verfassung abgelöst, die am 17. Oktober 1997 in Kraft trat. Die Republik Polen ist heute eine parlamentarische Präsidialdemokratie. Das Land hat etwa 38,5 Millionen Einwohner. In der Hauptstadt Warschau leben etwa 2,4 Millionen Menschen. Seit dem 1. Mai 2004 ist Polen Mitglied der Europäischen Union. Zuvor war Polen bereits der NATO beigetreten.

Wirtschaftliche und politische Dynamik

Schon während des sozialistischen Systems und der Abhängigkeit von der Sowjetunion hatte der überwiegende Teil der polnischen Gesellschaft von der "Rückkehr nach Europa" geträumt. Im Rahmen eines Referendums stimmten im Juni 2003 fast 78 Prozent der Wähler für den EU-Beitritt – bei einer für polnische Verhältnisse sensationell hohen Beteiligungsquote von 59 Prozent. Skeptisch bis ablehnend stand dem EU-Beitritt ein großer Teil der Landwirte gegenüber, die sich bei dem erwarteten grundlegenden Strukturwandel auf der Verliererseite sahen. Mittlerweile jedoch überwiegt eine positive Haltung gegenüber der EU. Den Beitritt lehnen nach wie vor die national-konservativen Kreise ab, die eine kulturelle und gesellschaftliche Entfremdung sowie eine unkontrollierte wirtschaftliche Dominanz, vor allem Deutschlands, befürchten.

Intensives Verhältnis trotz Vergangenheit
Die deutsch-polnischen Wirtschaftsbeziehungen haben sich in den vergangenen Jahren intensiviert. Polen ist wirtschaftlich sehr dynamisch. In politischer Hinsicht gibt es bisweilen noch Probleme. Das liegt oft an den mit dem zweiten Weltkrieg Krieg verbundenen Leiden der Bevölkerung.

Studium in Polen

Die Studiendauer in Polen variiert je nach Studiengang zwischen vier und sechs Jahren. Wobei die meisten Studiengänge nach fünf Jahren abgeschlossen werden. Der akademische Grad "Magister" wird nach fünf bis sechs Jahren Studium nach erfolgreicher Verteidigung der Magisterarbeit als gängigster Abschluss vergeben. Das Medizinstudium, das auf eine Dauer von sechs Jahren angelegt ist, wird mit dem Erwerb des Grads "lekarz" abgeschlossen.

Das akademische Jahr in Polen

Das akademische Jahr besteht aus zwei Semestern, die beide jeweils 15 Studienwochen beinhalten. Jede Studienwoche umfasst etwa 30 Unterrichtsstunden. Das Wintersemester beginnt zum 1. Oktober (teilweise bereits eine Woche früher, zum Beispiel an der Wirtschaftsuniversität Warschau) und endet mit einer Prüfungsperiode bis Mitte Februar. Das Sommersemester beginnt Mitte Februar/Anfang März und endet mit Prüfungsterminen im Juni. In der Regel sollte das Studium zu Beginn des Wintersemesters aufgenommen werden, da die Studieninhalte des Sommersemesters häufig auf dem Lehrstoff des Wintersemesters aufbauen. Die Organisation des akademischen Jahres liegt in der Hand der jeweiligen Hochschule.

Postgraduate Studies

Im Postgraduierten-Bereich können die akademischen Titel Dr. (Promotion) und Dr. habil. (Habilitation) nach erfolgreichem Bestehen von Prüfungen und Vorlage von wissenschaftlichen Arbeiten vergeben werden. Das Doktoratsstudium kann bis zu vier Jahre dauern. Außerdem werden weitere Postdiplomstudiengänge mit einer Dauer von ein bis zwei Jahren angeboten.

Bachelor und Master in Polen

Ähnlich wie in Deutschland werden auch in Polen immer mehr der bisher fünfjährigen Magisterstudiengänge in dreijährige Lizenziatstudiengänge (ähnlich dem Bachelor) und darauf aufbauenden zweijährige Magisterstudiengängen umorganisiert. Auch nach dem dreieinhalb-/vierjährigen Ingenieursstudium kann man ein zwei- bis dreijähriges Ergänzungsstudium anhängen, das mit dem Magister abgeschlossen wird.

