Studieren in Italien

Italien-karte
Italien
Alles rund um das Studium in Italien: Auslandsaufenthalt planen, Aufenthaltsbestimmungen, die italienische Hochschullandschaft, Anerkennung von Studiumsleistungen, italienisch lernen, wohnen und leben in Italien.

Studieren in Italien

Schöne Strände, historische Städte, heiße Sommer: Die Liste des italienischen Dolce Vita ließe sich weiter fortsetzen. Sie macht das Land zu einem begehrten Urlaubsziel. Auch als Handelspartner ist Italien bedeutend, besonders für süddeutsche und österreichische Unternehmen. Als Studienort kann Italien diese Attraktivität bisher noch nicht aufbringen. Von den derzeit etwa 1,6 Millionen Studierenden sind nur rund 70.000 Ausländer. Spitzenreiter unter den Zugereisten sind Rumänen, Albaner und Chinesen, und die beliebtesten Fächer sind Sprachen, Architektur und VWL.

Die italienische Hochschulreform

Die italienische Hochschulreform von 2001/2002 erleichtert es Ausländern, in Italien zu studieren. Zwar haben sich die angelsächsischen Abschlüsse Bachelor und Master nicht durchgesetzt, dafür aber eine Studienstruktur nach dem "3+2"-System, die Bachelor und Master zugrundeliegen. Ein dreijähriges berufsqualifizierendes Studium führt zum ersten akademischen Abschluss ("laurea"). In einem zweijährigen weiterführenden Studium kann man sich spezialisieren ("laurea specialistica"). Das italienische Hochschulsystem ist (ähnlich wie das deutsche) in Universitäten, weiterbildende höhere Schulen und Akademien unterteilt, wobei Letztere unter anderem auf Sprachen, Bildung und Kunst spezialisiert sind.

Wie in Italien studieren?

Grundsätzlich gibt es drei Wege, ein Studium in Italien aufzunehmen:

  1. Eigenständige Planung: Planst du deinen Auslandsaufenthalt eigenständig, kannst du dir deine Hochschule selbst aussuchen. Jedoch musst du eine längere Vorbereitungszeit einplanen als über ein Austauschprogramm. Bei zulassungsbeschränkten Studiengängen erwartet dich eine Aufnahmeprüfung. Italiener bereiten sich teilweise schon im letzten Jahr vor dem Abitur ("maturità") auf die Prüfungen vor. Und du zahlst Studiengebühren. Wichtig: Kläre vorher unbedingt mit deiner deutschen Hochschule ab, welche Studienleistungen aus Italien dir in Deutschland anerkannt werden. Natürlich besteht auch die Möglichkeit, den gesamten Abschluss in Italien anzustreben.
  2. Austauschprogramm: In Austauschprogrammen bist du auf die Auswahl an italienischen Universitäten angewiesen, mit denen deine Heimatuni Partnerschaften pflegt. Dafür hast du einige Vorteile: Deine Studienleistungen werden problemlos in Deutschland anerkannt. Du erhältst ohne Aufnahmeprüfung einen Studienplatz. Über das europäische Förderprogramm Erasmus musst du außerdem keine Studiengebühren zahlen und bekommst zusätzlich noch die länderspezifische Förderung (für Italien immerhin 333 Euro im Monat, ausbezahlt werden ca. 75 Prozent zu Beginn und der Rest kurz vor Beendigung des Austauschs).
  3. Integrierter deutsch-italienischer Studiengang: In solchen Studiengängen sind Auslandsaufenthalte fest ins Studium integriert. Die Studierenden wissen also schon vom ersten Semester an, in welchem Semester sie an eine Partneruniversität gehen und können entsprechend planen. Aufnahmeprüfung und Studiengebühren entfallen hier ebenfalls. Auch für diese Art von Austausch kann ein Erasmus-Stipendium beantragt werden, sofern es von der sendenden Hochschule unterstützt wird.

Hochschullandschaft

Du hast an einer italienischen Uni studiert?
PICT1152-1-
Michelangelos David in Florenz
(Quelle: www.pixelquelle.de)

Die Universität Bologna wurde im 11. Jahrhundert gegründet. Damit ist Italien das Land mit den ältesten Hochschulen Europas. Über viele Jahrhunderte bestimmten die italienischen Universitäten die kulturelle und politische Entwicklung auf dem Kontinent - vor allem während des Humanismus und der Renaissance. Heute gibt es knapp 90 Universitäten und Einrichtungen mit Universitätsrang - davon rund zwei Drittel in staatlicher Trägerschaft:

  • 54 staatliche Universitäten
  • 14 private, staatliche anerkannte Universitäten
  • 3 politecnici: staatliche technische Hochschulen
  • 10 Sporthochschulen (ISEF)
  • 3 scuole superiori: Kollegs mit Zusatzvorlesungen für Hochbegabte
  • 2 so genannte Ausländerunis (universià per stranieri): Sie bieten Sprachkurse und –tests

Die zehn größten Universitäten in Italien

  1. Roma La Sapienza
  2. Universität Bologna
  3. Napoli Federico II
  4. Universität Palermo
  5. Milano Università degli studi
  6. Universität Turin
  7. Universität Catania
  8. Universität Florenz
  9. Universität Padua
  10. Universität Bari

Darüber hinaus gibt es folgende Institutionen, die im weiteren Sinn zu den Hochschulen gerechnet werden:

  • Institute für Design (istituto superiore per le industrie artistiche - ISIA) in Faenze, Florenz, Rom und Urbino
  • 29 Kunstakademien (academia delle belli arti)
  • die accademia nazionale di arte drammatica: Schauspiel und Regie für das Theater (Rom)
  • die accademia nazionale di danza: Tanz, Choreografie, Tanzlehrer und Film
  • Institute für Restaurierung in Florenz, Rom und Ravenna
  • Musikkonservatorien
  • die "scuole superiori per la mediazione linguistica": staatlich anerkannte Schulen für Übersetzung und Dolmetschen
  • theologische Hochschulen
  • 6 Militärakademien
  • seit 2004 gibt es auch eine "Universität der gastronomischen Wissenschaften" (Università di Scienze Gastronomische)

Eine Übersicht über alle Hochschulen (atenei) findet man auf der Seite der Hochschulrektorenkonferenz Crui.

