Studieren in Indien

Schulsystem

Nach zehn Jahren Schule bekommen die Schüler in Indien eine Art "Mittlere Reife Zeugnis". Wer anschließend an einer Universität studieren möchte, muss vorher zwei weitere Jahre eine andere Schule besuchen. Damit ist die grundsätzliche Unizulassung erreicht.


Universitäten

IIT

Im Bereich Naturwissenschaften und Ingenieurswesen gelten die IITs (Indian Institute of Technology) als beste Universitäten in Indien. Studenten, die ein entsprechendes Studium anstreben, bereiten sich während der Schulzeit auf die "Entrance Exams" dafür vor. Ein extrem gutes Abschneiden hierbei ist für eine Annahme nötig. Soweit ich weiß, gibt es für Ausländer andere Kriterien.

Öffentliche Universitäten

Hierbei gibt es zwei verschiedene Arten: Universitäten des Staates Indien und Universitäten der einzelnen Bundesländern.

Sprache

Die Sprache der Vorlesungen ist grundsätzlich Englisch, wobei es vorkommen kann, dass Professoren kurzzeitig abschweifen und Hindi sprechen, aber weiterhin die Englischen Fachtermini verwenden. Klausuren können in Englisch oder Hindi geschrieben werden. In regionaleren Universitäten kann es wohl vorkommen, dass Hindi auch als Unterrichtssprache benutzt wird.

Studieren als Ausländer

Austauschprogramm

Wer nur für ein Jahr an eine indische Uni gehen möchte, sollte das am einfachsten über die eigene Hochschule im Heimatland machen, wenn es entsprechende Programme gibt. Falls das nicht der Fall ist, ist der "Dean of international relations" der Verantwortliche an der indischen Universität. Ausländern gegenüber sind die Universitäten sehr aufgeschlossen, wobei man sich darauf einstellen sollte, dass zahlreiches Nachfragen und Erinnerungen notwendig sind. Die Anerkennung von indischen Kursen an seiner Heimatuniversität sollte man versuchen im Vorhinein zu klären. Es kann allerdings sein, dass aufgrund mangelnder Erfahrungen nichts versprochen werden kann und alles von den Klausuren/Mitschriften nach der Rückkehr abhängt.

Indischer Abschluss

Die indische Regierung unterstützt Ausländer, die in Indien studieren wollen. Dazu gibt es extra einen Stipendientopf und auch sonst haben Ausländer den Vorteil ohne die "Entrance Exams" in die Universitäten kommen zu können.

Wohnen in Delhi

Wenn auch die Familie in Delhi oder Umgebung wohnt, ist es üblich, dass die Studenten zuhause wohnen bleiben, auch wenn das jeden Tag bis zu zweieinhalb Stunden Fahrt zur Uni und das gleiche abends wieder nach Hause bedeutet. Kommen die Studenten von außerhalb, gibt es drei Möglichkeiten: Die eines Studentenwohnheims, einer WG und das Anmieten eines Zimmers in einem Privathaushalt. Wohnheime sind viel mehr verbreitet als in Deutschland und können fast als Internat angesehen werden: Meistens gibt es Sportplangebote wie ein Badmintonplatz und Tischtennis, einen Fernsehraum und immer drei Mahlzeiten pro Tag. Studenten und Studentinnen sind in getrennten Wohnheimen untergebracht, wobei letztere oft beschränktere Ausgangszeiten haben. Durch die Subventionierung des Staates sind die Wohnheime eine sehr günstige Unterkunft. Für Ausländer ist besonders das "International Student's House" interessant. 2011/2012 wohnten dort Studenten aus über vierzig Ländern. Das gleiche gibt es seit ein paar Jahren auch für Studentinnen.

Leben in Delhi

Delhi ist ohne Zweifel eine komplett indische Stadt, aber durch den Status Hauptstadt kann man auch fast alles finden, was man aus seinem Heimatland vermissen könnte.

Transport

Für kurze Strecken bieten sich für wenig laufbegeisterte Menschen die Fahrradrickshaws an. Diese haben bis zu vier Sitzplätze. Wer ein wenig schneller und ggf. weiter reisen möchte, kann in eine Autorickshaw steigen, die eigentlich für drei Personen ausgelegt sind, aber auch mal Platz für dreizehn haben. Es gibt ein Taxameter, was allerdings ungern eingeschaltet wird. Die "Luxusvariante" hierzu sind geschlossene Taxen, wie man sie sonst kennt. Das Busnetz ist ausgezeichnet, wobei es das Problem gibt, dass keine Fahrpläne vorhanden sind. Route und Busnummer lassen sich nur herausfinden, indem man bei anderen nachfragt, die diese schon einmal gefahren sind. Inzwischen unverzichtbar ist die Metro. Einige Linien gibt es schon und weitere sollen gebaut werden. In Zeiten hoher Nachfrage fahren die Züge fast im Minutentakt zu äußerst günstigen Preisen. Es ist schwer vorstellbar, wie der Transport ohne Metro funktionieren konnte, da es auch mit Metro zu großen Staus auf den Straßen kommt.