Anerkennung von Studienleistungen

Über die Anrechnung von Studienleistungen, die bereits an deutschen Hochschulen erbracht wurden, wird nach Maßgabe des "Abkommens zwischen der Regierung der Bundesrepublik Deutschland und der Regierung der Republik Polen über die Anerkennung von Gleichwertigkeiten im Hochschulbereich" entschieden. Danach werden Studienzeiten und -leistungen sowie Prüfungen, die an einer deutschen Hochschule in einem Studiengang erbracht worden sind, dessen Abschluss unmittelbar die Zulassung zum Promotionsverfahren ermöglicht, für einen entsprechenden Studiengang an polnischen Hochschulen anerkannt. Studien- und Prüfungsleistungen, die an deutschen Fachhochschulen oder den entsprechenden Studiengängen an deutschen Universitäten/Gesamthochschulen erbracht worden sind, werden für den universitären Studiengang an polnischen Hochschulen entsprechend den Anerkennungsregelungen in der Bundesrepublik Deutschland auf Antrag angerechnet oder anerkannt. Die Anrechnung von in Polen erbrachten Studien- und Prüfungsleistungen erfolgt ebenfalls auf der Grundlage dieses Abkommens. Zuständig für die Anrechnung und Anerkennung von an polnischen Hochschulen erbrachten Studienzeiten und Prüfungsleistungen ist letztlich die deutsche Hochschule, an der das Studium fortgesetzt werden soll. Dies gilt auch für die Anrechnung von Prüfungsleistungen im Hinblick auf eine Promotion. Über die Anrechnung von Studien- und Prüfungsleistungen in Studiengängen, die in Deutschland mit einer Staatsprüfung abschließen, wird nach Maßgabe der geltenden Prüfungsordnungen und der zuständigen Ministerien entschieden.

ECTS - Anerkennung leicht gemacht
Das "European Credit Transfer System" (ECTS) wird bereits an über zwei Dritteln der staatlichen und rund einem Drittel der privaten polnischen Hochschulen in vielen Studiengängen angewendet und erleichtert die gegenseitige Anerkennung von Studienleistungen. Ein neues Hochschulgesetz von 2004 sieht unter anderem eine Weiterführung der Umorganisation von Magister- in Bachelor- und Masterstudiengänge sowie die umfassende Einführung des ECTS verpflichtend vor. Polen gehört zu den Mitunterzeichnern der Bologna-Erklärung von 1999.

Bewerbung und Zulassung in Polen

Die Bewerbung um einen Studienplatz läuft immer über die polnische Botschaft. Deutsche Bewerber können davon ausgehen, dass die allgemeine Hochschulreife den Zugang zu polnischen Hochschulen eröffnet. Die fachgebundene Hochschulreife ermöglicht in der Regel das Studium der gleichen Fächer wie in Deutschland, wobei in diesem Fall die Frage der Zulassung individuell mit der polnischen Botschaft oder den polnischen Konsulaten geklärt werden muss. Die Anerkennung der (Fach-)Hochschulreife kann mit Auflagen, zum Beispiel Aufnahmeprüfungen, verbunden sein.

Nachweis der Studienleistungen

Soll ein bereits in Deutschland begonnenes Studium in Polen fortgesetzt werden, muss ein Nachweis aller Studien- und Prüfungsleistungen an deutschen Hochschulen erbracht werden. In diesem Fall sollte man sich möglichst frühzeitig bei der polnischen Botschaft über die entsprechende Anerkennung der bisherigen Studienzeiten und -leistungen informieren. Bei speziellen Fachrichtungen wie Kunst muss die Eignung durch eigene Arbeiten nachgewiesen werden.

Auswahl durch Tests

In Polen besteht keine Numerus-Clausus-Regelung und keine Zentrale zur Vergabe von Studienplätzen. Der Zugang zu den Hochschulen wird in der Regel mittels strenger Aufnahmeprüfungen geregelt, mit denen sich jede Fakultät ihre Studenten selbst aussucht. Kommen auf einen Studienplatz mehrere Bewerber, werden Studienplätze an anderen Hochschulen angeboten. Ausländischen Studierenden passiert das eher selten. In so einem Fall wird dem Bewerber vom Ministerium für Nationale Bildung eine andere Hochschule vorgeschlagen, an der er das gewünschte Fach studieren kann. Die polnischen Studienbewerber, die die Aufnahmeprüfung zwar bestanden, aber wegen der hohen Bewerberzahl dennoch keinen gebührenfreien Vollstudienplatz bekommen haben, können alternativ das von ihnen gewünschte Fach in der Form eines gebührenpflichtigen Teilstudiums betreiben oder auch eine private Hochschule besuchen, an der man meist ohne Aufnahmeprüfung zugelassen wird.