Rankings

Milan 023-1-
Mailänder Dom (Quelle: www.pixelquelle.de)

Die Bewertung von Studiengängen ist in Italien verhältnismäßig neu. Erst seit dem Jahr 2000 prüft das private Forschungsinstitut "Censis Servizi" im Auftrag der Tageszeitung "La Repubblica" die Fakultäten staatlicher Hochschulen auf ihre Qualität. Die Ergebnisse veröffentlicht "La Repubblica" jährlich im "Grande Guida all'Università".

Methode Der "Große Universitätsführer" des römischen Blatts bewertet keine Gesamtuniversitäten, sondern Fachbereiche. Er soll Abiturienten die Wahl der Hochschule erleichtern. Folgende Kriterien liegen dem Ranking zu Grunde:

  • didaktische Qualität
  • didaktische Produktivität (Anzahl der Absolventen, Durchschnittsalter)
  • Forschungstätigkeit
  • Internationalität (Kooperationen, ausländische Studenten)
  • internationales Ansehen

Neben statistischen haben auch subjektive Kriterien Gewicht. "Censis Servizi" hat zu diesem Zweck Professoren, Studierende und Wirtschaftsvertreter befragt. Besonders für Business Schools und besonders MBA-Programme, sind auch das Financial-Times-Ranking und das Forbes-Ranking in Italien von Bedeutung.

Studienaufbau

Typen von Studiengängen

  • Corso di Laurea: Grundständiges Studium über drei Jahre. Es führt zum ersten akademischen Abschluss Laurea und entspricht dem Bachelor. In Italien dürfen sich die "novi-laureati" dottore und dottoressa nennen.
  • Corso di Laurea Specialistica: Weiterführendes Studium über zwei Jahre zur Vertiefung und Spezialisierung. Voraussetzung ist der Laurea-Abschluss. Die Laurea Specialistica ist gleichwertig gegenüber dem deutschen Diplom, Magister oder Staatsexamen sowie dem angelsächsischen Master.
  • Master: Italienische Universitäten bieten zunehmend einjährige Master-Programme an: teils mit der Laurea als Voraussetzung (Master di primo livello), teils mit der Laurea Specialistica (Master di secondo livello). Selbstverständlich genügen auch die deutschen Abschlüsse Diplom, Magister oder Staatsexamen.
  • Promotion (Dottorato di Ricerca): Voraussetzung für das dreijährige Promotionsstudium ist entweder die laurea specialistica, der Master sowie Diplom, Magister oder Staatsexamen.
  • Zertifikatsstudiengänge: Darüber hinaus gibt es noch weiterführende Studiengänge, die mit einem Zertifikat abschließen und zur Spezialisierung in bestimmten Fächern dienen: zum Beispiel zur Facharztausbildung. Sie heißen Corso di Perfezionamento und Corso di Specializzazione.

Das akademische Jahr

Das akademische Jahr dauert offiziell von September bis Juli. Einschreiben kann man sich im Oktober. Je nach Uni beginnen die Lehrveranstaltungen Mitte Oktober oder Anfang November und enden spätestens Mitte Mai. Von Juni bis September ist vorlesungsfreie Zeit. Im Januar und Februar (Wintersemester), Juni und Juli (Sommersemester) sowie Ende September bzw. Oktober (Wiederholungsprüfungen) finden Prüfungen statt. Ferien gibt es von Weihnachten bis Mitte Februar – und zwei Wochen an Ostern. Zum Teil wird das akademische Jahr in Semester unterteilt. Daher können Austausch-Studenten an bestimmten Unis auch nur ein Semester in Italien verbringen.

Ablauf

  • Oktober: Einschreibung
  • Oktober/November: Beginn der Vorlesungen
  • Weihnachten bis Mitte Februar: Ferien
  • Mitte Februar bis April: Vorlesungen
  • April: zwei Wochen Ferien
  • April bis Mitte Mai: Vorlesungen
  • Mitte Mai bis Mitte Oktober: vorlesungsfreie Zeit
  • Januar/Februar, Juni/Juli sowie Ende September/Oktober: Prüfungsmonate

Lehrveranstaltungen

Die klassische Lehrveranstaltung an italienischen Hochschulen ist die Vorlesung. Seminare, Kurse und praktische Übungen gibt es zwar auch, jedoch nicht in der Bedeutung wie in Deutschland. An den großen Massenuniversitäten herrscht eine anonyme Atmosphäre. Die Studierenden kommen fast nie persönlich mit ihren Professoren in Kontakt. An kleineren Universitäten oder Fakultäten hingegen wird in der Regel sehr viel mehr Wert auf aktive Teilnahme der Lehrenden am Universitätsleben gelegt. Dementsprechend intensiver ist die persönliche Betreuung. Ähnlich wie in Deutschland sind Masterstudiengänge selektiver, und die Anzahl der Studierenden nimmt über die Jahre ab; somit werden die Kurse interaktiver, und es kommt zu intensiverem Kontakt mit dem Lehrpersonal.

Lerninhalte

Die Vermittlung des Lehrstoffs ist tendenziell faktenorientiert - Auswendiglernen erhält gegenüber einer kritischen Auseinandersetzung mit den Inhalten meist den Vorrang. Viele Studierende bleiben den Vorlesungen fern und bereiten sich per Skripts oder Literaturlisten der Dozenten auf die Prüfungen vor. Dort müssen sie den Lernstoff mehr oder minder genau rezitieren. In Vorlesungen halten die Studenten deshalb den mündlich vermittelten Inhalt schriftlich fest – ohne den Stoff selbst vorzubereiten. Zumeist bauen die Inhalte der Vorlesungen auf den Materialen auf, die im Lernstoff verankert sind, allerdings ist die Überschneidung nicht zwingend. An manchen Universitäten wird überdies zwischen Studenten unterschieden, die aktiv an den Vorlesungen teilnehmen (attending), und solchen, die nur zur Prüfung antreten (non-attending) – damit können auch abweichende Literaturlisten verbunden sein.

Leistungsnachweise

Leistungsnachweise erwerben die Studierenden jährlich am Ende der jeweiligen Lehrveranstaltung in einer Einzelfachprüfung (esami di profitto). An Universitäten, die den Semester-Rhythmus pflegen, gibt es entsprechend zwei Prüfungsphasen. Mündliche Prüfungen sind in Italien die Regel (mehr dazu unten); Klausuren, Seminar- oder Hausarbeiten dagegen kaum üblich. Inzwischen sind aber auch Zwischenklausuren immer häufiger anzutreffen. Als Leistungsnachweise gelten Noten und die sogenannten Leistungspunkte (crediti formativi):

  • Notensystem: Um eine Einzelfachprüfung zu bestehen, musst du mindestens 18 Punkte (entspricht einer Vier minus) erreichen. Die maximal erreichbare Punktzahl liegt bei 30 Punkten (entspricht einer Eins). An vielen Universitäten kann man darüber hinaus auch 31 Punkte oder "30 lode" erreichen; Dieses Ergebnis kennzeichnet eine ausgezeichnete Prüfung und wird vom Professor vergeben. Durch Zwischenklausuren und schriftlichen Abgaben kann die 31 auch auf "rein mathematische" Weise erreicht werden (wenn beispielsweise die Gesamtpunktzahl zweier Teilklausuren bereits 31 ergibt). Die Endnote der laurea ergibt sich aus dem Durchschnitt der Prüfungsnoten plus der Punkte der Abschlussarbeit (tesi). Mit 66 Punkten hat man die Note "ausreichend" erreicht. Die Höchstpunktzahl liegt bei 110 Punkten.
  • Leistungspunkte-System: Unabhängig von den Noten erwirbst du während des Studiums so genannte crediti formativi - nach dem Muster der europaweit anerkannten Credit-Point-Systems. Jede Veranstaltung ist dabei einer bestimmten Punktezahl zugeordnet - die Höhe richtet sich nach dem Zeitaufwand, der für die Veranstaltung vorgesehen ist. Bei erfolgreicher Prüfung erhältst du die jeweiligen Leistungspunkte. Leistungspunkte sagen also nichts über die Note aus, sondern ausschließlich etwas über deinen Zeitaufwand. Auch für ein Praktikum kannst du dir Leistungspunkte anrechnen lassen. Ähnlich wie beim ECTS-System sind auch "crediti formativi" an eine bestimmte Stundenzahl geknüpft: in Italien 25 Stunden pro Punkt. Für das dreijährige laurea-Studium brauchst du 180 "crediti" – der Lehrplan ist so aufgebaut, dass du jährlich genau 60 Punkte erzielst, wenn du alle empfohlenen Veranstaltungen erfolgreich abschließt. Für die zweijährige "laurea specialistica" brauchst du weitere 120 Punkte, für die einjährigen Master-Programme 60 Punkte.

Tipp: Achtung bei der Anerkennung der Scheine

Die crediti formativi sind nicht identisch mit dem europäischen System der Credit-Points ECTS (European Credit Transfer System) - wenngleich sie diesem Muster folgen. Die Anerkennung der Scheine in Deutschland ist auch mit den crediti noch kein Automatismus. Unser Tipp: Kläre mit dem Prüfungsamt deiner deutschen Hochschule vorher ab, ob die italienische Veranstaltung deines Interesses wirklich als Studienleistung anerkannt wird. Keine Probleme dagegen gibt es bei:

  • europäischen Austauschprogrammen wie ERASMUS
  • Scheinen, die du innerhalb eines integrierten Austauschstudiums erwirbst.

Prüfungen

Mündliche Prüfungen sind in Italien die Regel, sei es am Ende einer Lehrveranstaltung, sei es in der Abschlussprüfung deines Studiums. Auch Wiederholungsprüfungen können mündlich sein. Prüfungen sind generell öffentlich: Studierende können zuhören und sich ein Bild über den Ablauf machen. In der Regel hat der prüfende Professor zwei Beisitzer, die dann gemeinsam über die Note beraten. Jeder kann bis zu 10 Punkten vergeben – maximal erhältst du also 30 Punkte. Um an einer Prüfung teilzunehmen, musst du dich eine Woche vorher in eine Liste eintragen. Wer oben steht, kommt zuerst dran.

Studiengänge und Abschlüsse

Colosseum-1-
Colosseum (Quelle: www.pixelquelle.de)

Grundständiges Studium

Laurea-Studiengänge

Seit dem Studienjahr 2001/2002 durchlaufen alle Studienanfänger ein dreijähriges Studium. Es führt zum ersten akademischen Abschluss "laurea". Der Abschluss gilt als berufsqualifizierend, entspricht dem Bachelor und wird europaweit anerkannt. Insgesamt gibt es 42 Studienrichtungen ("classi di laurea"), innerhalb derer die einzelnen Hochschulen in eigener Regie Studiengänge anbieten können – zum Beispiel den Studiengang "economia bancaria" in der Studienrichtung "scienze economiche".

Weiterführendes Studium

Laurea Specialistica

Im Anschluss an die "laurea" kann man zur wissenschaftlichen Vertiefung ein weiterführendes Studium hängen. Es führt in zwei Jahren zum Abschluss laurea specialistica, der dem deutschen Diplom, Magister oder ersten Staatsexamen sowie dem angelsächsischen Master entspricht. Im Vergleich zu den laurea-Studiengängen ist das Angebotsspektrum hier vielfältiger: insgesamt 104 Studienrichtungen ("classi") stehen zur Auswahl. Gibt es im laurea-Studium zum Beispiel die Studienrichtung scienze storiche, kann man sich nun auf storia antica, storia contemporanea, storia dell'arte, storia della filosofia, storia medievale oder storia moderna spezialisieren.

Wichtig: Bestimmte Berufe, vor allem in Medizin, Jura und Lehramt, erfordern laurea und laurea specialistica zusammen - insgesamt also ein fünfjähriges Studium.

Master-Studiengänge

Universitäten bieten zunehmend einjährige Master-Studiengänge an - auf zwei Stufen. Programme zum so genannten Master di primo livello setzen nur die laurea voraus - Programme zum so genannten Master di secondo livello die laurea specialistica.

Corsi di Specializzazione

Mehrjährige Kurse für die Weiterbildung zu Fachärzten, aber auch für die Studienrichtungen Architektur, Wirtschaft, Ingenieurwesen, Naturwissenschaften, Politologie, Archäologie und Denkmalpflege.