Bewerbungsfrist für das Studium in Polen

Bewerbungen ausländischer Studierender müssen über die polnische Botschaft erfolgen. Für Studierende endet die Bewerbungsfrist am 1. Juni, für Graduierte am 31. Januar eines Jahres. Informationen zu Zulassungsvoraussetzungen erhält man beim Nationalen Ministerium für Bildung und Sport.

Studiengebühren und Stipendien für das Studium in Polen

Kostenlos ist das Studium in Polen für die etwa 700.000 Studierenden eines Vollstudiums an einer staatlichen Hochschule. Offiziell sind mit dem Beitritt Polens zur EU auch EU-Bürger von Gebühren befreit. Die Universität Warschau verlangt dennoch Studiengebühren zwischen 2.000 und 5.000 Euro pro Studienjahr. Studierende, die nicht mit Austauschprogrammen nach Polen kommen bezahlen um die 1.000 Euro. Wobei sich die Gebühren für das Studium an einer privaten Hochschule nicht wesentlich von denen an einer staatlichen unterscheiden. Ausländische Studierende müssen eine einmalige Einschreibungsgebühr in Höhe von etwa 170 Euro bezahlen. Darüber hinaus sind Studiengebühren zu entrichten, die je nach Fachrichtung und Studienstufe stark variieren.

Große Spannbreite der Gebühren

Zurzeit reicht die Spanne von 2.500 Euro (Geistes, Sozial-, Wirtschaftswissenschaften) bis 10.000 Euro (Film- und Fernsehwissenschaften, Filmregie) pro Studienjahr. Die Gebühr für Doktoratsstudien, weiterführende Studien und Fachkurse beträgt je nach Fachrichtung zwischen 4.200 und 5.800 Euro. Genauere Informationen sind über die polnische Botschaft und die konsularischen Vertretungen zu erfahren. Um die exakte Höhe der zu entrichtenden Studiengebühren zu erfahren, wendet man sich jedoch am besten an die einzelnen Hochschulen. Die Studiengebühren müssen für zwölf Monate im Voraus bezahlt werden. In bestimmten Fällen kann der Rektor der Hochschule einer teilweisen oder gänzlichen Gebührenbefreiung zustimmen.

Diskussion um Studiengebühren

Die ungelöste Frage nach einer ausreichenden Hochschulfinanzierung belastet bereits seit Jahren die polnische Hochschulpolitik. Eng damit verbunden ist auch die Frage nach Studiengebühren: Einerseits beinhaltet die polnische Verfassung die Garantie eines kostenlosen Studiums, andererseits ist der Staat nicht in der Lage, den Hochschulen die Mittel zur Verfügung zu stellen, die erforderlich sind, um der immer größer werdenden Zahl Studierwilliger ein kostenloses Studium tatsächlich ermöglichen zu können. Bisher erlauben es die politischen Mehrheitsverhältnisse nicht, den für dieses Dilemma verantwortlichen Verfassungsartikel zu ändern. Allerdings interpretiert man ihn recht pragmatisch: Die Gebührenfreiheit gilt nur für das Präsenzstudium, während für zusätzliche pädagogische Dienstleistungen wie andere Studienformen (zum Beispiel Abend- oder Wochenendstudium) Gebühren verlangt werden können. Damit hängt die Zahl der von den einzelnen staatlichen Hochschulen angebotenen Plätze für ein "Tagesstudium" nunmehr weitgehend von den finanziellen Mitteln ab, die ihnen aus dem Staatshaushalt zugewiesen werden. Das Angebot an gebührenpflichtigen Studienformen wird von den staatlichen Hochschulen ständig erweitert, so dass heute der Haushalt der meisten nur zur Hälfte aus staatlichen Mittel finanziert wird. Die Gesellschaft ist umgekehrt durchaus bereit, für eine gute Ausbildung zu zahlen – dies schlägt sich auch in der wachsenden Zahl privater Hochschulen nieder. Schon seit mehreren Jahren fordert die Universitätsrektoren-Konferenz die Einführung allgemeiner Studiengebühren, dieser Forderung wurde von Seiten der Politik aber bislang nicht entsprochen.