Corsi di Perfezionamento

Zahlreiche Universitäten bieten auch Spezialisierungskurse an, die zum Abschluss diploma di perfezionamento führen. Das Diplom ist jedoch kein Hochschulgrad, sondern nur ein Zertifikat für eine Weiterbildung. Diese Studiengänge sollen durch die stärker berufsbezogene Ausrichtung der laurea-Studiengänge künftig überflüssig werden.

Dottorato di Ricerca

Das Doktorandenstudium dauert drei Jahre. Es soll den wissenschaftlichen Nachwuchs ausbilden. Zugangsvoraussetzung ist die laurea specialistica, der Master oder die deutschen Abschlüsse Diplom, Magister und Staatsexamen. Die Hochschulen schreiben ihre Plätze landesweit aus. Die Interessenten müssen an einer Wettbewerbsprüfung (concorso) teilnehmen. Ausländer können zusätzlich zu den ausgeschriebenen Plätzen zugelassen werden.

Tipp Möchtest du dich genauer über das dottorato di ricerca informieren, lohnt ein Blick auf die Site der italienischen Doktoranden und Doktoren. Die Associazione Dottorandi e Dottori di Ricerca Italiani hat dort eine FAQ-Liste zum Promotionsstudium in Italien veröffentlicht.

Studienplatz

Marese-g 1-1-
Lago di Tenno (Quelle: www.pixelquelle.de)

Schulabschluss

Zum Studium in Italien berechtigt die Allgemeine oder Fachgebundene Hochschulreife. Die italienischen Konsulate und Kulturinstitute in Deutschland stellen dir einen Schein (dichiarazione di valore) aus, der die Vergleichbarkeit mit dem italienischen Abitur bezeugt. Dafür musst du eine amtlich beglaubigte italienische Übersetzung deines Abiturzeugnisses vorweisen. Noch nicht geregelt ist die Zulassung zum Studium für Bewerber mit Fachhochschulreife: Da die italienische Hochschullandschaft keine Fachhochschulen kennt, lehnen viele Universitäten Bewerber mit Fachhochschulreife ab - oder lassen sie erst nach dem Vordiplom zu (als Erstsemester). Nach einer EU-Richtlinie soll sich das ändern: Bewerber aus EU-Ländern sollen künftig im europäischen Ausland die gleichen Zugangsrechte haben wie im Heimatland.

Numerus Clausus und Auswahltest In Italien gibt es zahlreiche Fächer mit Zulassungsbeschränkung. Für Architektur, Medizin, Zahn- und Tiermedizin legt die Zahl der Zulassungen das Bildungsministerium zentral fest. Bei allen anderen Fächern kann die jeweilige Universität Zulassungsbeschränkungen selbst bestimmen - abhängig von der Nachfrage. In der Regel müssen die Bewerber einen Auswahltest bestehen, der dann zusammen mit der Abiturnote in die Wertung einfließt (80% Testergebnis, 20% Abiturnote). Bewerber aus EU-Ländern sind Italienern dabei gleichgestellt. Gute Sprachkenntnisse und eine intensive Vorbereitung auf die Tests sind jedoch ratsam. Mehr Informationen zu den Tests findest du unter www.alphatest.it.

Zulassungsbeschränkte Studiengänge Fächer wie Betriebswirtschaftslehre, Jura, Psychologie, Kommunikationswissenschaften und Denkmalpflege sind in Italien sehr beliebt und meist mit NC versehen. Private Hochschulen wie Bocconi in Mailand oder LUISS in Rom haben Beschränkungen auf allen Studiengängen. Die scuole superiori sind Kollegs für Hochbegabte und bieten Veranstaltungen zeitgleich zum normalen Studium an. Entsprechend durchlaufen ihre Bewerber strenge Auswahltests. Zulassungsbeschränkt sind oft auch Studiengänge, die für medizinische Berufe oder Pflegeberufe ausbilden, sowie Studiengänge wie Design und Restaurierung, die eine künstlerische Begabung verlangen.

Sprachkenntnisse

Italienischkenntnisse sind ein Muss: Nur die Freie Universität Bozen und Bocconi in Mailand bieten Studiengänge in Englisch an (Bozen sogar auch in Deutsch). Der frühere obligatorische Sprachtest ist für EU-Bürger jedoch nicht mehr erforderlich. Doch selbst wenn der Unterricht auf Englisch stattfindet, kommt man fast nicht um den Erwerb von Grundkenntnissen herum. Englisch ist selbst in Metropolen wie Mailand und Rom nicht zwangsläufig verbreitet, mehrsprachige Beschilderung nicht die Norm, und Italiener freuen sich im Allgemeinen über jeden Ausländer, der sich ein paar Worte angeeignet hat.

Italienisch in Deutschland

  • Nutze die Kursangebote deiner Uni.
  • In einigen deutschen Städten bieten die italienischen Kulturinstitute unter www.iic-colonia.de Sprachkurse an.
  • Die regelmäßige Lektüre italienischer Zeitungen und Zeitschriften erweitert das Vokabular und erhöht die Lesegeschwindigkeit. Gehe zum nächsten, gut sortierten Kiosk und decke dich mit italienischem Lesestoff für das Wochenende ein. Für Laufunwillige: Die größeren italienischen Medien verfügen über Online-Ausgaben wie die Tageszeitungen La Repubblica oder Corriere della Sera.
  • Das monatlich erscheinende Lernermagazin Adesso bietet landeskundliche Informationen sowie systematische Grammatik- und Vokabelerläuterungen.

Italienisch in Italien

  • Ausländeruniversitäten sind keine Hochschulen im eigentlichen Sinn. Sie bereiten Nichtitaliener auf die Sprach- und Zulassungsprüfung der verschiedenen Fakultäten vor. In Italien gibt es von diesen "università per stranieri" die Università per stranieri di Perugia und die Università per stranieri di Siena.
  • Sommerkurse veranstalten die italienischen Unis jedes Jahr. Die genauen Termine, Angebote und Preise erfährst du in dem jährlich vom DAAD veröffentlichten Verzeichnis "Sprachkurse an Hochschulen in Europa".
  • Offizielle Zertifikate wie CILS und CELI werden nicht nur an italienischen Universitäten, sondern auch von Unternehmen anerkannt.

Bewerbungsverfahren

Grundsätzlich kannst du dich bei der jeweiligen Universität direkt bewerben. Zuvor musst du dir von einem italienischen Konsulat oder Kulturinsitut in Deutschland die Anerkennung deines Schulabschlusses (dichiarazione di valore) ausstellen lassen, die du für jede Bewerbung brauchst. Voraussetzung dafür ist eine beglaubigte Übersetzung deines Abiturzeugnisses.