Stipendien von DAAD und EU

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, mit einem Stipendium in Polen zu studieren. Das Stipendienangebot des DAAD für Polen ist im Rahmen der bilateralen Zusammenarbeit Polens mit dem Ausland das umfangreichste. Um das Interesse an Polen, polnischer Kultur und Sprache zu steigern, führt der DAAD seit 1996 Programme in verschiedenen Fachbereichen durch. Diese umfassen Sprachkursstipendien für Anfänger und Semesterstipendien für Studierende verschiedener Fachrichtungen, die eine ergänzende Ausbildung in polnischer Sprache und Landeskunde anstreben. 2005 vergab der DAAD 119 "Go East"-Stipendien an deutsche Studierende und Graduierte für Aufenthalte an polnischen Hochschulen.Informationen hierzu findet man unter [[1]] Polnische Hochschulen sind zudem Teil des EU-Programms SOCRATES, das die Kooperation zwischen europäischen Bildungsinstitutionen auf allen Ebenen und in zahlreichen Bereichen fördert. ERASMUS als Teil dieses Programms zielt darauf ab, die Kooperation von Hochschulen zu fördern und den europäischen Austausch von Studenten zu koordinieren www.eu.daad.de (Programminhalte).

Stipendien des polnischen Staates

Auch das polnische Ministerium für Nationale Bildung und Sport bietet Stipendien an, die auf solche ausländische Studenten beschränkt sind, die auf Basis einer internationalen Vereinbarung oder einer Entscheidung des polnischen Bildungsministers in Polen studieren. Ausländische Studierende können sich um dieses Stipendium bewerben. Die Bewerbung muss bei der polnischen Botschaft oder den polnischen Konsulaten eingereicht werden. Diese leiten sie an das polnische Büro für Akademische Anerkennung und Internationalen Austausch weiter. Die Bewerbungen werden von verschiedenen Institutionen geprüft, die abschließende Entscheidung trifft der polnische Bildungsminister. Stipendien können auch auf Basis von Vereinbarungen zwischen polnischen und ausländischen Hochschulen über den Austausch von Studenten vergeben werden. Dabei bestimmen die einzelnen Hochschulen die jeweiligen Voraussetzungen für den Erhalt des Stipendiums. Manche polnische Hochschulen haben darüber hinaus eigene Stipendienprogramme. Der DAAD informiert über weitere Förderungsmöglichkeiten für Polen.

Sprache: Herausforderung Polnisch

Polnisch ist die Unterrichtssprache an polnischen Universitäten. Zwar sind Sprachprüfungen nicht zwingend vorgeschrieben, jedoch wird von Seiten der Hochschulen der Besuch von Polnischkursen vor Aufnahme des Studiums dringend empfohlen. So kann man mühelos an den Lehrveranstaltungen teilnehmen. Wenn eine ausreichende Kenntnis der polnischen Sprache nicht gegeben ist, wird der Studienbewerber in der Regel angewiesen, an einem einjährigen Vorstudienlehrgang teilzunehmen. Die polnische Sprache, die zu den schwersten der Welt gehört, stellt dennoch keinen Hinderungsgrund für einen Studienaufenthalt in Polen dar: Viele Lehrveranstaltungen werden auf englisch, deutsch, französisch oder russisch angeboten. Vor allem die Zahl der englischsprachigen Studiengänge wächst stetig.

Polnisch vor Ort lernen
Die staatliche Zertifizierungskommission ist für die Abnahme des Sprachtests "Polnisch als Fremdsprache" zuständig. Dieser testet die Kenntnisse der polnischen Sprache in Bezug auf das Hörverständnis, die grammatikalischen Kenntnisse, das Verständnis geschriebener Texte, Schreib- und Konversationsfähigkeiten.