Bewerbungsfristen Feste italienweit gültige Bewerbungsfristen gibt es nicht. Die Hochschulen legen ihre Fristen eigenständig fest, weshalb du dich rechtzeitig bei der Uni deiner Wahl erkundigen solltest. Als Faustregel gilt: Für zulassungsbeschränkte Studiengänge ist in der Regel eine Bewerbung noch bis Anfang August möglich.

Wichtige Termine

  • Anfang August: Bewerbung für zulassungsbeschränkte Studiengänge
  • Anfang September: Aufnahmeprüfungen an den italienischen Universitäten
  • Ende September: Bewerbung für zulassungsfreie Studiengänge
  • Oktober: Immatrikulation
  • Oktober/November: Beginn des Studienjahres

Bewerbungsunterlagen Erkundige dich rechtzeitig bei der italienischen Uni deiner Wahl nach den notwendigen Bewerbungsunterlagen. Das Studentensekretariat oder die internationale Abteilung sagt dir auch, in welcher Form du sie vorlegen musst - ob als Original, beglaubigte oder einfache Kopie. Das Antragsformular holst du dir am besten von der Homepage deiner italienischen Uni als Download. Zusammen mit dem Antrag schickst du in der Regel auch folgende Dokumente ein:

  • amtlich beglaubigte Fotokopie des Zeugnisses über deinen Schulabschluss mit Übersetzung in italienische Sprache
  • dichiarazione di valore: Anerkennung deines Schulabschlusses als gleichwertig gegenüber der italienischen maturità - sie stellt das italienische Konsulat oder ein italienisches Kulturinstitut aus.
  • vollständige Kopie deines für die Dauer des Studienaufenthaltes gültigen Personalausweises oder Reisepasses
  • mehrere gleiche Passfotos

Hast du die Zusage für den Studienplatz, kannst du dich im Oktober einschreiben. Die Einschreibung muss persönlich erfolgen - in der Regel mit folgenden Unterlagen:

  • amtlich beglaubigte Fotokopie des Zeugnisses über deinen Schulabschluss mit Übersetzung in italienischer Sprache
  • dichiarazione di valore: Anerkennung deines Schulabschlusses
  • eine Stempelmarke (marca da bollo): Du bekommst sie für rund 11 Euro beim tabacchaio.
  • Aufenthaltserlaubnis: carta di soggiorno für EU-Bürger, permesso di soggiorno für Nicht-EU-Bürger
  • Passfotos
  • eventuell Beleg über die Bezahlung der ersten Rate der Studiengebühren. Hierfür brauchst du eine Steuernummer (codice fiscale). Du bekommst sie problemlos und schnell bei den Regionalbüros des Finanzamtes (Ufficio locale dell´Agenzia delle Entrate).
  • eventuell Bescheinigung der gegenwärtigen Immatrikulation an der Heimathochschule
  • eventuell Nachweise über die schon erbrachten Studienleistungen und Prüfungen
  • für ERASMUS- oder sonstige Stipendiaten: Nachweise über das gewährte Stipendium und dessen Dauer

Studiengebühren

Miau-1-
Portofino (Quelle: www.pixelquelle.de)

In Italien sind Studiengebühren üblich. Das gilt auch für Ausländer. Der Betrag setzt sich aus folgenden Bestandteilen zusammen:

  • landesweit einheitliche jährliche Einschreibegebühr von rund 170 Euro (tassa)
  • von den Unis festgesetzte Gebühren für Dienstleistungen (contributi) - die Studiengebühren im eigentlichen Sinn
  • Beitrag für regionale Einrichtungen, die sich zum Beispiel um die Studienförderung kümmern (tassa regionale diritto allo studio) - vergleichbar mit dem Sozialbeitrag für die Studentenwerke in Deutschland
  • An vielen Universitäten ist darüber hinaus eine Gebühr für die Graduierung fällig, da die Verteidigung der Masterthese beispielweise von einem Komitee durchgeführt wird

Universitäten und Fakultäten erheben ihre contributi selbst. Tassa, contributi und tassa regionale ergeben den Gesamtbetrag der Studiengebühren: Er beträgt zwischen 810 Euro und 2.700 Euro (Zahnmedizin) pro akademisches Jahr.

Sozial gestaffelt Der Bestandteil der Gebühren, den die Universitäten selbst festsetzen (contributi), richtet sich nach der finanziellen Leistungskraft der Studierenden und ihrer Familien. Am Beispiel der Universität Florenz (www.unifi.it) gezeigt: Ab einem Jahreseinkommen der Eltern von 41.000 Euro ist die volle Studiengebühr fällig (1.050 Euro). Bis 19.000 Euro Einkommen beträgt sie 250 Euro, zwischen 19.000 Euro und 41.000 Euro gibt es eine Staffelung. Studierende, die eine staatliche Studienförderung (borsa di studio) oder ein leistungs- begründetes Darlehen (prestito d'onore) erhalten, sind von den Studiengebühren befreit - ebenso wie Studierende eines integrierten Studiums oder im ERASMUS-Programm.

Private Unis Private Hochschulen verlangen etwas höhere Gebühren als staatliche. Allerdings ist der Unterschied so gering, dass niemand von einem Studium an einer Privatuni abgeschreckt wird. Zudem sind auch hier die Gebühren nach dem Einkommen gestaffelt: Bei Bedürftigkeit übernimmt die Privatuni die Gebühren.

Leben und Studieren

Stil: Dolce Vita nur außerhalb der Uni Mit Italien verbinden die Deutschen mildes Klima, elegante Mode und gute Küche. Selbstverständlich sind all diese angenehmen Dinge in Italien auch zu finden. Allerdings endet das Dolce Vita an der Uni. Für die Prüfungen musst du einen umfangreichen Stoff auswendig lernen – was wenig "Verstehen" und viel "Runterrattern" bedeuten kann. Das setzt bisweilen mehr Fleiß und Ausdauer voraus, als man von deutschen Unis gewohnt ist.