Die Gemeinschaft für studentischen Austausch in Mittel- und Osteuropa e.V. bietet so genannte "Tandemsprachkurse" an, bei dem etwa 30 Teilnehmer aus Deutschland und Polen einen Monat lang die Möglichkeit haben, gemeinsam Sprache, Land, Leute und Kultur des Anderen kennen zu lernen. Der Kurs gliedert sich in zwei Abschnitte: Zunächst trifft man sich für 14 Tage in Deutschland, danach für 14 Tage in Polen (http://www.gfps.org/programm/tandem.php).

Vorbereitung in Deutschland
Das Erlernen der polnischen Sprache in Deutschland ist nicht ganz so einfach, da es nur sehr wenige Institutionen gibt, die Sprachkurse anbieten. Möglich ist dies im Allgemeinen bei den Volkshochschulen. Daneben bieten auch Universitäten zumindest Anfängerkurse für das Erlernen der polnische Sprache an. Darüber hinaus verfügen zahlreiche deutsche Universitäten über Slawistik-Fakultäten, die ebenfalls Sprachkurse anbieten. Über die Polnischen oder Deutsch-Polnischen Institute in Deutschland kann man weitere Informationen zu Sprachkursen erhalten.

Sommerkurse in Polen
Einige polnische Universitäten veranstalten Sommerkurse der polnischen Sprache und Kultur (www.botschaft-polen.de, "Sprachkurse"). Die Universitäten in Krakau und Lodz bieten außerdem mehrmonatige und ein- bis zweijährige Sprachkurse an, unter anderem als Vorbereitung zum Studium an einer polnischen Hochschule. Unter ausländischen Studenten besonders beliebte Sommerkurse sind die an der Uniwersytet Jagiellonski w Krakowie (Summer School of Polish Language and Culture, Tel. +48 12 213692), und der Katolicki Uniwersytet w Lublinie (School of polish Language and Culture, Tel. +48 81 5330226).

Literatur zu Sprachkursen
Der DAAD-Ratgeber "Sprachkurse an Hochschulen in Europa" bietet weitere Informationen. Er ist im Buchhandel erhältlich und erscheint jährlich (ISBN 3-7639-0419-0).

Studentenleben im alten Stil in Polen

Der Zloty (PLN), die polnische Landeswährung, ist relativ stabil. Ein Euro entspricht etwa vier PLN. Seine Kaufkraft ist relativ gering, dennoch werden Geschäfte im Gegensatz zu früher heute grundsätzlich in der Landeswährung getätigt. Allerdings nimmt zum Beispiel ein Taxifahrer gerne auch Euro. In vielen großen Handelsketten wie etwa H&M, Real oder Media Markt ist es auch möglich mit Euro zu bezahlen. Die Lebenshaltungskosten variieren aufgrund der Inflation und der Unterschiedlichkeit der individuellen Ansprüche. Orientierungswerte liegen, exklusive Studiengebühren und bei bescheidener Lebensführung und Unterkunft im Studentenwohnheim, bei etwa 400 bis 450 Euro im Monat. Die Lebensmittelpreise sind immer noch verhältnismäßig niedrig, wobei sie sich im Zuge des EU-Beitritts zum Teil bereits angepasst, sprich erhöht, haben. Studentenermäßigungen sind in Polen weit verbreitet. So erhält man mit einem gültigen Studentenausweis ganye 51% Rabatt auf die ohnehin sehr günstigen Bahntickets. Im öffentlichen Nahverkehr zahlen Studierende mit einem polnischen Studentenausweis nur die Hälfte. Mit einem Internationalen Studentenausweis nur geringfügig mehr.

Wohnraum Mangelware

Wohnraum ist in Polen Mangelware. Der durchschnittliche Pole verbraucht etwa ein Drittel seines Einkommens allein für die Miete. Die preiswerteste Unterkunftsmöglichkeit für Studenten sind Wohnheime (akademik). Die Monatsmiete liegt zwischen 140 bis 200 Euro für ein Einzelzimmer, die Miete für ein Mehrbettzimmer beträgt zwischen 50 bis 80 Euro, abhängig vom jeweiligen Standard des Wohnheims. Die Zimmer sind begehrt und knapp. Als Stipendiat und während des einjährigen Studienvorbereitungslehrgangs, den man absolvieren sollte, wenn man ein polnischsprachiges Studium aufnehmen möchte, hat man jedoch Anspruch auf einen Wohnheimplatz.

Leider gibt es keine zentrale Informations- und Vermittlungsstelle für die Lösung von Wohnungsproblemen. Dennoch lassen sich auch auf dem privaten Wohnungsmarkt für deutsche Verhältnisse immer noch relativ preiswerte Zimmer finden. Die Mieten in den einzelnen Städten variieren: Warschau befindet sich bezüglich seiner Mietpreise im europäischen Mittelfeld und damit deutlich über dem Landesdurchschnitt. Auch in Krakau sind die Mieten überdurchschnittlich hoch.

Versicherungen in Polen

Günstig krankenversichert
Für EU-Bürger gelten seit dem 1. Mai 2004 im Gesundheitswesen die gleichen Bedingungen wie für polnische Staatsbürger. Deutsche Studierende können zu jedem Arzt gehen und alle den polnischen Bürgern zur Verfügung stehende Leistungen des Gesundheitswesens nutzen. Dazu benötigt man das Formular E-128 oder eine internationale Versicherungskarte, die man von der deutschen Krankenkasse erhält. Man muss sich innerhalb von sieben Tagen nach der Einreise bei dem polnischen Nationalen Gesundheitsfond anmelden. Die Beiträge werden auf Basis des durchschnittlichen polnischen Einkommens, das zurzeit rund 400 Euro pro Monat beträgt, berechnet. Als angemeldeter Beitragszahler erhält man eine kostenlose medizinische Versorgung. Adressen der für den jeweiligen Wohnort zuständigen Vertretungen des Gesundheitsfonds sowie eine Aufstellung der ärztlichen Leistungen findet man im Internet auch in deutscher Sprache: www.nfz.gov.pl/ue.

Privat versichert
Die Teilnahme am öffentlichen Gesundheitssystem ist freiwillig. Alternativ finanziert man die jeweiligen Gesundheitsleistungen im Land vor und lässt sie sich von seiner Krankenkasse erstatten. Man sollte sich in diesem Fall vor der Abreise bei der deutschen Krankenkasse erkundigen, welche Leistungen übernommen werden und gegebenenfalls eine zusätzliche private Auslandsversicherung abschließen. Außerdem sollte man sich nach Impfungen erkundigen. Mehr Infos dazu gibt es bei http://www.fit-for-travel.de.

Studentenleben wie zu alten Zeiten

Das Studium ist als Kurssystem organisiert ist, in dem die Studenten einer Gruppe wie in der Schule mehrere Jahre lang zusammen bleiben. Deshalb existiert häufig ein deutlich stärkeres Zusammengehörigkeitsgefühl als an deutschen Hochschulen. Die meisten Studierenden pflegen diese Zusammengehörigkeit. So könnte man beinahe sagen, dass es in Polen ein Studentenleben gibt, wie es bei uns vor Generationen üblich war. Wie überall sind gerade die kleineren Universitätsstädte stark von Studenten geprägt. Hier gibt es ein reiches Angebot an Kneipen, Bars und Clubs. Allerdings haben die Preise der Gastronomie gerade in den großen Städten oft deutsches Niveau.

Weblinks

Allgemeines


Zeitungen

Vereine

  • MitOst e.V.: Verein für Sprach- und Kulturaustausch in Mittel-, Ost- und Südosteuropa. Der Verein wurde gegründet von ehemaligen Stipendiaten der Robert Bosch Stiftung (Lektorenprogramm) und führt Begegnungs- und Kulturprojekte durch.
  • GFPS: Gemeinschaft für studentischen Austausch in Mittel- und Osteuropa e.V., mit Informationen zum Austausch mit Polen und Tschechien
  • Polnisches Institut in Düsseldorf: Kulturelle Einrichtung des polnischen Außenministeriums, Begegnungsstätte für Deutsche und Polen mit der Aufgabe, die polnische Kultur in Deutschland und den innereuropäischen Dialog zu fördern. Informationen über kulturelle Veranstaltungen, Sprachkurse, andere deutsch-polnische Institute in Deutschland, zahlreiche Links.

Nützliche Informationen zum Studium in Polen

Hilfreiche Links zur Wohnungs- bzw. WG-Suche