Wohnen: Nesthocker Das Studium in Italien ist für einheimische Studierende oft nur finanzierbar, wenn sie zu Hause wohnen bleiben. 70 Prozent der 15-29-Jährigen wohnen laut einer Umfrage aus dem Jahr 2016 noch bei ihrer Familie. Doch auch Wohngemeinschaften sind in Italien auf dem Vormarsch (17 Prozent). Nur 1,4 Prozent finden einen Platz im Studentenwohnheim.

Freizeit: Kunst und Kommerz Italien weist einen großen Reichtum an Kunstschätzen auf. Ein Auslandsjahr reicht kaum aus, um sich alle Sehenswürdigkeiten und Museen der näheren Umgebung anzusehen. Gerade im Sommer bietet das Land viele attraktive Freizeitmöglichkeiten. Im August ruht der Betrieb nicht nur an den Unis, sondern auch in den meisten Unternehmen. Das ganze Land nimmt eine vier Wochen lange Auszeit. In Open-Air-Diskos, auf Strandpartys und in Cocktailbars kommt selbst der anspruchsvolle Partygänger auf seine Kosten. In den restlichen Monaten des Jahres ist das Angebot mit dem deutschen vergleichbar.

Aufenthaltsbestimmungen

Die Vorteile der EU-Mitgliedschaft: Zur Einreise nach Italien reicht dir als EU-Bürger ein gültiger Personalausweis oder Reisepass. Auch eine Arbeitserlaubnis entfällt. Möchtest du jedoch länger als drei Monate in Italien bleiben, brauchst du eine Aufenthaltserlaubnis (permesso di soggiorno oder auch carta di soggiorno). Sie ist für Studierende zunächst für ein Jahr befristet, kann aber auch verlängert werden. Wenn die Aufenthaltserlaubnis nicht durch die Universität selbst organisiert wird, muss man sich in den großen Städten auf einen bürokratischen (und mitunter komplizierten) Prozess einstellen, für den man sich mit vielen Dokumenten (alle notariell beglaubigt und übersetzt) wappnen muss.

Nachweis deiner finanziellen Mittel Du erhältst die Aufenthaltserlaubnis bei der polizeilichen Meldebehörde (questura) deines Universitätsortes. Dabei musst du nachweisen, dass du über genügend finanzielle Mittel verfügst, um die Kosten des Aufenthalts zu tragen: per BAföG-Bescheid, Stipendiumsbescheinigung oder schriftlicher Erklärung der Eltern (in italienischer Übersetzung), in dem sie versichern, dass sie für deinen Lebensunterhalt aufkommen.

Aufenthaltserlaubnis und Immatrikulation Achtung: Für die Immatrikulation brauchst du die Aufenthaltserlaubnis. Für die Aufenthaltserlaubnis brauchst du aber die Immatrikulation. Die Lösung: Das Studentensekretariat deiner italienischen Hochschule stellt dir zunächst eine vorläufige Immatrikulationsbestätigung aus. Folgende Dokumente brauchst du für deine Aufenthaltsgenehmigung:

  • gültiger Personalausweis oder Reisepass
  • Stempelmarke (marca da bollo) im Wert von rund 11 Euro: erhältlich beim tabacchaio
  • 4 Passbilder
  • Nachweis über die Krankenversicherung: mit Hilfe des Formblatts S1 für EU-Bürger, die nicht im selben Land, in dem sie ihren Wohnsitz haben, Versicherungsleistungen in Anspruch nehmen wollen
  • Nachweis über die Sicherung des finanziellen Unterhalts (beispielsweise eine Bestätigung der Hausbank samt Übersetzung)
  • vorläufige Immatrikulationsbestätigung

Links

Medizinische Versorgung

Als Mitglied einer gesetzlichen Krankenkasse solltest du dir vor der Abreise die Europäische Krankenversicherungskarte EHIC besorgen, die ab 1. Juni 2004 den Auslandskrankenschein E-111 abgelöst hat. Manche Krankenkassen, die noch nicht auf EHIC umgestellt haben, geben statt der Karte auch eine vorübergehende Bescheinigung aus. Damit sollten alle Leistungen abgedeckt sein, die du auch in Deutschland erhältst. Ausnahme: Operationen oder Zahnbehandlungen. Erkundige dich hierfür besser vorher bei deiner Krankenkasse.

Bei Privatärzten bezahlst du in Italien die Behandlung übrigens in bar. In Deutschland kannst du sie dir dann von deiner Krankenkasse erstatten lassen. Doch auch hier gilt: Kläre vorher ab, welche Leistungen deine Kasse übernimmt.

Selbst wenn die finanziellen Aspekte abgeklärt sind, ist ein entscheidender Punkt die Wahl/Verfügbarkeit des Arztes – und in vielen Fällen auch die Kommunikation mit diesem. Im besten Fall hat man die Möglichkeit, einen Italiener/Italienerin mitzubringen, der/die bei der Übersetzung oder Erklärung der Diagnose und Symptome hilft. Sollte dies nicht möglich sein, haben viele Universitäten oder auch Fitnessstudios Listen mit Ärzten, die Englisch sprechen. Letzte Instanz können auch Botschaften, Wirtschaftskammern und Konsulate sein – hier kann man mitunter sogar Ärzte ausfindig machen, die Deutsch können.

Wohnen

Wer längere Zeit in Italien studieren möchte, sollte auch seinen Wohnsitz dorthin verlegen. Du verbesserst dadurch deine Rechtsposition in Versicherungs- und Mietfragen. Die Wohnsitzbescheinigung stellt das jeweilige Einwohnermeldeamt aus. Dafür benötigst du die Aufenthaltserlaubnis und Studienbescheinigung.

Hochschuleigene Unterkünfte Ein Platz in einem Studentenwohnheim ist auch in Italien die günstigste Wohnform. Monatsmieten zwischen liegen zwischen 100 und 200 Euro - zum Teil im Doppelzimmer. Jedoch ist es nicht leicht, einen der 28.000 Plätze zu erhalten. Bevorzugt werden Studierende mit staatlicher Förderung (borsa di studio). In Florenz muss man zum Beispiel außerordentlich gute Noten und ein niedriges Elterneinkommen nachweisen. Die Kriterien sind jedoch von Stadt zu Stadt verschieden. Am besten erkundigst du dich bei der italienischen Uni nach der zuständigen Stelle für Wohnheimplatzvergaben.

Privatunterkünfte Wer keinen Wohnheimplatz erhält, kommt um ein Privatzimmer nicht herum. Auch hier unterscheiden sich die Kosten sehr - je nach Stadt, Region, Lage, Qualität und Größe des Zimmers. Im Allgemeinen zahlst du im Norden Italiens mehr als im Süden. In Palermo bekommt man ein Einzelzimmer schon ab 130 Euro, in Mailand solltest du mindestens 330 Euro rechnen. Dazu kommen Nebenkosten von rund 25 Euro im Sommer und 50 Euro im Winter. In den großen Metropolen sind auch geteilte Zimmer (posto letto), gerade im Zentrum, üblich. Es lohnt sich in jeder Stadt, früh mit dem Suchen zu beginnen und vor allem auf bestehende Netzwerke zurückzugreifen, z.B. über Erasmus-Bekannte, Facebook-Gruppen, Austauschstudenten aus dem Vorjahr etc.

Mietvertrag Wenn möglich solltest du einen schriftlichen Mietvertrag abschließen auch wenn der Vermieter zunächst keinen vorlegt. Gesetzlich bist du dazu verpflichtet und im Streitfall sicherst du deine persönlichen Rechte.

Italienische Kuriositäten Viele Vermieter fordern von ihren zukünftigen Mietern eine Gebühr für die Registrierung des Vertrags, da das bloße Unterschreiben (anders als in Deutschland) noch nicht die Legalität des Dokuments garantiert. Aufpassen muss man hier bei Vermietern, die die Kosten vollständig oder anteilig auf den Mieter abwälzen wollen. Grundsätzlich sieht das Mietrecht nämlich vor, dass der Vermieter diese Kosten trägt. Aufpassen muss man auch bei den Nebenkosten, da eine Vielzahl kommunaler Abgaben anfallen (gerade in Rom und Mailand), und vertraglich genau geregelt sein sollte, wer diese Kosten trägt. Will ein Vermieter die Miete in bar ausgezahlt haben, ist dies etwas umständlich, aber grundsätzlich legal; du solltest bei einem solchen Übereinkommen aber eine schriftliche Empfangsbestätigung für jede übergebene Miete fordern. Man kann sich zwar getrost fragen, ob das italienische Finanzamt jemals von deinen Mietzahlungen erfährt, aber im Zweifel ist es kein No-go, wenn dein Vermieter auf Barzahlung besteht.

Tipps

  • Vitamin B: Scheue dich nicht, flüchtige Bekannte, Dozenten oder Kommilitonen zu fragen. Italiener helfen sich untereinander gern; oft kommt man nur so zum Ziel. In kleineren Städten kannst du auch in kleinen Geschäften und Läden fragen.
  • Anzeigenblätter: Am Zeitungskiosk kannst du dir die einschlägigen italienischen Anzeigenblätter besorgen: Portaportese (Rom), Secondamano (Mailand, Turin, Genua), La Pulce (Florenz) und Bric a Brac (Neapel). Achtung: Die Mittwochs- und Freitagsausgabe von La Pulce erscheint am Bahnhof von Florenz bereits am Vorabend, etwa ab 20 Uhr.
  • Hochschulen: Auch Servicestellen an den Hochschulen sammeln Vermietangebote. Die Namen der Servicestellen wechseln von Uni zu Uni. Frag am besten nach dem ente per il diritto allo studio universitario. An den italienischen Hochschulen findest du wie in Deutschland auch "Schwarze Bretter" (bachece).
  • Infozentren: Viele italienische Städte bieten Infozentren für junge Leute (informagiovani). Sie bieten ebenso Informationen zu Berufswahl, Studium und Stellensuche wie zu Kulturveranstaltungen oder Wohnungen.
  • Agenturen: Agenturen (centri servizi) bieten gegen eine monatliche Gebühr (90 bis 150 Euro) die Vermittlung von Adressen. Besser über die oben beschriebenen Wege gehen.

Jugendherbergen

Websites von Anzeigenblättern

Sonstige Websites mit Wohnungsanzeigen

Lebenshaltungskosten

DSCN3775-1-
Genua (Quelle: www.pixelquelle.de)
In Italien gibt es große regionale Unterschiede bei den Lebenshaltungskosten. Grob gilt: In Mittel- und Norditalien ist es teurer als in Süditalien. Als ausländischer Student sollte man 600 bis 750 Euro monatlich rechnen. Vor allem Mieten sind regional unterschiedlich hoch. Ein Einzelzimmer kostet je nach Stadt im Schnitt 300 Euro. Dazu kommen die nach Einkommen und Studienort gestaffelten Studiengebühren und Ausgaben für die recht teuren Bücher.

Kleidung, Bars und Nahverkehr Für Kleidung, Lebensmittel und Telefon zahlt man in Italien ungefähr genauso viel wie in Deutschland. Die öffentlichen Verkehrsmittel sind in der Regel billiger, aber das Autofahren wird durch die hohen Benzinpreise und Autobahngebühren zum Luxus. Das Essen in den Mensen ist ähnlich preiswert wie in Deutschland, die Qualität des Essens oftmals besser. Außerdem gibt es viele Studenten-Bars und -Cafés, wo man für wenig Geld recht gutes Essen bekommen kann.

Freizeit Auch für den Eintritt in Sportanlagen (etwa Fitnessstudios, Schwimmbäder, Tennisplätze) zahlst du nicht mehr als in Deutschland. Die Preise für Snacks und Getränke in den zahlreichen Bars liegen unter den deutschen. Doch dafür greifst du abends in Kneipen und Discos tief in den Geldbeutel: Ein halber Liter Bier kostet in den Kneipen um die 5 Euro; jedes Getränk in Discotheken zwischen 5 und 10 Euro.

Bankkonto Planst du einen längeren Studienaufenthalt in Italien, richte ein Konto bei einer italienischen Bank ein. Dafür musst du jedoch einen italienischen Wohnsitz anmelden. SEPA-Überweisungen sollten zwar nur einige Tage benötigen, aber gerade zu Beginn des Auslandsaufenthalts solltest du daher ausreichend Bargeld und Reiseschecks beziehungsweise Eurocheques dabei haben. So kannst du anfallende Kosten decken: Kaution hinterlegen, Miete vorauszahlen. Diese Kosten lassen sich ggf. auch komplett über Kooperationen deutscher Banken mit italienischen Banken umgehen, siehe hierzu: www.bargeld-ausland.de

Für Verträge mit Mobilfunkbetreibern und Fitnessstudios ist manchmal eine italienische Kreditkarte vonnöten. Auch bei Onlinekäufen besteht nicht immer die Möglichkeit, eine ausländische Bank für den Bankeinzug auszuwählen.

Studieren und Arbeiten Wer in Italien arbeiten möchte, muss in die Jobsuche viel Zeit und Energie investieren. Es ist ziemlich schwer, einen ausreichend bezahlten Job zu finden. Viele italienische Studenten arbeiten schon für einen Lohn von 5 bis 12 Euro pro Stunde. Am besten versuchst du es in der Tourismusbranche: zum Beispiel als Fremdenführer. Du kannst auch Nachhilfestunden in Deutsch anbieten. Dafür bekommst du sogar bis zu 13 Euro pro Stunde. Andere kleinere Arbeiten werden oftmals an den schwarzen Brettern der Unis und in Zeitungsannoncen angeboten.

Tipp: Bücherkauf in Italien In den Universitäten gibt es oft von Studenten geleitete Buchhandlungen, in denen man Bücher bis zu 20 Prozent billiger bekommen kann, da die Vertriebskosten wegfallen.

Finanzierung

Dom aussen 05-1-
Dom von Amalfi (Quelle: www.pixelquelle.de)

Auslands-BAföG Auch während des Auslandsstudiums kannst du BAföG beziehen. Voraussetzung: Du hast dein Studium in Deutschland begonnen und schon zwei Semester absolviert. Außerdem musst du mindestens einen Teil der Studienleistungen im Ausland anrechnen und ausreichend Sprachkenntnisse nachweisen können. Ausnahme: Du studierst über ERASMUS. Dann brauchst du die Anrechenbarkeit der Studienleistungen und Sprachkenntnisse nicht mehr nachweisen.

Stipendien des italienischen Staates Über die Förderung deutscher Studenten in Italien informieren dich der DAAD, das Akademische Auslandsamt deiner Uni oder die italienische Botschaft Außerdem findest du auf den Internetseiten des italienischen Außenministeriums.

DAAD Der DAAD vergibt Stipendien zu Studien- und Forschungsaufenthalten in Italien. Voraussetzungen, Hinweise zum Bewerbungsweg und Bewerbungstermine findest du in der jährlich erscheinenden Broschüre "Studium, Forschung, Lehre im Ausland. Förderungsmöglichkeiten für Deutsche in der Stipendiendatenbank von e-fellows.net und in der DAAD-Stipendiendatenbank. Der DAAD informiert auch über Bildungsprogramme der EU, zum Beispiel ERASMUS. Außerdem empfehlenswert: Der Artikel zum DAAD und seinen Stipendien im e-fellows.wiki.

ERASMUS Die Europäische Union fördert den Austausch von Studenten und Wissenschaftlern über das ERASMUS-Programm (European Community Action Scheme for the Mobility of University Students). Wer über ERASMUS an eine Partnerhochschule ins Ausland geht, kann bis zu einem Jahr gefördert werden. Die Vorteile:

  • Italien fällt in Gruppe 1 (Länder mit höchsten Lebensunterhaltskosten): Somit beträgt die monatliche Pauschale 333 Euro.
  • keine Aufnahmeprüfungen
  • keine Studiengebühren

Mehr Infos erhältst du über die Broschüre "Studienland EU" des DAAD beim Akademischen Auslandsamt deiner Uni und bei der EU-Kommission kannst du dich beim Fachschaftsrat oder beim Erasmus-Beauftragten des Seminars über Partneruniversitäten, Anmeldefristen, Höhe der Zuschüsse und Ähnliches erkundigen.

Tipps: ERASMUS-Studium in Italien Du möchtest als ERASMUS-Student in Italien studieren? Alle Plätze deines Seminars sind schon vergeben? Deine Uni hat keine italienische Partnerhochschule? Erkundige dich auch an anderen Seminaren deiner Hochschule nach ERASMUS-Plätzen. Wenn du zum Beispiel über das theologische Seminar einen Platz in Italien bekommst, kannst du dich dort in der Regel ohne Schwierigkeiten für BWL einschreiben.

  • Du kannst dein Studienfach also frei wählen, unabhängig von der Fakultät, die den ERASMUS-Austausch anbietet.
  • Erkundige dich aber auf jeden Fall, ob die italienische Uni diese Wahlfreiheit nicht durch Quoten oder andere Vorgaben einschränkt.
  • Informiere dich rechtzeitig, nach welchen Kriterien die Teilnehmer am ERASMUS-Programm ausgesucht werden. Dann kannst du dich gezielt darauf vorbereiten. Dadurch steigen deine Chancen auf einen Platz.

Links und Literatur

Studium

  • Uniplanet: deutschsprachige Seite der Provinz Bozen über alle Studiengänge und Unis www.provinz.bz.it/uniplanet
  • College Contact: kostenlose Beratung und Vermittlung zum Studium in Italien www.college-contact.com/italien
  • Murst: italienisches Bildungsministerium (Ministero dell'Università e della Ricerca Scientífica e Tecnologica)
  • Corriere dell'Università: Studentenzeitung mit dem Wichtigsten und Aktuellsten zu Campusthemen in Italien: www.lastudenteria.com
  • www.studenti.it: alles rund ums Studium - Erfahrungsberichte, Informationen zu Bewerbungsfristen und Zulassung, Studienalltag, Wohnungssuche und vieles mehr
  • www.alphatest.it: Informationen zu Auswahltests für zulassungsbeschränkte Studiengänge:
  • www.ihf.bayern.de: Auch für angehende Italien-Studenten interessant ist die Studie "Hochschule und Studium in Italien" des Bayerischen Staatsinstituts für Hochschulforschung und Hochschulplanung (pdf).

Italienische Medien

  • Die italienische Nachrichtenagentur Adkronos bietet eine große Auswahl aktueller Informationen: www.adnkronos.com
  • Die Site der linksliberalen römischen Tageszeitung La Repubblica lohnt einen Blick. Nicht nur wegen ihrer Universitätsseiten.
  • Auch der in Mailand erscheinende konservative Gegenspieler ist für seinen guten Online-Auftritt bekannt: Corriere della Sera.

Sonstiges